



Filzmoos geisterte eigentlich immer nur so im Hinterkopf herum, ohne es auf einen festen Platz in meiner Zieleliste zu schaffen. Das lag wohl daran, dass der 2km lange Rettensteinlift vor der Jahrtausenwende abgerissen worden ist und man Anfang der 90er den 1,7 km langen Rossbrandlift (immer nur ab durch den Wald...) durch eine EUB ersetzt hat.
Schade und ärgerlich – 1991 lag in der Dachstein-Tauern-Region (heute 4-Berge-Skischaukel) so wenig schnee, dass der Pensionswirt in Mandling meinen Eltern Filzmoos vorgeschlagen hatte. Doch dann fuhren wir nicht dorthin, sondern auf den Dachsteingletscher...
Als ich neulich mal bei Bergfex den Pistenplan anklickte und auf den 1,6 km langen Schwaigalmlift stieß, der von einem Seitental herauf ins Skigebiet ging, dazu noch eine alte DSB, beschloß ich spontan eine Fahrt dorthin. Zwar bangte ich noch um den Geierberglift, der im Panorama nicht aufgeführt und in Liftworld als LSAP gekennzeichnet ist, aber das steile, alte Ding sollte doch tatsächlich laufen – dazu auch noch mit Diesel...eine Entschädigung für die beiden anderen verpassten Schlepper.
Ganz früher muss es übrigens noch viel mehr Lifte dort gegeben haben – gegenüber vom Schaigalmlift zwei, beim Rettensteinlift weiter oben auch noch einen...zumindest sind da im 1976er-Atlas einige drin. Auch neben der Großbergbahn (damals ESL) noch zwei Übungslifte...

Die Anfahrt verlief an jenem Samstag zunächst ganz genehm, aber sobald ich von der Autobahn runter war, brach das Chaos aus. Erst verpasste ich die Abzweigung nach Filzmoos hinter und merkte das erst, nachdem ich Eben passiert hatte. Das Gebiet dort interessiert mich eher weniger, zumal oben der Doppelschlepper ja bereits ersetzt wurde.
Schon weiter Richtung Altenmarkt fand ich dann eine Stelle zum Wenden und musste wieder durch den Ort zockeln, um dann endlich nach Filzmoos brettern zu können. Dort fuhr ich gleich mal zum Geierberglift, aber fand den Weg direkt zur Talstation nicht. So musste ich erst ein Stück laufen und über eine Brücke drüber. Ich hatte vorsorglich die Ski noch im Auto gelassen, was eine gute Idee war, denn an diesem Lift konnte man keine Karten kaufen und auch nicht „einfach so“ hinauffahren, um dann am Schwaigalmlift drüben eine zu erwerben.
So bin ich wieder zurück zum Auto und fuhr zu besagtem Schlepper, der aus einem idyllischen Seitental heraus mit Blick auf die bekannte Bischofsmütze startet.

Außer mir waren keine anderen Skifahrer zu sehen und auf einem völlig leeren Parkplatz stellte ich meinen Wagen ab – in heller Begeisterung, diesen Schlepper noch „erwischt“ zu haben. Geht gleich mal steil rauf...dazu eine Talstation wie bei einer 80er-Jahre-EUB. Der Lift ist offiziell auch erst 1984 erbaut worden, was mich aufrgund der Stützen wundert. Wahrscheinlich eine Gebrauchtanlage. Im 1976er-Atlas ist er jedenfalls nicht drin – der Geierberglift hingegen schon und eben noch zwei Lifte am Gegenhang von diesem hier.

Der Liftler wunderte sich noch über mein Geknipse, aber wenigstens war er nicht so aufdringlich wie ein Kollege von ihm neulich, der mich am liebsten verhaftet und abgeführt hätte, hatte ich den Eindruck.

Im Anfangssteilstück des gut 1,6 km langen Schleppers

Die Stützen schauen eher nach 50er-Jahre aus...gut möglich, dass sie von woanders stammen und 1984 hier wieder aufgestellt worden sind.

Oben kommt ein ewig langes Flachstück und erst am Schluß wird es wieder steil, ehe der Ausstieg erreicht ist.

Dann die herkömmlichen Gittermasten, wie man sie sonst kennt.

Der Stützenmix spricht für eine Gebrauchtanlage. Der Schlepper lief übrigens recht flott – wahrscheinlich haben sie auch deswegen 1984 lieber so einen Lift als eine fixe DSB zB da hingestellt.

Steilhang am Ende...

