Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

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matterhorn48
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von matterhorn48 »

hier noch ein paar günstuge Unterkünfte MIT DU/bzw.Bad:

https://www.hotel.de/Search?lng=DE&hs_d ... ns_total=1

(sortieren nach Preis aufwärts)

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Basalt
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Basalt »

Die wegen der anhaltenden Frankenstärke gegenüber dem Euro ausbleibenden europäischen Gäste sollen in St. Moritz, Arosa und Davos langfristig auch durch chinesische Skitouristen ersetzt werden. Hierfür sind die drei Bündner Destinationen bereits diesen Sommer eine Grundsatzkooperation eingegangen:
https://www.htr.ch/tourismus/graubuende ... 43557.html

Die Destination Engadin St. Moritz hat nun diese Tage die Chinesische Ski-Nationalmannschaft zu einem Trainingslager auf die Diavolezza eingeladen. Ex-Skistar Ariane Ehrat, heute Tourismusdirektorin in St. Moritz, hat bei dieser Gelegenheit die chinesische Generalkonsulin in der Schweiz sowie diverse Medienvertreter empfangen:
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Montani Semper Liberi
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ski-chrigel
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von ski-chrigel »

Wenn das SaasFee-Modell Nachahmer findet, geht es mit dem Schweizer Tourismus aber wirklich bergab:
http://bit.ly/2fqjn4J
Meine Berichte findet man seit 23.11.23 in einem anderen Forum
maria13
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von maria13 »

Ich finde die Idee gar nicht schlecht unter Marketing Gesichtspunkten. Die einzigen Einnahmen, die verloren gehen, sind die von Saisonkartenbesitzern zu Normalpreis und die von Gästen, die mehrmals pro Saison für nur einen oder 2 Tage kommen. Sie gewinnen von ehemaligen Tagesgästen, die nun öfters kommen und von Gästen, die zum ersten Mal nicht nur im Winter sondern auch im Sommer kommen. Unterm Strich wird sich die Aktion für Saas-Fee lohnen. Und wenn ein paar dieser Gäste "hängen" bleiben, dann ist die Aktion auch nachhaltig.

Ich errinnere nur daran, als die Topcard eingeführt wurde: 3 Topskigebiete zum Preis von 1. Solche Aktionen erzielen Wirkung.
j-d-s
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von j-d-s »

ski-chrigel hat geschrieben:Wenn das SaasFee-Modell Nachahmer findet, geht es mit dem Schweizer Tourismus aber wirklich bergab:
http://bit.ly/2fqjn4J
Im Gegenteil, dann ginge es bergauf. Auch wenn die Herren Seilbahnchefs in dem Artikel das nicht wahr haben wollen, sind Preissenkungen der einzige Weg zurück in die Konkurrenzfähigkeit. Man kann nicht dauerhaft 30-50 % mehr als die Skigebiete in AT, IT und F verlangen und glauben, das ginge gut.

In dem Zusammenhang wären sicher die Zahlen von Tele Champery interessant, denn der Schweizer Teil der PdS hat ja die Preise gesenkt, sodass sie ungefähr gleich wie im französischen Teil sind (was man in Z ja nicht für nötig hält, da verlangt man gar 50% mehr den exakt gleichen Skipass).
oberländer
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von oberländer »

j-d-s hat geschrieben: Im Gegenteil, dann ginge es bergauf. Auch wenn die Herren Seilbahnchefs in dem Artikel das nicht wahr haben wollen, sind Preissenkungen der einzige Weg zurück in die Konkurrenzfähigkeit. Man kann nicht dauerhaft 30-50 % mehr als die Skigebiete in AT, IT und F verlangen und glauben, das ginge gut,
Das Thema haben wir hundertmal durchgekaut. Also nochmals auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole:
Die 30-50% höheren Preise verlangen die Skigebiete nicht aus Spass an der Freud/Abzocke, sondern weil wir Schweizer leider Gottes ein höheres Preisniveau mit höheren Löhnen, höheren Abgaben usw. haben. Niemand aus der Schweiz verlangt absichtlich und vorsätzlich solche masssiven Zuschläge.

