Fakten
Anfahrt: München - A95-Garmisch-Seefeld in 2:15h und retour (keine Verzögerung)
Pistenzustand: pulvig-hart (griffig); kein Eis, nur wenig umfahrbares Gras am Hammerlift. Auch S-seitig kein Auffirnen
Offpiste: unbrauchbar (auch kein Jännerfirn)
Fahrzeit: 12.00-16.00 (Halbtageskarte ab 11.30 für 33 EUR)
Wartezeit: max. 2-3 Bügel; meist 0 FBM
Gefahrene Lifte:
6EUB Ried: 2x (Zubringer)
2SL Hammer: 13x
2SL Plangger: 3x
4KSB Sattelboden: 3x
So, zu Fendels kann man schon mal einen Bericht bringen, dieses sehr nette kleine Gebiet bekommt ja sonst nicht allzuviel Aufmerksamkeit. So war an diesem traumhaften Sonntag der Parkplatz unten in Ried nur zu etwa 1/3 gefüllt und auf den Pisten hatte man immer massig Platz; Wartezeiten kaum existent. Generell dürfte Fendels in Tirol zu den Gebieten mit dem besten Verhältnis von Pistenfläche zu Beförderungskapazität gehören. So erschließt sowohl der Plangger-Schlepper im oberen Bereich als auch die Wopfner-KSB unten jeweils zwei meist breite Pisten; gerade die oberen recht steilen Abfahrten sind echt mega breit und sicherlich ideal zum Sportcarven. Mir persönlich waren diese oberen Abfahrten bei den harten (aber dennoch pulvrigen und niemals eisigen) Verhältnissen persönlich schon zu sportlich, zum Genusscarven (was ich dann bevorzuge) sind sie zu steil. Ein bisschen fehlen mir hier auch die Kupierungen, aber das soll keine Kritik sein - planiert scheint das nicht grossartig zu sein und wenn man über die richtige Technik und wohl auch das passende Material verfügt, kann man hier sicherlich viel Spass haben. Es waren hier auch nur sehr gute Fahrer unterwegs. Bei Pistenfirn im Frühjahr (der hier dann sicherlich auch nicht gross aufgefahren wird) würde es mir persönlich bestimmt besser taugen. Daher hatte ich mich die meiste Zeit am ziemlich urigen Hammer-Schlepper herumgetrieben - in den bisherigen Berichten als skifahrerisch nicht gerade der Hammer bezeichnet, trifft die Anlage samt Pisten doch ziemlich gut meinen Geschmack.
Zu Beginn des Ski-Nachmittags ging es jedenfalls gemütlich mit der EUB aus dem eisigen Ried im Oberinntal hinauf nach Fendels - wie ich finde eine sinnvolle Variante, um den Verkehr aus dem kleinen Bergdorf herauszuhalten. In etwa 5 Minuten ist man oben und kann direkt loslegen; die Bahn fuhr retour auch bis 16:15 sodass man sich nicht zu sehr hetzen musste. Weiter Richtung Frühjahr mag das aber vielleicht etwas einschränkend sein, wenn man eigentlich noch oben etwas in der Sonne sitzen möchte.
Als erstes ging es zum Warmwerden gleich an den 2SL Hammer, der zumindest teilweise in der Sonne liegt - hier werde ich später zurückkehren...
Danach über die 4KSB weiter zum 2SL Plangger - ein ziemlich langes und steiles Teil, sieht man heutzutage so ja kaum noch. Man erkennt parallel zum Lift eine der Sportcarving-Abfahrten.
Tiefblick nach Fendels - rechts davon an den Schattengrenze der SL Hammer
Hier auf der direkten Abfahrt am Plangger, im oberen Teil schwarz (aber nicht extrem steil), weiter unten wird sie rot. Man kann über einen Zwischenausstieg auch nur den roten Teil fahren. Wie gut zu erkennen ist, waren die Pisten auch am Nachmittag kaum aufgefahren und daher grundsätzlich gut zu fahren (insoweit man eben harte Pisten mag)
Hier auf der (meist sonnigen) Südabfahrt an der 4KSB Sattelboden. Die ist blau markiert, oben am Starthang aber eher rot. Trotz Südlage firnte es leider auch hier nicht auf. Weiter unten quert die Abfahrt längere Zeit am Hang entlang und führt recht urig an Heustadeln vorbei. Heute lagen doch einige große Kunstschneehaufen herum, was den Aktionsradius etwas einschränkte aber - auch angesichts des geringen Andrangs - kein wirkliches Problem war. Unten führt sie dann im Wald entlang der Rodelbahn zurück in den Talkessel.
Danach zog es mich aber doch zum Hammer-Schlepper, wo die Trasse und zumindest der obere Teil immer in der Sonne lag. Besonders gefallen hat mir die äussere Abfahrt, die nett auf der Südseite angelegt ist. Oben hängt sie zwar etwas schief, danach sorgen aber zwei Forstwegquerungen für etwas Abwechslungen und überhaupt ist sie recht kupiert. Für den perfekten Urigkeitsfaktor fehlen hier zwar noch 2-3 weitere Heustadel und vielleicht noch ein altes Bauernhaus, aber auch so hat es mir hier optisch gut gefallen. Im unteren Bereich kommt man wieder auf die Hauptabfahrt (hier ist die Liftquerung zu erkennen), auch hier war die Hangneigung perfekt zum kraftlosen Genusscarven und am Rande gab es immer noch eine frische fluffig-pulvrige Pistenraupenspur, wo man elegant Kurzschwünge ziehen konnte. Mit 160m HD und 740m Länge auch eine recht lange Anlage und jedenfalls kein reiner Übungsschlepper, besonders schnell war er halt nicht.
