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Gletscher-Abschmelzung

Eisdickenabschmelze beträgt 5, 50 m (ergibt sich aus 16, 31 m x 0, 23 m/13°Gletscherhangneigung= 3, 75 m + Abschmelzhöhe zwischen 2015 und 2016 beträgt zusätzlich -1, 70 m
Was ist das für eine Formel? Längenrückgang * Höhendifferenz / Hangneigung? Was genau will man damit berechnen?
Also irgendwie glaube ich diese 5,50m nicht so recht. Von 2009-2015 schmilzt der Gletscher um 5,10m ab, 2015 gleich 5,50m? Das ganze in einem wenig außergewöhnlichen Sommer?

Ich finde die Gletscherberichte von Anisa interessant. Leider ist aber viel Effekthascherei dabei. Der diesjährige Gletscherbericht ist da sogar noch ein Extremfall. Ob die vorgehensweise dort wirklich wissenschaftlich ist wage ich zu bezweifeln (u.a. Messungen mit Hand-GPS) - als das wird es aber verkauft.
Eindrücklich und von historischem Wert ist in jedem Fall der Messstein mit den Gletschermarken.
 
Mmmh...ich hab mir mal ein paar Berichte aus den Jahren zuvor durchgelesen. Es ist ja wirklich sehr informativ und interessant das dort alles dokumentiert wird.
Es ist auch sehr traurig was auf dem(n) Gletscher(n) vor sich geht, aber die Berichte kommen mir so vor als wären sie von einem Vorsitzenden der Grünen geschrieben worden...Sonst liest man immer das die Abdeckungen und der Skibetrieb den Gletschern hilft, hier ist es wohl das genaue Gegenteil?!

Und das 2015/16 soviel wie in 6 Jahren weggeschmolzen ist kann ich auch nicht so recht glauben. Ich hab diesen Sommer fast durchgehend immer die Webcams der anderen Gletscher beobachtet, und da sah es im Gegensatz zu den anderen Sommern wesentlich besser aus.
 
Louveteau schrieb:
Es ist auch sehr traurig was auf dem(n) Gletscher(n) vor sich geht, aber die Berichte kommen mir so vor als wären sie von einem Vorsitzenden der Grünen geschrieben worden...
Die Ausdrucksweise erinnert mich eher an das Gegenteil von j-d-s.

Louveteau schrieb:
Sonst liest man immer das die Abdeckungen und der Skibetrieb den Gletschern hilft, hier ist es wohl das genaue Gegenteil?!
Wo liest man das? Abdeckungen nützen vor allem dem Skibetrieb. Der Gletscher hat davon wenig bis nichts. Ob Skibetrieb generell positive oder negative Auswirkungen auf den Massenhaushalt hat - ich denke das hält sich die Waage.

Louveteau schrieb:
Und das 2015/16 soviel wie in 6 Jahren weggeschmolzen ist kann ich auch nicht so recht glauben. Ich hab diesen Sommer fast durchgehend immer die Webcams der anderen Gletscher beobachtet, und da sah es im Gegensatz zu den anderen Sommern wesentlich besser aus.
Punktuell ist das sicher möglich, repräsentaiv ist diese Abschmelzung mit Sicherheit nicht.
 
j-d-s? War das nicht ein Klimaskeptiker? Ich bin noch nicht so vertraut mit dem Forum. :oops:

Zu dem Bericht...Ich will nicht sagen dass der Mensch das Klima nicht erwärmt oder zu krass in die Natur eingreift, denn das tut er ohne Frage. Aber mir kommen die Berichte so vor als wöllte der Autor am liebsten alle Seilbahnen abreisen und von heute auf morgen Pistenraupen und Gletscherskigebiete verbieten, halt ein ausgewachsener Grüner.

Dass das Abdecken und Skibetrieb den Gletschern (vereinzelt?) hilft habe ich in verschieden Topics schon gelesen. Und meiner Meinung nach ist das auch Logisch (Verdichten von Schnee, Beschneiung, Abdecken usw.). Natürlich sollte man es nicht übertreiben und jeden m² Eis einpacken.

Stimmt, Punktuell stimme ich zu.
 
Hallo zusammen,

ich finde den ANISA Bericht sehr spannend und auch schockierend. Er bestätigt das Bild von "Gletschern" und "Gletscherskifahren", dass auch ich hatte, bevor ich das erste mal Gletscherskifahren in Hintertux war... Der Bericht ist tendenziös und wertend:

Der Eispalast, ein Umweltgeschwulst der Tourismuswirtschaft

Der Schladminger Gletscher wurde vom Massentourismus nachhaltig zerstört! Kaputtgemacht und eingegraben.

Wenn man alle Bilder von Starlis Sommerskiausflügen 2016 und 2015 von Hintertux liest, sieht es aber nicht so schlimm aus auf den ANSIA Bildern am Dachstein. Woran liegt das nun? Kann man beide Gebiete wegen unterschiedlicher Voraussetzungen nicht miteinander vergleichen? Achten die Hintertuxer mehr auf ihr Kapital "Gletscher"? Oder ist es meine subjektive Wahrnehmung als Skifahrer?