Wir Schweizer sind nicht blöd und haben auch kapiert, dass der starke Franken die Skigebiete geleert hat. Aber wer meint, man könne "einfach so" die Preise massiv senken, macht es sich zu einfach und hat die Schweizer Wirtschaftlage und die Frankenproblematik überhaupt nicht erfasst...
Wenn es soo einfach wäre die Preise zu senken, hätten es die Schweizer schon längst getan. Tun sie es nun, ruinieren sie sich selber, da die Kosten auch bei tieferen Preisen gleichhoch bleiben.
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Petz
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Petz »

Die einzige reelle Chance wär ein graviernder Eingriff der schweizer Notenbank um den Frankenkurs wieder auf ein vernünftiges Verhältnis zum Euro zu setzen - ansonsten sieht nicht nur die Zukunft des Tourismus sondern auch die anderer Wirtschaftsbereiche aufgrund mangelnder Konkurrenzfähigkeit eher düster aus.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Wurzelsepp »

Petz hat geschrieben:Die einzige reelle Chance wär ein graviernder Eingriff der schweizer Notenbank um den Frankenkurs wieder auf ein vernünftiges Verhältnis zum Euro zu setzen - ansonsten sieht nicht nur die Zukunft des Tourismus sondern auch die anderer Wirtschaftsbereiche aufgrund mangelnder Konkurrenzfähigkeit eher düster aus.
Für den Tourismus ein bisschen "ja", für die restliche Wirtschaft deutlich "nein"!

Tourismus: Dort ist in erster Linie der Wintertourismus aus den Euroländern (und dieses Jahr wegen dem Brexit und der Pfund-Schwäche vielleicht auch den Briten) stark rückläufig, der restliche Tourismus, speziell der Städtetourismus, läuft gut. Sogar extrem gut läuft das Geschäft mit den Asiaten (China, Japan, Indien, Arabien), dort sind die Zuwachsraten nach wie vor hoch. Natürlich können die Asiaten die Europäer volumenmässig nicht ersetzen, aber die Asiaten geben tendenziell mehr aus und gehen an die "lukraktiven" Orte, sprich Jungfraujoch, Gornergrat, Titlis uA, während die Europäer eher einfach irgendwo skifahren gehen und das Bier von zu Hause mitbringen ;)

Wirtschaft: Der Abgesang auf die CH-Wirtschaft kann man seit rund 10 Jahren (dem ersten Euro-Schock, als er innert Kürze von 1.50 auf 1.20 sank) hören, passiert ist er aber nach wie vor nicht, der Schweizer Wirtschaft geht es besser denn je. Natürlich gibt es Branchen mit Schwierigkeiten, zB Maschinenbau, aber andere boomen dafür wie wohl noch nie, zB Pharma. Generell ist natürlich der Druck gestiegen, aber bisher konnte mit Effizienzgewinnen die Währungsverluste mehr oder weniger ausgeglichen werden, dadurch ist die Wirtschaft auch fitter denn je... natürlich auch auf Kosten der weniger leistungsfähigen Firmen/Arbeiter. Steigt der Euro wieder (so unrealistisch das auch klingen mag), so wird die CH-Wirtschaft noch konkurrenzfähiger, sicher nicht im Massenmarkt (dort hat aber auch die EU Mühe gegen China), sondern im Spezialitäten- und High-Tech-Markt.

@j-d-s: Du kannst die Situation von PDS kaum mit der von ZCV vergleichen: Von Champéry ist man in 30 Minuten in Chatel, von Morgins sind es wohl kaum 10 Minuten. Logo kann man dort nicht viel mehr verlangen als direkt ennet der Grenze. So lohnt es sich auch, in der CH zu wohnen (falls man dort eine gute Unterkunft findet) und das Ticket und falls nötig den Einstieg ins Gebiet in F zu machen. Von Zermatt nach Cervinia sind es wohl 3 Stunden, dazu hat Zermatt den grossen Vorteil der guten Anbindung sowohl an ÖV als auch an den Flughafen Genf (dort landen im Winter hordenweise EasyJets und Charter vor allem aus GB), nach Cervinia kommt man ohne Auto nicht... für dich kein Problem, für andere schon. Kommt hinzu, dass Cervinia an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist ;)
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von gfm49 »

Wurzelsepp hat geschrieben:Von Zermatt nach Cervinia sind es wohl 3 Stunden, dazu hat Zermatt den grossen Vorteil der guten Anbindung sowohl an ÖV als auch an den Flughafen Genf (dort landen im Winter hordenweise EasyJets und Charter vor allem aus GB), nach Cervinia kommt man ohne Auto nicht... für dich kein Problem, für andere schon. Kommt hinzu, dass Cervinia an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist ;)
... und nach Zermatt kommt man mit dem Auto nicht :wink: :lol:

