Witzigerweise gibt es auf Youtube eine Reportage allgemein über das Rennen und für den Bruchteil einer Sekunde bei 18:40 Min bin ich tatsächlich mit der Startnummer 1673 zu sehen.
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Die Anmeldewartezeiten sind ziemlich lang und wer sich jetzt noch für 2017 anmelden will, sollte das mit einem Team machen, da diese bevorzugt werden. Wir haben kurzerhand damals ein Skiteam aus der Taufe gehoben und uns angemeldet. Wir dachten ja, "o.k. wir fahren alle ganz gut Ski, so 'im oberen fünftel' im Skigebiet, das werden wir schon gut schaffen. Vielleicht sind ein paar Vernarrte dabei, die im Rennanzug auflaufen, aber in der Masse werden das ja so Leute sein wie Du und ich!"
Weit gefehlt! Wir waren mit ein paar anderen Leuten gefühlt die einzigen, die keinen Rennanzug anhatten und mein Kumpel schaute nicht schlecht blöd, als er als einziger in der Gondel hoch zur BOND 007-Bergstation mit SL-Racecarvern da stand. Ich hatte zumindest meine RS-Skier dabei, die 48 anderen ihre 2,20 Meter-Abfahrtslatten. Puhh!
Aber wir haben es alle gut überstanden und in unserer Startergruppe am Ende waren dann auch noch mehr Normalos wie wir. Bei der ersten Probeabfahrt allerdings dachte ich "Shit! Das ist der größte Fehler Deines Lebens!" durchaus FIS-mäßig präparierte, bockelharte Eispiste, bei der man zwar gerne Kantendruck hätte, sobald man ihn aber hat, gleich unglaublich beschleunigt. Die Schwierigkeit besteht aber wirklich darin, sich die Kräfte einzuteilen. Selbst bei einem Rennen wie unserem 2010, das nur bis Winteregg ging und dann glaube ich 9 km Abfahrt ist. Es gibt nämlich zwei Anstiege an einem Gegenhang, der eine so ungefähr 200 Meter, und das geht in die Beine und Arme. Es wird übrigens im 5-8 Sekundentakt gestartet und zusätzlich zur anspruchsvollen Piste muss man daher auch noch auf den Verkehr auf der Strecke achten. Na, servus!
Bei der Trainingsfahrt sagte uns ein alter Hase, wir sollten beim ersten Steilstück, nach der Talstation vom Kandahar-Lift auf der langen Eisplatte schauen, dass die Skispitzen gleich rechts sind und dann gleiten lassen bis zum nächsten Tor 300 m unterhalb (wtf? auf der schwarzen Piste ?!!). Aber gesagt getan und dann noch über den Zieher, langer Schuss und dann die heftigste Kurve, wenn man diese Linkskehre nicht richtig erwischt und zu sehr abbremst, hat man keinen Schwung für den Gegenhang. Wenn man zu schnell ist, ja dann ... An diese Stelle passieren die meisten Unfälle. Gott sei Dank meist nichts ernstes, aber schon ein mulmiges Gefühl, wenn Du auf Deinen Start wartest und es wird für 15 Minuten unterbrochen, weil der Heli einen Verletzten bergen muss. Fast wie im Weltcup. Aber die Sicherheit ist wirklich sehr gut, auch wenn ich den Holzzaun kurz vor Winteregg mehrfach ziemlich knapp an mir vorbeisausen sah, da sollte man vielleicht mal ein paar Matten anbringen. Oben am Steilhang ist aber ein großes Fangnetz verbaut.
Ich bin so froh, dass ich es mitgemacht und geschafft habe. Es waren übrigens auch teilweise eher mittelmäßige Skifahrer unterwegs, also sofern man nicht gerade erst seit 2-3 Jahren auf den Skiern steht, braucht man sich über das überhöhte Leistungsniveau keine Sorgen machen. Gewinnen wird man eh nicht, das machen die Einheimischen und ehemalige Weltcupfahrer unter sich aus