Neues im Thüringer Wald

Infrastrukturelle Neuigkeiten aus Deutschland
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basti.ethal
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von basti.ethal »

https://www.insuedthueringen.de/region/ ... 56,7421668
Der Paukenschlag in der Einwohnerversammlung in Schmiedefeld am Donnerstag hat mit dem bevorstehenden Winter zu tun: Suhls Oberbürgermeister André Knapp hat zum Entsetzen der Anwohner verkündet, dass der Skihang am Eisenberg in dieser Wintersaison nicht beschneit wird. Der Anfang vom Ende für den Tourismus im neuen Suhler Ortsteil?
Für mich absolut unverständlich. Vor 2 Jahren wurden 4,5Mio. für einen Neubau investiert. Und nun soll kein Geld für den Strom vorhanden sein?
In meinen Augen ist nur die (nicht)Fähigkeit Betreiber der Anlage Grund für diese Entwicklung.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von CHEFKOCH »

Steinach:
In der Skiarena Silbersattel in Steinach (Kreis Sonneberg) laufen die Vorbereitungen auf die Wintersaison. Wie die Betreiber mitteilten, wurden am Montag sieben neue Schneekanonen angeliefert. Ein weiterer Schneeerzeuger und Teile für eine neue Pumpstation sollen diese Woche eintreffen.
https://www.mdr.de/thueringen/sued-thue ... n-100.html

Stellt sich nur die Frage ob diese auch alle gleichzeitig in Betrieb genommen werden können ( Pumpleistung ? )
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basti.ethal
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von basti.ethal »

Von mir wäre ohnehin zeitnah ein Bau-Update gekommen.
So eben ein paar Tage früher :wink:

In der Tat wurden in den letzten Tagen die neuen Anlagenteile (Erzeuger, Pumptechnik) angelliefert.
Bereits in den vergangenen Wochen haben wir die alte Pumptechnik ausgebaut und die Pumpstation entkernt.
Im Pumpenhaus wurde ein neuer Sockel gegossen. Neben dem Gebäude werden Fundamente angelegt, da aus Platzgrünbden die gesamte Elektronik bereits vorinstalliert in einem Container neben dem Bestandsgebäude positioniert wird.

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Insgesamt werden 7 mobile und eine Maschine auf Lift angeliefert.
eine zweite Turmmaschine haben wir bereits im vergangenen Jahr installiert.

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Wie bereits vorher beschrieben, ist dies der erste Schritt im Bauabschnitt 1, welcher über den Winter final abgestimmt und initiiert werden muss
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Noch etwas zu den technischen Daten:
Aufgrund der bestehenden Druckleitung im Hang wird in diesem Jahr nur eine Pumpe installiert (35l/s). Die Steuerung sowie die Rohrleitungen im Gebäude werden jedoch schon so vorgesehen,
dass im nächsten Jahr die Pumpleistung auf 70l verdoppelt werden kann.
Mit den 35l sollte es also möglich sein, die 9 Propeller sowie eine Lanze in dieser Saison mit Wasser zu versorgen. (wenn auch mit hohen Druckverlusten aufgrund des gringen Leitungsquerschnittes)
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von basti.ethal »

Hier wieder ein kurzes Bau-Update vom 22.11.

Die mobilen Schneeerzeuger sind nun fertig montiert und einsatzbereit. Sie werden im Laufe der Woche entsprechend positioniert.
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Die Turmmaschine wird bei passenden Wetter ebenfalls in dieser Woche aufgerichtet.

Die Pumpstation ist für diese Saison mechanisch fertiggestellt. Ab Montag beginnt die Installation der E-Technik.
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Ebenfalls für diese Woche ist die Anlieferung des E-Technik Containers vorgesehen. Der entsprechende Stellplatz ist vorbereitet.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von Ram-Brand »

Wie kann man die neuen Kanonen so in den Matsch stellen!
Skandal! ;-)
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von GIFWilli59 »

So oft wie es dort neue Kanonen gibt, hätte man eigentlich mal einen roten Teppich ausrollen können ;-)
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von basti.ethal »

Bau-Update vom 06.12.20

Auch in der letzten Woche ist wieder viel passiert am Silbersattel

Noch vor dem ersten Schnee wurden die Kanonen an Ihre Position verbracht
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Die letzte Sufag Maschine wurde abgebaut...
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..und durch diesen neuen Mitarbeiter ersetzt
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Aufgrund eines zeitlichen Engpasses im Baugeschehen des Netzbetreibers, wird die Pumpstation in dieser Saison dieselelektrisch betrieben :wink:
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Am Samstag wurde die Anlage schließlich in Betrieb genommen und wir konnten einen ersten Schneitest durchführen.
Nachdem die Leitung 8 Wochen trocken lag, muss diese zunächst gespült werden
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Dann geht's los
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Da freuen sich die Schneier :wink:
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Leider ergab sich nicht mehr Zeit für bessere Bilder, da noch einiges an Anlagenoptimierung durchgeführt werden musste.
Jetzt können wir nur noch hoffen, dass die Anlage in diesem Winter auch zum Einsatz kommen darf.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von markus »