Blick auf das nette kleine Bergdorf Fendels; am Pistenrand konnte man sich auch gemütlich an einem Heustadl in die Sonne setzen. Gegenüber das Industrieschigebiet von SFL. Die sonnigen Hänge mit den zahlreichen Heustadeln und Einzelhöfen dort zwischen Ladis und Fiss müssten sich ja eigentlich gut für den einen oder anderen urigen SL und vielleicht eine DSB samt netter kupierter, teils auch anfängertauglicher, Pisten anbieten. Tatsächlich gibt es hier laut Plan jedoch nur die Verbindungs-EUB von Ladis nach Fiss. So für mich weitgehend uninteressant (allenfalls im Frühjahr auf den S-Hängen bei Firn Offpiste).
Die nette äussere Variante am Hammerlift, die grasigen Stellen waren nicht so störend wie man vielleicht vermuten könnte und auch gut umfahrbar.
Immer wieder im urigen Hammer-Schlepper mit schönem, fast schon frühlingshaften Ambiente.
Hier die netten Forstwegquerungen
Der ganze Bereich jetzt von der anderen Talseite gesehen - Mitte Jänner noch ganztags im Schatten, daher gab's auch keine Fahrten am Zingger-Schlepper.
Nochmal oben am Plangger mit dem fotogenen Ausstieg. Dahinter das Lechtaler Felskino rund um Parseier & Co - was für ein großartiges Gebirge!
Die äussere Piste am Plangger, eine rote Piste und auch sehr breit.
...sie geht, wenn man nicht vorher abbiegt, in eine schwarze Piste über. Die Schlüsselstelle ist wirklich ordentlich steil (über 30 Grad) und man erkennt hier auch gut den Versatz. Bei der Härte natürlich nicht so schön zu fahren.
...weiter unten flacht sie aber ab und geht dann in die Sattelboden-Südabfahrt über
Der Vollständigkeit halber auch noch die schattige Nordabfahrt am Sattelboden gefahren, für mich irgendwie nix besonderes...
Zum Ausklang ging es wieder an den Hammer, zumindest oben hatte es bis kurz vor 4 noch Sonne.
Abfahrt mit der EUB hinunter nach Ried, hier erkennt man den - ganztags schattigen - Bereich am 2SL Zingger.
Teils ziemlich spektakuläre Trasse der EUB über eine Schlucht hinweg.
Fazit: Insgesamt gelungener Nachmittag. Würde ich hier nochmals wiederkommen? Klar, und zwar vor allem wieder für den Nachmittag, auch z.B. nach Neuschnee (gerade im Frühjahr) oder generell bei Verhältnissen wo in "normalen" Skigebieten die Pisten mittags schon kaputt sind. Gerade bei Pistenfirn dürften mir die steilen oberen Pisten sehr gut gefallen und auch dann würde ich im Frühjahr kaum Buckel erwarten. Die W-Hänge dort sind natürlich auch ausgesprochene Spätfirner. Für Frühaufsteher ist das Gebiet im Hochwinter natürlich nichts.
Eine Anmerkung noch zur Anfängertauglichkeit: Die Pisten am Hammerlift (gerade die breite Hauptpiste) sind absolut anfängertauglich; das dürfte ebenfalls für den (von mir wegen Schatten nicht gefahrenen) Zingger-Schlepper gelten. Mit Einschränkung auch für die Sattelboden-Südabfahrt, wobei ich den Starthang eher als rot einstufe. Diese Pisten sind nicht nur meist flach und breit ohne gefährliche Engstellen (wie oft an anderen vermeintlich blauen Pisten), sondern man wird hier im Normalfall nicht über den Haufen gefahren und der Pistenzustand sollte ganztags gut sein - beides oft unterschätzte Faktoren für Anfänger. Ob es hier in Ferienzeiten doch den einen oder anderen Skikurs oder vielleicht auch SFL-Flüchtlinge hat, kann ich aber nicht beurteilen.
12.01.2020 | Fendels - Entspannter Nachmittag im Oberland
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Re: 12.01.2020 | Fendels - Entspannter Nachmittag im Oberland
Wir scheinen den gleichen Geschmack zu haben - vor 7 Jahren war ich ebenfalls in Fendels Ski fahren und hatte ähnliche Eindrücke eingesammelt. Auch das gleiche gute Wetter herrschte damals.
Damals gab es noch einen weiteren Schlepper- wenn man von oberen die Piste runter fuhr, ging dieser rechts durch den Wald hinauf. Bei diesem Lift handelte es sich um den Vorgänger der 4 KSB, die auf gleicher Trasse errichtet wurde. Den Schlepper hatte man dann einfach ein Stück weit nach links oben versetzt.
Siehe hier:
https://www.seilbahntechnik.net/de/lift ... /datas.htm
Damals gab es noch einen weiteren Schlepper- wenn man von oberen die Piste runter fuhr, ging dieser rechts durch den Wald hinauf. Bei diesem Lift handelte es sich um den Vorgänger der 4 KSB, die auf gleicher Trasse errichtet wurde. Den Schlepper hatte man dann einfach ein Stück weit nach links oben versetzt.
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Re: 12.01.2020 | Fendels - Entspannter Nachmittag im Oberland
Danke für Deinen Kommentar. Auf dem Pistenplan ist der sogar noch eingezeichnet. Wenn ich es richtig sehe hatte der ja keine eigene Abfahrt erschlossen sodass der Wegfall nicht allzu tragisch ist. Auch die Kapazität braucht man da normalerweise ja nicht.
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