Unseren traditionellen Osttirol - Weihnachtsurlaub haben wir bei schlechter Wetterprognose in Matrei begonnen. Vom Tag haben wir wenig erwartet, Prognose 'grau in grau und im Tagesverlauf von SW her einsetztender Schneefall, am Nachmittag auch starker Schneefall, im Lienzer Becken evtl. auch Regen'. Also unbedingt ein Skigebiet mit Waldabfahrten, in Matrei gibt es ein paar davon, die Strasse von Lienz nach Matrei und zurück ist unproblematisch falls es wirklich viel schneien sollte (ich habe schon seit 15 Jahren keine Ketten montiert und will mir meine Statistik nicht versauen). Auch hatten wir es nicht eilig, ich habe meine Maus ausschlafen lassen, ob wir bei Sauwetter um 9 oder um 10 ankommen ist sowas von egal ...
Als wir endlich auf der Piste waren, war das Wetter dann gar nicht soo schlecht, es gab sogar noch einige blaue Flecken am Himmel und bis ca. Mittag unterhalb von Goldried relativ gute Sicht und keinen Niederschlag. Sogar ein paar Fotos habe ich gemacht
Der interaktive Pistenplan ist zwar besser als die alten Druckversionen, zeigt aber trotzdem einige der Pisten sehr verfälscht, also mit Vorsicht zu geniessen.
Die Hauptabfahrt unter der 6KSB (Nr.2) kenne ich nur in einem Zustand: zu voll, buckelig, abgerutscht, oft auch tlw. steinig. Nun, steinig war sie gestern wirklich nicht, voll + buckelig + abgerutscht schon. Einmal runter war genug, keine Fotos. Wesentlich schöner zu fahren waren die anderen beiden Pisten, also erstens die 'linksrum' rote 4, sie könnte zur Not auch als dunkelblaue durchgehen:
Noch besser gefallen hat uns die rote 5 und ihre Verlängerung zur Talstation der 4SB Happeck, Nr. 6. Die Piste ist für die abrutschnede Masse wohl zu steil, war bestens beschneit (was in Matrei nicht immer der Fall war) und gut gewalzt, haben wir mehrmals hintereinander gemacht:
Dazwischen sind wir auch die Talabfahrt nach Matrei gefahren, ging ganz gut, bis auf drei Strassenkreuzungen wo der Voll***** vom Pflugfahrer im Kreuzungsbereich die Strasse immer bis zum blanken Asphalt räumt und (noch schlimmer) reichlich Splitt streut
Weil das Wetter auch noch nach Mittag durchaus brauchbar ausgesehen hat, sind wir - entgegen dem ursprünglichem Plan - doch nach Kals gefahren, an der Adler Lounge vorbei ... :
... über die schwarze 13, ich glaube wir konnten hier in den vergangenen 2 Jahren nicht fahren. Auch heuer hätte man sie besser geschlossen gelassen, vor allem der obere Abschnitt wo die Abfahrt recht brutal in den Fels gesprengt ist, war ziemlich steinig
Die Waldabfahrt 15a von der Mittelstation nach Kals ist hingegen reichlich bescheit
In Kals selbst haben wir ein paar Wiederholungsabfahrten an den beiden lahmen 4SBs gemacht, dort sind alle Pisten offen und in gutem Zustand. Die Sicht war ganz oben im waldfreien Teil am Blauspitz bescheiden, ab der Waldgrenze (= etwa ab der Höhe des Spiechers) OK. Die nette 17a, letzte auf der Prioritätenliste der Kalser Schneemacher, war in den vergangenen Jahren zu Weihnachten fast nie offen, heuer jedoch perfekt:
Hauptabfahrt 17 unter der 4SB Figol, von den Pisten im alten kalser Gebiet definitiv am schlechtesten zu fahren (tlw, buckelig, tlw. Eisplatten). Aber alle Anfänger fahren wie Lemminge gerade hier unter, man muss es ja nicht verstehen. Auch hier auf 1300 m nur symbolische Naturschneemengen:
Auf der schwarzen 20 zurück zur EUB:
Nun gibt es keine Fotos mehr, weil es nicht mehr zum fotografieren gab. Die Matreier Seite lag in dichtem Nebel, es begann zu schneien, tlw. whiteout. Erst unterhalb der Talstation Happeck gab es dann wieder bessere Sicht, dafür ging dort aber der Schnee in Regen über. So hat die letzte Talabfahrt nach Matrei bei Regen und frühlingshaftem Schnee ausgesehen. Habe ich eigentlich bereits die nervige Räumung der Strassenquerungen erwähnt
Fazit: Vormittag besser als erwartet, Nachmittag eher Pflichtprogramm. Hoffenlich wird es morgen besser. Ach ja, während es bei unserer Abfahrt im 1000m hoch gelegenen Matrei bei +2 Grad in Strömen geregnet hat, hat es eine halbe Stunde später in Lienz, 350 m tiefer, bei +1 Grad ordentlich geschneit. Bei dem Wetter in diesem Winter wundert mich aber nichts mehr