Blick zurück. Die Sonne kam in der Früh nur ein wenig raus, denn der Himmel war leicht bedeckt. Tagsüber sollte sie aber die Oberhand gewinnen, ehe am Nachmittag zwischendrinn wieder neue Wolkenfelder durchzogen. Dafür gab es dann bei den letzten Abfahrten wieder Sonne satt und bestes Fotografierlicht.

Weiter drüben kommt die – ebenfalls 1984 errichtete – DSB Mooslehen herauf. Doch am Anfang heizte ich lieber nochmal die menschenleere Schwaigalmpiste runter.

Typische Wetterstimmung an jenem Vormittag. Der Schnee war dafür bestens – dadurch dass so wenig hier hinten los war, hielt er auch recht lange. Später weichte es auf, denn das Gebiet ist bis auf die Abfahrt an der Papagenobahn (am Rossbrand gegenüber) der Sonne ausgesetzt. Für einen kalten Hochwintertag sicherlich ein Traum, im Frühjahr dann halt nicht mehr so.

Fotohalt am Schwaigalmlift – hier der Hang unterhalb des Ausstiegs.


Der Sendeturm am Rossbrand oben...den hat man von Mandling aus auch immer gesehen, wo ich als Kind meine alljährlichen Skiurlaube verbracht habe.

Danach ging es erst mal zum totgesagten Geierberglift hinüber, der einen total genialen Skihang bedient, von dem aus man auch einen schönen Ausblick hat. Irgendwie eine recht urige Ecke da hinten.

Wenigstens den hier auch noch erwischt! Ist wohl wieder reaktiviert worden, oder? Im Plan ist er nicht drin und irgendwie muss wer bei Liftworld ja auch draufgekommen sein, ihn unter die stillegelegten Lifte „abzuheften“.


Der Diesel schepperte, es war kaum was los und der Liftler interessierte sich nicht für knipsende Gestalten...was will man mehr? Dazu noch ein herrlicher Steilhang nach dem Einstieg, grad rauf durch den Wald...

Direkt an den Häusern geht es vorbei...


644 m lang...

Weiter oben...das Ende kommt dann am Waldrand hinter der Kuppe.

Blick zurück.

Die Piste daneben...wie gesagt ein sehr schöner Skihang.



Um ins übrige Gebiet zu gelangen, muss man wieder zum Schwaigalmlift, der hier quert – hinten die Bischofsmütze.

Von den Skibergen im Ennstal aus sieht es irgendwie mehr nach Bischofsmütze aus...

Dort drüben am gegenüberliegenden Berg müssten früher zwei Schlepper gestanden haben. Links deutet sich ja auch eine Schneise an. Weiß da wer was drüber?




Die mächtige Talstation des Schwaigalmschleppers.


Oben ging es dann erst mal einen idyllischen Ziehweg entlang (mit Blick aufs Dachsteinmassiv), ehe ich irgendwo wieder die Abfahrt zur DSB Mooslehen erreichte. Hier der Lift von unten aus gesehen.

1984 hat man das Gebiet durch den Zusammenschluss sicher ganz schön aufgewertet. Schade eben, dass man es dann kurz vor der Jahrtausendwende um den Rettensteinlift verkleinert hat.

In der DSB...






Blick zurück...im Hintergrund der Rossbrand mit dem markanten Fernsehturm...

Die Bergstation...


Ich nahm nochmal den Skiweg, um diesen Blick einzufangen...

Das Dachsteinmassiv gibt hier in Filzmoos immer eine ganz gute Fotokulisse ab.

Trassenzoom DSB Mooslehen.

Nochmal zur Sesselbahn...


Oben entschied ich mich dann sponaten für ein Mittagessen.

Ich nahm draußen neben der DSB-Bergstation Platz – leider blies der Wind recht böig daher und selbst an der Hauswand in der Sonne war es recht frisch. Aber wenn man die ganze Zeit sonst im Büro abhängt...