Jetzt muss man nur noch aufsperren "Dürfen".....
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Ram-Brand
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von Ram-Brand »

Schön :-)

Wurden die alten Schneekanonen weiterverkauft?
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Skiphips
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von Skiphips »

Thüringen gibt halbe Million Euro für Beschneiungsanlage in Steinach

Die Beschneiungsanlage wird mit 540.000 € vom Land Thüringen gefördert. Als nächstes soll der Parkplatz vergrößert und ein Schlepplift durch ein Förderband ersetzt werden. Das Gebiet soll verstärkt ganzjährig genutzt werden. Dazu sind weitere Bikestrecken und ein neuer Lift geplant.
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Arosa/Lenzerheide, Dav-Klo Parsenn, S. Montafon, Samnaun-Ischgl

21/22 2x Gerlos ZA, 1x Damüls-Mellau; 19/20 Dav-Klo Parsenn, Nauders, Samnaun-Ischgl, Warth-Lech; 18/19 1x Axamer Lizum, 1x Dav-Klo Parsenn, 1x Galtür, 1x Garmisch-Classic, 1x Hochzeiger, 1x Ober-Hochgurgl, 1x Oberstdorf Fellhorn/Kanzelwand, 1x S. Montafon, 0,5x Hoch-Imst, 0,5x Venet; 17/18 Dav-Klo Parsenn, Kitzbühel, S. Montafon; 16/17 3x Ischgl-Samnaun, 1x Dav-Klo Parsenn, 1x See im Paznauntal; 15/16 1x Axamer Lizum, 1x Karwendel-Dammkar Mittenwald, 1x Kühtai, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Silvretta Montafon; 14/15 Dav-Klo Parsenn, Ischgl-Samnaun, Sölden; 13/14 2x Skicircus SHLF, 2x Sölden, 1x Dav-Klo Parsenn, 1x Ischgl-Samnaun; 12/13 Davos-Klosters Parsenn, SFL, Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang/Fieberbrunn; 11/12 2x SFL, 1x Kitzbühel; 10/11 Hochzillertal, Serfaus-Fiss-Ladis, Skiwelt Wilder Kaiser
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manitou
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von manitou »

Oberhof 2023 – kommt jetzt der Wandel? Neue Tourismuskonzepte vorgestellt.

Mit hohen Fördergeldern für die Rodel- und Biathlon WM 2023 und einem Mega-Familienhotel will Oberhof verlorenen touristischen Boden gut machen. Das Projekt Oberhof 2023 wurde durch eine fünfteilige Videoserie begleitet, (https://www.youtube.com/channel/UCAPb4B ... iMRZVyPdYw) die erkennen lässt, dass bis auf Teil 3 sich alles um den Leistungssport dreht. Dabei liegen die Wurzeln von Oberhof als Tourismusort nicht im Leistungssport, sondern als sommerlicher Höhenluftkurort und dem Wintervergnügen der Oberschicht. Oberhof wurde jedoch politisch nach dem 2. Weltkrieg erheblich verkorkst und ist ein unvollendeter Ort, wie aus dieser Doku hervorgeht: https://www.youtube.com/watch?v=-q3Uhk-LgSk

Im Oktober 2021 wurde zudem ein Tourismuskonzept Oberhof 2030 vorgestellt, (von IFT/Montenius) das auch als Kurzversion existiert. Ferner wurde parallel auch das Ortsentwicklugskonzept aktualisiert - und von einer schönredenden Presseerklärung begleitet. Alle vier Downloads hier:
https://www.stadt-oberhof.de/die-stadt- ... twicklung/
Für das hiesige Forum sind insbesondere die von IFT empfohlene Erweiterung des Skigebietes von Interesse sowie das Konzept von Rope-Taxis mit konkreten Skizzen, die ich hier wegen Copyright nicht einstellen möchte. Schaut in das Konzept!
Beim Tourismuskonzept handelt sich um eine aktualisierte Variante des Ganzjahreskonzept für den Ort von 2006, mit Skipisten und Verbindungs-Kabinenseilbahnen vom Panoramahotel bis zum Grenzacker, Golfplatz, Sommerattraktionen u.v.a. Realisiert davon wurde damals fast nichts. Die Presserklärung redet es hingegen schön, weil sie ein paar Konzepte in der "Stadtmitte" umgesetzt hat. Die aktualisierten und neuen Ideen von IFT sind teilweise innovativ und auch kühn. Sie gehen über die üblichen Freizeitattraktoren hinaus – und sollen den Ort in seinem individuellen Profil stärken. Wahrscheinlich wird abermals kaum etwas umgesetzt. Warum?!

