HBB hat geschrieben: 07.06.2020 - 22:29
Das Einzige, was wirklich helfen und Vertrauen schaffen würde, wäre volle Transparenz - ich zweifle aber ernsthaft, dass dieses Wort im Tiroler Sprachschatz vorhanden ist.
Das kennt nur unser Andi Scheuer : "Maximale Transparenz"
Ich bin in einem Punkt mit 1970 100 % einer Meinung und das sollten wir eigentlich alle sein:
1970 hat geschrieben: 17.05.2020 - 11:31
Im Land gibt es eine Untersuchungskommission und die ist abzuwarten.
Oder auch mit ski-chrigel:
ski-chrigel hat geschrieben: 03.04.2020 - 20:03
Ich würde mal die offiziellen Untersuchungen abwarten.
Hat das schon jemand gepostet? (habe nicht mitgelesen)
Hechenblaikner hat wieder dokumentiert: https://www.srf.ch/kultur/kunst/fotoban ... -der-alpen
Das Corona Thema lässt sich dabei dieses Mal natürlich nicht ausblenden.
“Wir sind gewohnt, daß die Menschen verhöhnen, was sie nicht versteh'n, Dass sie vor dem Guten und Schönen, das ihnen oft beschwerlich ist, murren.“ [Johann Wolfgang von Goethe]
HBB hat geschrieben: 07.06.2020 - 22:29
@1970
Erst mal danke, dass Du geantwortet hast!
Vorausgesetzt die Angaben im Profil-Artikel stimmen, dann ist der zitierte Aktenvermerk der Polizei vom 11. März. Manche haben trotz Verbots doch noch offen gehabt, also anders als es in der TVB-Mail des gleichen Tages steht!
Ich möchte nochmals betonen, dass ich keinerlei Ischgl-Bashing betreiben will.
Wie ich im Verlauf dieser Diskussion mehrfach betont habe, komme ich seit vielen, vielen Jahre gerne nach Ischgl. Und ich finde es auch schade, dass jetzt wieder der alte Alpenballermann-Mythos ausgegraben wird, der eigentlich noch nie richtig war. Das wird natürlich von vielen Medien jetzt gerne aufgegriffen und ausgeschlachtet und die Urteile sind gnadenlos - meistens von Leuten, die noch niemals in Ischgl waren.
Und ich behaupte ja auch nicht, dass Ihr das Virus gezüchtet und vorsätzlich verbreitet habt, und ja, hinterher ist jeder schlauer. ABER: Man kann wohl kaum behaupten, dass alles richtig gemacht wurde - erst recht nicht, wenn sich wie jetzt herausstellt, dass sowieso schon spät erfolgte Anordnungen auch noch vorsätzlich ignoriert wurden, nur um noch ein paar Tausender mitzunehmen - gerade von denjenigen Großen, die eh schon bestens verdienen.
Und wenn man sich nicht darauf verlassen kann, dass zumindest(!) nicht fahrlässig mit Leib und Leben den Gästen umgegangen wird, dann überlegt man sich doch sehr genau, ob man nochmal kommen mag.
Ich gehe davon aus, dass keiner dieser Vorwürfe Dich trifft, aber da Du ja schreibst, der ganze Ort ist im Austausch, darfst Du die Ansicht eines Stammgastes gerne in diesen Diskurs einfließen lassen. Mich stört vor allem, dass im Moment aus Ischgl nichts als ein kleinlautes Schweigen kommt, wo man doch sonst um große Marketing-Sprüche nie verlegen ist. Das Einzige, was wirklich helfen und Vertrauen schaffen würde, wäre volle Transparenz - ich zweifle aber ernsthaft, dass dieses Wort im Tiroler Sprachschatz vorhanden ist.
Mein Herz würde gerne wieder nach Ischgl zum Schi fahren - aber der Verstand sagt erstmal: Nein!
Ich weiß nicht welche Lokale ein Verbot bekamen. Uns sind nur die besagten Lokale bekannt. Sollten sich wirklich Lokale nicht an das Verbot gehalten haben wird das die Staatsanwaltschaft herausfinden. Und dann werden sie auch ordentlich bestraft.
