
Die Auffahrt von Sierre zieht sich doch sehr. Zunächst erreicht man eigentlich St. Luc/Chandolin. Dieses zweite Gebiet vom Val D`Anniviers spricht mich aber von den Bildern her nicht so an wie Grimentz-Zinal, ist doch das Gebiet seit wenigen Jahren miteinander verbunden. Zusätzlich lockt natürlich die lange, schwarze Chamois-Piste. Erwartungen hatte ich vor dem Besuch wenig - außer, dass die Landschaft recht nett sein sollte und wir hier eher abseits der großen Touristenströme unterwegs sein sollten.
Ganz so leer, wie gedacht, wars dann letztendlich nicht - wir hatten trotzdem einen tollen Tag in dem französich sprachigen Tal (Wo genau liegt hier im Wallis eigentlich die Grenze?). Was aber schon zu traf: Es ist ein komplett anderes Skifahren, viel gemütlicher, viel ursprünglicher, viel echter. Hier ist das Skifahren eben noch das Skifahren - die hohen Walliser Berger die perfekte Kulisse für einen Außensport im Schnee. Mehr braucht es nicht und das ist auch gut so!

^^ Los gehts in Grimentz mit der Bendolla EUB. Das besondere an der Bahn: Sie hat in der Bergstation ein Obergeschoss, auf das man per Kettenförderer gebracht wird. Cool!

^^ Oben etwas Disneyland. Blick nach rechts zur Crets DSB, die kommende Saison zusammen mit dem Lona1 KSSL gestrichen wird und mit einer 6KSB ersetzt wird.

^^ Wenn der Ersatz mit der 6KSB kommt, wird auch die 4KSB Grand Plans entlastet werden. Wir waren etwas überrascht, hier in Grimentz so viele Leute anzutreffen. Der Warteschlangenbereich könnte auch besser gestaltet sein...viele standen den Hügel hinauf...

^^ Blick von der Bergstation ins mittlere Tal zwischen Zinal und Grimentz. Hinten ein Stausee, dahinter eine markante Spitze. Bergname?

^^ Tolle zerklüftete Berglandschaft hier oben mit interessanter Pistenführung. Sicher kein Standardgebiet mit Wiesenhängen. Die Piste rechts von der Tsarva 6KSB ist sicherlich einer der Hauptpisten. Man beachte auch die Schlange dort unten.

^^ Nächster wichtiger Lift: Der SL Becs de Bosson. Hier wäre natürlich auch ein Ersatz gut - nicht für uns gedacht, wir mögen ja Schlepplifte!

^^ Wir sind aber erst mal zum Orzival KSSL. Fängt steil an, ist aber sonst von den Pisten her nichts besonderes. Hätte es mehr Neuschnee, wäre die Abondance Variante sicher was gutes!

^^ Blick von oben auf den KSSL Orzival über das Tal - links die Variante Abondance, die bei guten Bedingungen sicher spannender ist, als die Pisten hier an dem Lift.

^^ Sprung zum nächsten KSSL Lona2, den man entweder mit der Liftkette Crets - Lona1 erreicht, oder eben vom anderen Tal aus von Becs de Bosson. Wir sind den Lift noch gefahren, weil man vom Becs de Bosson etwas aufsteigen müsste, um die 1.400 Höhenmeter lange Lona Inferieure zu erreichen.

^^ Steiler Lift - wird auch noch nächste Saison zu erleben sein.

^^ Leider hat das Wetter dann etwas dicht gemacht, so dass die Bilder nicht mehr so gut wurden. Im rechten Tal verläuft die angesprochene lange Talabfahrt nach Grimentz.

^^ Spätestens nach der Abzweigung zum Lona 1 Lift waren wir komplett alleine. Tolle Abfahrt!

^^ Am Ende erreicht man dann die Hauptabfahrt von Bendolla kommend. Kann mir vorstellen, dass der Kessel an manchen Nachmittag recht anstrengend zu fahren ist, wenn alle hier runter müssen.

^^ Talstation Grimentz mit Verbindungsgondel Sorebois nach Zinal. Verwunderlich, dass hier noch Platz war, direkt neben der Talstation.

^^ Da kommt sie an - die 125er Gondel, 2013 eröffnet und sicher ganz wichtig, für die Entwicklung der Destination.

^^ Blick aus Gondel auf Grimentz. Deutlich zu erkennen, die Großbaustelle in Grimentz. Hier entsteht ein neues Hotel, schaut von den Plänen her sehr frazösisch angehaucht aus. Damit entwickelt sich Grimentz immer mehr zum Retortenort - etwas schade, für diesen sonst so historisch gewachsenen Ort.