M.E. begeht Oberhof einmal mehr die altbekannten Fehler!
Das Dilemma ist, dass Eigentümer und Betreiber aller Wintersportanlagen in Oberhof der Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum ist, deren primäre Aufgabe der Betrieb des Olympiastützpunkt Thüringen und seine Rahmenbedingungen für den Trainings- und Wettkampfbetriebes im Bereich Leistungssport ist. Jene Lobby dominiert auch die Politik. Ski-Alpin ist in Thüringen jedoch kein Element des Leistungssportes, weshalb sie sich für die Erweiterung des Skigebietes politisch nicht so ins Zeug werfen. Mit dem neuen 4SB und dem Bikepark werden sie jedoch sagen, dass man sehr wohl den allgemeinen Wintersport im Auge hat. Dieser kommunale Zweckverband ist zudem kein wirtschaftlich ausgerichtetes Unternehmen, was für eine erfolgreiche touristische Ausrichtung unerlässlich wäre.
IFT zeigt nämlich vergleichend auf, dass Destinationen mit privatwirtschaftlich geführter Infrastruktur besser dastehen, was als verdeckte Kritik am Zweckverband gelesen werden kann. Dies scheint in der Tat so zu sein, wenn die Presseerklärung der Stadt Oberhof sich diesbezüglich ausdrücklich zugunsten des Zweckverbandes rechtfertigt.

Im Gegensatz zum Tourismuskonzept von IFT steht im Ortsentwicklungskonzept nichts über eine angestrebte Erweiterung Ski-Alpin drin. Man scheint sich mit den Hürden des Trinkwasserschutzgebietes abgefunden zu haben. IFT sieht das aus Erfahrungen in anderen Orten anders und m.E. ist es eine Sache des politischen Willens und der Lobby. Oberhof muss laut aufschreien, dass ohne eine Erweiterung des Skigebietes kein touristischer Aufschwung als Wintersportdestination möglich ist. Das werden sie jeoch nicht tun, denn damit würde man dem bisherigen Credo widersprechen, dass der Leistungssport maßgebliches Aushängeschild des Tourismus ist. Ich befürchte daher auch hinsichtlich des neuen Tourismuskonzeptes 2030 abermals, dass davon kaum etwas umgesetzt wird. Fördergelder und Baugenehmigungen gibt es wohl auch weiterhin primär für den Leistungssport, weil die Lobby sich nur hierfür einsetzt. In die Leistungssportanlagen wurden/werden von 2008-2023 insgesamt ca. 100 Mio € investiert. Die Investitionen in den Fallbachhang halten sich hingegen in Grenzen.

Die Leistungssportlobby plakatiert nun vollmundig aus einem alten Denken heraus mit Oberhof 2023 auch aus dem touristischen Tal herauszuführen. Sie halten sich für das touristische A&O von Oberhof. Ich bin skeptisch, dass das funktioniert!

Auch das neue Familux-Hotel ist ein exklusives Ghetto. https://www.youtube.com/watch?v=2UUqSivz4Ck Die haben dort vieles integriert, was Oberhof fehlt (bis auf Golf und Skipisten), nur ist es exklusiv für die Hotelgäste. Das hilft dem Ort nur bedingt. Es steigert zwar die Ü-Zahlen um >100.000 und fördert den Einzelhandel, aber weniger die Gastronomie, denn die hat das Hotel selbst.
IFT beklagt, dass die defizitären H²Oberhof-Therme nur von 1% der Hotelgäste genutzt werden, was nicht verwundert, wenn die großen Hotels die meisten Ü generieren und über eigene SPA-Bereiche verfügen. Das wird sich auch bei dem neuen Familux-Projekt folglich nicht ändern.

Sport-WMs dienen primär der Werbung und Imageförderung einer Destination, doch in fast allen Orten führten sie in der Vergangenheit zu erhöhter Verschuldung und zu keinen nennenswerten touristischen Aufschwüngen. Die Bob/Rodel/Skispringen/Biathlon Infrastruktur bringt erfahrungsgemäß und nachweißlich kaum zusätzliche aktive Winterurlauber nach Oberhof, dabei steht das Image Oberhofs primär als Wintersportdestination – doch für die Allgemeinheit fehlt dem Ort weiterhin die Winter- wie Sommerattraktoren und ein eigenständiges touristisches Profil.