Ich habe nie behauptet, dass alles richtig gelaufen ist. Aber zum damaligen Zeitpunkt wussten wir es nicht besser. Im Rückblick hätten wir bevor es losging schon den ganzen Ort abriegeln müssen. Aber kein Betrieb, in keinem Land hat seinen Betrieb sicherheitshalber geschlossen weil im Nachbarland der Virus wütet. Ich Nachhinein wäre es besser gewesen.
Eines kann ich Dir versichern. Kein Ischgler hat wissentlich seine Gäste wegen dem Geld in Gefahr bringen wollen. Im Prinzip wissen wir heute noch nicht viel über diesen Virus.
Es gibt viele Viren auf dieser Welt. Sollen wir jetzt jedesmal zumachen. Als es in Italien richtig grassierte wurde doch noch alles runtergespielt. Auch von den Medien. "In Italien gibt es so viele Fälle und Toten weil das Gesundheitssystem nicht funktioniert. Bei uns kann so was nicht passieren."
Und jetzt sollen die Gastronomen alles gewusst haben wenn nicht mal die Experten etwas wussten.
Ich steige jetzt mal nur wegen der Weinrechnung ein
Ischgl daraus einen Strick zu drehen, wäre albern. Ich kenne selbst drei Hütten im Zillertal, bei denen du auf ähnliche Beträge kommst, wenn du es wolltest; Wedelhütte, Kristallhütte, Schneekarhütte
Ischgler Apres-Ski (und vergleichbares gibt es gerade in AT auch an anderen Orten) ist mir zwar suspekt, aber der Kollege Hechenblaikner überzeichnet, und das bewusst, natürlich auch
Edit: Ich will die Verantwortlichen in Sachen Ischgl nicht verteidigen, aber wenn das Virus schon einen Monat früher so verbreitet gewesen wäre, dann würde über Ischgl keiner geredet haben; dann wäre uns wahrscheinlich jede Fastnachtshochburg um die Ohren geflogen
Wo ich schon war:
Hochzeiger (1989), Ski-Zillertal 3000 außer Gletscher (viele Jahre ab 1993 ), Kronplatz (2006), Söllereck (2008), Hauser Kaibling (2009 und 2014), Wildkogel (2010 - 2012), Maiskogel, Pass Thurn/Resterhöhe; Schmittenhöhe (2013), Hochzillertal/Hochfügen, Spieljoch (2016 - 2019), Alpendorf/Wagrain/Flachau (2015 und 2018), Damüls/Mellau (2017), Planai/Hochwurzen (2019), Willingen (2019), Schnalstaler Gletscher (2019), Laax, Silvretta-Montafon, Brandnertal, Golm (2020), Hundseck (2021), Winterberg (2021), Arosa-Lenzerheide (2022), St. Moritz (2022), Ortisei, Seiser Alm und Sella Ronda (2023)
Als nächstes:
42 Prozent der Ischgler wiesen im April Antikörper gegen das Coronavirus auf – 85 Prozent davon merkten davon wenig bis gar nichts. Die Studie der Medizin-Uni Innsbruck schlug europaweit Wellen, weil einerseits die Durchseuchung mit dem Coronavirus so hoch war wie in keinem vergleichbaren Fall.
Die Studie ist allerdings auch zum Schluss gekommen, dass das Virus bereits Ende Februar in Ischgl „gewütet“ hatte. „Unter dem Radar“, wie es von den Medizinern hieß.
Hermann ist der Skilehrer für uns alle (Aksel Lund Svindal über Hermann Maier)
Mismanagement of a coronavirus outbreak in Ischgl, the Austrian resort town known for its après-ski debauchery, helped spread the pathogen across Europe. Now the relatives of those who died want justice.
By Jürgen Dahlkamp, Felix Hutt, Gunther Latsch und Walter Mayr
06.07.2020, 09.53 Uhr
Aufgrund der Entwicklungen in den letzten Wochen ein paar Anmerkungen meinerseits.
Die berühmten und betroffenen Lokale sind genannt und die angeblichen Verfehlungen oft genug aufgelistet.
