Wie jedes Jahr wurde von meiner Graduiertenschule MICMoR ein Retreat organisiert. Das Besondere bei dem Retreat war, dass die Organisation nahezu komplett uns Doktoranden überlassen wurde. Unsere Betreuer gaben allenfalls Tipps und segneten die Budgetplanung sowie die Themen ab. In der Regel lief das so ab, dass ein bestimmter Jahrgang sich um das Ganze kümmerte: Veranstaltungsort finden, Verpflegung organisieren, Experte zu dem entsprechenden Thema einladen. Dabei sollte das Thema über unsere normale Forschung hinausgehen und wurde in der Regel demokratisch im vorherigen Jahr ausgewählt. Für das Jahr 2014 war unser Thema also "Visibility in science" und passend dazu hatte das Orga-Team die Forschungsstation Schneefernerhaus als Veranstaltungsort ausgewählt. Dies kam mir natürlich - und ebenfalls einigen Anderen - sehr gelegen, schließlich ist das schon ein sehr besonderer Ort. Außerdem sollte am Abreisetag noch die Möglichkeit bestehen, skifahren zu gehen.
Also nahmen wir am Vormittag des 13. Januar 2014 die Zahnradbahn vom Garmisch-Partenkirchener Zugspitzbahnhof zum Sonnalpin. Unsere Sachen stellten wir zunächst mal im nicht-öffentlichen Einstiegsbereich der Kleinpendelbahn in Richtung Schneefernerhaus ab, da es bis dahin schon fast Mittagessenszeit war.

Blick in Richtung Schneefernerhaus bei Traumwetter.

Dieses ist schon ganz schön an den Hang geklatscht.
Die Forschungsbahn Schneefernerhaus ist eine einspurige Pendelbahn mit 8 Sitzplätzen, gebaut von Steurer im Jahr 2009.

Nach dem Abladen des Gepäcks gings mal kurz raus aufs Platt.

Ursprünglich war es geplant, im Sonnalpin Mittag zu essen. Da aber einige von uns noch nie auf der Zugspitze gewesen waren, beschlossen wir, auf den Gipfel zu fahren, und oben in Österreich Mittag zu essen.
Blick von der Zugspitze nach Südosten.

Ich würde ja grad vermuten, man erkennt das Skigebiet vom Hintertuxer Gletscher...?
Standardbild am Gipfel.

Blick zum Eibsee - die Schneelage könnte jedoch besser sein.

Im Hintergrund sieht man sogar etwas Flachland.

Blick Richtung Garmisch-Partenkirchen und Höllental.

Sehr wichtig, wenn man denn überhaupt noch Postkarten schreibt.

Blick zum Platt - wobei es bis dahin schon etwas zugezogen hatte.

Immerhin fiel es mir dadurch leichter, an jenem Tag aufs Skifahren zu verzichten.
Nach dem Essen sollte es also endlich in Richtung Schneefernerhaus gehn.

Wir mussten die Pendelbahn mehrmals fahren lassen, da wir mehr als 8 Leute waren. Bedient werden konnte sie übrigens - wenn ich mich richtig erinner - von außen in den jeweiligen Stationen. Eine Steuerung aus der Kabine heraus ist aber sicher auch möglich.
Gondel hängt in der Talstation.

Gondel kommt zurück, um die nächste "Fuhre" abzuholen.

Blick in Gegenrichtung von der Bergstation der Forschungsbahn aus - ein weiteres Mal wurde die Gondel leer zum Sonnalpin zurückgeschickt.

Zoom zur Gondel, wobei man hier schön Trag- und Zugseil erkennt.

Seitenblick zur Bergstation.

Technische Daten der Forschungsbahn Schneefernerhaus.

Und noch ein Blick zum Sonnalpin - weils so schön ist.

Die Pendelbahn-Stationen in Richtung Zugspitze (links) und Schneefernerhaus (rechts) unterscheiden sich schon sehr stark von der Größe her.
Nachdem wir kurz die Zweierzimmer bezogen hatten trafen wir uns im Gemeinschaftsraum und fingen mit der eigentlichen Arbeit an, wobei wir an diesem Nachmittag uns noch in Eigenregie Gedanken zur Sichtbarkeit innerhalb der Wissenschaft machten. Dabei sammelten wir Ideen zu den Punkten "Warum?", "Zu wem?", "Wann?", "Wo?", und "Wie?".
Vor dem Abendessen war dann noch Zeit für einen kurzen Rundgang, wobei ich im alten Bahnhof der Zahnradbahn landete.
Dieser wird heutzutage nur noch zum Materialtransport, für Personensonderzüge sowie für betriebliche Zwecke genutzt.

Ein Blick auf den Führerstand.

Und hinein.

Stromabnehmer und Oberleitung waren sicher auch schon mal besser in Schuss...

Fahrgastbereich - leider hats etwas gespiegelt.