Mit den vorgestellten Konzepten werden wir im Forum nun endlich mal ausgiebigen Diskussionsstoff über Oberhof haben, denn das Vorgestellte ist so komplex, dass es nicht mit ein paar Posts und Kommentaren getan ist.

Ich wünsche uns allen viel Vergnügen…
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noisi
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von noisi »

manitou hat geschrieben: 28.08.2022 - 17:25 Mit den vorgestellten Konzepten werden wir im Forum nun endlich mal ausgiebigen Diskussionsstoff über Oberhof haben, denn das Vorgestellte ist so komplex, dass es nicht mit ein paar Posts und Kommentaren getan ist.
Finde ich überhaupt nicht. Angesichts des Aufwandes, den andere (und von der Höhenlage vergleichbare) Skigebiete in den Mittelgebirgen bereits betreiben müssen, sehe ich persönlich für komplett neue alpine Skigebiete (das wäre Oberhof ja mehr oder weniger), den Zug abgefahren.
Sinnvoller und aus finanzieller Sicht nachhaltiger Skibetrieb ist nur mehr mit massiver Beschneiung, inkl. Snowmaker möglich. Ob das auch noch mit den massiv gestiegenen Energiekosten der Fall ist würde ich mal bezweilfeln.
Ich lasse mich aber sehr gerne eines besseren belehren!
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von MaFl »

Die Energiekosten beim Betrieb sind gegenüber dem Gesamtenergieverbrauch irrelevant - entscheidend ist die Anfahrt, die macht wohl etwa 95% aus.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von GIFWilli59 »

noisi hat geschrieben: 28.08.2022 - 18:58
manitou hat geschrieben: 28.08.2022 - 17:25 Mit den vorgestellten Konzepten werden wir im Forum nun endlich mal ausgiebigen Diskussionsstoff über Oberhof haben, denn das Vorgestellte ist so komplex, dass es nicht mit ein paar Posts und Kommentaren getan ist.
Finde ich überhaupt nicht. Angesichts des Aufwandes, den andere (und von der Höhenlage vergleichbare) Skigebiete in den Mittelgebirgen bereits betreiben müssen, sehe ich persönlich für komplett neue alpine Skigebiete (das wäre Oberhof ja mehr oder weniger), den Zug abgefahren.
Sinnvoller und aus finanzieller Sicht nachhaltiger Skibetrieb ist nur mehr mit massiver Beschneiung, inkl. Snowmaker möglich. Ob das auch noch mit den massiv gestiegenen Energiekosten der Fall ist würde ich mal bezweilfeln.
Ich lasse mich aber sehr gerne eines besseren belehren!
Einen Vorteil hat Oberhof im Vergleich zum Sauerland (auf das du ja offensichtlich anspielst) noch und zwar die kontinentalere Lage; es ist immer noch etwas kühler als in Winterberg und auch die Wahrscheinlichkeit für hohe Regenmengen ist weniger hoch.

Komplett neu fast, vier neue Hänge sollen lt. dem Konzept erstellt werden. Aber wenn das nicht mal der Betreiber will...am Wurmberg im Harz wird anscheinend auch nicht mehr erweitert (trotz Ausbaureserve Westhang), in Schierke hat der Investor auch das Handtuch geworfen. Ich glaube kaum, dass es in Oberhof besser läuft.

Einen Vorteil hat aber die aktuelle Organisation: Es ist nicht so schlimm, wenn mal etwas schlecht läuft oder keine Einnahmen erzielt werden können. Geld hat man scheinbar ohne Ende.

Die Sache mit dem Ropetaxi inkl. Anbindung des Bahnhofes finde ich hingegen gut, das sollte man verfolgen. Ob es nun ein Ropetaxi oder eine herkömliche 10MGD wird, ist vermutlich nicht so entscheidend.
MaFl hat geschrieben: 28.08.2022 - 21:34 Die Energiekosten beim Betrieb sind gegenüber dem Gesamtenergieverbrauch irrelevant - entscheidend ist die Anfahrt, die macht wohl etwa 95% aus.

Bisher war das so, aber in letzter Zeit sind die Energiekosten deutlich gestiegen und werden es wahrscheinlich auch weiter tun. Dem Betreiber kann das egal sein, er kann die Kosten ja an den Kunden weitergeben. Funktioniert aber wahrscheinlich nur bis zu einem bestimmten Grad, irgendwann nimmt die Nachfrage signifikant ab...
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Sorry, aber wer glaubt die Zukunft des Tourismus im Thüringer Wald läge im Alpin Ski der macht sich was vor. Die sollten sich weiter auf Langläufer fokussieren, das ist auch Breitensport. Wenn ich mir anschaue was z.B. in Seefeld und Leutasch los ist, da ist Alpin nur ein Zubrot (und die haben viel mehr zu bieten als es Oberhof je könnte).
Beim Langlaufen kann man ein konkurrenzfähiges Angebot bieten. Wenn man da wirklich noch was in die ÖV Anbindung investiert, dann kann man da auch leichter Gäste z.B. aus Berlin oder Hamburg anlocken, die mit dem ICE bis Erfurt fahren und dann direkt bis zum Bahnhof Oberhof. Mit Langlaufausrüstung reist es sich nämlich viel einfacher im Zug.
Man sollte aber definitiv das Busangebot entlang des Rennsteigs noch ausbauen, damit die Gäste mehr Abwechslung bekommen.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von manitou »

