Letzte Station meiner kleinen MagicPass-Tour war das Skigebiet Villars-Gryon. Morgens fiel die Wahl wieder nicht leicht, da viele Skigebiete nur während des Betriebs ihre interaktiven Pistenpläne pflegen und ansonsten alles geschlossen melden – ach was, wer hätte gedacht, dass ein Skigebiet nachts um 3 nicht offen hat…
Da also die Skigebiete im Val d’Annivers, Crans-Montana und Anzere nicht in der Lage waren Kundeninfo zu betrieben fuhr ich nach Villars-Gryon, da die es fertig gebracht haben, frühzeitig den Plan zu aktualisieren und dort zumindest circa das halbe Gebiet geöffnet sein sollte. Der Sektor von Les Diablerets blieb komplett geschlossen.
Kurz nach 9:00 war ich dann in Gryon an der alten 4EUB und begann den Skitag, an dem sich die Wolken oben recht schnell lichteten und den ganzen Tag über im Tal die Wolkenschickt aber blieb. Endlich schien also auch mal die Sonne und man sah auch was von dem, wo man Ski fuhr. Ich hatte bereits sehr harte und ruppige Pisten erwartet, aber die Pistenpräparation war dann in Echt leider noch absolut miserabel. Es fiel mir übrigens generell in den besuchten Skigebieten aus, dass die Präparation planlos und auf sehr niedrigem Niveau war. Alle mir bekannten österreichischen Gebiete sind da Klassen besser, wirklich alle Gebiete. Gerade am Morgen musste man in Villars-Gryon also sehr bezüglich der Präparation aufpassen, sodass man nicht in einen halben Meter tiefen Graben fährt, oder die Präparation einfach nach einer Kuppe endet.
Das Personal war hier auch vor allem an der 4EUB aus Gryon teilweise hoffnungslos überfordert, gerade wenn mehr Andrang war. Der Lifter nahm einen die Ski ab, um sie in die Köcher zu stellen. Aber wenn viel los ist, war er halt zu langsam und so fuhren doch viele Kabinen leer hoch. Auch konnte man immer erkennen, dass er jedes Mal hat überlegen müssen, wie viele Leute in die Gondel gehen, wie viele schon drin sind und war er eigentlich mit den Ski in seiner Hand machen soll. An der Bergstation das Gleiche. Auch gab es Liftstopps, die absolut keine Notwendigkeit hatten, da nix passiert war. Ich habe mich auch zeitweise gefragt, ob das Skigebiet auf Kinderarbeit setzt, da kein Liftbediensteter älter als 18 Jahre aussah, aber das kann natürlich täuschen. Die Unprofessionalität ist aber in mehreren besuchten Gebieten auffällig gewesen.
Landschaftlich war der Tag top. Der Blick Richtung Mont Blanc ist atemberaubend. So etwas kenne ich aus Österreich einfach nicht.
Los war heute aber sehr viel. Wartezeiten von 1-2min waren die Regel und vor allem die Piste am Grand Chamossaire war sehr voll. Den Andrang konnte gut mit Tirol in der Hauptsaison mithalten. Generell war ich über den großen Andrang sehr überrascht, da ich das in der Schweiz im Januar nicht erwartet habe. Heute waren vor allem viele Schulen unterwegs, aber auch zahlreiche Touristen.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:

Blick am Morgen zum Croix des Chaux

Bergstationskomplex Gryon

Der schöne Hang am Tellerlift Plan Metroz

Ausblick von der Bergstation der 4KSB in Gryon. Die hohen Wolken sollten sich bald verziehen, im Tal blieben sie aber hartnäckig

Zufahrt nach Les Chaux

Sehr prominent ist der Blick zum Grand Chamossaire. Irgendwie erinnert mich der Berg an das Kitzbüheler Horn

Bergstationskomplex Chaux Ronde

Blick auf Bretaye. An den Schleppliften hier runter gibt es wahnsinnig viele Varianten

Ausblick vom Grand Chamossaire. Einfach toll. Die Abfahrten sind auch echt schön, aber unten raus seeeeeeeeeehr ruppig.

Nebelmeer im Tal

Das Panorama vom Grand Chamossaire ist einfach überragend. Da hätte ich mich ewig satt sehen können. Allein dafür hat sich der Skitag gelohnt

Blick Richtung Les Diablerets

Abfahrt am Grand Chamossaire. Leider viel los hier, aber die Abfahrten sind echt schön

Genau so sollte Winter sein

Der Schlepplift nach Roc d’Orsay bleib geschlossen

Die Sesselbahn Lac Noir – Chaux Ronde hatte am Mittag einen längeren Defekt. Im Hintergrund sieht man noch die Verbindungsbahn nach Les Diablerets

Abfahrt Richtung Wolken nach Villars

Zufahrt nach La Rasse. Von Villars kommend ist die Abfahrt eine lange und recht flache Angelegenheit

Die direkte Abfahrt an der 4KSB in Gryon war gesperrt, weil man es nicht fertig gebracht hat, das Stück neben dem Speicherteich zu walzen. Faulheit? Unfähigkeit? Warum auch immer?

