08.03.2020 | Skijuwel Alpbachtal-Wildschönau | Licht und Schatten

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Gleitweggleiter
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08.03.2020 | Skijuwel Alpbachtal-Wildschönau | Licht und Schatten

Beitrag von Gleitweggleiter »

Fakten
Anfahrt: München - A8/93 - Auffach in 1:30 (keine Verzögerung) und retour in 2:20 (!)
Pistenverhältnisse: etwa ab 1400m aufgefirnt, sonst pulvrig; oben meist abgefahren-hart; am Thalerkogl bis zuletzt recht griffig; am Galtenberg wegen Skirennen Sulzbuckel, im Gelände am Pögl I etwa 5-10cm feuchter Neuschnee auf harter Unterlage
Wartezeiten: oft 2-3min; am Thalerkogel und der Pöglbahn meist nur wenig
Fahrzeit: 10:00-16:15

Gefahrene Anlagen:
8EUB Schatzberg I+II: 1x
8EUB Schatzberg II: 1x
6KSB Hahnkopf: 1x
8EUB Verbindungsbahn: 2x
1SL Acherfeldlift: 2x
6EUB Pögl I: 6x
6EUB Pögl I+II: 1x
4SB Kohlgrube: 1x
4SB Hornlift 2000: 1x
2SL Galtenberg: 1x
2SL Thalerkogl: 7x
Bus Thierbach-Auffach: 1x

Von den Verhältnissen her war an diesem ziemlich kühlen Spätwintertag eher ein Ziel Richtung Osten gefragt, da am Nachmittag aus Westen Wolkenfelder aufziehen sollten und es hier zudem nur wenig Neuschnee gemacht hat, der dann tagsüber aufgeschoben werden oder anpappen könnte. So fiel mein Lieblingsgebiet Kleinwalsertal schonmal aus der Auswahl, zumal es hier zuvor auch im Tal etwa 30cm Neuschnee gemacht hatte , was sicherlich für entsprechend pappige Verhältnisse gesorgt hätte. Wieso also nicht mal jetzt wo die Hauptsaison vorbei ist mal wieder in die schönen Kitzbühler Alpen, namentlich in die Wildschönau? Jetzt müsste es hier doch sicherlich halbwegs leer sein, was sowohl die Pisten, als auch die Wartezeiten und die Verkehrslage angehen sollte? Eine Verlegenheitslösung sollte das Ganze aber auch nicht sein. Die 0815-Pisten an den KSB (speziell am Schatzberg) und die sterilen Waldschneisen-Abfahrten an den EUBs reizen mich hier wenig, aber ein paar Anlagen bzw. Pisten sollten hier schon in mein Beuteschema passen - so hatte ich mir hier namentlich herausgesucht:
- im Kerngebiet die SL Thalerkogel, Hohlriederalm und Galtenberg
- die Außenrum-Talabfahrt nach Inneralpbach (Baumgarten-Route)
- optional die Talabfahrts-Route nach Thierberg mit Bustransfer
- wenn die Zeit reicht nachmittags noch ein Abstecher zum Markbachjoch
- dazu im Höhenskigebiet die verschiedenen Varianten an der Hornbahn 2000, die ich noch als lohnend in Erinnerung habe und wo zumindest bei meinem letzten Besuch deutlich weniger los war als an den KSB und damit die Pistenqualität entsprechend gut war.

Dieser Plan ging etwa zur Hälfte auf, über den Tag verteilt gab's dadurch doch immer wieder einige Lichtblicke und daneben aber auch einige negative Aspekte. Ein bisschen hat mich der Tag damit an den Besuch in Kitzbühl Anfang April 2019 erinnert. Nach schlechter Strahlungsnacht waren damals die meisten Pisten schon vormittags eine Katastrophe und letztlich bin ich 2/3 des Tages durch das Skigebiet geirrt, um einen vernünftigen Hang zu suchen, den ich am genialen Trattenbach gefunden hatte, wo praktisch nichts los war und man auch Nachmittags noch guten Pistenfirn geniessen konnte.