Im Allgemeinen würde man heute in den Mittelgebirgen keine Neuerschließungen mehr vornehmen. Oberhof bildet hier eine Ausnahme, da es von Historie und Anspruch her eine der führenden Wintersportdestinationen ist mit nur 1km Skipiste, was für Winterurlauber völlig unzureichend ist.

Die wollen mit drei Hotelprojekten 800 neue Betten schaffen. Wo sollen dafür ganzjährig die Attraktionen herkommen? Die haben von allem zuwenig. Selbst wenn man verstärkt den Sommer in den Fokus rückt, unter diesem Aspekt bleibt denen gar nichts anderes möglich, als zumindest 5km beschneite Pisten zu schaffen. Oberhof hat eine super Autobahnanbindung und dadurch ein Einzugsgebiet von knapp 10 Mio Menschen im Radius 2 Std. Anfahrt. Das schaffft ein grundsätzlich gutes Potenzial für Ski-Alpin und damit Wirtschaftlichkeit auch unter schlechter werdenen Klimabedingungen. Wie GIFWilli zudem sagte, klimatechnisch sind die etwas besser dran als das Sauerland und da wird ja in Winterberg auch nich weiter in Ski-Alpin investiert.
Seilbahnjunkie hat geschrieben: 28.08.2022 - 23:06 Sorry, aber wer glaubt die Zukunft des Tourismus im Thüringer Wald läge im Alpin Ski der macht sich was vor. Die sollten sich weiter auf Langläufer fokussieren, das ist auch Breitensport. Wenn ich mir anschaue was z.B. in Seefeld und Leutasch los ist, da ist Alpin nur ein Zubrot (und die haben viel mehr zu bieten als es Oberhof je könnte).
Wenn man da wirklich noch was in die ÖV Anbindung investiert, dann kann man da auch leichter Gäste z.B. aus Berlin oder Hamburg anlocken, die mit dem ICE bis Erfurt fahren und dann direkt bis zum Bahnhof Oberhof. Mit Langlaufausrüstung reist es sich nämlich viel einfacher im Zug.
Man sollte aber definitiv das Busangebot entlang des Rennsteigs noch ausbauen, damit die Gäste mehr Abwechslung bekommen.
Ich rede nicht von der Zukunft Ski-Alpin, sondern davon, dass in dieser Destination nicht einmal ein adäquates Grundagebot in diversen tourstischen Disziplinen existiert, um die seit 1998 verlorenen 50% Ü wieder aufzuholen. Mit wenigen Gästen kann man auch keinen OPNV aufrechthalten. Bahnhof Oberhof und die direkte Rennsteig-Buslinie Schmiedelfeld-Oberhof wurden mangels Frequentierung eingestellt. Jetzt geht es nur noch über Zella-Mehlis. Zur Reaktivierung des Bhf. soll ja das Rope-Taxikonzept dienen. Sowas ist 80% förderfähig.

Langlauf generiert nachweisslich nur wenige Ü - und das explizite Langlaufmekka Seefeld kann man nicht mit Oberhof vergleichen. Seefeld liegt für Langlauf ideal auf einer Hochebene und hat touristisches Flair. Loipen gibt es im TW wie Sand am Meer, da hat Oberhof keine Vormachtstellung.
Oberhof wurde nur deshalb in der DDR zum vorrangigen Langlaufort, weil in der DDR kein Ski-Alpin gefördert wurde. Gegenwärtig bekommen es ja oftmlas nicht einmal hin, im Winter den Rennsteig-Skiwanderweg durchgehend zu spuren und für Langläufer einen Hotel-Gepäckshuttle einzurichten.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Und du meinst ernsthaft mit 5 km Pisten würde man nennenswert Übernachtungsgäste anlocken? Vielleicht würden mehr Tagesgäste von Erfurt rauf kommen, aber das war es dann auch.