Irgendwo hing auch ein Gebäudeplan aus.

Nach dem Essen gingen wir zum gemütlichen Teil des Abends über mit Gesellschaftsspielen und Kickern. Noch später am Abend genoss ich zwischendrin mal außen die Ruhe.

Leider etwas dunkel, die Lichter müssten im Inntal sein.

Am nächsten Morgen war der Blick aus dem Fenster etwas getrübt.

Die Zimmer sind eher spartanisch eingerichtet, aber absolut ausreichend.

Über Nacht hatte es doch ein wenig geschneit.

Ich würde sagen, das ist die Bergstation der ehemaligen 40er-Pendelbahn Hangbahn.
Ehemaliger Ausstiegsbereich.

Auch hierhin scheinen sich ein paar Tiere zu verirren.

Eine Bedienungsanleitung sowie zwei Dienstanweisungen hingen auch noch aus.

Zurück zur Umlenkung der neuen Bahn.

Direkt nach dem Frühstück gings weiter mit der thematischen Arbeit, wobei wir am Vormittag unseren Experten in Empfang nahmen. In diesem Fall war es ein Professor, der einige Erfahrung mit Öffentlichkeitsarbeit unabhängig vom Wissenschaftsbetrieb hatte, d.h. mit Printmedien, Fernsehen und Radio. Bei diesen öffentlichen Auftritten gilt es jedoch einige Dinge zu beachten, z.B. so komplex wie nötig, aber auch so einfach wie möglich die eigene Forschung darzustellen. Außerdem sind Journalisten nicht notwendigerweise die Freunde von Wissenschaftlern. Ebenso wichtig sind Objektivität sowie Hintergrundwissen über den/die Journalisten/Journalistin. Selbstredend soll man nicht über Interna reden und hat idealerweise das letzte Wort bevor etwas endgültig veröffentlicht wird. Das ist natürlich alles logisch, aber es schadet definitiv nicht, sich über all das auch mal Gedanken zu machen.
Während der thematischen Arbeit passierte dann was Schönes: eine Übung an der Forschungsbahn, die uns alle durchaus etwas in den Bann zog.

Abseilen zur Gondel hin.

Ist schon interessant, so Leute auf dem Dach der Gondel stehen zu sehn.

Die Leiter ist auch interessant platziert, geht aber sicher nicht anders.

Ums nochmal zu wiederholen: unser Retreat-Thema!
Den Rest des Abends verbrachten wir ziemlich ähnlich wie am Vorabend: Gesellschaftsspiele, Kicker und nette Gespräche.
Das Aufwachen am nächsten Morgen verhieß immerhin etwas besseres Wetter.

An unserem letzten Tag bekamen wir dann noch eine etwas offiziellere Führung. Da kamen wir unter anderem an dem Tunnel vorbei, der zur ehemaligen Bergstation der österreichischen Zugspitzbahn führt.

Dieser ist wohl immer noch benutzbar und kann verwendet werden, um vom Schneefernerhaus auf den Gipfel zu steigen.
An diesem Tag gabs schön zwei Wolkenschichten.

Blick in Richtung Talstationen der 6-KSBs Sonnenkar und Wetterwandeck.

Als wir auf einer der oberen Terrassen waren bekam ich dann schon ziemlich Jucken in den Beinen und wäre am Liebsten sofort auf die Piste.

Leider mussten wir aber noch den Abschlussbericht unseres Retreats schreiben. Den Großteil erledigten wir eben noch in Kleingruppen vor Ort, das Zusammenfügen und den Feinschliff machten wir dann von zu Hause aus.
Das Wetter wurde immer besser.

Gegen 12h kam ich dann endlich los, und kaufte mir noch vor Ort bei einem der Mitarbeiter im Schneefernerhaus ein reduziertes Skiticket. Schließlich war die Fahrt bis zum/vom Zugspitzplatz ja schon bezahlt. Dennoch meine ich mich zu erinnern, dass mir das zusätzliche Skiticket dafür gar nicht so übertrieben günstig vorkam. Die Anderen hatten übrigens leider schon beschlossen, nicht skifahren zu gehen, da das Wetter am Morgen nicht so toll aussah, und gingen stattdessen noch gemeinsam Mittagessen. Trotz des tollen Wetters wollte keiner seine Meinung ändern.
Dafür war an diesem Mittwoch Mitte Januar wirklich wenig los und es gab viel Platz auf und außerhalb der Pisten.

Ich hab das Skifahren definitiv nicht bereut und hatte viel Spaß. Am häufigsten fuhr ich mit dem Schlepper Weißes Tal. Ich hab nur leider kaum Fotos gemacht, ich wollte wohl vor allem eines an dem Nachmittag: Skifahren!
Ein sehr schöner Hang.

Ich blieb bis zum Betriebsschluss und nahm dann gemütlich die Zahnradbahn ins Tal.

Damit endeten drei schöne und sehr eindrucksvolle Tage.