


Sowohl Kirchdorf (in Tirol) wie auch Schwoich wollte ich schon seit vielen Jahren mal aufsuchen und im Januar 2020 hat es endlich geklappt. Vor allem in Schwoich befürchtete ich, dass sie hier wie bei vielen Einzelliften den Betrieb einstellen und den Schlepper abreißen würden, doch ich kam dem wohlmöglichen LSAP zuvor.
Immerhin ein Kurzbügler mit den Uraltportalmasten von Swoboda – in der heutigen Zeit eine richtige Rarität. Leider hatte ich bei einem anderen Einzellift in der Skiwelt – dem Kurvenschlepper Riederkogel bei Wörgl – nicht so viel Glück. Nach einer Sommerbesichtigung vor etlichen Jahren verschwand er bald aus dem Pistenplan und ist vermutlich nun verschrottet worden.
Kirchdorf interessierte mich nicht brennend, aber immerhin ein nettes Kleinstgebiet, das sich uriger als erwartet erweisen sollte. Allerdings hätte mich vor dem Umbau 2006 ein Besuch dort mehr gereizt. Bis dato gab es dort drei Schlepper – zwei davon wurden jedoch durch die 4SB ersetzt, die an der ehem. Talstation des einen Vorgängerlifts beginnt und an der ehem. Bergstation des anderen endet. Weiter rechts gibt es dann noch einen längeren Übungslift, den man erst 2003 errichtet hat.

Auf der Hinfahrt fuhr ich vor Walchsee noch rechts ran, um mal nachzusehen, ob der stillgelegte Stemag noch immer vor sich hin rostet (Wolfingerlift oder so ähnlich). Als ich im Winter Anfang 2012 mal in Walchsee / Zahmer Kaiser war, wollte ich zu diesem Lift schon hinunter fahren und wunderte mich, dass nirgends eine Hinweistafel gestanden hat. Erst einer der Liftler an der 4SB erklärte mir, dass man den schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb genommen habe.
Der Aschinger Almlift oben – ein längerer Swoboda – ist ja nun auch weg. Irgendwie nun ein arg gestutztes Skigebiet. Ich weiß auch gar nicht mehr sicher, ob es zwischen dem Stemag und dem Rest von Walchsee eine Verbindung gegeben hab. Sicher scheint jedoch, dass gegenüber auf der anderen Talseite auch mal ein oder zwei kleine Lifte noch waren.

Der Lift steht noch – unzweifelhaft LSAP...schade, war sicher ein netter Kurzbügler.




In Kirchdorf angekommen – von unten sieht man nichts von den Liften. Irgendwie am Rand zumindest ein häßlicher Ort mit dem Charme eine Gewerbegebiets. Dafür sollte sich das kleine Gebiet oben als ganz passabel erweisen.

Hier konnte man dann doch eine Stütze der 4SB erkennen.

Im fahlen Licht des Wintermorgens tat sich noch kaum was in Kirchdorf. Hier startete bis 2006 der Mühlreitlift, der etwas weiter rechts am Pistenrand verlief, ober nur halb so lang wie die 4SB war.
Hier hat es im Forum mal jemand eingezeichnet:
download/file.php?id=30382&mode=view


Blick zurück zur Bundesstraße und der Anti-Idylle unterhalb des Lifts.


Aber auch hier oben gab es häßliche Verbauung wie dieses scheußliche Gemäuer neben der Sessellifttrasse.

Vielleicht ursprünglich mal ein uriger Bergbauernhof, den dann irgendein Vollpfosten umgebaut hat – aber wahrscheinlich vermieten sich da irgendwelche Zimmer und Ferienwohnungen dennoch bestens und fahren Leute jedes Jahr dorthin.

Rechts am Pistenrand muss früher der Mühlreitlift gestanden haben – lt. Googlemaps hatte der Portalmasten.


Blick vom Lift aus zum Kitzbühler Horn. Rechts erkennt man wohl das alte Liftlerhäusl an der ehem. Bergstation des Mühlreitlifts. Ich wunderte mich vor Ort noch, denn ich dachte, die 4SB hätte nur den Steghäusllift weiter links (Fotos der alten Trasse folgen noch) ersetzt. Erst zuhause fand ich dann den alten LSAP-Beitrag im Forum:
viewtopic.php?f=12&t=17955&hilit=kirchdorf&start=25

Blick über meine linke Schulter – dort hinten, unten am Waldrand startete der Steghäusllift.

Hier kreuzte er eine Abfahrtsvariante, nachdem der Schlepper unterhalb davon eine recht steile Waldschneise überwunden hatte – gefolgt von einer flacheren.

