Anfahrt: Karlsbad - A8 - Ulm - A7 - Füssen - Fernpass - Imst - Pitztal - Mandarfen in ca. 4:45 h
Wetter: Wolkenlos, strahlender Sonnenschein, um -10°C
Schnee: Pulverschnee, im Tal ca. 100 cm, am Berg entsprechend mehr
Anlagen in Betrieb: Alle
Wartezeit: Keine außer Fahrplantakt Gletscherbahn
Gefallen: Lange keine derart perfekten Skibedingungen mehr gehabt
Nicht gefallen: Gletscherbahn lässt Gäste erst sinnfrei warten und stopft dann die Kabinen bis zum Platzen voll (wie schon mehrfach hier im Forum beanstandet)
Bewertung: 6 von 6 Punkten (7 würde ich auch geben
Wie schon Ende 2012 ging unsere Firmenskifahrt im Januar 2018 ins Pitztal, diesmal mit Unterbringung in einem guten Hotel in Mandarfen. Was soll ich sagen - wir hätten es kaum besser treffen können. Nach den vorangegangenen Schneefalltagen, die weiter westlich Zermatt, Cervinia und Saas-Fee von der Außenwelt abgeschnitten hatten, erwischten wir für unseren Aufenthalt das perfekte Schönwetterfenster mit kalten, aber nicht zu kalten Temperaturen um -10°C, die den Neuschnee konservierten. Die Lawinenwarnstufe war bereits wieder auf 2 gesunken. Sowohl am Rifflsee als auch auf dem Gletscher war recht wenig Betrieb. Die Tagesausflügler aus Deutschland und dem Inntal bevorzugten offenbar Skigebiete mit kürzerer Anfahrt. Bei diesen Bedingungen sorgten die netten Kollegen und besonders meine Kondensstreifengruppe für ein optimales Skierlebnis.
Da sich der Andrang in den beiden Skigebieten des hinteren Pitztals in Grenzen hielt, gab es - mit Ausnahme der lästig dünnen Fahrplantaktung der Standseilbahn - an den Liften keine Wartezeiten. Auf den oft leeren Pisten konnten wir unsere Geschwindigkeitsfreude ausleben, bis das Donnern in den Ohren in ein Brüllen überging. Wegen der perfekten Bedingungen gab es bei uns Speedfahrern keinen einzigen Sturz, das hatten wir im Rahmen der Firmenskifahrten auch noch nicht. In der ersten Betriebsstunde im Rifflsee-Skigebiet blieb es jeweils so leer, dass der Eindruck entstand, in einem Privatskigebiet zu fahren. Auf dem Gletscher rundete die weite Fernsicht von der Aussichtsplattform des Hinteren Brunnenkogels bis zu den Dolomiten mit dem Südalpen-Nebelmeer davor das Erlebnis ab. Das i-Tüpfelchen war die sehr gute Talabfahrt über den "Notweg" durchs landschaftlich schöne Mittelbergtal, die sich von einer normalen Talabfahrt nur noch dadurch unterscheidet, dass sie nur auf zwei Raupenbreiten präpariert ist und dass es sich aus rechtlicher Sicht um einen teilweisen Schwarzbau handelt, der so nie genehmigt wurde, aber behördlich toleriert wird. Klasse: Man kann von der Bergstation Hinterer Brunnenkogel / Wildspitzbahn von 3430 m bis Mandarfen / Talstation Rifflseebahn auf 1680 m ohne Unterbrechung abfahren und überwindet dabei 1750 Höhenmeter am Stück - das gibt's in den Alpen nicht oft. Bei unserem Besuch gab (geschätzt) mindestens die Hälfte der Gletscherbesucher dem "Notweg" den Vorzug vor der Talfahrt mit der Standseilbahn. Bei einer unserer Talabfahrten setzte der Heli dort einen Notarzt zur Behandlung eines Verletzten ab. Welche versicherungsrechtlichen Probleme jemanden, der vom Notweg geborgen werden muss, zuhause erwarten, weil der Unfall außerhalb des offiziellen Pistengeländes geschah, bleibt offen. Auf der Talabfahrt hat umsichtiges Fahren klaren Vorrang vor Geschwindigkeit, und wegen der schmalen Präparierung sollten weniger fortgeschrittene Skifahrer besser mit der Seilbahn ins Tal zurückfahren.
Fazit:
Wie schon oben erwähnt, hatten wir einfach perfekte Skibedingungen. Und wenn man die im hinteren Pitztal vorfindet, steht einem tollen Wochenend-Skierlebnis nichts mehr entgegen. So darf meine Saison gern weitergehen.
60 Fotos:
Pistenplan Rifflsee und Gletscher.
Talstation Rifflseebahn in Mandarfen.
Bergfahrt in der Rifflseebahn mit Tiefblick auf Mandarfen.
Grubenkopfbahn im Skigebiet Rifflsee. Lecker Schneebedingungen und fast niemand auf der Piste.
Morgenstund hat Gold im Mund ...
Privatskigebiet Rifflsee bis 10 Uhr.
Schwarze Abfahrt Grubenkopf.
Rote Abfahrt Grubenkopf gegen Watzespitze.
Nochmal die Rote.
Die schwarze Abfahrt war sonniger ... alle sichtbaren Skifahrer sind aus meiner Gruppe.
L - E - E - R .
Abfahrt zur Muttenkopfbahn im Rifflseegebiet.