Grüße,
Tobi
 
Dachstein Gletscher im Spätsommer ist leider echt ein Trauerspiel. Der Eispalast dort wirkt einfach nur noch Grotesk - dazu ist der Gletscher wirklich voll mit Ruß und Dreck. Ist ja eh nur noch ein Toteisfeld welches sehr schnell immer kleiner wird. Ich kann mich erinnern dass der Gletscher in den 90ern noch gefühlt doppelt so groß war - und die kleinen Gletscher wie am Edelgrieß gab es noch bzw lag der Schnee damals im Sommer einfach viel länger. So ausgeapert wie die letzten beiden Jahre hab ich den nie zuvor gesehen.

Und ja - der Bericht ist sicher etwas grün angetoucht - aber im Vergleich zu den Vorjahren wird die Situation halt noch als deutlich schlimmer dargestellt - und so war es wohl auch. Gibt es neben Eiskar und Dachstein inzwischen schon weitere Berichte? Die Zusammenfassung des OEAV kommt ja immer erst im nächsten Jahr.
Die Messweise verstehe ich auch nicht so ganz - aber die 5,5m Höhenverlust am Gletscherende sind schon krass und erkennbar auf den Bildern. 5.5m Eis - da hätte es ja 20-30m mehr schneien müssen.
Wenn man jetzt gerade auf den Gletscher sieht dass dort wo Dreck ist es viel schneller taut - und halt weiß wie dreckig der Schladminger Gletscher ist - so verwundert das sauschnelle wegschmelzen allerdings nicht.
 
Pontresina ist für versuch mit Technischenbeschneiung

Im Hinblick auf das visionäre Projekt zur Reduktion des Eisschwundes auf dem Morteratsch-Gletscher soll im kommenden Jahr auf dem Diavolezza-Gletscher eine Versuchsanlage aufgebaut werden. Unter der Leitung des Samedaner Glaziologen Felix Keller sollen Wissenschaftler aus dem In- und Ausland prüfen, ob, wie und unter welchen Voraussetzungen im Frühjahr aus Schmelzwasser mechanisch Schnee hergestellt werden kann und wie dieser Schnee zum Erhalt des Gletschereises beiträgt.
Quelle: http://www.suedostschweiz.ch/panora...ht-hinter-dem-projekt-schmelzwasser-recycling

Kommentar: Das Resultat von einer Technischenbeschneiung kann man am Wurtenkees (Mölltaler Geletscher) jetzt schon betrachten.
 
Frage: Was passiert eigentlich auf den Gletschern mit den Abdeckungen, wenn angenommen schon im Oktober ne große Ladung Schnee kommt, die für den Winter endgültig liegen bleibt und man die Abdeckungen noch nicht entfernt hatte... kann man die Abdeckungen liegen lassen und Skibetrieb darauf starten?
 
Hier ein Vergleich des Gletscherzustands oberhalb La Grave von den Jahren 2008 und 2017.

Grave_Gletscher_11.jpg

^^ Rateau 2008

Grave_Gletscher_21.jpg

^^ Rateau 2017 - kein grosser Unterschied

Grave_Gletscher_12.jpg

^^ Girose 2008

Grave_Gletscher_22.jpg

^^ Girose 2017 - kein grosser Unterschied

Grave_Gletscher_13.jpg

^^ La Meije 2008

Grave_Gletscher_23.jpg

^^ La Meije 2017 - oben kein grosser Unterschied, unten ist etwas Gletschermasse abgebrochen/abgeschmolzen
 
CH Winterflash: Der Winter 2016/17 im Überblick

Der Winter 2016/17 war trocken und ausgesprochen schneearm. Er war auch wärmer als normal, wenn auch nicht ganz so warm wie im Vorwinter. In der dünnen Schneedecke entwickelten sich im Frühwinter schwache Schichten, wodurch sich Lawinen im Januar und Februar besonders von Schneesportlern leicht auslösen liessen. Massiver Schneefall und Regen bis weit hinauf verursachte Anfang März viele grosse, spontane Lawinen, die teils zu Sachschäden führten. Ab Ende März war die Lawinensituation meist günstig und die Schneedecke aperte in mittleren Lagen relativ früh aus.
Quelle: http://www.slf.ch/schneeinfo/wochenbericht/2016-17/Winterflash/index_DE

All zu dicke Schneedecke haben die Schweizer Gletscher nicht bekommen.
 
Interessanter Beitrag zur Scheesituation auf den Gletschern Österreichs: http://science.orf.at/stories/2843518/

U. A.:
Im Kernwinter, Dezember bis Jänner, fiel um 40 Prozent weniger Niederschlag, es war besonders an der Alpensüdseite der trockenste Winter seit 20 Jahren.
(...)
An der Wetterstation Rudolfshütte (2.300 Meter) in den Hohen Tauern wurden z. B. vom 27. bis 29. April in Summe 106 Zentimeter Neuschnee und vom 2. bis 10. Mai 75 Zentimeter gemessen. Der Schneepegel zeigte am 9. Mai mit 2,44 Meter den höchsten Wert im Winterhalbjahr, er lag 63 Zentimeter über dem langjährigen Mittel.
 
Der Artikel stimmt auch nicht bzw wurde vom Klimawandel überholt. Bis 2100 werden viele Gletscher auch im Himalaya stark leiden bzw verschwinden
 
Ich bleibe bei meiner Prognose. Zum Schluss bleibt nur noch die "Gletscherschüssel" am Plateau Rosa oberhalb Zermatt.
Die Investition in die neue 3S zum KMH und dann noch eine Verbindung von dort zur Testa Grigia wird sich mehr als lohnen! 8)
 
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