So ungefähr war unsere Vorfreude nach dem Ausfall 2021. Wir (das sind meine Frau, unsere Tochter (25) und meinereins), haben uns für die DS FamilyCard entschieden. Für 40 Skitage bezahlten wir im Vorverkauf 1.037,- - das sind gerade mal knapp 26,-/Tag. Und da die Skitage ausnahmsweise auch nächste Saison noch genutzt werden können, fiel die Entscheidung leicht. Einziger Nachteil: Die FamilyCard kann nicht online gekauft werden, alle Familienmitglieder müssen gemeinsam vor Ort an der Kasse erscheinen. Das haben dann wir mit einem schönen verlängerten Wochenende beim Törggelen verbunden.
Dann der (kleine) Schock: Meniskusriss und dickes Knie bei mir. OP unumgänglich. Aber: Lt. den Ärzten könnte ich Skifahren gehen, wenn es von den Schmerzen her geht – kaputt ist das Knie sowieso. Also Quarkwickel zum Abschwellen und los geht’s.
Leider kann ich bei meinem Bericht aber nicht mit Beschreibungen von „Diego“, „Volcano“ oder „Paprika“ dienen – da reichen meine Fähigkeiten zwar aus, um runterzukommen, aber bevorzugt nehme ich doch lieber die leichteren Varianten, sorry.
Anfahrt am Freitag über die A70 – A9 – A93 – Innsbruck – Brenner war problemlos. Unsere Unterkunft liegt schon seit Jahren am Eingang ins Grödnertal (Gemeinde Lajen).
Tag 1 (22.01.)
Seiser Alm zum Einfahren und Knietest – hält. Einzig das Einsteigen in die niedrigen Sessellifte fällt schwer, weil ich das Bein nicht so weit anwinkeln kann. Tag 2 (23.01.)
Wir steigen in Plan de Gralba ein und pendeln Richtung Belvedere. Dann geht’s über Col dei Rossi und Alba – Ciampac Richtung Pozza di Fassa. Meine Mädels fahren die Vulcano, ich nehm lieber die „Panorama“.
Nach vielen Jahren nehmen wir mal wieder die Plose ins Visier. Für einen ganzen Tag ist das Gebiet ein wenig zu klein. Die offenen Pisten sind aber in einem tollen Zustand. Einziges Manko: die Beschilderung, oder besser ausgedrückt: die fehlende Beschilderung. Dass z.B. die Cai und Plose-Ost geschlossen sind, steht zwar im Internet, aber nicht beim Liftausstieg/Pistenanfang – das merkt man erst, wenn plötzlich der Schnee weg ist und man zu Fuß oder irgendwie querfeldein weiter muss. So was geht meiner Meinung nach nicht. Aber ansonsten war es ein gelungener Tag. Hier ein paar Eindrücke vom Ansturm auf den Pisten
Startpunkt ist am Col Raiser. Wir fahren 2x die La Longia und können an der PB gleich in die ankommende Bahn einsteigen. Danach geht’s mit dem RondaExpress auf die andere Seite. Wir halten uns etwas am Fuß des Langkofels auf und wechseln dann auf die Monte Pana. Dort ist so gut wie gar nichts los, die Pisten sind auch top – wenn nur der Sessel Mont de Seura nicht so langsam wäre…
Der Rückweg von der Monte Pana Richtung Saslong ist mehr oder weniger ein „Querfeldein-Weg“. Das letzte Stück ist neu angelegt und man kommt etwas weiter unten als früher wieder auf die Saslong. In etwa dort, wo der Zielhang beginnt. Nach einer ausgiebigen Einkehr am Col Raiser fahren wir nochmal die La Longia; mittlerweile natürlich nicht mehr ganz so top wie am Vormittag, aber immer noch sehr gut zu fahren. Und in der Seceda-PB ist diesmal fast keiner mehr drin. Tag 5 (26.01.)
Das „Blaue Meer“ von Alta Badia ist unser Ziel. Von der Dantercepies geht’s los. Seltsamerweise sind manche Pisten dort mehr zerfahren als die roten anderswo. Als wir am Nachmittag die Dantercepies fahren, sind wir über den immer noch guten Zustand positiv überrascht. Viel Spektakuläres zu berichten gibt’s nicht, ein paar Bilder sollen diesmal reichen. Tag 6 (27.01.)
Wie auch die Plose hatten wir Obereggen die letzten Jahre nicht besucht – heute also dort hin. Leider ist der Himmel nicht so strahlend blau wie die letzten Tage, sondern bedeckt und erst gegen Nachmittag kommt die Sonne durch. Die Pisten sind auch hier in sehr gutem Zustand. Und wie fast in allen Gebieten (mit Ausnahme einiger Knotenpunkte) sitzen fast immer nur wir drei im Sessel. Besonders gefallen haben uns die Abfahrten Tresco, Agnello und Pala di Santa (Zanggen). Erschreckend waren die Waldschäden im gesamten Gebiet, die durch den Sturm 2018 entstanden sind. Da sind ehemalige Waldabfahrten, wie das untere Stück vom Maierl, plötzlich völlig im freien Gelände. Tag 7 (28.01.)
An unserem letzten Tag haben wir uns nochmal das Gebiet um Belvedere herum vorgenommen mit Start am Col Raiser, um früh nochmal die La Longia zu fahren. Aber der starke Wind bringt alles durcheinander. Am Col Raiser läuft nur die untere Gondel und der Sessel Cisles – Fermeda, Catores und auch die Bahnen von St. Ulrich hoch stehen still. Also gehts gleich mit der U-Bahn zur Saslong, die in sehr gutem Zustand ist. Da aus den anderen Tälern anscheinend auch niemand über die Pässe kommt, bleiben die „Talurlauber“ unter sich. Wir fahren also nicht Richtung Belvedere, sondern Saslong, Falk, Comici 1+2, Monte Pana und machen uns dann wieder auf den Rückweg mit der U-Bahn zum Col Raiser. Wir hatten uns den Tag etwas anders vorgestellt, sind aber doch sehr zufrieden. Fazit nach 7 Tagen Skifahren: Es hätte kaum besser sein können. 5 Tage perfektes Wetter, 1 Tag leicht bedeckt (Obereggen) und 1 Tag Wind in den Höhenlagen. Natürlich wäre Neuschnee nötig und für die Optik ganz schön, aber die Pisten sind dennoch wie gewohnt perfekt hergerichtet. Und der Andrang hielt sich wirklich in Grenzen; es war zwar mehr los als erwartet, aber nicht ganz so viel wie sonst Ende Januar (unser Eindruck).
Und jetzt: Viel Spaß allen, die noch Skifahren gehen. Ich lass erst mal mein Knie operieren...
Gruß
Wutti