Grubenkopf von der Bergstation Muttenkopfbahn gesehen. Aus dieser Perspektive fallen die ungewöhnlich heftigen Pistenbaumaßnahmen deutlich auf.
Rifflseehütte.
Nochmal runter in den Schatten zur Muttenkopfbahn. Sagte ich L - E - E - R ?
Weiter austoben am ...
... Grubenkopf, ...
... bevor es ...
... hinunter geht zum ...
... Gletscherexpress. Vor 10 Jahren hieß der noch "Pitz-Express". Da haben sich wohl mal wieder die Marketingleute eingebracht ...
Wir fahren gleich weiter hinauf mit der Wildspitzbahn auf den Hinteren Brunnenkogel, höchster Punkt des Skigebiets und mit 3428 m höchste Seilbahn Österreichs.
Blick von der Aussichtsplattform Hinterer Brunnenkogel aufs schicke Café 3440. Optisch sehr gelungen, aber wegen der reduzierten Speisekarte des 3440 gaben wir für die Mittagseinkehr dem Hauptrestaurant Kristall den Vorzug.
Wildspitze, mit 3768 m höchster Berg Tirols und zweithöchster Österreichs. Die Szenerie kann locker mit Monte Rosa oder Bernina mithalten.
Tiefblick vom Hinteren Brunnenkogel auf die Piste der Mittelbergbahn.
Aussichtsplattform Hinterer Brunnenkogel mit Watzespitze.
Gratabfahrt vom Hinteren Brunnenkogel ...
... zum Einstieg in die leckeren roten und schwarzen Abfahrten, die im Januar etwas schattig sind.
Kurz vor der Talstation der Mittelbergbahn.
Bergfahrt in der 8EUB Mittelbergbahn unterer Streckenabschnitt ...
... und oberer Streckenabschnitt.
Auf dem Gletscher ist es bei unserem Besuch nicht wesentlich voller als im Rifflseegebiet. Sonnenschein auf leeren Pisten mit tollem Panorama ... feine Sache!
Abfahrt unter der Mittelbergbahn hindurch.
Talstationen Wildspitzbahn und SCHL Brunnenkogel.
Wieder hinauf auf den Hinteren Brunnenkogel mit der Wildspitzbahn, die nicht auf die Wildspitze fährt. Ich mag diese roten EUB-Kabinen, die sich so schön von Schnee und Himmel abheben.
Der Schatten auf den Pisten des Hinteren Brunnenkogels nimmt nachmittags schnell zu.
Im SCHL Brunnenkogel. Schön lange Anlage.
Seine Abfahrten waren um 14:30 Uhr leider schon komplett im Schatten ... es ist halt Januar.
Also verbrachten wir den Rest des Nachmittags lieber in der Sonne auf den Abfahrten der Mittelbergbahn.
Nachtrodel-Event am SCHL Mandarfen. Dass für diesen Zweck einfach der Liftteller unter die Querstrebe des Schlittens geklemmt wird, habe ich so erstmalig erlebt. Ganz zuverlässig funktioniert das aber nicht - mit etwas Pech flutscht der Teller raus.
Am Tag 2 unserer Firmenskifahrt waren die Verhältnisse nicht anders als am Vortag. Traumhaft leere Pisten am Rifflsee.
Abfahrt Muttenkopfbahn.
Hinunter nach Mittelberg zur Gletscherbahn.
Eine der roten Abfahrten der Wildspitzbahn am Hinteren Brunnenkogel.
Dito ... und immer noch (oder mal wieder) L - E - E - R .
Am 2. Tag war mehr Zeit fürs Genießen des Panoramas von der Aussichtsplattform auf dem Hinteren Brunnenkogel. Das hier sind die Dolomiten ... zu sehen u.a. mit den Sextenern Zwölferkofel/Paternkofel/Drei Zinnen links und Tofanagruppe/Geislerspitzen rechts.
Zoom Tofanagruppe / Antelao / Geislerspitzen
Noch mehr Zoom nur auf Antelao und Geislerspitzen.
Zoom in die Stubaier Alpen zum Skigebiet Stubaier Gletscher. Zu sehen sind wohl SCHL Windachferner und Sesselbahn Wildspitz.
Blick hinunter ins Pitztal mit der Hohen Geige am rechten Bildrand. Da war ich 2002 drauf - unschwierige Tour, aber konditionell anspruchsvoll mit 1800 Höhenmetern ab Plangeroß.
Und noch mal der Prachtblick zur Wildspitze, auf der ich 2002 im Rahmen der selben Wanderwoche war.
Abfahrten am Hinteren Brunnenkogel vormittags noch mit Sonne.
Mittelbergbahn - für mich ein Hingucker.
Blick ins Söldener Nachbarskigebiet mit der EUB Schwarze Schneid und der Talstation des SCHL Karleskogel, der womöglich nicht mehr in Betrieb gehen kann, weil seine bereits verkürzte Trasse der letzten Jahre inzwischen teilweise auf Eisbruch steht.
Die Wildspitze mit einem ihrer Eisbrüche im Nachmittagslicht.
Talabfahrt über den Notweg, hier noch auf dem Gletscher.
Talabfahrt über den Notweg im Mittelbergtal.
Serpentinen im Steilhang.
Weiter unten.
Kurz vor Mittelberg.
Und nach Fortsetzung über den Ziehweg von Mittelberg nach Mandarfen endet der Spaß nach 1750 Höhenmetern an der Talstation der Rifflseebahn. Toll!