Die Nacht verbrachten wir in einem wunderschönen Hotel kurz vor der Schweizer Grenze in der Nähe von Varese (DZ mit Frühstück, 63€). Das Hotel war wohl ein alter Gutshof aus dem 14. Jahrhundert, der sehr schön renoviert wurde. Vor allem das Frühstück war wirklich der Hammer, solch ein gutes bekam ich schon lang nicht mehr: verschiedenste Backwaren, Eierspeisen, Speck, Salami und Schinken vom Feinsten, mehr als 20 verschiedene Käse am Stück, verschiedenste Süßwaren, frisches Obst (im Ganzen und als Salat). Und nahm man sich einen Mozzarella-Tomaten-Spieß wurde innerhalb kürzester Zeit ein neuer nachgelegt, um das Ensemble beizubehalten.
An diesem Tag standen mehrere Skigebiete zur Wahl, u.A. Lenzerheide, Savognin, Splügen, Kleinstskigebiete oberhalb von Thusis und eben Toggenburg. Vor allem wollten wir möglichst wenig Umweg fahren, da der Weg nach München auch so schon ca. 5h dauern sollte, aber es sollte auch ein Skigebiet sein, dass für einen etwas längeren Nachmittag passt. Wettertechnisch war vorausgesagt, dass es besser ist, je weiter nördlich man sich befindet, also fiel die Wahl eben auf Toggenburg. Außerdem war so am Abend weniger zu fahren, und man sparte sich den Stau vor Sargans, dens ja gerne mal Sonntag Abend gibt (wie wir zumindest am Wochenende danach erlebten). Nebenbei steht das Toggenburg schon länger auf meiner bucket list, insofern bot sich dieses Ziel umso mehr an.
Die Wahl war auch gut, in Splügen und auch bei Thusis stürmte und schneite es ziemlich an diesem Tag als wir daran vorbeifuhren.
Gegen 11:30 kamen wir in Wildhaus an und mussten recht weit entfernt vom Lift parken, über die Loipe/den Wanderweg kam man aber recht gut zur Talstation, wo wir uns einen 11h-Pass besorgten. Immerhin war das Parken schweiz-untypisch gratis.
Das Wetter war so lala: etwas bewölkt, aber ordentliches Licht zumindest. Zuerst gings gleich mal auf den Gamserrugg mit den 2 Vierersesseln, einem kurzen Zwischenschlepper und dem Anschlussschlepper. Hier die zweite 4-KSB/B zur Gamsalp

Blick in Richtung Iltios/Espel.

Man erkennt schon: der Regen und der Sturm haben den Schnee ziemlich in Mitleidenschaft gezogen... An der Schleppliftquerung wird das noch deutlicher.

Mir gefallen die Stützen des Schleppers übrigens sehr.
Die Abfahrt (ich glaube Nr. 9 Munggepfiff) war auch etwas bräunlich.

Blick zum Chäserrugg, zu dem Zeitpunkt lief der Ruggschopf-Schlepper noch.

Oben am Chäserrugg wars etwas windig. Der Schnee war auch knollig und sehr hart, teilweise auch recht windverblasen. Eigentlich ein krasser Vergleich zum vorherigen Tag in Cervinia.

Es windet.

Zoom zum Säntis.

Wir bogen dann aber gleich mal ab in Richtung Espel.

An dieser Stelle musste ich ziemlich lang auf Flo warten, ihn hats nämlich richtig böse hingehaun mit Skischlag gegen das Schienbein. Das gab einen ordentlichen blauen Fleck. Während es oben hart war, wars unten eher frühlingshaft-sulzig. An dem Tag musste man sich wirklich auf verschiedenste Bedingungen einstellen. Eigentlich ein bisschen schade, da das Skigebiet wirklich seine Reize hat in meinen Augen
In der recht neuen Gondelbahn, die von Espel über Stöfeli bis weiter nach oben führt, konnten wir uns immerhin bisschen ausruhen.

In der Mittelstation mussten wir dann überraschend aussteigen, wegen Wind war die obere Sektion nicht mehr in Betrieb.

Zuhause vor dem Rechner ohne das Gebiet zu kennen hatte ich mich durchaus ziemlich gewundert über der Verlauf dieser neuen Gondelbahn, aber wenn man mal da war, macht sie schon echt Sinn. Die Talstation ist gut zu erreichen, die Mittelstation liegt an einem Gasthaus, weshalb dann die Pendelbahn an ihrer Bedarfsmittelstation eher nicht mehr halten muss und von der Bergstation der Gondel würde man den Ruggschopf-Schlepper gut erreichen.
Von dort aus gings mit Blick auf Iltios über die blaue Außenrumpiste 29 ins Tal.

Zu allem Überfluss gab es aber auf dieser Talabfahrt noch so ein paar Ar***lochkinder, die vorbeifahrende Skifahrer mit Eisklumpen bewarfen, Flo wurde an seiner eh schon lädierten Stelle am Bein getroffen. Aber er fuhr tapfer bis zum bitteren Ende mit.
Neuer Monitor für Zuhause in der Talstation der Schienenseilbahn.

Einfahrt Bahn Nummer 2.

Ausweiche

Danach gings weiter mit der Pendelbahn zum Chäserrugg. Schon eine tolle Bahn in interessanter Landschaft.