Jedenfalls war es heute doch so, dass insgesamt relativ viel los war, so waren gerade Vormittags Wartezeiten von 2-3 Minuten normal, was für meine Verhältnisse schon viel ist. Dementsprechend waren dank der kapazitätsstarken Anlagen die Pisten gerade am Schatzberg schon vormittags ziemlich hinüber. Nun aber genug der negativen Aspekte; ich werde mich bei den weiteren Ausführungen und auch bei der Bebilderung auf die positiven Aspekte fokussieren, denn diese gab es ja auch zur Genüge.

Teil I: Erste Runden am Schatzberg
Für meine Verhältnisse früh ging es jedenfalls nach kurzer Wartezeit um 10 Uhr mit der neuen Schatzbergbahn hinauf. Ich wollte zwar halbwegs zügig nach Inneralpbach weiterziehen, aber doch vorher nochmal den 2 SL Thalerkogl antesten. Die Piste machte hier einen recht guten Eindruck; man merkte doch einen deutlichen Qualitätsunterschied gegenüber den durch EUB und KSB erschlossenen Bereichen. Aufgrund einiger Gruppen und weil natürlich die Hälfte alleine fahren wollte, gab's jedoch auch hier etwa 2-3 Minuten Wartezeit, sodass ich es bei einer Wiederholung beließ. Den Schlepper wollte ich mir eh für den Nachmittag aufheben. Der weitere Transfer nach Inneralpbach war dann ziemlich spaßbefreit: Recht ätzende und volle Abfahrt zur Mittelstation (dabei hatte ich das als Genusscarving-Hang in Erinnerung), dort nach einigen Minuten in eine halbvolle Gondel reingequetscht; ätzende Abfahrt zum Hahnkopf, wieder Wartezeit; ätzende und recht volle Abfahrt zur Verbindungsbahn-Mittelstation. Bis ich endlich in Inneralpbach eintrudelte, war schon über eine Stunde vergangen, die man sich im Grunde genommen auch weitgehend hätte schenken oder jedenfalls noch im Bett verbringen können.
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Erste Runde am 2SL Thalerkogl
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Blick zum Wiedersbergerhorn
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Inneralpbach mit dem 2SL Galtenberg und der EUB Pögl I - schaut aus der Ferne noch sehr nett aus...

Teil II: Inneralpbach
Von jetzt an konnte es also nur noch aufwärts gehen - doch die nächste Enttäuschung gab es gleich am 2SL Galtenberg: Normalerweise sind solche Dorfschlepper innerhalb größerer Skigebiete ja recht selten frequentiert, sodass ich mir hier trotz der niedrigen Lage und O-Exposition vormittags guten Pistenfirn erhoffte. Einen Strich durch die Rechnung können einem dabei aber manchmal Skikurse oder Skirennen machen - und letzteres war der Fall. Dass ein Teil der Piste im unteren Bereich abgesperrt war, war dabei nicht einmal so tragisch. Jedoch war entsprechend viel Betrieb, sodass die komplette Piste schon aus einem üblen Sulzacker bestand. Damit war der Galtenberg abgeschrieben.
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Der Sulzacker am Galtenberg

Es zeigte sich aber, dass das Offpiste Gelände links der Piste, also unterhalb der Pögl-EUB, eigentlich ganz okay befahrbar war. Kein Firn, aber so etwa 5-10cm feuchter (älterer) Neuschnee auf harter Unterlage. War dann doch recht nett, auch gerade vom Ambiente zwischen den Bauernhäusern und Heustadeln hindurch. Das obere Drittel war zwar ziemlich hakelig, da doch eher 15cm Neuschnee auf oft zerfahrener, ruppiger Unterlage, aber im unteren Bereich ging es teilweise richtig nett. Hier war die Unterlage oft ebenmäßig oder auch gar nicht mehr vorhanden, was teils für nettes Grasslalom sorgte.
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Das nette offpiste-Wiesengelände unterhalb der EUB Pögl I, vom Ambiente her klasse