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noisi
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von noisi »

MaFl hat geschrieben: 28.08.2022 - 21:34 Die Energiekosten beim Betrieb sind gegenüber dem Gesamtenergieverbrauch irrelevant - entscheidend ist die Anfahrt, die macht wohl etwa 95% aus.
Es geht natürlich um die Energiekosten für den Skibetrieb.
Aber auch das ist ein gutes Argument. Skifahren wird deutlich teurer werden - dass heisst auch weniger Gäste. Vermutlich werden die Betreiber nicht einmal die gesamten Mehrkosten weitergeben können.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
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basti.ethal
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von basti.ethal »

Das Konzept selbst ist mir bis jetzt neu gewesen, die Maßnahmen daraus aber nicht.
Dennoch sollte man nicht allzu viel auf dieses Dokument geben. Am Ende ist ein neues Konzept die logische Konsequenz, da in diesem Jahr alle Großinvestitionen abgeschlossen werden.
Danach steht erst einmal nichts mehr an. Und Erfurt ist derzeit auch nicht mehr gewillt, weiterhin so viel Geld nach Oberhof zu schicken.
Und eins ist auch Fakt: ohne kräftige Spritzen aus Erfurt wird Oberhof gar nichts aus diesem Projekt selbst stemmen können.
Über ein Ropetaxi braucht man gar nicht nachzudenken, wenn man bedenkt auf was letztendlich die Erneuerung am Fallbachhang zusammengeschliffen wurde.
Die Ideen zu Pistenerweiterungen gibt es ja schon seit langem, aber auch hier ist den Aktiven in Oberhof klar, dass alles unterhalb der aktuellen Talststation aufgrund des Trinkwasserschutzgebietes für die Ohratalsperre niemals genehmigt werden würde. Abgesehen davon, dass ein nicht unerheblicher Teil dieses schön gelegene Tal hierfür auch gar nicht opfern möchte.
Die Zukunft für Oberhof kann nur im nordischen Bereich sowie im Wanderurlaub liegen. Dass hiermit keine Rekordnächtigungen erzielt werden ist klar. Für mehr würde aber auch einfach die Infrakstruktur fehlen.
Nichtsdestotrotz kann in diesem Bereich liegendes Potential wesentlich einfacher geborgen werden als in anderen Bereichen.

Leider wird von den 100Mio. für die Sportstätten nicht wirklich viel positives für den Toursimus abfallen.
Dass wir solch ein Leistungszentrum in Mitteldeutschland brauchen, ist unbestritten. Die Leistungszentren in Süddeutschland schauen sogar neidisch nach Oberhof. Nur hat der Ort selbst eben fast gar nichts davon (abgesehen von 3 Großveranstaltungen pro Jahr)

Das neue Familux Resort wird nur wenig für Oberhof abwerfen. Denn wer für 400€/Nacht inkl. AI+ für ein 5-Sterne-Hotel mit Erlebnisbad und Spabereich zahlt, wird nicht den ganzen Tag durch Oberhof flanieren und das Geld und der tristen Fußgänerzone ausgeben. Und ob dieses Luxus-Konzept in Oberhof überhaupt funktioniert ist für mich ohnehin fraglich.

Somit hat sich da jemand wirklich super Ideen einfallen lassen, allerdings sind diese weit von der Realität entfernt.
Der TW wird den Vorsprung der anderen Mittelgebirge nicht mehr aufholen können. Denn Diese bleiben ja auch nicht stehen.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von manitou »

