








Die für den Schanzenlift in Seefeld zuständigen Mitarbeiter mögen sich ihren Teil gedacht haben, dass so ein komischer Typ extra wegen diesem alten Ding angereist kommt, um drei, viermal damit bergauf und bergab zu fahren. Aber es gibt ganz bestimmt seltsamere Vorlieben und so erwischte ich diesen uralten ESL noch kurz vorm Abriss endlich...

Ankunft früh am Morgen, als noch keine Skispringer am Lift waren, um zur Schanze hinauf zu gelangen. Der alte Esel wurde kurz darauf angeworfen und alles war gut...



Ganz alleine im Sessellift. In den Büros an der Talstation bereiteten sie sich aber schon emsig auf den Trainingstag vor und die ersten Springer – noch recht junge Kerle – kamen vom Parkplatz angelaufen. Bald sollten mir die ersten im ESL folgen, während ich aber dann schon wieder talwärts schwebte.

Gibt es in Österreich sonst eigentlich noch Sessellifte mit solchen Stützen?

Schade um den Lift – soweit ich es richtig in Erinnerung habe, wurde / wird da nun ein Schrägaufzug errichtet...

Die Strecke ist natürlich recht kurz, aber zwischen den Bäumen, steil und an der Schanze vorbei dennoch recht interessant.



Alleine, aber sicherlich von der Kamera beobachtet an der Bergstation.





Der Beobachter an der Talstation wird kopfschüttelnd vor dem Monitor gesessen haben...

Talfahrt...ich gönnte mir zum Schluss dann auch noche Genussrunde ohne Kamera, kredenzte dem Liftler noch ein bayerisches Getränk und fuhr in Richtung Skigebiet Geigenbühel weiter, wo drei von ehemals fünf Schleppern überlebt haben, wobei einer der LSAP-Lifte etwas im Abseits gestanden hat und so trotz guter Nordlage den Dienst hat einstellen müssen. Der andere war nur eine ominöse Ergänzung und mir bis dato in den Skiatlanten zu Hause, die älter als ich selbst sind, gar nicht aufgefallen. Doch dann war da dieses Häusl und der Fall klar...

In der Sonne im Talbereich wärmte es sich schon ordentlich auf und der Schnee wurde dann insbesondere am Kurzbügler, dem Geigenbühellift, aufgrund der Südlage recht weich. Hier an den parallelen Birkenliften ging es noch ganz gut. Aber so reizvoll eine Winterwunderlandschaft im Januar auch sein mag – so ein Frühlingstag mit Restschnee, offenem Kragen und Brotzeit im Freien (die aber dem Liftespleen an jenem Tag wieder mal zum Opfer fiel) gefällt mir irgendwie besser.

An der D90 war noch das Tele dran...



Der linke der parallelen Birkenlifte...



Die Umlenkungen am Ortsrand neben den Häusern...

Die Sonne schien gerade so schön und ich war vom Eiskeller am ESL noch durchgefroren, so blieb ich noch stehen...



Zoom zum Gschwandtkopf, den ich an jenem Tag skifahrmäßig ausgelassen habe. Ich war schon mal vor ein paar Jahren dort und seit dem ESL-Abriss um 2013 herum ist das dort nicht mehr so interessant.
Die Seewald-Lifte höchstens, vor allem weil dort untypischerweise zwei Schlepper jeweils wiederum zwei Schlepper (auf veränderter Trasse) ersetzt haben. Beim unteren hat man einen modernen Kurvenlift errichtet, um den Steilhang der alten Trasse zu umfahren – umgekehrt sozusagen etwa zum Galtalmlift in Fieberbrunn. (Dort wurde der Kurvenschlepper abgerissen und nun fährt man dort hinauf, wo früher nur die Bügel runterkamen.) In Meiringen hat man dagegen wie am Gschwandtkopf verfahren – an der Balisalp ging es früher geradaus „auf die Wand“ zu, während man nun etwas weiter rechts raufgezogen wird.

Die Umlenkung des Uraltschleppers Geigenbühel...den vor allem wollte ich mal gefahren sein. Auch wenn der nur über die flache Wiese verläuft.


Zoom zur Rosshütte, dem übernächsten Ziel jenes langen Frühlingstages...

