Wenn wir das Thema Verbundskipässe etwas allgemeiner fassen und auch die Skisaisonkarten mitbetrachten, dann fällt auf, dass v.a. (mir bekannt) in der Schweiz und in Österreich sehr große Verbünde bestehen, während in Deutschland die Skipassverbünde ausschließlich "kleinräumig" strukturiert sind.
Ich kann mir speziell in Bayern die Hintergründe dazu nicht wirklich erklären. Strategisch halte ich es jedenfalls für unklug, denn die großen Verbundskipässe haben eine extrem starke Kundenbindungswirkung.
Für den Großraum München existiert z.B. bis heute kein Skipass, mit dem sich annähernd alle nahen Gebiete erreichen ließen. Für Alpenplus legt man 410€ hin und kann dann in den (lächerliche Anzahl) vier Gebieten Lenggrieß, Spitzing, Sudelfeld und Wallberg fahren. Die Version mit zusätzlich Stubaier, Kössen, Oberaudorf, Wendelstein kostet schon 590€ und ist damit nicht mehr weit vom TSC- oder SSSC-Preis entfernt, bei dem Zugang zu einem ganzen Zoo von Gletschern und Topskiregionen hat. Und auch hier ist wieder nicht alles dabei: Garmisch, Zugspitze, Oberammergau, viele grenznahe Gebiete und noch vieles mehr fehlen.
Ein oberbayrischer Skipass kann natürlich nicht im Allgäu oder im bayrischen Wald gültig sein.
Mit der Kombination zweier Saisonkarten ist man preislich schon deutlich über TSC/SSSC, zumal die Tiroler Lokalangebote Regio-Card und Freizeitticket auch nicht teurer sind, aber viel mehr bieten. Was die TSC, bzw. Regio-Card an typischen Münchner Gebieten im Außerfern imbegriffen hat, übersteigt schon das Quartett im kleinen Alpenplus, qualitativ wie quantitativ.
Das Preis-Leistung-Verhältnis ist damit einfach zu schlecht.
Nehmen wir mal visionarisch an, es gäbe einen großen Skipass für (fast) alle Skigebiete in Bayern, d.h. vom Imberg über Oberstdorf, Tannheimer Tal, Außerfern, Karwendel, Kampenwand bis zum Bayrischen Wald. Wir haben jetzt jemanden in Süddeutschland (Raum Stuttgart), der regelmäßig Tagesausflüge ins Allgäu macht. Der hat seinen Skipass und schaut, in welchen Gebieten der Pass noch gilt, fährt dann Richtung Bayrischzell und besucht dort während seines Aufenthalts verschiedene Gebiete, mal das Sudelfeld, mal Spitzing usw. (bisschen ruhiger, modernisiert wird ja gerade durch das Förderprogramm).
Der Regensburger, der für einen Tag typischerweise auf den Spitzberg oder Arber fährt, macht seinen Urlaub im Allgäu usw.
Das passt auch zum Trend vermehrt mit größerer Anzahl Kurzurlaube abzuhalten, anstelle wenige Male über größere Zeiträume zu verreisen.
Eigentlich eine perfekte Maßnahme, um die deutschen Touristen zumindest in (geringen) Teilen an den deutschen Alpenraum zu binden. Es fließt weniger Geld nach Tirol und Salzburg, die Bergbahnen hätten mehr Geld für Investitionen und obendrein kommen die Leute auch mehr zum Skifahren. Um den Bergbahnen die Teilnahme an einem gemeinsamen Skipass attraktiv zu machen, könnte das Land ja z.B. den Skipass subventionieren (Vgl. Seilbahnförderprogramm).
Beungünstigend wäre, dass rund um München wochenends noch mehr los ist und die Erlöse durch Tageskartenverkäufe zurückgehen zugunsten von Zutritten von Saisonkarteninhabern.
Soweit meine Gedanken...