Ich war gerade mitten am Verspeisen der Grillwurst samt den Pommes – es schmeckte dort oben übrigens recht gut - da setzte sich eine ältere Frau plötzlich ohne zu fragen an meinen Tisch und schob meinen Helm murmelnd zur Seite (wenigstens nicht den Kamerarucksack, da habe ich so eine gewisse Allergie). Wegen meines gefüllten Mundes konnte ich gerade nichts sagen bzw. verschlug es mir einfach die Sprache.
Ihr Göttergatte pflanzte sich mir gegenüber. Zwar waren noch etliche andere Tische frei, aber das schien sie nicht zu stören, sie wollten offenbar UNBEDINGT BEI MIR sitzen, ohne aber zu fragen oder wenigstens mich mein Zeug zur Seite räumen zu lassen (mein einer Handschuh fiel dann auch sogleich zu Boden, weil ich nicht schnell genug war).
Als ich noch gemütlich mein Bier (wie immer ohne Schnaps

Am Halsegglift, einem Verbindungsschlepper, um zur Großbergbahn zu gelangen. Auch er wurde erst 1984 bei der Gebietserweiterung erbaut.



Ganz netter Lift...



Auf dem Weg zur 4KSB Großberg, die von Filzmoos aus auf der Sonnenseite einen ganz guten Hang erschließt.

Bis 2000 verlief hier noch ein ESL, dessen Talstationshäusl offenbar noch hinter der heutigen Talstation steht (Bild kommt später).

Irgendwie fand ich den Sessellift – obwohl eine moderne Anlage – sofort total interessant...hier geht es über'n Hasenstall drüber






Vorbei an Häusern, über Straßen drüber und steil durch den Bergwald hinauf...



Hier lag aufgrund der Hanglage kein Schnee mehr...

Nach dem Steilstück...




Eine zeitlang hat man im Salzburger Land die Bahnstützen braun gestrichen...gab es da nicht irgend ein Gesetz? Wird ja sonst kaum gemacht.



Oben angekommen...die Abfahrten waren dann wegen der Sonne schon etwas weich, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich da betonharte Kunstschneepisten schlimmer finde.

Immer wieder Fahrtunterbrechungen, Nikon raus und irgendwohin gezoomt...oberhalb von Filzmoos ergaben sicht etliche schöne Motive. Auch wenn der Ort selbst sehr tourimäßig wirkte, wirkte das Drumherum ursprünglicher...

Die Bischofsmütze...



Der Sendemast wieder, den ich bislang nur von Mandling aus kannte.



Hier ging er einst rauf, so bis 1999 glaube ich – der legendäre Rettensteinlift, so 2 km lang...aus den 60ern...was wäre ich den gerne gefahren! Auch wenn es scheint, dass keine direkte Verbindung bestand und man wahrscheinlich laufen oder mit dem Auto in dieses Seitental hinter Filzmoos hätte fahren müssen. Näher am Ort dran gibt es ja auch noch einen Kurzbügler, der auch nicht direkt ans Gebiet angebunden ist – den hab ich an jenem Tag ausgelassen, da es nur ein flacher Übungslift ist und ich lieber wieder zum Schwaigalm- und Geierberglift zurück wollte.

Hier war der Ausstiegsbereich...nichts mehr zu sehen...auch von der Talstation nicht, nach der ich später vom Rossbrand aus telezoomte...


Ein Tourengeher stieg die ehemalige Abfahrt hinauf...

...die schon am Zuwachsen ist...jammerschade auch um sie....

Gegenüber der Großbergbahn gibt es einen Tellerlift, mit dem man dann zur Papagenobahn weiter hinten im Tal gelangt, die zum Rossbrand hinauf führt.

Blick zurück zur Abfahrt an der Großbergbahn.

Oberhalb von Filzmoos...

Die Großbergbahn mit Talstationshäusl des ESL-Vorgängers...

Trassenzoom...

Alleine in der Papagenobahn...hier und an der Großbergbahn war am Meisten los, besonders hier, darum bin ich auch nur einmal die Piste runter.

Bis 1991 fuhr dort unten der Rossbrandlift 1,7 km durchgehend durch den Wald rauf...aber gut, sie haben oben auf dem Plateu des Rossbrands Langlaufloipen angelegt, da ist natürlich so ein Schlepper besonders schlecht, um die Leute raufzukarren und auch wieder runter. Von den vielen Familien mit Kindern hier gar nicht zu sprechen...wobei mir als Knirps die Fahrten im Reiteralmlift II + III, Mulden- oder Holzerlift immer großen Spaß gemacht haben.





Oben gab es erst mal ein paar Zooms in Ennstal rüber...hier die Hochwurzen, wo ich schon zwei Mal gewesen bin...leider hab ich die alte DSB Hochwurzen verpasst und auch den Hochwurzenschlepplift II. Na und in Rohrmoos hat es früher ja drei Mal so viele Schlepper gegeben und anstatt der unteren Girak-DSB bis 1980 ein ESL.

