
Dass es in der Gemeinde Kaumberg im Niederösterreichischen Triestingtal einen 380m langen Tellerlift mit 90m Höhenunterschied gibt, weiß ich nur, da er an einigen Stellen in diesem Forum erwähnt wurde. Schneebericht aus diesem Ort ohne Beschneiungsanlage gab es hier bisher noch nicht. Und dass ich diesen Lift besucht habe, ist der eher mäßigen Schneeräumung auf Österreichs Autobahnen zu verdanken.
Doch der Reihe nach:
Das dichte Wochenend-Freizeit-Programm erlaubte meiner Frau und mir nur einen halben Schitag am Sonntag. Als Ziel wählten wir Mönichkirchen. Wir fuhren um 08:30 Uhr in Wien los. Die weiße Pracht, die Wien an diesem Morgen überzog, empfanden wir zunächst positiv. Auf den rutschigen Straßen in der Stadt hofften wir noch auf bessere Verhältnisse auf der Autobahn. Doch kaum über die A23 auf die A2 aufgefahren wunderten wir uns sehr über den Straßenzustand. Die ganze Autobahn war weiß. Wo der Pannenstreifen und die Fahrstreifen 1 bis 4 waren konnte man nur abschätzen. Das allgemeine Tempo das auf der Autobahn gefahren wurde war nie schneller als 80 km/h oft nur 60 km/h. Wann würden wir bei diesem Straßenzustand Mönichkirchen erreichen? Und wann müssten wir dort wieder abreisen um unseren Nachmittagstermin wahrnehmen zu können? Bleibt dann überhaupt noch Zeit zum Schifahren?
Bei Leobersdorf verließen wir die Piste, die eigentlich eine Autobahn hätte sein sollen und fuhren über die B18 ins Triestingtal. Im Gegensatz zur Autobahn war diese Bundesstraße bereits geräumt und wir erreichten um 8:45 Uhr das im Gegensatz zu Mönichkirchen deutlich nähere Kaumberg. Dort folgten wir den Wegweisern zum Schilift, bis wir zu einer Fahrverbotstafel kamen. Gut, dass vor dieser Tafel ein großer Parkplatz war. Die restlichen 250m mussten wir dann zu Fuß bergauf zum Schilift.
Dort erwarben wir um 8,- Euro eine Halbtageskarte.

Im Zeitalter der berührungslosen Tickets war dieser Papierfetzen eine Reise in die Vergangenheit. Wir mussten die Karte nicht einmal sichtbar an unserer Kleidung befestigen. Die Dame an der Kasse meinte, sie merkt sich, wer schon ein Ticket hat, und wer noch eines kaufen muss.
Dann studierten wir den Pistenplan.

Wow, es gibt also nicht nur die direkte Abfahrt neben dem Lift, die von der Talstation aus zu sehen ist, sondern auch noch eine zweite Piste.
Damit komme ich zu den allgemeinen Fakten:
Lift- und Pistenstatus:
Alles geöffnet, keine Wartezeiten (max 4 FBM, nur einmal waren es mehr (ca 10FBM))
Pistenzustand: Da in der Nacht eine ordentliche Ladung Neuschnee über Ostösterreich gekommen war, musste die Pistenraupe vor Betriebsbeginn nochmals ausrücken und war auch noch während der ersten zwei Betriebsstunden unterwegs. Der Schnee war pulvrig. Daher gab es kein schönes Gleiten auf der Oberfläche sondern eher ein Eingraben der Schier bei jedem Schwung, manchmal sogar bis zum Boden. Leider fehlt noch eine ordentliche Unterlage, aber der Boden der Kaumberger Schiwiese ist wenigstens nicht steinig. Im Tagesverlauf bildeten sich einige Unebenheiten, Eisplatten, wie man sie aus Kunstschnee-Gebieten kennt, gab es natürlich keine.
Wetter:
-5°C, dicht bewölkt, Schneefall bei guter Bodensicht, kein Wind.
Jetzt wo das gesagt ist, begeben wir uns zur ersten Bergfahrt.

Nach halber Abfahrt auf der Piste 1 Blick hinauf…

…und hinunter.

Meine erste Abfahrt auf der Piste 2 habe ich gemacht, kurz bevor die Pistenraupe gekommen ist. Stellenweise war ich bis zu den Knien im Pulverschnee. (Nicht hier im Bild sonder danach)

Die Talstation des Schlepplifts. Vor allem in der ersten Betriebsstunde war er fast unser Privatlift.

Antrieb.

Bergstation.

Etwas oberhalb der Talstation befindet sich am Pistenrand die Teehütte, wo kleine Imbisse verkauft werden. Daneben ist die Bully-Garage und die WC-Anlage.

Meist bin ich die Piste 1 neben dem Lift gefahren. Die Piste 2 hat den Nachteil, dass Sie nur durch einige Schlittschuh-Schritte erreichbar ist, egal ob man sie von oben fährt, oder ab der Mitte.
Fotodokumente der Piste 2:
Oben…

…Mitte…

…Unten, Blick zurück…

…und nach vorne.

Die Pistenraupe war während des Schibetriebs unterwegs.


Als wir um 12:00 Uhr die Heimreise antraten waren die Straßen ordentlich geräumt und wir nahmen den direkten Weg über Hafnerberg, Alland und A21 zurück nach Wien.
Fazit:
Ich habe eine neue Schiwiese kennengelernt und hatte billigen Spaß im Pulverschnee.
Dass ich sie wieder besuchen werde, halte ich dennoch für sehr unwahrscheinlich. Da zieht es mich doch eher in etwas größere Gebiete.