Dazu war im unteren Drittel die Piste zur EUB (also nicht zum SL) noch in gutem Zustand, da hier keine Rennkids unterwegs waren; hier gab es also richtig brauchbaren Pistenfirn.
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Pistenfirn an der Pistenvariante zur EUB

Habe daher einige Varianten im Bereich der EUB (mit kaum Wartezeiten) durchprobiert, bevor es dann irgendwann auch mal ins Alpbacher Höhenskigebiet gehen sollte. Hier gab's erstmal die landschaftlich schöne Außenrum-Abfahrt an der Kohlgrube, bevor es zum Hornlift weiterging.
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Die landschaftlich schöne Außenrum-Variante (Fahrweg) an der Kohlgrube

Überraschenderweise gab es auch am Hornlift wieder wenige Minuten Wartezeit, die Pisten sahen aber relativ leer aus. Bin daher doch einmal rauf und habe die äusserste Variante ausprobiert, die aber wieder enttäuschend war, d.h. abgefahren-hart. Nun soll ja hier die von einigen herbeigesehnte 6KSB kommen. Es stimmt schon, dass es hier einige Pistenvarianten gibt die eine gewisse Kapazität im Grundsatz vertragen. Andererseits sind bei halbwegs vorhandenem Andrang wie heute die meist recht steilen Pisten dann halt noch schneller kaputt.
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Blick hinauf zum Hornlift
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Blick hinunter ins Zillertal
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Der Große Galtenberg, das Schaustück des Alpbachtales
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Durchblick zum Tristenkopf und zur Katzenkopfkette

Es sollte aber wieder ein Highlight folgen, und zwar die Talabfahrts-Route nach Inneralpbach. Offiziell war diese gesperrt und nicht mehr präpariert, ließ sich aber abgesehen von zwei kurzen Tragepassagen (10 und 5 Meter) sowie einer kurzen Straßenquerung recht gut fahren. Klar, wenn man das so sehen möchte ist das nur ein Forstweg und skifahrerisch nichts besonderes. Das Ambiente und die Ausblicke sind aber klasse- Man kommt unten in einem einsamen Seitental heraus, wo man ganz gemütlich zurück nach Inneralpbach gleiten kann. Im oberen Waldbereich erforderte das Kurvenfahren bzw. Bremsen manchmal etwas Kraft aufgrund der eingefahrenen Spur, aber sonst konnte man es hier echt gemütlich laufen lassen. Trotz sulziger Verhältnisse war auch unten raus nur minimales Schieben angesagt.
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Start in die Baumgarten-Route...
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Kurzes Tragestück (ca. 10m) bei Erreichen des Talgrundes
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Ganz entspanntes Dahingleiten gen Inneralpbach...
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Die Gratlspitz, südseitig vermutlich schon schneefrei begehbar
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Zweites kurzes Tragestück (ca. 5m)
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Die landschaftlich geniale Baumgarten-Route; sie endet wiederum am Galtenberg-Schlepper

Teil III: Ausklang am Thalerkogl und Abfahrt nach Thierbach
Am Galltenberg war mittlerweile schon Siegerehrung, pistentechnisch war der Drops hier aber natürlich schon längst gelutscht. Daher ging es nun wieder hinüber zum Schatzberg, um den Nacmmittag am Thalerkogl ausklingen zu lassen - für den Abstecher zum Markbachjoch war es mittlerweile doch schon zu spät. Leider zogen doch früher als erwartet schon um kurz nach 14 Uhr die Wolkenfelder auf, sodass diese letzten Fahrten nicht mehr so sonnig verliefen. Sicherlich auch einer gewissen Müdigkeit geschuldet konnte mich die Piste am Thalerkogl irgendwie nicht vollends begeistern. Ja, sie ist recht abwechslungsreich durch Gefällewechsel und nicht modelliert, aber dadurch kommt irgendwie auch kein rechter Ryhtmus auf. Der Funpark daneben ist recht nett, hier kann man sich schön über einige Kuppen hinwegdrücken. Ansonsten fehlt vielleicht so ein bisschen der Wow-Effekt - aber wie gesagt, das kann auch der Tagesform geschuldet sein.
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Tiefblick vom Tahlerkogl nach Niederau