^^ Erster Blick mit wenig Konturen auf die Chamois Piste. Schaut schon jetzt genial aus!

^^ Erster Blick auf die nächste Schneeschüssel von Zinal. Wetter leider gerade nicht fototechnisch optimal.

^^ Daher erst mal kurze Mittagspause in der Hütte Marmotte - mit leckerer Bruschetta - auch wenn es etwas verbrannt war. Draußen sitzen ging nicht - war zu kalt.

^^ Dann kam aber ziemlich schnell die Sonne wieder - also nichts wie raus ins Gelände! Die Pisten oben an der 4SB Corne schauten so lecker aus. Ist zwar eine kurze Bahn, bedient aber schöne steile Pisten.

^^ Blick von oben auf die Schneeschüssel von Zinal. Hier dachte ich damals, das Matterhorn zu erkennen - jetzt tu ichs nicht mehr. Wo ist es denn, das Hörnli?

^^ Blick auf die vergletscherten Berghänge gegenüber. Über Bergnamen bin ich dankbar.

^^ Blick auf die Rückseite mit dem von Grimentz aus gesehenen Stausee.

^^ Geniale Piste hier oben - rechts wurde Schnee verschoben?

^^ Wieder der Blick auf den gegenüberliegenden Gletscher. Tolle Bergkulisse - das Landschaftsbild was ich erwartet habe, wurde also mehr als bestätigt.

^^ Ab und zu war man auf den perfekten Pisten dann doch wieder alleine unterwegs.

^^ Dann ging es zum tollen Durand Tellerlift.

^^ Seitenblick aufs Skigebietszentrum von Zinal: Sorebois. Wie man hier auch erkennen kann: Es war genügend Betrieb für einen Mittwoch.

^^ Beste Piste im Gebiet: Die rote Durand.

^^ Blick von oben auf die tollen pisten, die der Durand SL erschließt. Neben der direkten Abfahrt, gibt es auch noch die Möglichkeit, in die nächste Geländekammer zu fahren und die ebenso perfekte Barhtelemy Piste zu nehmen.

^^ Ich bin immer noch auf der Suche nach dem Matterhorn.

^^ Gibt es was Besseres auf einer Piste? Allein, allein auf Naturschnee mit toller unmodellierter Piste. I like!

^^ Zurück geht es (leider) nicht auf direkten Weg. Man muss dann die Chiesso 4KSB nehmen.

^^ Diese geht relativ weit hinauf. War hier zuvor ein Schlepper? 1.700m Länge ist ja jetzt auch nicht gerade kurz. Rechts daneben der SL Combe sowie darüber die 4SB Corne.

^^ Bevor wir aber zur genialen Chamois Piste kommen, mussten wir nochmal (2x) den Durand Lift nehmen.

^^ Tiefbilck Richtung Zinal mit Stütze der PB Zinal-Sorebois. Wird kommenden Winter auch ersetzt durch eine EUB.

^^ Jetzt sind wir zurück am Gipfel der 4SB Corne. Schweren Herzens nahmen wir die Chamois Piste - uns gefiel es in Zinal sehr gut!

^^ Piste noire - na dann - auf gehts!
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^^ Einfahrt mit Blick ins grüne Tal bis ins Rhonetal nach Sierre.

^^ Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten abseits zu fahren. Schaut sehr geil aus. Zinal-Grimentz würde also auch im Powder funktionieren, wenn denn Sicht da ist!

^^ Weit oberhalb der Chamois Abfahrt schwebt die 125er Verbindungsgondel.

^^ Schaut euch diese Naturschneepiste an. Was für eine Abfahrt. Und keine störenden Lanzen links und rechts. Chapeau!