Im Ernst: Die Anbindung von Zermatt an den Flughafen Genf ist so toll nicht. Mit dem Zug benötige ich über dreieinhalb bis vier Stunden. Mit dem Mietwagen geht es zwar schneller, aber ich habe einen zusätzlichen Umsteige-/Umladevorgang. Demgegenüber bin ich mit dem Mietwagen in gut zweieinhalb Stunden durch den Montblanc-Tunnel in Cervinia und kann das Auto vor dem Hotel ausladen. Logistisch ein eindeutiger Vorteil von Cervinia (mal abgesehen vom Heli nach Zermatt). Der hilft allerdings nicht gegen die erwähnte Häßlichkeit.

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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von j-d-s »

Wenn die Schweizer die Preise nicht senken, wirds früher oder später eben eine Marktbereinigung (sprich: Insolvenzen) geben. Dann sind die Skigebiete entweder LSAP oder der Steuerzahler darf blechen. So funktioniert nunmal die Marktwirtschaft.

Und Champery ist eben ein Beispiel, dass es nicht völlig unmöglich ist. In Samnaun waren und sind die Skipasspreise ja auch in Euro, die in CHF wurden gesenkt.
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von NeusserGletscher »

j-d-s hat geschrieben:In Samnaun waren und sind die Skipasspreise ja auch in Euro, die in CHF wurden gesenkt.
Nicht nur die Skipasspreise. Auch die schweizer Hütten akzeptieren Euro und zu einem gar nicht schlechten Kurs.
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von schafruegg »

NeusserGletscher hat geschrieben:
j-d-s hat geschrieben:In Samnaun waren und sind die Skipasspreise ja auch in Euro, die in CHF wurden gesenkt.
Nicht nur die Skipasspreise. Auch die schweizer Hütten akzeptieren Euro und zu einem gar nicht schlechten Kurs.
Da ist man einfach froh dass jemand kommt und Umsatz macht; egal welche Währung der Gast dabei hat ;)
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Theo
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Theo »

Ja, ich muss jds recht geben, die zahlen von der Telechampery wären wirklich interessant. Ob uns danach noch zum Lachen wäre ist allerdings zu bezweifeln.
Man hat dort vor bald mal zwei Jahren nach der zwiten Preissenkung ganz klar gesagt dass sich die Unternehmung bei der Konstellation keine weiteren Investitionen in das Gebiet leisten könne und für dan fall dass diese Situation über jahre andauern sollte man nur schon für den täglichen Betrieb massive Unterstützung vom Staat via Steuergeldern benötigen werde oder man dann halt eben in Konkurs gehe. Dabei war die Telechampery vor nicht mal 10 Jahren noch locker in den top10 der finanzkräftigsten Schweizer Skigebiete.

Knallen tut es so oder so, die Frage ist nur welche Variante ist die schnellere und welche die heftigere.
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Petz
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Petz »

Wurzelsepp hat geschrieben:sicher nicht im Massenmarkt (dort hat aber auch die EU Mühe gegen China), sondern im Spezialitäten- und High-Tech-Markt.
Meiner Einschätzung aber wirklich nur dort wo praktisch konkurrenzlose Produkte gefertigt werden (Jansen in Oberriet ist solch ein Beispiel) und sonst nur noch in jenen Wirtschaftszweigen wo nur die Verwaltungsabteilungen in der Schweiz sitzen aber woanders produzieren lassen und praktisch als Handelsunternehmen arbeiten.

Und China wird uns noch allen die Schweißperlen auf die Stirn treiben denn dort wo sie mit vergleichbarer Qualität anbieten können, haben westliche Firmen kaum noch reele Chancen wie z. B. am asiatischen Diesellokomotivmarkt; China ist meiner Ansicht nach wirtschaftlich gesehen erstmal in die Pubertät gekommen... :ja:
Auch selbst bei Billigprodukten zeigt sich meiner Erfahrung nach der Preisunterschied eher in einer etwas "antiken" Konstruktionsweise und optischen Verarbeitungsmängeln aber kaum in Lebensdauereinschränkungen durch z. B. unsolide Konstruktionen; eher ist da zu meiner Freude das Gegenteil der Fall und z. B. bei Werkzeugmaschinen etwas feinzujustieren, paar häßliche Schrauben zu ersetzen und Grate abzufeilen macht mir jedenfalls immer Freude und noch mehr wenn ich die Kosteneinsparung dagegenrechne.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von NeusserGletscher »

