Starlis Restgletscherdokumentation machte ein sehr abschreckendes Bild von einem Skitag am Stubaier auf mich, ABER ich war noch nie bei so einem Pistenzustand Skifahren und das musste ich einfach mal ausprobieren. Man hat ja eh nix zu verlieren, denn wenn es keinen Spaß macht, fährt man halt früher runter und geht wandern.
Der aktuelle Zustand am Stubaier Gletscher ist schon krass. Während Sölden, Pitztal und auch Kaunertal noch etwas Naturschnee haben, liegt am Stubaier einfach rein gar nichts an Schnee. Die Pisten bestehen aus Blankeis mit vereinzelt eingeschobenen Schneeflecken, die es echt anspruchsvoll zu fahren machen. Aber wirklich Spaß zu fahren macht das Ganze in meinen Augen nicht. Am Daunferner ist vor allem der Bereich der Liftkreuzung im oberen Teil komplett schneefrei. Am Eisjoch liegt zwar etwas mehr Schnee, dafür ist es dort aber fürchterlich steinig.
Es wäre eigentlich besser, wenn der Stubaier für den Normalbetrieb schließt. Was die Rennfahrer machen ist mir egal, aber für „normale“ Leute ist der aktuelle Betrieb eigentlich nicht geeignet.
Los war nicht viel, hauptsächlich Rennfahrer, aber wen wunderts. Normale Skifahrer lockt man mit dem Angebot nicht an. Das Wetter war ein Wechsel aus Sonne und Wolken und dazu bließ starker Wind, der doch recht unangenehm war.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:

Morgens an der Talstation Eisgratbahn. Im Vergleich zu einer Doppelmayr-3-S-Bahn gefällt mir diese Leitnerbahn einfach nicht. Es fehlen einfach wichtige Komfortmerkmale, wie z.B. Möglichkeiten zum Aufhängen der Ski in der Kabine

An der Mittelstation stieg ich auf die Gamsgartenbahn um. Hier dann der Seitenblick aus der Gamsgartenbahn auf die Eisgratbahn

Blick auf den Gamsgarten. Es liegen noch ein paar Restschneehaufen des letzten Beschneiungsversuchs herum

Talstation Rotadl, der als Zubringer zum Daunferner gebraucht wird

Am Daunferner dann mehr Eis als Schnee. Der starke Wind tut dann leider noch sein übriges und trägt das bisschen Schnee, das noch da ist auch noch weg

Daunferner nach unten. Die Verhältnisse sind verdammt schwierig zu fahren

Auf der anderen Seite des Daunferners. Auch hier mehr Eis als Schnee

Daunferner

Blick Richtung Eisgrat. Die Verbindung dorthin war die einzige Stelle im Gebiet mit ausreichend Schnee – Depot sei Dank

Blick Richtung Eisjoch

Bergstation Rotadl

Blick zum Eisgrat

Blick am Eisjochferner nach oben. Auch hier sehr viel Eis, wenn auch weniger als am Daunferner. Dafür gibt es hier aber Steine ohne Ende. Ein Mitarbeiter der Bergbahnen war unterwegs zum Steine einsammeln, aber bei der Masse an Steinen, die hier rumliegt hat er überhaupt keine Chance etwas zu verbessern – leider

Abfahrt Eisjoch
Ich hatte sehr schnell genug von den schlechten Verhältnissen. Nach ca. 2h auf Ski ging es wieder ins Tal und von dort weiter zum Patscherkofel. Die neue Bahn dort bin ich noch nie gefahren, also wird es mal Zeit dafür. Die Wanderung ging dann im starken Wind von der Bergstation der Patscherkofelbahn zum Gipfel und dann über Boscheben wieder zurück.

Talstation Patscherkofelbahn. Aufgrund des starken Winds waren die beiden Sektionen getrennt.

Ausblick von der Bergstation ins Stubaital

Patscherkofelbahn vor Inntal

Blick ins Stubaital

Gipfelaufbauten Patscherkofel

Blick vom Gipfel auf Innsbruck

Inntal gen Osten

Inntal gen Westen

Und dann als Panorama


Wanderweg Richtung Boscheben

Rückblick zum Gipfel


Zoom zur Seegrube

Seegrube und Hafelkar an der Nottkette
Fazit:
Diese miserablen Bedingungen zu erleben waren es mir wirklich mal Wert unter so widrigen Bedingungen Ski zu fahren. Es ist eigentlich schon krank, mit welchem Pistenzustand der Stubaier hier ins Rennen geht, denn eigentlich ist dieser Zustand für normale Skifahrer nicht geeignet. Auch mir selbst macht das Skifahren bei solchen Bedingungen, wie ich nun nach diesem Test weiß, keinen wirklichen Spaß – aber ausprobiert haben wollte ich es schon. Alle anderen von mir besuchten Gletscher (Sölden, Pitztal und Kaunertal) haben erheblich bessere Verhältnisse vorzuweisen und sind daher m.E. dem Stubaier Gletscher deutlich vorzuziehen. Es ist erstaunlich, wie viel schlechter der Zustand im Stubaital ist. Haben die keine Depots o.ä., mit denen sie ein halbwegs annehmbares Angebot hätten schaffen können?