Die Reiteralm mit der Bergstation der Gasselhöhebahn II...
(Die Spitze im Hintergrund sieht man doch von Reiteralmlift III direkt linker Hand? )

Müsste der Dachstein sein...

Die Bergstation der Dachstein-Südwandbahn, die nicht eine Stütze hat...seit 1991 bin ich da oben schon nicht mehr gewesen. Die Bergstation eines Schleppers ist auch zu sehen. Oben müsste es noch eine alte DSB geben, wenn ich mich recht erinnere.


Planai-Zoom (alias Schladminger Kaibling, wie ich es auch mal gelesen habe). Man sieht die Planaibahn, die Dreiersesselbahn, die Lärchkogelbahn und hinten wohl auch die Fastenbergbahn. Vorne müsste der GoldenJet (oder so) sein, wo links davon noch die Schneise der alten DSB Planai-West II zu sehen ist. Der legendäre Tunnellift war die untere Sektion, was für ein Wahnsinnslift....

Ramsau, wo man auch einen Schlepper sieht – da werden es von Jahr zu Jahr auch weniger im Panorama...Kulmberg ist ja schon lange tot...1979 sind selbst am Vorberg Lifte eingetragen und in Mandling unten...



Die Piste war hier recht voll und es fand auch ein Rennen eines niederländischen Skiclubs statt – ich fuhr dann wieder rüber wie gesagt...

Die Großbergbahn...

Ich überlegte ernsthaft, zu diesem kleinen Lift zu laufen (mein Wagen stand ja beim Schwaigalmlift ganz woanders), doch dann lies ich es sein.

Dann lieber noch mal den Halsegglift...

Oder die Mooslehenbahn...


Interessante Umlenkung beim Schwaigalmlift daneben...


Einmal fuhr ich dann noch zur 4KSB, ehe ich den Tag am Geierberg- und Schwaigalmlift ausklingen lies. Bei letzterem waren die Waldabschnitte auf der Piste einigermaßen fest geblieben und es waren kaum Leute unterwegs.


Schon ein interessanter Lift...



Nochmal zum Geierberglift...dort hatte es nun ein tolles Abendlicht...






Eindrücke vom Geierberglift...dann wieder rüber zum Schwaigalmlift...


Einmal fuhr ich direkt an die Trasse ran, um zu knipsen. Schon vorher war mir dabei ein kleiner Typ aufgefallen, den man drei Täler weit hören konnte. Ich weiß nicht, aber für mich hatte der einfach einen Knall. War total aufgedreht, wie er da mit anderen Kindern die Pisten runter fuhr. Unentwegt kreischte er auf. Auch im Schlepper dann ständig seine Rufe hinter mir. Als ich dann hier stand, kam er wieder rauf und schrie laut auf, hier sei keine Piste, ich blöder Depp soll auf der Piste fahren...
Mir fiel keine passende Reaktion ein, drum packte ich lieber die Kamera wieder weg und fuhr weiter.

Weiter unten...
Bei der vorletzten Auffahrt genoss ich gerade die Schlepperfahrt und war vielleicht gerade etwas schläfrig, als die kleine Idiot auf einmal wie aus dem Nichts in Abfahrtshocke die Trasse heruntergeschossen kam. Ich schaffte es gerade noch, auszuweichen. Wenigstens begegnete ich ihm dann nicht mehr und schaffte es um 16 Uhr, noch als letzter Fahrgast hinaufzugelangen. Es folgte eine vollkommen ruhige Schlepperfahrt und die Piste war dann menschenleer...



Oben wurde dann abgeschalten, als ich den Lift verlassen hatte...


Ich befürchtete schon, der kleine Gestörte würde wieder irgendwo erscheinen, doch es blieb ruhig. Vielleicht klebte er ja auch an irgendeinem Baum oder Schlepperstütze oder die Tabletten haben endlich gewirkt. Ich fuhr extra langsam und genoss die letzten Schwünge, dazu noch ein paar Ausblicke wie hier zur Bischofsmütze.
Unten am Schwaigalmlift hatte die Kasse schon zu und so musste ich noch nach Filzmoos hinter, um das Pfand einzulösen. Aber ich hatte einen total schönen Skitag erlebt, so dass mir das eher gleichgültig war, auch später die ewige Wartezeit an der Grenze bei der Einreise...es hatte sich ja vollkommen gelohnt, Filzmoos aufzusuchen. Ein wirklich nettes Gebiet, auch nach der Rettensteinlift-Kastration...