
Die alljährlichen Kerker-Tours mit Familie und Freunden standen wieder ins Haus... Nach 2016 haben wir uns erneut für das Gasteiner Tal entschieden, nachdem vom damaligen Besuch schneebedingt noch eine Rechnung offen war. Untergekommen sind wir wieder im Hotel Germania in Bad Hofgastein. Ist zu empfehlen - Essen sehr gut und Service sehr nett. Thermalbad und Sauna sind auch schön, aber leider war der Whirlpool defekt.
Dass es diesmal keine schneebedingten Mängel geben würde, war erfreulicherweise schon bei der Anreise klar, nur der Wetterbericht verhieß nicht gerade Kaiserwetter. Aber unterm Strich hat es noch halbwegs gepasst - mit Licht und Schatten eben...
Tag 1: Donnerstag, 24.01.2019
Für den ersten Tag haben wir uns die Skischaukel Dorfgastein-Großarl ausgesucht. Nach einer staufreien nächtlichen Anreise treffen wir bereits um 08.30 an der Talstation in Dorfgastein ein. Wir fahren zum Gipfel und genießen die erste Talabfahrt bei perfekten Verhältnissen.

Nach der zweiten Bergfahrt wechseln wir zunächst auf die Großarler Seite. Bereits morgens fällt uns auf, dass sehr wenig los ist.

Im oberen Bereich ist die Sicht etwas diffus, aber es lässt sich schön fahren.

Die Präparation der Pisten ist auf der Gasteiner Seite besser - in Großarl finden sich einige Absätze zwischen den Raupenspuren und teilweise viele kleine Knollen auf der Piste.

Aber wirklich störend ist das nicht - dafür haben wir das Skigebiet fast für uns allein.

Wir vergnügen uns ausgiebig auf der Großarler Seite und fahren dort alle Pisten ab.

Gegen Mittag wechseln wir wieder nach Dorfgastein. Das Wetter ist etwas wechselhaft - ab und zu ziehen Wolkenfetzen oder Dunst durch, während die Sonne dagegen ankämpft. Insgesamt wird es aber etwas heller.

Nach der Mittagspause sind wir dann vollends begeistert: Das Skigebiet ist nun beinahe komplett leer. Ich lasse die nächsten Bilder mal unkommentiert - sprechen glaube ich für sich.




Nachdem wir uns auf dieser Seite ausgetobt haben, wechseln wir nach einer weiteren Talabfahrt nochmal nach Großarl.

Hier vergnügen wir uns ebenfalls noch ein Stück, bevor es dann zurück geht.


Ein super erster Skitag - und mit 10.173 Höhenmeter lt. Skiline waren wir auch ganz ordentlich unterwegs. Ein paar kleine Abstriche gibt es nur für die schon angesprochene Präparation - trotz wenig Betrieb waren die Pisten vor allem auf Großarler Seite nachmittags oberflächlich eher zerfahren und drunter sehr hart.
Tag 2: Freitag, 25.01.2019
Heute schaut es nicht so gut aus... Über Nacht hat es geschneit und die Berge sind in Wolken. Wir fahren natürlich trotzdem frühzeitig mit dem Skibus (Haltestelle direkt vor dem Hotel) zur neuen Schlossalmbahn. Meine Meinung dazu: Insbesondere die Talstation ist ja schon ein sehr wuchtiger Bau. Aber architektonisch durchaus gelungen, die Gestaltung und die Farbgebung gefallen mir gut. Bei der ersten Auffahrt sitzen wir dann oberhalb der Mittelstation im Nichts, denn die Wolkensuppe verschlingt uns. Wir machen uns deshalb auf den Weg in Richtung Angertal, wo die Abfahrten im Wald liegen und die Sicht etwas besser wird.

Ordentlich kalt ist es heute. Auf den Pisten liegen einige Zentimeter frischer Pulver, so dass man schöne Spuren ziehen kann.

Die Angertalabfahrt ist in einem Topzustand und super zu fahren. Auch heute ist wieder sehr wenig los.

Nach einer frühzeitigen, dafür etwas längeren Mittagseinkehr fahren wir wieder hoch zur Schlossalm. Das Wetter soll sich nachmittags bessern.

Und tatsächlich, als wir zur Hohen Scharte rauffahren wird es deutlich heller, dafür pfeift aber auch ein ziemlich frischer Wind.

Bei unserem letzten Besuch war die Hohe Scharte wegen Schneemangel geschlossen. Diesmal aber nicht - und wir fahren sie gleich zwei Mal. Ist eine landschaftlich sehr schöne und abwechslungsreiche Hintenrum-Abfahrt, die uns großen Spaß macht. Nur die Marketingabteilung hat mit "Salzburgs längster Talabfahrt" wieder mal ganze Arbeit geleistet: 10,4 Kilometer sind angegeben - wenn ich nachmesse, komme ich selbst mit der blauen Familien-Talabfahrt nur auf 7,6 Kilometer.