Zum SL Fracherets war nur eine Pistenvariante geöffnet. Die anderen Pistenvarianten hat man teilweise mittendrin gewalzt, aber entweder unten oder oben nicht mit anderen Pisten verbunden. Warum ist mir ebenfalls schleierhaft…

Die alte 4EUB aus Gryon

Auch die Abfahrt Richtung Gryon führt in den Nebel

Der Mont Blanc zierte sich mit einer interessanten Wolkenhaube

Auf der Talabfahrt nach Villars, die im oberen Stück parallel zur Bahn läuft. Die Bahn war aber im oberen Teil geschlossen und wurde erst wieder von den Schneemassen befreit

Dito

An der Bergstation der Gondel aus Villars


Im Hintergrund wieder der Mont Blanc

Am SL Fracherets

Ausblick von der Bergstation in Gryon

Und nach diesem abschließenden Blick ins Wolkenmeer ging es dann um 16:15 ins Tal. Die Lifte wären noch bis 16:45 weiter gelaufen, aber irgendwann musste ich dann doch mal heim
Fazit:
Landschaftlich ist Villars-Gryon ein Top-Gebiet, skitechnisch waren nicht allzu viele spannende Abfahrten geöffnet. Wie das aussieht, wenn alles geöffnet ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Die miserable Präparation hat leider einiges an Spaß gekostet. Heute habe ich auch gar keine gute Präparation erwartet, aber so schlecht musste es dann doch nicht unbedingt sein. Auch hat das Gebiet eher etwas laienhaft geführt gewirkt.
Daten:
Dauer: 7h3min
Pistenkm: 68,31km
Höhenmeter: 12.479hm
Vmax: 68km/h
Vavg: 21km/h
Fazit der Skitage im Magicpass-Bereich:
Landschaftlich spielen die Skigebiete im Wallis und auch im Waadtland in einer eigenen Liga. Diese Höhenunterschiede ins Tal, das Gelände und die Hochalpinität sind einfach beeindruckend, auch wenn ich diese bei Weitem nicht in Gänze habe erleben dürfen. Ich muss auf jeden Fall wieder her kommen, um das noch zu erleben. Die Skigebiete haben damit also die Möglichkeit, in der absoluten Top-Liga zu spielen – aber dennoch tun sie es nicht in meinen Augen.
Grund dafür ist der laienhafte Betrieb der Gebiete, die ich besucht habe. Vor allem ist da Vercorin und Villars-Gryon zu nennen. Die Gründe für Villars-Gryon habe ich oben ja beschrieben. In Vercorin war man jedes Mal um 9:00 überrascht, dass Leute zum Skifahren kommen und man war sich dann unsicher, was man tun soll. Man hat sich dann immer entschieden, das Skigebiet bis zur Mittelstation zur öffnen, oben haben sie dann erst mit der Präparation begonnen. Am Montag war das besonders auffällig. Der Lifter öffnete, wie immer in den Gebieten in denen ich war zu spät, die Gondel und lies mich bis zur Mittelstation fahren. Der Liftler an der Mittelstation schaute verdutzt, dass da jemand aussteigt. Leider war der Bahnsteig zu dem Zeitpunkt noch mit 50cm Schnee belegt, da sich der Liftler wohl gedacht hat, die Vorbereitungszeit, die er sicherlich in seiner Sicht hat, wäre zum Kaffetrinken. Nachdem ich dann 2mal bis zur Mittelstation gefahren war, hat er dann mal auch angefangen den Bahnsteig zu räumen. An der oberen Sektion war eine Pistenraupe im Einsatz und fuhr planlos kreuz und quer über die Piste und machte dabei mehr kaputt, als gut. Vor allem, wenn sie mal wieder ohne zu walzen fuhr. Bei der dritten Fahrt war der Bahnsteig dann schön geräumt, aber leider hat dann der Pistenraupenfahrer beschlossen, den Schnee, den er vor sich herschob wieder auf den Bahnsteig zu schieben, sodass der arme Liftler an der Mittelstation noch einmal von vorne beginnen durfte. So etwas planloses und hilfloses, wie die Betriebsvorbereitung in Vercorin habe ich noch nie erlebt – echt armselig. Man könnte meinen, die betreiben zum ersten Mal ein Skigebiet und Schnee haben die auch noch nie gesehen. Auch in den anderen Gebieten konnte man zu Betriebsbeginn nicht pünktlich öffnen, wohl ein Grundproblem in der Gegend also.
Ich fasse es kaum, dass ich das sage, aber die Unpünktlichkeit und Unprofessionalität hat mich in der Schweiz echt überrascht, denn das sind ja nicht die Tugenden, die man Schweizern nachsagt. Vielleicht liegt das aber auch am großen französischen Einfluss in der Romandie
Jetzt aber genug mit dem Gemecker – ja, betrieblich und so können sich die Gebiete dort noch viel aus AT abschauen, aber das ist ja auch nicht alles. Die Leute in den Gebieten waren allesamt sehr freundlich und höflich und nahmen das ganz gelassen, dass ich kein Französisch kann und waren sehr aufgeschlossen, wo ich her käme, was ich hier mache, wie es mir gefalle, etc. – sehr sympathisch meines Erachtens. Die netten Menschen und die tolle Landschaft machen einen Reiz aus, der mich auf jeden Fall sagen lässt, dass ich dort diese Saison noch einmal Skifahren MUSS – hoffentlich dann bei besserem Wetter und mehr geöffneten Anlagen, denn irgendwie hat mich die Gegend doch gepackt