Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

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Petz
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Petz »

starli hat geschrieben:wo soll da eine große Beschleunigung allein aufgrund der Schwerkraft herkommen? Verglichen mit kuppelbaren Anlagen beschleunigen aber solch fixgeklemmte GUBs immer etwas stärker, oder?
Meine Aussage bezog sich nur auf die konkret betroffene Kabinengruppe denn nachdem es vor der Winkelstation leicht aufwärts aber nach dieser eher steiler abwärts geht wird durch das Kabinengruppengewicht bei der Ausfahrt das vor der Gruppe befindliche Zugseiltrum entspannt und das dahinterliegene gespannt und daher die auf den Videos sichtbare Beschleunigung. Aber das alles erklärt für mich den Überschlag nach wie vor nicht... :gruebel:
Aufgrund der relativ kleinen Antriebsumlenkscheibe ist meiner Einschätzung nach durch den Antrieb eine stärkerere Beschleunigung/Verzögerung bei der Panoramic gar nicht möglich weil das die Seilhaftung nicht hergibt - auch der am FB - Video sichtbare Notstopp geht ja sehr "zivil" vonstatten... ;D
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.

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starli
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von starli »

^ok. Hab das Video nun auch angesehen. Warum die Leut auch immer das falsche Filmen müssen, wenn es darauf ankommt ;)

Wobei das Seil in den ersten Sekunden des Videos doch überhaupt nicht besonders schwingt?
sondern die Bahn beschleunigt nach der Passage der Winkelstationsdurchfahrt ganz normal bevor sie dann gestoppt wird.
Falls sie überhaupt abgebremst hat, könnte ja eine der Durchfahrten mit voller Geschwindigkeit gewesen sein. Den Ort des letzten Halts kann man dem Video m.E. nicht entnehmen.
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Petz
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Petz »

starli hat geschrieben:^ok. Hab das Video nun auch angesehen. Warum die Leut auch immer das falsche Filmen müssen, wenn es darauf ankommt ;)
Das nehm ich denen aber sicher nicht übel denn nur so Hardcoreseilbahnfreaks wie z. B. Freund und Kollege ETT (von dem das beste existierende Mitfahrvideo der Bahn stammt - leider aber in der Gegenrichtung gefilmt sodaß man keinen Vergleich hat) oder wir kämen auf die Idee an dieser Stelle mit der Cam auf die Kabinenlaufwerke oder Seile draufzuhalten - dazu ist der Ausblick über den Abgrund auf den Gletscher schlicht zu spektakulär.

Ich wundere mich auch über im Video nicht erkennbare Zugseilschwingungen und ich kann auch weder vom Kabinenlaufgeräusch noch optisch irgendwelche Anhaltspunkte feststellen aus denen man den Zugseilüberwurf ableiten könnte - möglicherweise hatte der bereits stattgefunden als die Kabinen noch in der Winkelstation waren die meiner Einschätzung nach mit ganz normalem Speed durchfahren wurde und der zu Beginn der Stationsdurchfahrt hörbare stärkere "Rupfer" wurde vielleicht durch den Überwurf verursacht; allerdings wär dann die Zeit bis zur Einleitung der Bremsung völlig indiskutabel viel zu lang.
Das Rätsel wird erst das Ergebnis eines Untersuchungsberichtes lüften können und ich hoff mal inständig das der dann auch für alle einsehbar publiziert wird den die da geübte Praxis in Frankreich ist mir nicht bekannt.
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Bergfan »

ropeway.ch hat geschrieben: Habe gerade auf der Website gesehen, dass die Panoramic im Winter geschlossen ist, dann nehmen sie die Kabinen sicher weg um das Seil zum Enteisen bewgen zu können.
Denen wird das Spanngewicht ab und zu mal an der Decke kleben wenn sich bauchdicker Eisbehang bildet 8O 8O 8O
Die Panomax-Kamera auf der Aiguille du Midi startete am 10.03.2016, um 14:49 Uhr. Da kann man die Kabinen über dem Gletscher sehen, und die hängen noch recht lange dort rum. Ich glaube nicht, dass sie während der Winterzeit vom Seil abmontiert werden.
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Bergfan »

Harzwinter hat geschrieben:Thema auf deutsch hier bei Focus online - mit Kommentar von Betroffenen, die beim Stopp gerade einsteigen wollten.
Toll ist einer der Leserkommentare zum Artikel:
Ich hoffe ganz fest , dass dem Lokführer, dem Fahrdiensleiter, dem Schaffner und den Zugreisenden nichts passiert und alle heil rauskommen.
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Talabfahrer »

In der ISR-Ausgabe 5 / 2016 steht auf Seiten 38 - 39 ein Artikel von Josef Nejez mit dem Titel "Bergefall an der TC Panoramic Mont-Blanc" mit einer Beschreibung des Zwischenfalls.
Es gab insgesamt 3 Überschläge des Zugseils über das Tragseil. Während die zwei Überschläge zwischen der Mittelstation und der Station Aiguille du Midi mit dem vorgesehenen Verfahren, nämlich Fixierung des Zugseils in der Mittelstation mittels Klemmplatte und Anspannen des Zugseils mit dem Antriebsmotor beseitigt werden konnten, scheiterte das analoge Verfahren für den Streckenabschnitt Mittelstation Gros Rognon - Pointe Helbronner am Bruch eines Hochdruckschlauchs des hydraulischen Bergeantriebs, der am Tag des Zwischenfalls nicht mehr repariert werden konnte.
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Ram-Brand »

Wie man aber auch lesen kann sind zwischen Vorfall und Beginn Heli-Bergung knapp 2Std. vergangen.