Kanone mit Mütze am Aeroplanstadel...

Stützenkombination - ein schönes Motiv.

Wir fahren natürlich auch die neue H4.

Ist eine schöne Abfahrt geworden und macht Spaß zum Fahren.

Im Vergleich zu gestern haben wir es heute wetterbedingt etwas ruhiger angehen lassen und kommen nur auf 7.873 Höhenmeter. Wir lassen den Skitag im Aeroplanstadel ausklingen und fahren erst ins Tal, als es schon dunkel ist, was sich als gar nicht so einfach erweist. Aber den letzten Skibus erwischen wir noch.
Tag 3: Samstag, 26.01.2019
Über Nacht hat es wieder einige Zentimeter geschneit und morgens erwartet uns wieder eine Nebelsuppe. Wir fahren mit dem Skibus durch bis ins Angertal, wo wir uns trennen: Der Großteil bleibt bei den dortigen Waldabfahrten, während wir zu dritt sofort nach Bad Gastein fahren, um dort mit dem Skibus die Talseite für etwas Nostalgie-Ski zu wechseln:

Was soll ich sagen... Ein leeres, entschleunigtes, wunderbares Privatskigebiet erwartet uns. Alle Abfahrten an den beiden Sektionen sind in einem traumhaften Zustand - genial zu fahren, super griffig, nicht so hart und vor allem unmodelliert mit Kanten, Wellen, Querneigungen usw... Ich hatte schon ganz vergessen, wie schön das sein kann! Nachdem es vormittags zunehmend schneit, kehren wir frühzeitig auf der urgemütlichen, gastfreundlichen Graukogelhütte ein. Nach der Pause liegen 10 cm frischer Pulver auf den Pisten, was die ohnehin schon perfekten Abfahrten noch genialer macht.

Der Graukogel ist definitiv der Lichtblick der diesjährigen Kerker-Tours.

Vor lauter Begeisterung vergesse ich beinahe das Fotografieren, so dass ich von diesem vortrefflichen Skigebiet leider gar nicht viele Bilder habe.

Am Nachmittag wechseln wir wieder mit dem Skibus Richtung Stubnerkogel - an der Haltestelle bietet sich ein schöner Blick auf das mondäne Bad Gastein. Aber irgendwie hat man auch den Eindruck, dass der Lack der früheren Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte hier und dort doch schon etwas ab ist...

Vom Stubnerkogel fahren wir wieder ins Angertal ab. Das ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht: Die Pisten sind zerfahren, der Untergrund extrem hart und die Mischung aus Kunst- und Naturschnee viel aggressiver als der reine Naturschnee am Graukogel. Ein völlig anderes Skifahren.

Über die Hamburger geht es wieder in den Aeroplanstadel. Nachdem auch heute wenig los ist, lässt es sich noch halbwegs gut fahren, aber natürlich haben sich schon viele Haufen gebildet.

Diesmal versumpfen wir auch nicht und fahren noch bei Tageslicht ins Tal...

Heute waren es nur 5.490 Höhenmeter. Aber die meisten davon - nämlich die am Graukogel - traumhaft schön. Da kann nicht einmal das Wetter für Minuspunkte sorgen. Für mich eine herausragende Skigebiets-Entdeckung, die hoffentlich noch lange in dieser Form erhalten bleibt!
Tag 4: Sonntag, 27.01.2019
Um die lange Heimreise etwas abzukürzen und den Grenzkontroll-Stau vor Bad Reichenhall zu umgehen, haben wir uns schon im Vorfeld auf einen Skigebietswechsel geeinigt. Wir checken aus dem Hotel aus und fahren nach Maria Alm, um den letzten Skitag am Hochkönig zu verbringen, wo wir gegen 10 Uhr starten. Bei der Auffahrt sieht es schon mal ganz gut aus, aber wir merken schon an der Talstation, dass heute einiges los ist.

Das Wetter sieht schon mal brauchbar aus, und im Tagesverlauf soll es schöner werden. Was uns allen bereits vormittags auffällt: Präparation wurde letzte Nacht anscheinend nicht sonderlich groß geschrieben. Die Pisten sind schon morgens arg zerfahren, es bilden sich bereits Haufen und drunter sind sie bretthart.

Wir starten zum "Klassiker" Königstour. Von Westen her kommt schon das schöne Wetter.