Seilbahnjunkie hat geschrieben: 29.08.2022 - 08:10 Und du meinst ernsthaft mit 5 km Pisten würde man nennenswert Übernachtungsgäste anlocken? Vielleicht würden mehr Tagesgäste von Erfurt rauf kommen, aber das war es dann auch.
Setz mal bitte die Brille eines passionierten Skifahrers ab!
Tourismus funktioniert ganz anders in Bezug auf das anvisierte Klientel, welches in Oberhof primär Familien und (Winter)Kurzurlauber sind. Die wollen einfach ein breitgefächertes Freizeitangebot mit Abwechslung, was im Winter eine Piste nicht bieten kann. Das sagt auch IFT. Daher haben viele Oberhof gegenwärtig gar nicht auf dem Plan, sondern sein Einzugegebiet fährt zum Kurzurlaub nach BRL oder O-thal (zunehmend auch ins Sauerland) bzw. als Tagesgast nach Steinach, wo ein solches Minimum an Pistenabwechslung existiert. Braunlage hat effektiv nur selten mehr als 5km befahrbare Piste, Willingen 7km - und beide generieren im Winter trotzdem viele Ü. BRL hat seinen Aufschwung primär der Skigebietesmodernisierung zu verdanken und das wäre in Oberhof zumindest anfänglich nicht anders. Es braucht einen Impuls.
Unser Seilbahnchef sagt: "blau verdient Geld", weshalb Willingen mit viel rot gegen die vielen seichten Pisten in Winterberg nicht standhalten kann, obwohl passionierte Skifahrer meist sagen, dass Willingen die besseren Pisten hat.
Eine Pistenerweiterung in Oberhof wäre vorwiegend blau und damit voll familien- und anfängertauglich, weshalb eine dezente Erweiterung sich im Winter absolut positiv auswirken würde, sofern auch das andere Freizeitprogramm in Oberhof entsprechend optimiert wird. Derzeit hat der Fallbachhang 35-30tsd Ersteintritte. Das Potential mit einer Erweiterung liegt bei ca. 150 tsd.
basti.ethal hat geschrieben: 29.08.2022 - 08:45 Erfurt ist derzeit auch nicht mehr gewillt, weiterhin so viel Geld nach Oberhof zu schicken.
Und eins ist auch Fakt: ohne kräftige Spritzen aus Erfurt wird Oberhof gar nichts aus diesem Projekt selbst stemmen können.
Das Land ist mit 49% größter Anteilseigner des Zweckverbandes (Ort 25,5% und Kreis 25,5%). Mit 60 Mio € hat Erfurt für Oberhof 2023 soviel Geld auf einen Schlag locker gemacht wie noch nie zuvor. Derzeit wird der Ort als "Eventregion Oberhof" im TW vermarktet. Ob das die richtige Strategie ist?! Die Kritik von IFT hinsichtlich Profilierung und Positionierung bringt es auf den Punkt: "Die Fokussierung auf Sportstätten macht blind für Kundenbedürfnisse"
basti.ethal hat geschrieben: 29.08.2022 - 08:45 Über ein Ropetaxi braucht man gar nicht nachzudenken, wenn man bedenkt auf was letztendlich die Erneuerung am Fallbachhang zusammengeschliffen wurde.
Ein Rope-Taxi (wäre bis zu 80% förderfähig as ÖPNV-Projekt) ist primär angedacht um Urlauber, Tagesgäste und Eventbesucher adäquat zu transportieren und den Bahnhof zu reaktivieren. Schaut euch mal das Verkehrschaos zu den Events an. Sowas haben wir in Willingen bei den Events nicht, weil wir die DB/ÖPNV voll einbinden können. Derzeit liegen in Oberhof Ort, Sportstätten und Bahnhof allesamt in einer unvorteilhaften Entfernung zueinander. Wenn ein Gast nicht automatisch weiss, wie er von einem abgelegegen Bahnhof in den Ort kommt,sondern sich erst mühsam einen Busfahrplanes bedienen muss, wird er keinen Zug zur Anreise wählen, Deshalb wurde der Bahnhof von der DB aufgegeben.
basti.ethal hat geschrieben: 29.08.2022 - 08:45 Die Zukunft für Oberhof kann nur im nordischen Bereich sowie im Wanderurlaub liegen.
Der TW wird den Vorsprung der anderen Mittelgebirge nicht mehr aufholen können. Denn Diese bleiben ja auch nicht stehen.
Weder nordisch noch wandern wird zukunftsträchtig sein. Wandern ist inflationär, damit wirbt jedes Dorf, welches etwas schöne Natur drumherum hat. Oberhof hat einen Namen als Top-Destination. Dem muss es mit einem modernem Ganzjahresangebot gerecht werden. Das ist sein Potenzial und seine Zukunft. Sonst wird der Ort weiter an Attraktivität und Ü verlieren und auch ein Famillux-Hotel wird die Erwartungen der Gäste nicht erfüllen können.

Überleg mal - wenn Steinach neben seinem Skigebiet eine touristische Attraktivität wie Tabarz oder Friedrichroda hätte, was wäre dann heute in Eurem Ort los? Sehr viel und zwar das ganze Jahr über...

Aber Du liegst richtig, Oberhof und der TW haben geschlafen und von daher werden die Ideen der Studie wohl mal wieder Makulatur sein, weil die Politik von Anbeginn Oberhof nach der Wende als primäre Leistungssportdestination falsch ausgerichtet hat. Zu DDR-Zeiten, war es egal, welches Angebot Oberhof hat, bei chronischen Angebotsmangel nahm die eingesperrte Bevölkerung alles an, was die Top-Attraktivität von Oberhof in Kombi mit seinem legendären Namen letztlich ausgemacht hat. Seit der Wende ist der Ort nicht mehr wettbewerbsfähig und verspielt zunehmend auch den Kredit seines Namens, was die rückläufigen Ü belegen.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von basti.ethal »