Petz hat geschrieben:Und China wird uns noch allen die Schweißperlen auf die Stirn treiben denn dort wo sie mit vergleichbarer Qualität anbieten können
Da können wir uns bei unseren Politikern bedanken, die es ermöglicht haben, dass vaterlandslose Krämerseelen unser Know-How und Kapital nach China tragen, um uns von dort aus mit unlauteren Methoden Konkurrenz zu machen.
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von eMGee »

Ja, im Zweifel ist immer die Politik Schuld. Einfache Lösung, versteht jeder.
Was genau hat die chinesische Wirtschaft jetzt mit dem Schweizer Tourismus zu tun?
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von NeusserGletscher »

eMGee hat geschrieben:Ja, im Zweifel ist immer die Politik Schuld. Einfache Lösung, versteht jeder.
Wer hat denn auf politischer Ebene die Voraussetzungen für Billigimporte geschaffen, wenn nicht die Politik? Nur hat es vor 30 Jahren aus deren Munde immer geheißen, grenzenloser Freihandel ohne Regeln bringe Wohlstand für alle. Heute sagen sie, wir müssen uns deswegen "anpassen", also mehr und länger für weniger Geld arbeiten.
Was genau hat die chinesische Wirtschaft jetzt mit dem Schweizer Tourismus zu tun?
Mehr, als Du Dir vorstellen kannst. Hätten wir heute noch in Deutschland in der Mitte die Kaufkraft, wie wir sie vor 30 Jahren vor dem ganzen Globalisierungsschwachsinn hatten, dann wäre der starke Franken auch kein Thema. Dann könnte sich eine normale Familie aus der Mittelschicht den Urlaub in der Schweiz nach wie vor leisten.

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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von j-d-s »

Die würden doch trotzdem nach AT, I oder F fahren, machen die Schweizer selber ja auch, obwohl die extrem viel verdienen.

Insgesamt gesehen sind die meisten nämlich doch nicht völlig entkoppelt vom Homo oeconomicus, d.h. sie zahlen nicht 50% mehr für die gleiche Leistung.
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von maria13 »

NeusserGletscher hat geschrieben: Hätten wir heute noch in Deutschland in der Mitte die Kaufkraft, wie wir sie vor 30 Jahren vor dem ganzen Globalisierungsschwachsinn hatten, dann wäre der starke Franken auch kein Thema. Dann könnte sich eine normale Familie aus der Mittelschicht den Urlaub in der Schweiz nach wie vor leisten.
Ich glaube, hier siehst Du etwas gewaltig falsch: Ohne Globalisierung wäre Deutschland viel ärmer. Wohin würden wir unsere Produkte verkaufen, mit denen wir unseren Wohlstand bezahlen? Die wahren Gründe der nicht mehr stark gewachsenen Kaufkraft der deutschen Mittelschicht sind 3:

- die Wiedervereinigung hat viele Resourcen umgeleitet und abgeschöpft. Zu sehen immer noch im Solidaritätszuschlag im Jahr 26 nach der Wiedervereinigung
- die Lohnpolitik - hier sind die Gewerkschaften zu nennen - nach der Einführung des Euros. Es wurde während vieler Jahre höchstens ein inflationsausgleich gewährt
- die Politik mit steigenden Ausgaben für allerei Blödsinn: z. B. Wohnungsbauregulierung = steigende Mieten, Ökostromabgabe, Grüner Punkt, versicherungsfremde Leistungen in der Kranken und Rentenversicherung, kostenlose Kindergärten, Elterngeld, Gebühren und Abgaben, kalte Progression, etc. etc. etc. etc. etc.
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von NeusserGletscher »

maria13 hat geschrieben:Ohne Globalisierung wäre Deutschland viel ärmer. Wohin würden wir unsere Produkte verkaufen, mit denen wir unseren Wohlstand bezahlen?
Welche Produkte? Was wird denn wirklich noch in Deutschland produziert? Der Anteil der hieisgen Wertschöpfung, um noch als "Made in Germany" duchzugehen, wurde doch klammheimlich immer weiter gesenkt. Den Reibach machen die Importeure, die sich aufgrund der noch vorhandenen Kaufkraft hier und den billigen Produktionskosten in Übersee die Taschen vollstopfen. Die breite Masse in Deutschland war mal reich, als wir noch einen viel höheren Anteil an der Wertschöpfung hatten und es noch Betriebe gab, die Kameras, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Kleidung, Schuhe usw. im eigenen Land produziert haben.