Historischer Niederhalter, wie ich ihn nur vom Bödele kenne...im Herbst 2012 bin ich hier schon mal herumgelaufen und hatte mir vorgenommen, bei Schnee zurückzukehren. Davor hatte ich dieses Kleinstgebiet irgendwie gar nicht auf dem Schirm.

Im „Gipfelbereich“ bereiteten sie irgendein Event vor, Leute bauten irgendwas auf oder tollten sich im tauenden Schnee und die unbewachten Semmeln ließen mir das Wasser im Mund...doch ich widmete mich lieber dem Kurzbügler.





Hier am Sonnenhang hat sich der Lift gehalten, während Nachbar Nordhang es nicht geschafft hat. Aber der lag wahrscheinlich zu abgelegen.

Doch auch der hier wurde abgebaut...das Gebäude fiel mir auf und erst glaubte ich an eine Garage, da mir von einem Schlepper direkt neben dem Geigenbühellift nichts bekannt war. Doch lt. einer Karte in einem Skiatlas bestätigte sich das am Ende des Tages zuhause und ein weiteres Fundament machte bereits vor Ort aus der Garage eine aufgelassene Talstation...


Im Bergstationsbereich gab es aber dann nichts mehr zu sehen.

Die Trasse...

Von weiter weg...unscheinbar am rechten Rand der Geigenbühel-Abfahrt gelegen und man könnte das Ding von weitem für nichts anderes als eine Garage halten.

Von oben gesehen.

Nach einer Weile ging es zum Schlepper nach Neuleutasch, der – das passte irgendwie zusammen. auch seinen kleinen Nachbarn – wenn auch linker Hand – verloren hat. Bei dem handelte es sich aber lt. Liftler nur um einen Seillift mit Plastikbügeln dran, also voll verschmerzbar. Seilliftliebhaber sind mir auch unbekannt...

Am Parkplatz war kein anderes Auto und auf der Piste niemand – hätten sich die Bügel nicht bewegt, wäre ich fluchend weiter gefahren. Doch so stieg ich erst einmal aus und schnallte die Skischuhe an. Die Sonne knallte in der Mittagszeit nun ziemlich und verschwitzt stapfte ich zum einsam vor sich hin surrenden Wito-Schlepper irgendwo auf dieser Hochebene zwischen Seefeld und Leutasch.

Der Antrieb vesteckte sich vom Parkplatz aus gesehen irgendwie im Gestrüpp

Viel war nicht los

Ich ging zur Kasse, doch der bärtige und Pfeife rauchende Liftler mit Spiegelsonnebrille und Filzhut saß nicht dahinter. Ich rief nach ihm und fuhr ehrlicherweise bereits in Gedanken schon ohne Kartenkauf hinauf, weil niemand antwortete. Doch dann kam ein älterer Herr, der sich als Liftler erweisen sollte und die vermuteten Äußerlichkeiten in keiner Weise aufwies, angefahren. Von einem Schleppliftkameraden an der Rosshütte erfuhr ich später, dass es sich wohl um einen im Ruhestand befindlichen Steuerberater handelt.
Nun – der freundliche Liftler freute sich, dass ihn mal jemand besuchte und so fuhr ich erst mal mit dem alten Wito nach oben, dessen Wopfner-Bügel mich kurzzeitig herstellermäßig verwirrten, aber der Betreiber hatte sie wohl vom Kaiserlift in Kühtai erworben, der 2008 abgebaut wurde. Ggf. hat man aber auch mal am Alpenrosenlift die Bügel getauscht? Ich war seit 2011 nicht mehr dort und der Liftler wusste es nicht mehr genau.

Im Lift...einen Schlepper ganz für mich allein...vor ein paar Jahren in Steinberg am Rofan hatte ich das auch mal. Es war jedenfalls eine erhabene Stunde dort im Nirgendwo, nur der alte Wito und ich, den Liftler nicht mitzählend...

Wopfner im Wito...


Blick von oben

Das Häusl an der Bergstation sieht schon recht nach LSAP aus...







Ein Zoom noch zum nächsten Ziel, doch erst blieb ich in Neuleutasch, auch wenn ich dort schrecklich einsam und verlassen auf der Piste kurven musste und dann ganz alleine im Lift...