Das Land ist mit 49% größter Anteilseigner des Zweckverbandes (Ort 25,5% und Kreis 25,5%). Mit 60 Mio € hat Erfurt für Oberhof 2023 soviel Geld auf einen Schlag locker gemacht wie noch nie zuvor. Derzeit wird der Ort als "Eventregion Oberhof" im TW vermarktet. Ob das die richtige Strategie ist?! Die Kritik von IFT hinsichtlich Profilierung und Positionierung bringt es auf den Punkt: "Die Fokussierung auf Sportstätten macht blind für Kundenbedürfnisse"
Hier liegt doch schon das Problem. Ohne die dort tätigen Mitarbeiter schlecht zu reden, aber als Privatunternehmer hat man einfach mehr Interesse daran, die Anlagen gewinnorientiert zu betreiben und sieht auch nicht nur den Dienst nach Vorschrift. Und abgesehen vom Fallbachhang kann ja auch gar keine der gebauten Anlagen mit Breitensportlern gewinnbringend betrieben werden.
Meine persönliche Meinung ist, dass alles rund um den Grenzadler auch weiterhin aus Erfurt zwangsbeatmet werden muss. Allerdings werden solche Großinvestitionen wie in den letzten beiden Jahren nicht noch einmal umgesetzt werden. Und Oberhof selbst wird sich auch nicht mehr großartig weiter entwickeln. Mit den kleinen Pensionen und wenigen Hotels funktioniert es im kleinen Stil gut. Mehr wird es aber auch einfach nicht werden.

Das ist in Steinach nichts anderes, allerdings liegen hier die Ursachen an anderen Stellen.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von basti.ethal »

https://www.insuedthueringen.de/inhalt. ... 1f83d.html

Nun ist es auch offiziell, ab diesem Winter wird auch die Winterwelt Schmiedefeld durch die Thüringen Alpin GmbH betrieben.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von jene1 »

manitou hat geschrieben: 29.08.2022 - 01:04 Oberhof hat eine super Autobahnanbindung und dadurch ein Einzugsgebiet von knapp 10 Mio Menschen im Radius 2 Std. Anfahrt.
Wäre es genau deswegen nicht viel interessanter die "Schneekopf-Pläne" zu reaktivieren? Muss der alpine Bereich unbedingt unmittelbar in Oberhof sein? Das Schneekopf-Gebiet wäre über die Straße zur Schmücke in unmittelbarer Nähe erreichbar. Aber schlussendlich braucht man wohl tatsächlich, erst recht mit einer rot-grünen Regierung in EF, hier überhaupt nicht "alpin" zu denken.
Zuletzt geändert von maba04 am 31.10.2022 - 13:42, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat korrigiert.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von manitou »

jene1 hat geschrieben: 30.10.2022 - 17:56 Wäre es genau deswegen nicht viel interessanter die "Schneekopf-Pläne" zu reaktivieren? Muss der alpine Bereich unbedingt unmittelbar in Oberhof sein?
Der Zug Gehlberg/Schneekopf ist endgültig abgefahren!
Eine komplette Neuerschließung eines Skigebietes wäre aktuell unwirtschaftlich und auch nicht nachhaltig. Es ist ja nicht nur das Skigebiet, welches geschaffen werden müßte. Es ist eine komplette Umstrukturierung des Ortes Gehlberg, denn mit einem Skigebiet in der geplanten Dimension müssen Hotels, Ferienwohnungen, Gastronomie, Versorgung...etc. gebaut werden. Für eine größere Anzahl von zusätzlichen Betten gibt es im TW keinen Bedarf - im Gegenteil - der TW kämpft seit Jahren um die Konsolidierung seines Status Quo. Wie zäh sich touristischen Veränderungen realisieren lassen, zeigt auch Steinach, dass trotz des größten Skigebietes im TW außer für den Tagestourismus keine nennenswerte touristische Rolle spielt.

Auch die Straße Oberof-Schmücke-Schmiedelfeld müsste teuer ausgebaut werden, sonst gibt es im Winter ein Verkehrschaos. All das, was in Gehlberg geschaffen werden müsste, ist in Oberhof vorhanden. Wenn neue Pisten/Lifte in überschaubarer Anzahl neu errichtet werden, dann ist das nur in den bestehendenn Skigebieten Oberhof und bedingt auch noch in Steinach sinnvoll.
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Re: Neues im Thüringer Wald

Beitrag von snowstyle »

Das geht in Oberhof aber nicht. Die Betreiber des Fallbachlifts hätten die Piste ja verlängert, dort geht es noch ein ganzes Stück weiter den Berg hinunter. An dessen Ende liegt aber die Ohra Talsperre, die Mittelthüringen mit Trinkwasser versorgt. Da ist eine Erweiterung dies Skihangs unmöglich. Der Schneekopf ist somit der einzige Berg in der Nähe. der genügend Potenzial hätte, sowohl von Steilheit, als auch Länge der möglichen Pistenfläche.
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