Mit dem Rest hast Du leider recht. Das kommt ja noch hinzu. Und neben der Wiedervereinigung zahlen wir nun auch noch für die Balkanstaaten, subventionieren unsere Konkurrenz in Europa und retten die Banken. Und dann wundern sich alle, wieso vom brutto immer weniger netto übrig bleibt und - um beim Thema zu bleiben - man sich entweder überhaupt keinen Skiurlaub mehr leisten kann oder jedenfalls nicht in der Schweiz.
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von eMGee »

Die breite Masse war mal reich?! Den Begriff hätte ich gerne mal näher definiert von dir.
Der Rest ist ja schon leicht abenteuerlich.
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von Petz »

NeusserGletscher hat geschrieben:die es ermöglicht haben, dass vaterlandslose Krämerseelen unser Know-How und Kapital nach China tragen, um uns von dort aus mit unlauteren Methoden Konkurrenz zu machen.
In den Bereichen in denen uns China im Moment am meisten Konkurrenz macht spielt der Technologietransfer nur eine äußerst untergeordnete Rolle - noch dazu wo die Chinis für mich gottseidank dazu tendieren mit der störanfälligen Elektronik viel sparsamer umzugehen als die Europäer und schon aus dem Grund bevorzuge ich eindeutig chinesische Produkte da man die notfalls auch noch selbst reparieren kann - Stichwort Nachhaltigkeit... :ja:

@ eMGee; "Reich" ist der unpassende Begriff aber an der Tatsache das eine Familie von einem einzigen Vollzeiteinkommen früher mal leben konnte sieht man den Unterschied. Eine Marktabschottung durch z. B. Einfuhrabgaben hätte meiner Ansicht nach unterm Strich nicht viel geändert aber die Realeinkommensverluste fürhre ich nach wie vor darauf zurück das die Politik nie einen Steuerrechtswandel ins Auge fasste der es ermöglicht Steuern und Abgaben dort abzuschöpfen wo sie wirklich verdient wurden/werden; stattdessen ging man den Weg des geringsten Widerstandes und sahnt(e) vor allem bei denen ab die sich entweder nicht wehren können und/oder keine steuerliche Gestaltungsmöglichkeit haben. Würde man die Mehreinnahmen von Steuern und Sozialabgaben von Einkommen aller Art zugunsten der Erwerbseinkommen unselbständig Beschäftigter gegenrechnen (was die Schweiz meines Wissens nach wenigstens bei der Pensionsversicherung macht) wäre die Kaufkraft der breiten Masse deutlich höher was auch den Kauf höherwertiger inländischer oder zumindest europäischer Wirtschaftsgüter und Dienstleistungen (wie eben auch Urlaube in der teureren Schweiz) ermöglichte.
Hab damit doch noch die "Steilkurve" zum Topicthema gekriegt... ;D
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von NeusserGletscher »

eMGee hat geschrieben:Die breite Masse war mal reich?! Den Begriff hätte ich gerne mal näher definiert von dir.
Ein Bekannter hat es mal so definiert: Mittelschicht war früher: 1 Einkommen bei Eheleuten, 2 Kinder, Haus, Auto (aus deutscher Produktion) und mindestens 1x im Jahr ordentlich in Urlaub fahren. Da reichte ein Einkommen, um das zu finanzieren.

Heute arbeiten beide Ehepartner, die Kinder werden in den Hort abgeschoben, trotzdem reicht es gerade mal noch für eine Reisschüssel als Auto, zum eigenen Haus / Wohnung oft nicht und der Urlaub wird in Billigländern verbracht. Heutige Berufsanfänger können sich oft, trotz guter Qualifikation, nicht mal mehr ein eigenes Auto leisten.