Dort drüben auf der von unten aus links gelegenen Wiese stand früher wohl noch der zweite Lift, übrig davon ist aber nichts mehr bestätigte der Liftler.

Noch ein Pistenraupenbild, ehe es noch auf einen Ratsch an die Talstation ging. Mir tat es, obwohl ich gerne meinen privaten Lift für mich alleine in jener guten Stunde gehabt hatte, leid, dass sich hier niemand sonst um den Schlepper zu scheren schien. Aber gut, es war auch unter der Woche Mitte März – im Hochwinter und an den Wochenenden geht da bestimmt mehr, aber insgesamt befürchte ich hier bald das Aus, zumal der LSAP-Virus in Leutschasch sowieso grassiert.
Die blaue Leitnerruine Buchenhöhe oder so ähnlich LSAP, der ESL und der Schlepper an der Rauthhütte LSAP, ein weiterer Einzellift am Ortsrand LSAP, weiter hinten noch ein längerer LSAP-Schlepper (Sonnenlift), dessen Umlenkung im Dickicht überlebt hat, das Gebiet der Kreithlifte nun wohl auch, nur im Sommer scheint die Wopfner-3SB zu laufen.
Verdammt, da hätte ich meinen den kleinen, aber feinen Sachen gewidmeten Skitag ansonsten beendet, auch wenn dort neben der Sesselbahn nur ein kleiner Übungslift und ein weiterer kurzer Tallift stehen. So ging es nach dem netten Gespräch mit dem Liftler zu Neuleutasch noch an die Rosshütte, die Sonne verschwand hinter Schleiern und ich kam noch richtig zum Skifahren, vom bisherigen Genusskurven auf tiefblauen Hängen abgesehen, die nur dazu gedient hatten, wieder an die Schlepplifttalstationen zurück zu gelangen.

Stilecht gelangte ich mit dem Schlepper anstatt der Standseilbahn ins Gebiet hinauf...

Der Rosshüttenexpress bzw. RoEx ist zwar erst zehn Jahre alt, aber irgendwie mag ich diese Bahn. Hat einen interessanten Verlauf...
Bis 2007 schwebte man hier noch in einer DSB hinauf, die linker Hand der Zwischenstation geradeaus weiter mitten über die Piste ging und deren Bergstationsreste 2011 noch zu sehen waren. Nun nicht mehr.



Der Kaltwasserlift ist auch ein Kuriosum, wurde er den Stützen nach zu urteilen wohl sowohl nach unten wie auch per Kurve nach oben verlängert. Ich kenne sonst nur Schlepperverkürzungen wie in Lofer oder vor allem in Biberwier, wo seinerzeit ein schöner Steilhang weggefallen ist. Im Brandnertal gibt es auch noch so einen Kandidaten.

Im alten, historischen Abschnitt des Kaltwasserlifts...

Oben noch ein Kurvenschlepper und dazu richtig steil....daneben diese alte Retro-Pendelbahn...ich bin froh, dass ich nach sechs Jahren mal wieder den Weg hier her zum Skifahren gefunden habe. Die Pendelbahen hatte ich zwischenzeitlich mal im Sommer besucht.



Vor dem Bau des Schleppers in den 70ern musste man an der Pendelbahn sicherlich ewig anstehen. Ich hoffe, dass dieses Duo noch eine Weile weiterbesteht...








Hier nochmal der Kaltwasserlift mit dem historischen Portalstützenabschnitt in der Mitte.










Zoom zum Rangger Köpfl.

LSAP Rauthütte

LSAP-Schlepper rechts der Rauthütte...

Winter-LSAP Kreithlifte...die 3SB kann man im Sommer wenigstens noch fahren

Auch an Nachmittag nichts los in Neuleutasch...

RoEX...der Schlepper verlief einst am Pistenrand

Das Skigebiet oben ist um die Bergstation der Standseilbahn herum ja schon recht verbaut und vor allem im Sommer überhaupt nicht idyllisch. Aber hier unten herrscht absolute Geschmacklosigkeit und purer Betonbrutalismus...wie ein Gewerbegebiet...







ENDE