Blick nach Zinggen.

An dieser Stütze gibts ne relativ bequeme Treppe und Klappplattformen, die Mittelstation der neuen EUB macht diesen Zu-/Abgang aber wohl eher überflüssig.

Auch weiter oben ists immer mal wieder braun.

Diese Stütze hats mir angetan, schaut etwas merkwürdig aus, aber ich vertrau mal der Schweizer Ingenieurskunst.

Letzte Stütze.

Blick ins Rheintal.

Blick vom Chäserrugg ins Flachland, ich frag mich ob die schneebedeckten Gipfel in der Ferne Schwarzwald-Gipfel sind...?

Interessante Felsformationen.

Müsste der Blick in Richtung Flumserberg sein.

Zum Pizol-Skigebiet kann man auch schaun.

Der Ruggschopf-Schlepper kurvt interessant, war aber wegen Wind geschlossen.

Schaut zwar nicht so aus, aber es war wirklich bogglhart.

Über eine Waldkreuzung gings Richtung Zinggen.

Insbesondere die Verbindungspisten sind schmal und teils recht coupiert, gefällt mir sehr!
Das sollte dann unser späterer Rückweg werden.

Von dort werden wir kommen.

Hier sieht man mal wirklich, wie stark der Sturm gewütet hatte, wie viel Gemüse auf den Pisten lag...
Da wir nicht genug Schwung nahmen, um gut nach Selamatt zu kommen (in Zinggen ists schon sehr flach) gings nochmal mitm Sessel hoch.

Die 2. Sektion der neuen EUB war schon garagiert.

Von Ruestel gings dann bis ins Tal nach Alt St. Johann. Offen war nur die Piste 39, die ist aber eine der wenigen beschneiten Pisten, weshalb sie sehr gut zu fahren war.
Die Talstation der Kombibahn ist recht kompakt. Beim ersten Mal nahmen wir ne Gondel, um bisschen zu snacken, beim zweiten Mal nen Sessel.

Ähnlich kompakt ist die Bergstation.

Der 1-SL Selamatt - Ruestel ist schon sehr flach, die Trasse voll mit Baumresten...

Diese Wolken hatten sich irgendwie während unseres ganzen Aufenthalts kaum verändert, standen fast statisch am Himmel.

Nach einer Wiederholungsfahrt mit der 4-KSB Ruestel gings zurück in Richtung Iltios, dann einmal mit der PB zum Gipfel, dann zum Ausruhen mit der EUB. Auch die direktere Talabfahrt 33 nach Unterwasser gaben wir uns noch. Diese ging auch überraschend gut, war sie doch sehr wenig befahren, und es gab keine blöden Kinder, die einen bewarfen...

Als Krönung gings dann nochmal hoch zum Chäserrugg, wo uns tolle Lichtspiele erwarteten.

Diesmal nahmen wir die vielbeworbene Ostabfahrt, angeblich eine der schönsten Abfahrten der Alpen. Vor allem landschaftlich könnte sie tatsächlich den ein oder anderen Preis gewinnen, besonders wenn der Gamserrugg so bestrahlt wird.

Weiter unten lag er dann im Schatten, die Abfahrt hatte immerhin mal ganz ordentlichen Schnee.

Blick zurück auf der Piste 18, war schon ziemlich einsam gegen 15:45.

Die Piste 19, also die eigentliche Ostabfahrt, verläuft auf der andere Talseite, diese sparten wir uns leider, aber man kann ja net alles haben.

Auch hier ist die Landschaft sehr reizvoll.

Gegen Ende lag der Säntis fast schon in der Sonne.

Der Gamserrugg-Schlepper hätte noch offen sein sollen, war aber auch wegen Wind zu.

Also nahmen wir noch einmal die 4-KSB/B Oberdorf - Gamsalp, und daraufhin die Piste 10 Warmtobel. Das war nochmal ein richtiges Highlight für mich. Schön durch ein teilweise recht enges Tal und gut coupiert.

Felsen stehen am Rand.

Über die Piste 7 Hägis gings dann zurück ins Tal, schön mit Blick nach Westen.

4min vor Betriebsschluss um 16:45 erwischten wir nochmal den Talsessel.

Oben war dann schon alles in ein schönes Abendlicht getaucht.


Dass wir den Sessel noch erwischten war gut, um zum Auto zurück zu kommen. So konnten wir ab der Bergstation des Schleppliftes Thur querfeldein über das Plateau zum Auto skaten - teilweise über die Loipe - mussten aber gar nicht so viel anschieben.
Wir standen mittig an der Straße, die rechts oben vom eigentlichen Parkplatz aus wegführt.

Die Heimfahrt nach München verlief dann unspektakulär, trotz des Quietschens am rechten Vorderrad. Es war auf jeden Fall ein sehr schöner Urlaub und Toggenburg möchte ich definitiv nochmal bei besserem Schnee und bei Sonne erleben. So wenig gefahren sind wir tatsächlich auch nicht, laut dem Höhenmetertool ca. 8300 Höhenmeter, obwohl wir erst nach 11:30 gestartet sind. Auch nach diesem Tag schon würd ich das Gebiet für mich als gutes Gebiet bezeichnen, auf jeden Fall ist der Mix an Liften und Pisten sehr abwechslungsreich.