Denkanstoß:
Hätte man eher mit der Hubschrauberbergung begonnen, hätten die Leute nicht Übernachten müssen.
Also müsste man auch mit einkalkulieren im Rettungsplan, wie lange eine Hubschrauberberg insgesamt dauert, so dass diese vor Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen ist.
Sprich: Je später die Störung desto eher die Helis anfordern.
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Petz »

Talabfahrer hat geschrieben:am Bruch eines Hochdruckschlauchs des hydraulischen Bergeantriebs, der am Tag des Zwischenfalls nicht mehr repariert werden konnte.
Mir muß mal jemand erklären das man im Umkreis von Chamonix rüber bis Genf keine Werkstätte für Bau - oder Landmaschinen finden konnte die nen neuen Hydraulikschlauch für den Notantrieb pressen konnte; normalerweise gibt´s überall Hydrauliknotdienste die rund um die Uhr verfügbar sind... :sauer: Und wenn ich sowieso Hubschrauber vor Ort habe könnte man sogar einen von denen rasch den neuen Schlauch holen lassen um die Bergung dann per Notantrieb noch am selben Tag durchzuführen; ganz abgesehen davon das ich von einem verantwortungsvollen Betreiber eigentlich erwarten würde das man die ohnehin nur 2 Stk. Hochdruckschläuche als Reserve vorhält...
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Theo »

Aus Zeitmangel infolge von Arbeitszeittechnischen Gründen hab ich jetzt den Bericht grad nicht gelesen, dennoch diese Anmerkungen.
Die Frage ist dann halt nur: Zu welchen Zeitpunkt ist der Schlauch geplatzt, O:15 oder 1:45 nach dem Stillstand der Bahn? Die zweite Frage ist dann noch: Hätte der neue Schlauch die Prozedur auch überlebt oder wäre auch zerrissen? Fast eine Stinde warten um 5min nach dem Einbau wieder gleich weit zu sein kann auch nicht die Lösung sein, da mus man dann schon zu 1000% sicher sein dass es klappt.

Ansonsten bin ich zu 100% mit Ram-Brand einig.

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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Petz »

Die Schlauchbesorgung hätte man meiner Meinung nach parallel zur eingeleiteten Hubschrauberbergung machen müssen und ich hätte noch vor den Kabinenevakuierungen versucht mit einem Hubschrauber einen Mitarbeiter zur letzten Überschlagsstelle abzuseilen der um das Zugseil nen Hebegurt legt, den dann so um einen Hubschrauberteil (Kufen etc. ) Hubschrauber wickelt und das Ende hält sodaß er den Gurt bei Bedarf (ruckartige Belastung etc. ) freigeben kann. Dann versucht man das Zugseil wieder überzuheben und die Bahn mit dem Hauptantrieb leerzufahren.

Jedes Hydrauliksystem verfügt über Überdruckventile denn ansonsten bestäünde die Gefahr das es auch andere Komponenten wie Hydraulikpumpe, Steuerblock und Hydromotore zerlegt und deshalb hätte ein neuer Schlauch sicher gehalten. Ab dem Alter von paar Jahren besteht bei jedem Hydraulikschlauch die Gefahr eines Schadens auch wenn er kaum benutzt wurde denn allein durch z. B. drucklose Bewegung und die atmoshärischen Einflüsse wie z. B. UV - Strahlung altern die Dinger leider auch.
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von falk90 »

Die theorie mit dem Hubschrauber Zugseil überheben ist mal sehr Mac Giver.
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Petz
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von Petz »

Nicht wirklich denn es geht ja nur um ein Zugseilstück zwischen zwei Kabinengruppen und wenn man die anderen beiden Überwürfe allein durch Verklemmung und höheren Antriebsscheibenzug rückführen konnte (bis der Schlauch platzte) kann die nötige Kraft um das Zugseilstück überzuheben nicht besonders groß sein. Wichtig ist nur das man den Hebegurt nicht fixiert um ihn in dem Moment loslassen zu können wo das Zugseil über das Tragseil zurückfällt und logischerweise sollte man dafür nicht gerade den kleinsten Heli nehmen.
McGyver wäre dann wenn man das Zugseil nicht mit nem Gurt sondern direkt mit dem Hubschrauberkufenende anhebt und drüberführt wobei ich denke das es unter den Spezialisten durchaus welche gibt die sich auch das schafften soferne das Tragseil nicht dem Rotor im Weg wäre... ;D
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Re: Zwischenfall bei der Panoramic / Aiguille du Midi

Beitrag von ATV »

Petz hat geschrieben: McGyver wäre dann wenn man das Zugseil nicht mit nem Gurt sondern direkt mit dem Hubschrauberkufenende anhebt und drüberführt wobei ich denke das es unter den Spezialisten durchaus welche gibt die sich auch das schafften soferne das Tragseil nicht dem Rotor im Weg wäre... ;D
Für MacGyver schon zu prüde. Er hätte den Hydraulikschlauch mit eine Kaugummi geflickt, sich dann mit den Händen zur Kabine gehangelt, mit dem Korkenzieher seines Schweizer Taschenmessern das Seil fixiert und dann mit den aufblasbaren Schwimmwesten, welche es ja bekanntlich in jeder Seilbahn gibt, oder wars Flugzeug? egal, durch Extrusion das Zugseil über das Tragseil zu hebeln. Man waren die 80er eine geile Zeit! :lach:

Zum Thema. Dank der Integrierten Bergung werden wir in Zukunft noch viel mehr solche unlösbaren Probleme haben. Die Franzosen sind da ja Markführer darin, Probleme mit Statistiken zu bekämpfen.
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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