Oben geht es auch bei der 4SB nebenan ein kurzes Stück durch den Wald und dann ist auch schon die Bergstation erreicht.

Hier sieht man noch die Schneise des abgebauten Steghäusllifts, der von oben aus gesehen etwas weiter rechts aus dem Bergwald herauskam.

Nach der zweiten Auffahren wechselte ich rüber zum Schlepper, der rechts unterhalb der 4SB (von unten aus betrachtet) verläuft.


Zwar kein spektakulärer Lift – aber man kann ihn mal fahren.




Idylle an der Bergstation...



Danach fuhr ich noch ein paar Mal mit der 4SB – die Hauptabfahrt war eine ganz nette Rennstrecke, da vor allem fast nichts los war. An der Hütte oben hinter der Bergstation kehrte ich vor meinem Wechsel nach Schwoich dann noch auf eine Gularschsuppe ein.




Telezoom nach St. Johann – rechts die alte DSB Jodlalm, links die neue Bahn, welche den Eichenhoflift 2 ersetzt hat, der weiter links verlief. Oben scheint man da einige Bäume gefällt zu haben, denn meiner Erinnerung nach verlief der Schlepper am Ende noch einmal durch ein Waldstück.

Zoom zur 3SB Hochfeld 2 – hat 1988 einen Schlepper auf gleicher Trasse ersetzt.

Die Waldschneise unterhalb der 4SB-Bergstation – hier ging früher der Steghäusllift hinauf.

Drehung nach unten – der Schlepper kreuzte hier die Piste. Weiter unten sieht man bereits, wo er durch den Wald heraufkam.

Scheint ja hier ein richtig steiler Lift gewesen zu sein – das hätte ich gar nicht gedacht. Schade – wäre ich natürlich gerne noch gefahren. Die Erkundung setzte ich aber wg. der dünnen Schneedecke lieber nicht auf direktem Wege fort, sondern fuhr außer herum.

Noch einmal der Blick nach oben – wg. der Sonne musste ich den Deckel vom Objektiv hinhalten, damit ich überhaupt knipsen konnte.

Hier ist Kirchdorf ganz idyllisch im Gegensatz zum Ort unten...

Hier begann der steile Abschnitt des Schleppers...

Blick zurück nach unten...

Da vorne muss irgendwo die Talstation gestanden haben – leider ist alles abgebaut worden. Ganz runter hat man den Lift nicht gebaut – offenbar wg. dem zu steilen Gelände direkt am Ortsrand.

Blick von der ehem. Talstation auf die Trasse des abgebauten Schleppers.
Hier ein Vergleichsbild aus dem Forum:
download/file.php?id=32232&mode=view

Weiter unterhalb der erwähnte Steilhang – so konnte man den Lift nicht bis ganz runter bauen. Gleichzeitig – das dachte ich mir dann zuhause am Rechner – irgendwie eine ziemliche Tristesse da unten. Völlig scheußliche Gebäude, hohe Mauern, künstliche Gärten...

Weiter hinten sah es schon etwas besser aus – ein alter Bauernhof immerhin.

Aber im Vordergrund nicht ein schönes Gebäude, nur eine trostlos hinbetonierte Ansammlung.

Die Talstation der 4SB befindet sich etwas unterhalb weiter drüben...

Kontrastbild zum Talzoom vorhin.


Dann setzte ich mich oben noch in die Hütte und bestellte mir eine Suppe.

Irgendeine Skiroute durch den Wald gibt es übrigens auch noch, aber wegen dem Schneemangel 2019/20 wäre die 1 Jahr früher sicherlich besser zu fahren gewesen.

Dann endlich Schwoich! 2007 oder 2008 bin ich dort im Sommer mal hinter gefahren, aber man kam an den Lift nicht ran, da alles eingezäunt war und auch gleich wieder der nächste Landwirt angelaufen kam...

So war ich froh, den Oldtimer noch erwischt zu haben – es herrschte viel Andrang, so dass sich der Betrieb vermutlich auch irgendwie rentiert. Gerade für Familien mit kleinen Kindern oder Einheimische dürfte der Lift ein willkommenes Ziel sein.






Einfach herrlich – ein uralter Kurzbügler...

Es wäre schade gewesen, wenn das nicht mehr geklappt hätte.

Auch hier – das viel mir auch erst wieder zuhause auf – häßliche Bebauung im Hintergrund – völlig unansehliche Gemäuer, die von jeder Schrebergartenlaube übertroffen werden.


So unternahm ich hier noch ein paar Auffahrten (wg. der Skipiste bin ich ja nicht nach Schwoich) und am frühen Nachmittag endete die Kleinstgebietstour – auf noch leeren Straßen ging es wieder nach München zurück.