Wenn dass aber trotz des damals geringen Wissensstandes ( zumindest im Vergleich zu heute ) alles so schlimm ist wie dargestellt, wie schlimm muss es dann erst sein wenn Partytempel ende Juni nach mehreren Fällen noch tagelang weiter geöffnet hatten?
Klar Zürich ist nicht Ischgl und Österreich ist nicht die Schweiz. Sollte aber einer der involvierten Politiker, Beamten, Wirte wegen Ischgl verurteilt werden so dann müssen dieselben Beteiligten in Zürich auch verurteilt werden und zwar um so viel höher als ihr Wissensstand 4 Monate später höher war.
Es kann doch nicht sein dass man im März wegen etwas einen Riesenkrawall schlägt und im Juni/Juli wird das gleiche andernorts nur noch als Bagatelle angesehen.
"Eine Woche nach dem Auftauchen von SARS-CoV-2 mit dem Mutationsprofil (genetische Charakteristika, Anm.) in Frankreich und Ischgl konnte bereits eine steigende Anzahl verwandter Viren auf der Basis des gleichen Mutationsprofils über Kontinente hinweg gefunden werden, wo sie neue lokale Ausbrüche hervorriefen – zum Beispiel auch in New York. Als sehr populäre internationale Destination für Touristen aus Europa und Übersee könnte Ischgl eine kritische Rolle als Übertragungs-Hub für die Ausbreitung des Virus-Stammes 20C (Unterart von SARS-CoV-Anm.) nach Europa und Nordamerika gespielt haben"
Sollte sich das bestätigen, wäre es ein weiterer Beleg dafür, dass Ischgl eben nicht ein Hotspot unter vielen, sondern die entscheidende Super-Spreader Location mit weltweiten Auswirkungen war. Vor allem ist es aber bemerkenswert, dass die seiner Zeit im TV vorgebrachte Legende des heiligen Sebastian, das Virus sei aus dem Münchner Cluster importiert worden, wohl endgültig widerlegt ist. Es vermuteten ja damals schon viele, dass diese Behauptung ledigich dazu dienen könnte, vom krassen Versagen der Behörden abzulenken und die Schuld auf Dritte zu schieben. Erfreulich, dass dieser Schmarrn jetzt wissenschaftlich widerlegt werden konnte.
Möglichkeit ist eine Infektion im Flughafenbereich am Abflugort vom 24.01.2020 (Freitag) wo der Brite nach Contamines-Monjoue aufbrach. Somit würde die Person am 27.01.2020 Infektiös werden. Ab dann hat die Person noch genug "Partyzeit" um denn Virus unter die anwesenden Personen zu verteilen.
B:
Der Virus hat sich in einer andre Europäischen Stadt unbemerkt übertragen. Er könnte ebenso via Hong Kong oder einem andrem Abflugort in China dort hin gekommen sein.
C:
Die Flugzeit von Singapur nach Europa ist lang genug (Direkt Flug nach London Dauer: 13 Std., 30 Min.). So könnte sich ein Fluggast im Flieger direkt angesteckt haben. Und so denn Virus nach Ischgl gebracht haben. Ansteckung am 20.01.2020 nach zweihalb Tage kann man Infektiös sein. Diese Zeitmarke wird in der Flugzeit erreicht.
der Wächter hat geschrieben: 11.08.2020 - 11:29
Jetzt soll Apres Ski reglementiert werden. Keine Ahnung wie das gehen soll. Auch warten sehr viele Orte mal ab was da kommt.
Keiner möchte der 1. sein und dann macht die Politik / Gesundheitsamt denen einen Strich durch den Liftpass.
Regelungen beim feiern? Sitzen? Begrenzung? Abstand? Oh Gott man sieht wie alt Politiker sind und wie weit weg von der Realität. Und wir reden da ja nicht von ein paar hundert, sondern eher tausenden Gästen in den Apres Ski Hochburgen. Also wird’s auf zusperren der lokale rauslaufen bei der aktuellen Politik - das wäre konsequent.
In der Praxis verlagert sich das ganze dann halt auf die Straße, in die Ferienwohnungen und Zimmer - oder ganze Gruppen kommen erst gar nicht und feiern daheim.