Als Alternative zur sicherlich katastrophalen Talabfahrt wähle ich - auch aus Neugierde - zum Ausklang die Talroute nach Thierbach, die geöffnet und präpariert war. Es handelt sich hierbei, ähnlich wie bei der Baumgarten-Route, um eine reine Forstweg-Abfahrt, die auch als Rodelbahn genutzt wird. Also sicherlich wieder nicht nach jedermanns Geschmack, aber ich finde solche Abfahrten halt irgendwie immer recht witzig. Zu Beginn der Route geht es ein Stück hinauf (vielleicht 5 Höhenmeter), auch mit gutem Schwung lässt sich hier einige Schieberei nicht vermeiden. Danach hat es immer ein ausreichendes Gefälle, ein Flachstück zwischendurch liess sich mit Schwung gut durchgleiten, anders als bei den Rodlern. Auch dank der N-Seite war der Schnee hier auf der schnellen Seite. Ohne viel Aussicht geht es mit einigen Kurven durch den Wald dahin, bevor sich kurz vor Thierbach der Wald lichtet und den Blick auf dieses abgelegenes Bergdorf freigibt. Früher gab es hier ja noch einen Schlepper, der laut Busfahrer vor einigen Jahren abgebaut wurde. Das wäre natürlich noch das Sahnehäubchen gewesen. Zurück ging es dann als einiger Fahrgast mit dem 16:15-Kleinbus zurück nach Auffach, die Fahrt ist im Skipass inkludiert.
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Das Ende der Skiroute im abgelegenen Thierbach

Die Rückfahrt nach München war dann übrigends - anders als die Hinfahrt - richtig ätzend - jedenfalls kurz nach dem Grenzübergang, als die Besucher von Skiwelt&Co eintrudelten. Trotz bewusst spätem Start nach Essen am Ende 50 Minuten Zeitverlust. Und das gar nicht mehr mehr in der Hauptsaison, auch wenn es noch keine richtige Nebensaison war. Ich will ja nicht wissen, was da im Januar und Februar los ist. Von den Pistenzuständen einmal ganz zu schweigen. Wie kann man sich so etwas regelmäßig antun? Aber gut, jeder halt wie er mag...und jetzt dürfte es dann eh deutlich weniger werden, sofern es mit dem Skifahren nun überhaupt noch lange funktionieren wird in Österreich, hoffentlich war das nicht schon der letzte Saisontag, gerade wo jetzt die Firnzeit bald anbricht...
2025/25: 9 Tage - 7x Kleinwalsertal, je 1x GO, Buron
2024/25: 18 Tage - 11x Kleinwalsertal, je 1x GO, Buron, Warth/Lech, St. Anton, Zugspitze, See, Hintertux
2023/24: 24 Tage - 13x Kleinwalsertal, je 2x Zugspitze,Kappl/See, Fendels, Spitzingsee, je 1x Adelharz/Buron, Balderschwang, Hintertux
2022/23: 17 Tage - 13x Kleinwalsertal, je 1x Venet, Kampenwand, See, Hintertux
2021/22: 24 Tage - 19x Kleinwalsertal, 1x Bödele, 1x Kranzberg, 2x Kitzbühel, 1x See
2020/21: 5 Tage - 2x Samnaun, 3x Kleinwalsertal Spezial
2019/20: 8 Tage - 6x Kleinwalsertal, 1x Fendels, 1x Skijuwel
2018/19: 8 Tage - 4x Kleinwalsertal, 2x Hündle, 1x Venet, 1x Kitzbühel
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