https://kurier.at/wirtschaft/liftpreise ... 00.608.164
Grundsätzlich fordert er noch viel mehr Komfort und höhere Preise beim Skifahren.
Es geht schonmal los mit dem Zugang zum Skigebiet:
Und wie soll es sonst funktionieren? Am Parkplatz kommt eine Sänfte mit zwei Trägern, die passende vorgewärmte Skischuhe dabei haben und sie dem Kunden anziehen, ihn dann in den Lift tragen und die Skier beilegen. Oder wie?Er will jedenfalls nicht auf einem Parkplatz im Matsch stehen, in seine eiskalten Skischuhe steigen, dann vom Auto zur Skischule stapfen und dort mit 200 Holländern beim Skiverleih anstehen.
Oben angekommen geht es dann direkt in den Wellnesstempel an der Bergstation, um sich ja nicht beim Skifahren anstrengen zu müssen oder eventuell mit Schnee in Kontakt zu kommen?
Im Ernst: Wer seine Skischuhe nachts im Auto lässt, ist selber schuld. Und wer die paar Schritte in Skischuhen nicht schafft, kann sich im Skidepot einmieten und so in Straßenschuhen bis zur Piste "schlapfen". Wenn 200 Leute im Skiverleih stehen, dann hat der Skiverleih was falsch gemacht. (oder ist das üblich? ich leihe nie...) und warum da Holländer erwähnt werden müssen, weiß ich auch nicht.
Die Skilehrer seien grundsätzlich nur als Guide zu verstehen, weil gutes Skifahren sowieso unwichtig ist? Auf den besten Rotwein im Skigebiet (nicht etwa die beste Piste) kommt es an.
Wer solche Kunden anlockt, muss aufpassen, dass sie nicht irgendwann auf das lästige Skifahren zwischen den Hütten verzichten.
Thema Pistentourengeher: Eigene Pisten für Skitourengeher, z.B. in einem stillgelegten Skigebiet (aber dann natürlich gegen Bezahlung) - das könnte grundsätzlich tatsächlich interessant für einige Leute sein. Wenn die dann aber skigebietsmäßig gepflegt (und beschneit?) sein sollen, wird das wohl viel teurer als der durchschnittliche Pistengeher zu zahlen bereit ist.
Dann gehts ans Eingemachte, während man überall Hochleistungsbahnen gebaut hat, sucht der Kunde eher die einsamen Pisten. Man hat die teuren Skipässe dank den modernen Bahnen, jetzt sind die aber wieder schlecht, weil so viele Menschen damit fahren. Die Lösung natürlich: nochmal Preise erhöhen, in Form von irgendwie exlusiveren Angeboten. Aber wie? - das sagt er nicht.
Soll es dann von vornherein irgendwelche extrem teure Tage geben, damit wenige Leute auf den Pisten sind? Oder an manchen Pisten oben ein Drehkreuz, das nur mit VIP-Skipass passiert werden darf, während der Pöbel auf der Piste nebendran fährt?
Das was er dann sagt, bezieht sich nur auf die Verteilung in den Saisonzeiten und wird ja auch schon praktiziert. Passt aber gar nicht zu der vorherigen Aussage. An Weihnachten soll man viel zahlen, ja, aber dafür hat man ja KEINE leeren Pisten, weil da sowieso sehr viel los ist. Stattdessen im Jännerloch weniger, weil weniger los ist.
Auch Familien bringt man nicht mit einem Ladys Day am Dienstag auf die Piste, weil bekanntlich Kinder dienstags Schule haben. Die hält man nur mit dem oben genannten Preissystem (teuer in den Ferien) vom Skifahren ab. Das macht vielleicht wirtschaftlich erstmal Sinn, um eine gleichmäßige Auslastung zu bekommen. Aber man verliert die nächste Generation an Skifahrern komplett, wenn man Familien so vom Skifahren abhält!! Denn Skifahren lernt sich definitiv am Besten im Kindesalter, und wer Skiurlaube gewöhnt ist, wird auch eher als Erwachsener noch so viel Geld dafür ausgeben. Und für Familien ist der Skiurlaub natürlich grundsätzlich auch schon viel teurer, weil es einfach mehr Personen sind als bei einem kinderlosen Ehepaar. Zumal doch mittlerweile Hotels mit Wellnessbereich etc. üblich sind, die doch etwas mehr Komfort bieten "als ein Campingplatz".
Als Negativbeispiel führt er dann die Schweiz an, obwohl die genau das bietet, was er eigentlich will: Leere Pisten zu hohen Preisen. Nur eben zu wenig Komfort (also haben die Skigebiete sogar weniger kosten). Aber wie wir wissen, funktioniert das nicht gut und das Preissystem dort ist im Umbruch.
Wenn man dann tatsächlich beides anbieten will, also wirklich sehr leere Pisten UND Komfort mit topmodernen Anlagen, dann müssten die Preise wohl so exorbitant steigen, dass ich mir nicht vorstellen kann dass noch genug Leute dort Ski fahren.
Fazit: Selten so viel Müll in einem Artikel gelesen. In der Branche wird in die falsche Richtung gedacht.
Und: Nicht-moderne Skigebiete müssen viel selbstbewusster werden!!!
Wer leere Pisten will, hat es nämlich viel einfacher: Mehr zahlen funktioniert nicht (siehe oben) - er muss weniger zahlen. Skigebiete, in denen man ordentliche Pisten an Schleppliften, PB oder max. 4er-Sesselbahnen hat, können leere Pisten bieten zu niedrigeren Preisen. Und dank der Liftkapazität können die Pisten gar nicht überfüllen. Leider sind davon in Österreich nur noch relativ kleine Skigebiete übrig und die sind oft in finanziellen Schwierigkeiten. Beworben wird meistens als "Familienskigebiet". Das klingt so nach Anfänger, und das wird dem gar nicht gerecht. Für sportliche Skifahrer sind diese Skigebiete eigentlich am Besten. Anstatt sich so zu verstecken und möglichst auch bald in die Modernisierungsspirale einzusteigen, müsste man einfach nur aktiv mit dem werben, was man hat: leere Pisten.