1970 hat geschrieben: 06.04.2020 - 18:31
Jetzt muss ich, als Ischgler, doch noch etwas dazu schreiben.
Also als die isländischen Behörden den österr. Behörden mitteilten, dass in Ischgl wahrscheinlich Gäste aus Island infiziert wurden, hat man sich am selben Tag mit den isländischen Behörden in Verbindung gesetzt. Um zu erfahren im welchen Hotel die Gäste genächtigt haben. Leider kam die Antwort aus Island erst 48 Stunden später. Gleich hat man sich mit dem Besitzer des Hotels in Verbindung gesetzt. (nicht das Kitzloch). Am selben Tag wurde das ganze Personal getestet und alle waren negativ. Daher hat die Behörde vermutet, dass sich die Gäste erst im Flugzeug, wo ein infizierter Italienurlauber war, infiziert haben. Was im nachhinein sicher falsch war. Aber hier hat die Behörde den Fehler gemacht und nicht der Hotelier oder Ischgl. Am nächsten Tag war dann der Fall im Kitzloch und daraufhin wurde das Lokal geschlossen. Am nächsten Tag durfte er wieder aufsperren, da die Gesundheitsbehörde ihm grünes Licht gab wenn der das gesamte Personal austauscht. Auch das war ein Fehler. Aber wem soll man glauben, wenn nicht den Gesundheitsexperten. Der Betreiber ist Gastronom und kein Arzt. Folglich kann man ihm keine Schuld geben. Am nächsten Tag wurde dann das Lokal komplett gesperrt. Und danach die anderen Lokale. Den genauen Ablauf brauche ich nicht mehr erwähnen.
Man macht uns den Vorwurf, man hätte zu spät gesperrt. Ich glaube, wenn man eine Woche vorher gesperrt hätte, wäre es auch bereits zu spät gewesen.
Man hat sicher Fehler gemacht. Aber sagt mir, welches Land hat keine Fehler gemacht und optimal reagiert.
In Deutschland stieg die Zahl der Erkrankungen nach dem Karneval massiv nach oben. Trotzdem wurde weitergemacht wie bisher. In der Schweiz dasselbe.
Angenommen wird hätten alles dicht gemacht. Dann hätte die Infizierung halt einen anderen Weg genommen. Rausgekommen wäre dasselbe.
Und nun zur ORF Doku "Am Schauplatz". Wir wurden hier dargestellt als wären wir die letzten Drecksäcke. Hierzu einige Erklärungen. Die 4 oder waren es 5 Mitarbeiter wurden
nicht gekündigt. Die wollten selber so schnell wie möglich nach Hause. Da sie aber dann nicht mehr rauskamen, ließ man an der Seilbahn AG den Frust aus, obwohl die gar nichts dafür konnten. Der Berliner Möchtegernrapper war schon öfters in Ischgl auf Saison. Hat aber noch nie eine ganze Saison durchgehalten. Immer war der Betrieb schuld. Letzten September musste man ihn in Landeck vom Hoteldach holen, da er mit einem Suizid drohte. Das Video auf seinem Facebook Account hat er jetzt natürlich noch schnell gelöscht. Leider ist dieser junge Mann sehr oft zugekifft. Der zweite Mitarbeiter war übrigens sein Freund.
Alle anderen Mitarbeiter bekamen volle Lohnzahlung bis zum Schluss. Was in anderen Hotels abgelaufen ist, weiß ich nicht. War sicher nicht alles korrekt. Aber das sind Einzelfälle. Vier Mitarbeiter zu interviewen von über 3000 ist nicht gerade aussagekräftig.
Zum Gemeinderat möchte ich noch sagen, dass von 13 Gemeinderatsmitglieder 6 Leute bei der Seilbahn arbeiten. Und alle in einer anderen Sparte. Vom Kassier über Pistenretter, Radladerfahrer usw. Dass der Bürgermeister im Aufsichtsrat der Seilbahn ist, ist wohl klar. Die Gemeinde hat ja die meisten Anteile. Alle anderen Gemeinderäte wurden ganz normal von den Bürger gewählt. Dass der Vorstand in den Gemeinderat gewählt wurde, hielten viele Ischgler als gute Idee. Da die Gemeinde wiederum von der Seilbahn profitiert. Viele Projekte in Ischgl wäre ohne Seilbahn gar nicht möglich. Wie z.B. derzeit die Therme. Die Gemeinde darf z.B. alle Feuerwehrautos der Seilbahn bringen um den Service zu machen. Umgekehrt erhält die Seilbahn von der Gemeinde wieder günstig Bauholz. Viele Orte haben uns deswegen schon beneidet, dass es in unserer Gemeinde so gut funktioniert. Das nennt man Zusammenhalt.
Jetzt zum Schluss noch zum Vorwurf der Geldgier. Was ist bitte so verwerflich daran wenn jemand einen guten Betrieb hat und auch immerwieder investiert. Von solchen Leuten lebt die Wirtschaft. Wenn für ihn dann auch noch etwas mehr abspringt dann hat er es sich verdient. Schließlich hat er auch das Risiko und im Winter keinen Tag frei. Ich habe Gott sei Dank kein solches Hotel und bin es ihnen auch nicht neidisch.
Der Hotelier Günther Aloys, den die Medien gerne als Visionär bezeichnen, war nie ein Visionär und wird es auch nie werden. Er ist ein Phantast. Warum wohl hat man ihn aus allen Gremien der Gemeinde geworfen. Der hat in Ischgl gar nichts mehr zu sagen. Er lädt sich, und wird von den Medien gerne zu einem Interview eingeladen, da er immer für eine gute Story zu haben ist. Dass er damit ganz Ischgl lächerlich macht, ist ihm nicht bewusst. Sein Vater war ein Visionär und dem kann er nie das Wasser reichen.
Ich hoffe, dass bald alles aufgearbeitet wird. Sollte Ischgl wirklich Fehler gemacht haben, werden sich die Verantwortlichen hoffentlich der Sache stellen.
Zu wünschen wäre vielleicht noch, dass einige zu Besinnung kommen und dieser Sauftourismus nicht der richtige Weg ist. Apre Ski gehört sicher dazu. Aber wieder in einem normalen Rahmen wie es früher einmal war.
Danke, und ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich meinen Ort verteidige. Aber dieses Ischgl Bashing ist nicht mehr zu ertragen.