Die Gabühelabfahrt ist schon vormittags kein großer Spaß mehr. Von der neuen Bahn stehen schon etliche Stützen - einerseits gut, dass dieses Nadelöhr beseitigt wird, andererseits ist der alte Zweiermeier aber auch wieder herrlich entschleunigt...

Den Rest des Vormittags habe ich den Foto wohl vergessen... Wir fahren die Runde bis runter nach Mühlbach, machen Mittag auf der Tiergartenalm (bei gutem Essen und einem überforderten Kellner) und dann geht es langsam auf den Rückweg.

Das Wetter wird immer besser, die Pisten leider nicht.

Aber dafür werden wir mit herrlichem Bergpanorama entschädigt.


Immerhin haben sich die Leute jetzt ganz gut verteilt - im Gegensatz zum Vormittag ist es nun an den Liften und auf den Pisten wieder recht ruhig.

Es wird schon schattig auf dem Rückweg Richtung Dienten. Im oberen Teil der Abfahrt geben wir dem Ziager den Vorzug, nachdem der steilere Pistenabschnitt schon recht verbuckelt ist.

Bei der Auffahrt mit der Gabühel-DSB geht es an dieser Hütte vorbei. Wir sehen hier den ersten Stock. Im Vergleich zum Gasteiner Tal (auch da war viel Schnee) ist die Schneelage hier im Gebiet nochmal deutlich höher.

Meine persönlich letzte Fahrt mit dem Zweiermeier - für die Faschingswoche ist diesmal kein Abstecher zum Hochkönig geplant.

Der Tragödienhang - es ist jetzt nicht so, dass er problematisch wäre, aber genau für solche Verhältnisse habe ich einfach nicht den geeigneten Ski. Nun ja, wir müssen ja auch nicht mehr da runter.

Die Abfahrt an der Sinalcobahn ist oben noch super, der Schnee schnell und wir können es schön laufen lassen. Wider Erwarten ist sogar der Schlusshang noch gut fahrbar und wir haben nochmal eine schöne Abfahrt.

Dann kommt auch schon die letzte Liftfahrt - bei nunmehr schönstem Winterwetter machen wir uns auf die letzte Abfahrt und genießen nochmal den Panoramablick über das Saalfeldener Becken auf die Leoganger Steinberge.

Und auch der Hochkönig strahlt bei der finalen Talabfahrt - die überraschenderweise noch in sehr gutem Zustand ist - zum Abschied in der Nachmittagssonne.

6.581 Höhenmeter waren es heute, Stress haben wir uns also keinen gemacht. Aber Skispaß hatten wir
Tja, das war es dann auch wieder mit den Kerker-Tours 2019. Schee war's. Um halb vier machen wir uns auf den Weg Richtung Heimat, machen einen Ausstiegs-Halt in München und einen Einkehrschwung in Kinding (wie immer - Gasthof zum Kreuz - SEHR zu empfehlen!!!) und um halb elf bin ich dann auch wieder daheim.
Im Vergleich zum Erstbesuch vor 3 Jahren hat mir das Gasteinertal sehr gut gefallen. Natürlich hat die ausgezeichnete Schneelage dazu erheblich beigetragen - aber die Skigebiete sind durchaus schön und abwechslungsreich. Selbst das an den ersten drei Tagen eher durchwachsene bis schlechte Wetter hat diesmal kaum gestört. Wie schon geschrieben war mein persönliches Highlight der Graukogel, aber auch die Abfahrt von der Hohen Scharte war recht eindrucksvoll. Das (hier wohl noch vorhandene) Januarloch war ebenfalls sehr angenehm und bescherte uns überwiegend leere Pisten. Die Modernisierung der Schlossalm wertet das Gebiet sehr gut auf. Insgesamt bleibt es bei meinem Gesamturteil - für eine ganze Woche wäre es mir zu wenig (ok, Sportgastein wäre auch noch da), aber für ein paar schöne Skitage sind die Gebiete bestens geeignet. Mit dem Hotel waren wir auch wieder recht zufrieden, mit Ausnahme der letzten Nacht. Am Abend erwartete uns nämlich eine Busgruppe irgendeines Motorsportclubs, die erst durch die Bank rotzbesoffen im Hotel eingelaufen ist, dann zum Weiterfeiern in den Ort abzog und schließlich bei der nächtlichen Rückkehr meinte, nochmal das ganze Hotel wecken zu müssen. Aber naja, so is des halt...
Die nächsten Kerker-Tours sind natürlich auch schon wieder in Planung - 2020 soll es in den Bereich Mittersill gehen. Falls jemand dort ein nettes, bezahlbares Hotel mit etwas Annehmlichkeiten (Hallenbad und/oder Sauna und/oder Whirlpool) kennt, freue ich mich über entsprechende Hinweise per PN!