^^ Am Ende wartet dann doch ein Ziehweg auf einen. Angesichts dem langen oberen Hang aber total verschmerzbar. Letzter Blick auf Grimentz mit der großen Baustelle im Herzen vom Ort.
Final mein Fazit zu Grimentz-Zinal:
Ein tolles, authentisches Gebiet im Wallis, das neben den Größen hier im Tal absolut seine Berechtigung hat. Durch den Zusammenschluss Zinal-Grimentz wurde das Gebiet natürlich vollends aufgewertet, obwohl ich mir Zinal auch ohne Grimentz angeschaut hätte. Beide Skigebiete verbinden die tollen Ausblicke auf die Walliser 4.000er und die Abgeschiedenheit nebst dem Rhonetal und zwischen 4 Vallées und Zermatt. Dass jetzt in Grimentz ein rießiges Hotel gebaut werden soll, schmälert wohl letzendlich den dörflichen, authentischen Charakter, ist aber touristisch und betriebswirtschaftlich gesehen notwendig, um die Verbindungsbahn zu rechtfertigen. Alles in allem hat es uns hier sehr gut gefallen. Wir haben gespürt, dass hier das Skifahren noch das Skifahren ist und die Österrechische Industrieskigebiete hinsichtlich Charme niemals mit Zinal-Grimentz mithalten können. Toll, dass es sowas noch gibt. Kombiniert mit den tollen Pisten, der große Höhenunterschied und die schönen Panoramen Richtung Rhonetal einerseits, Zermatt anderesseits, spricht eindeutig für das Tal. Wir kommen gerne wieder - bei Neuschnee versteht sich!
Anschließend ging es weiter über den über den Col de Montets Richtung Chamonix. Martigny hatten wir natürlich auch wieder als Übernatungsoption in Erwägung gezogen, auf Grund dessen, dass wir aber Richtung Val d`Isere weiter wollten und der folgende Tag wettertechnisch nicht wirklich vielversprechend aussah, sind wir bis nach Chamonix gefahren. Dort haben wir ein richtiges Schnäpchen ergattert: Hotel Eden für 40€ pro Person die Nacht. Es sollte die beste Unterkunft auf unserer Grand Tour sein:

^^ Schmales Haus, viel Charme drin!

^^ Das Angebot Burger+Beer nahmen wir erst mal an. Gibt es bis 18 Uhr - perfekt!

^^ Schönes Ambiente in dem kleinen Hotel.

^^ Twin Beds für uns beide. Aber - wenn man schon mal in Chamonix übernachtet - muss man sich ganz kurz das Nachtleben noch anschauen.

^^ Es herrschte ein starker Sturm an dem Abend in Chamonix. Wusste gar nicht, dass es in dem Tal so ziehen kann...

^^ Ausgehtechnisch haben wir von Chamonix mehr erwartet. Hier wird halt auch nur mit Wasser gekocht. Eigentlich hätten wir nach dem langen Zermatt Tag den Schlaf besser gebrauchen können als ein erzwunger Ausgeh-Abend in Chamonix.
Aaaber, wir wussten ja auch, dass am nächsten Tag keine Preise zu gewinnen sind. Eigentlich wollten wir ja in Chamonix die Brevent Seite anschauen, das Wetter und vor allem der Wind verhinderten dies aber. Also sind wir weiter durch Megeve gefahren um dann in dem- ich zitiere - unbekanntesten Großraumskigebiet über 200km - einen Punkt zu holen: Val d`Arly - Espace Diamant.

^^ Angesichts dem Wetter gepaart mit der Müdigkeit hielt sich unsere Motivation ziemlich im Rahmen...

^^ Eine Abfahrt runter zu einem fixgeklemmten 4er Sessellift - ohne Sicht mit nassen Zementschnee.

^^ Kurzzeitig waren wir motiviert...

^^ Der langsame 4er Sessel mit viel kaltem Wind nahm uns allerdings jegliche Energie. Sehr schnell haben wir beschlossen, dass es heute nichts bringt. Den Skipunkt als solchen nehmen wir mit, ohne behaupten zu können Espace Diamant befahren zu haben.

^^ Letztenende sind wir sofort in eine Hütte an der Abfahrt Petit Tetras. Bei einem Skipasspreis vno 26,40€ war das auch ok. Man muss nicht alles erzwingen, gerade wenn man auf so einer Tour unterwegs ist und Val D`Isere am nächsten Tag winkt. Gerne hätte ich mir das Gebiet näher angeschaut, aber nicht bei solch schlechten Bedingungen.

^^ Die Hütte war wie gesagt das Geld wert. Wir fühlten uns hier sehr wohl und spielten letztendes mehrere Runden Schiffe versenken.

^^ Die Hütte von außen - heißt also tatsächlich "Le petit tetras".
Also - bitte nicht falsch verstehen. Wir sind keine Schönwetterskifahrer. Wenn aber der (Neu)Schnee hart wie Zement ist, man in einer fixgeklemmten langen Sesselbahn bei Graupelschnee fest hängt und noch dazu Tage wie Zermatt zuvor hatte, liegt es nahe, einen Tag auszulassen. Immerhin folgt als nächstes ein Tag in Val D`Isere und das sollte erneut ein Tag im Garten Eden werden!