Verlagerung ins private hat immerhin den Vorteil dass man weniger einfach nachverfolgt werden kann
Stäntn hat geschrieben: 11.08.2020 - 12:54
Regelungen beim feiern? Sitzen? Begrenzung? Abstand? Oh Gott man sieht wie alt Politiker sind und wie weit weg von der Realität. Und wir reden da ja nicht von ein paar hundert, sondern eher tausenden Gästen in den Apres Ski Hochburgen. Also wird’s auf zusperren der lokale rauslaufen bei der aktuellen Politik - das wäre konsequent.
Liest du die Artikel vorher auch oder antwortest du gleich reflexhaft mit Politikerschelte?
Da geht es doch darum, dass die Apres-Ski-Branche Regelungen fordert, die es bis jetzt nicht gibt:
Also dass sie zumindest Planungssicherheit haben wollen, um Hygiene-, Castro und letztendlich Marketingkonzepte erstellen zu können, kann ich schon nachvollziehen
Erstaunlich ist es aber schon, dass man offenbar wieder relativ planlos in Richtung Wintersaison taumelt.
Vor der diesjährigen Sommersaison wurde von Fr. Köstinger ja einiges angekündigt - Stichwort "sicherstes Urlaubsland" -, aber leider wenig bis nichts davon umgesetzt.
Man hätte ja erwarten können, dass man wenigstens die doch wesentlich längere Zeit bis zur Wintersaison nutzt, um (Sicherheits-)Konzepte zu entwickeln - nicht nur für den Après-Ski, sondern vor allem auch für Seilbahnnutzung, Ausschöpfung der Kapazitäten etc...
Ich weiß nicht, ob das jetzt wieder das große "Kopf in den Sand Stecken" / Aussitzen ist - wahrscheinlich will einfach keiner die unangenehmen Wahrheiten aussprechen. (Immerhin hat der Vizekanzler gestern im Sommerinterview ja schon mal leise anklingen lassen, dass das keine normale Seilbahn-Saison wird.)
Was der Grund auch sein mag - Werbung für eine Winterbuchung ist das alles nicht...
Ja, und dort gibts dann auch einige Infektionscluster. Noch kann man die nachverfolgen, aber in Ischgl konnte man das halt nicht und naturgemäß ist es bei Apres-Ski viel schwerer, weil die meisten Leute am Samstag wieder abreisen und wenn überhaupt erst nach Rückkehr getestet werden.
Nicht falsch verstehen, ich bin immer noch gegen alle Einschränkungen, aber wenn man die "jede Infektion ist superschlimm"-Strategie fährt, dann wärs klüger, so ähnlich wie Mallorca sämtliche Apres-Ski- und Alkohol-Ausschank-Lokale in der Wintersaison ganz geschlossen zu lassen, weil wir in Ischgl, St. Anton und Sölden gesehen haben, dass das die Infektionsverbreitung massiv beschleunigt, ganz im Gegensatz zu den anderen Skiurlaubs-Aktivitäten.
Das mag zwar den Geschäftsleuten vor Ort nicht gefallen, aber sonst besteht halt die Gefahr, dass sich "Ischgl März 2020" wirklich wiederholt. Lieber eine Saison ohne Apres-Ski als eine die man dann im Januar bereits abbricht...
Eine gewisse Planungssicherheit muss seitens der Behörden dennoch gegeben werden.
Das beste negativ-Beispiel zeigt das Hotham Alpine Resort in Australien.
Wochenlang wurde für viel Geld Schnee produziert und bereits nach 3 Betriebstagen kam es zur ersten temporären Schließung, welche sich nun zur finalen Schließung entwickelt hat.
Somit ist nicht nur die Saison ausgefallen, sondern es wurde noch sinnlos Geld verbrannt.
Das möchte man in Europa sicherlich vermeiden.
Somit könnte die Entscheidung zur Schneeproduktion dieses Jahr wohl nicht nur von den lokalen Temperaturbedingungen sondern auch vom örtlichen Infektionsgeschehen beeinflusst werden.