So gesehen war die Mittelschicht früher einmal "reich".
Petz hat geschrieben:ich eindeutig chinesische Produkte da man die notfalls auch noch selbst reparieren kann - Stichwort Nachhaltigkeit... :ja:
Nachdem Du das Gehäuse auf- bzw. die verdeckten Rastnasen abgebrochen hast und den obligartorischen Heißkleber von der Platine gefummelt hast ...... :roll: Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da lag der Musiktruhe noch ein Schaltplan bei und Gehäuse waren verschraubt. Wer über das notwendige Wissen verfügte, konnte sein Gerät auch noch reparieren. Versuch das mal mit dem heutigen Elektronikschrott. Egal, woher er kommt.
Petz hat geschrieben:@ eMGee; "Reich" ist der unpassende Begriff aber an der Tatsache das eine Familie von einem einzigen Vollzeiteinkommen früher mal leben konnte
so ist es....
sieht man den Unterschied. Eine Marktabschottung durch z. B. Einfuhrabgaben hätte meiner Ansicht nach unterm Strich nicht viel geändert
Ich habe es selbst schon erlebt, wie mein Arbeitgeber in einer Mischung aus Notwendigkeit, Gier und Blödheit die chinesische Konkurrenz groß gemacht hat. Erst hieß es, Fernost sei nur zur Ergänzung der Produktpalette "nach unten". Das Zeug war unverkäuflich. Also wurde unser Know-How nach China transferiert. Plötzlich konnte man in China auch Produkte fürs mittlere Preissegment eigenständig entwickeln und unser Laden war aus dem Geschäft. Auf diesem Weg sind sehr viele Arbeitsplätze verloren gegangen. In der Produktion aber auch im technischen Bereich.

Und wie Du schon sagst, die Sozialabgaben und Steuern treibt der Staat heute bei denen ein, die noch eine gut bezahlte Arbeit haben. Weil er sich an die Kuponschneider nicht rantraut. Deswegen haben die Leute so wenig Geld, um sich noch einen Urlaub in der Schweiz zu leisten (Kurve zum Thema haarscharf bekommen :wink: )

PS: Wenn es mit dem schweizer Tourismus noch weiter bergab geht, schmilzt er sich dann wie ein havarierter Atomreaktor durch den Erdmantel und kommt dann auf der anderen Seite in China wieder raus? :biggrin: :mrgreen:
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intermezzo
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von intermezzo »

Meine petzige These ist folgende: Der Schweizer Tourismus wird in Neuss auferstehen. Frei nach dem Motto: nach em Rääge schiint d'Sunne... PS: irgendwie hat diese Diskussion hier schon länger etwas Kafkaeskes an sich. PS: Mein Name ist nicht Blausee...sälb...
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Re: Prognose: Schweizer Tourismus geht weiter bergab

Beitrag von eMGee »

Ich möchte die abdriftende Diskussion nicht weiter befeuern daher etwas weiter oben mein lapidarer Kommentar "was hat die chinesische Wirtschaft mit dem Tourismus in CH zu tun" da es dort schon nicht mehr um den Tourismus als solches ging. Btw. hat eine immer weiter aufkommende chinesische Mittelschicht (lt. einer CS-Studie mittlerweile die größte Mittelschicht der Welt in absoluten Zahlen) als potentieller Kunde natürlich etwas mit der Schweiz zu tun.

NeusserGletscher: Hat die Politik eure Geschäftsleitung gezwungen know-how nach Fernost zu transferieren? Bei aller Globalisierungsskepsis und Heimatverbundenheit muss man auch mal so ehrlich sein, dass in manchen deutschen Branchen einfach Trends verschlafen wurden und auch hier nicht alles Gold war, wo Made in Germany drauf stand.
NeusserGletscher hat geschrieben:Ein Bekannter hat es mal so definiert: Mittelschicht war früher: 1 Einkommen bei Eheleuten, 2 Kinder, Haus, Auto (aus deutscher Produktion) und mindestens 1x im Jahr ordentlich in Urlaub fahren. Da reichte ein Einkommen, um das zu finanzieren.Heute arbeiten beide Ehepartner, die Kinder werden in den Hort abgeschoben, trotzdem reicht es gerade mal noch für eine Reisschüssel als Auto, zum eigenen Haus / Wohnung oft nicht und der Urlaub wird in Billigländern verbracht. Heutige Berufsanfänger können sich oft, trotz guter Qualifikation, nicht mal mehr ein eigenes Auto leisten.
Und das war tatsächlich so bzw. unter welchen Voraussetzungen?! Ich möchte mal die Behauptung aufstellen dass so etwas maximal ging wenn der Mann recht gut verdient hatte und man Eigentum vererbt bekam. Und dann flog man auch nicht nach Fernost oder ging in die Schweiz zum Skifahren sondern fuhr zu viert mit nem Käfer an die Adria.

Und die Berufsanfänger haben heute dafür ein I-Phone, ein I-Pad und tragen Markenklamotten für teures Geld aber haben kein Geld für ein eigenes Auto...
Früher war manches besser in jeglicher Hinsicht aber längst nicht alles und so wie es hier hingestellt wird. In diesem Sinne, frohes Schaffen 8)

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