starre Robas beim Funitel

Fachforum für Seilbahntechnik: Technische Diskussionen zu Kuppelsystemen, Steuerungen, Seilrechnung und Innovationen im Seilbahnbau.
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stephezapo
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starre Robas beim Funitel

Beitrag von stephezapo »

Mahlzeit!

Im WRS2 bzw. auf diversen Videos konnte ich unlängst erkennen, dass beim Funitel (und ev. auch bei anderen Seilbahntypen) starre Robas an den Stationsein/ausfahrten angebracht sind.
Siehe dazu dieses Foto:
funitel.png
Die äußersten Rollen berühren höchstens im maximalen Lastfall das Seil, dh. werden ständig bei Berührung beschleunigt und bleiben wieder stehen, nachdem das Seil abgehoben ist.
Es ist schwer zu erkennen, ob die ganze Batterie frei schwingen kann oder ob sie von diesem gelben Metallteil an der innersten Rolle fix gehalten wird.
Warum sind die hier überhaupt starr ausgeführt? Muss die Abnutzung nicht extrem hoch sein, wenn eine stehende Rolle ständig über Seilberührung "angestoßen" wird?

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Drahtseil
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Re: starre Robas beim Funitel

Beitrag von Drahtseil »

Ist auch bei vielen normalen Bahnen (Egal ob Sessel oder Kabinen) so. Bewegliche Rollenbatterien werden hier nicht benötigt, da zum einen nur eine einseitige dynamische Seillagenveränderung stattfindet. Zum anderen wird in der Station gewollt, dass sich das Betriebsmittel immer auf der selben Höhe befindet (Einlauf in Führungsschiene). Um einen erhöhten Verschleiß der Rollengummis durch den von dir beschriebenen Prozess unregelmäßigen Beschleunigens vorzubeugen sind die äußeren Rollen mit mit Gummis über eine Rille in der Bordwand mit den Rollen nebenan (welche sich permanent drehen) verbunden. Ist auf dem von dir verlinkten Bild auch zu erkennen.
DSC05781.JPG
DSC05885.JPG
^^ Auch bei den beiden Bahnen sind die Einlaufrollen fix. Allerdings wird hier auf die Gummis zum antreiben der Rollen verzichtet.
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Re: starre Robas beim Funitel

Beitrag von Bjoerndetmold »

Drahtseil hat geschrieben: 07.02.2022 - 15:54 Auch bei den beiden Bahnen sind die Einlaufrollen fix. Allerdings wird hier auf die Gummis zum antreiben der Rollen verzichtet.
Sind das nicht zwei Fotos der gleichen Bahn?
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Re: starre Robas beim Funitel

Beitrag von Drahtseil »

Bjoerndetmold hat geschrieben: 07.02.2022 - 16:45 Sind das nicht zwei Fotos der gleichen Bahn?
Nein, sind zwei unterschiedliche Bahnen. Erste Bahn ist eine 6-KSB (DM, Bj. 2000), die zweite Bahn ist eine 15-MGD (Ebenfalls DM, Bj. 2000). Waren jetzt zwei Bilder, die ich auf die schnelle zur Hand hatte.
Zuletzt geändert von Drahtseil am 07.02.2022 - 17:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: starre Robas beim Funitel

Beitrag von Bjoerndetmold »

Jetzt sehe ich auch, dass es eine Rolle mehr ist jeweils auf den Robas.

Die Stationsverkleidung ist schon sehr ähnlich, selbst die Beschädigungen/Roststellen sind fast identisch.
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Re: starre Robas beim Funitel

Beitrag von stephezapo »

man lernt nie aus :-) Danke für die ausführliche Erklärung! Der kleine Riemenantrieb ist mir gar nicht aufgefallen.
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Wost.EUB
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Re: starre Robas beim Funitel

Beitrag von Wost.EUB »

stephezapo hat geschrieben: 07.02.2022 - 14:16 Mahlzeit!

Im WRS2 bzw. auf diversen Videos konnte ich unlängst erkennen, dass beim Funitel (und ev. auch bei anderen Seilbahntypen) starre Robas an den Stationsein/ausfahrten angebracht sind.
Siehe dazu dieses Foto:
funitel.png

Die äußersten Rollen berühren höchstens im maximalen Lastfall das Seil, dh. werden ständig bei Berührung beschleunigt und bleiben wieder stehen, nachdem das Seil abgehoben ist.
Es ist schwer zu erkennen, ob die ganze Batterie frei schwingen kann oder ob sie von diesem gelben Metallteil an der innersten Rolle fix gehalten wird.
Warum sind die hier überhaupt starr ausgeführt? Muss die Abnutzung nicht extrem hoch sein, wenn eine stehende Rolle ständig über Seilberührung "angestoßen" wird?
Das sind sogennate Tastrollen bzw. die Tastrollenbatterie.
Je schwerer das Fahrzeug ist um so mehr Rollen setzen sich in Bewegung wenn sich das Fahrzeug der Station heran "tastet".
Die batterie ist nicht beweglich.
Dadurch wird sichergestellt immer die gleiche Höhe zu haben bei der Stationseinfahrt bzw. Ausfahrt.

Das Prinzip hat nur Doppelmayr.
Leitner hat die gedämpfte Rolle, die den Stoß dämpft und dadurch fährt das Fahrzeug geschmeidiger in die Station. Gefällt mir als Techniker auch besser das Prinzip von Leitner.
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Drahtseil
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Re: starre Robas beim Funitel

Beitrag von Drahtseil »

Wost.EUB hat geschrieben: 14.02.2022 - 10:40 Leitner hat die gedämpfte Rolle, die den Stoß dämpft und dadurch fährt das Fahrzeug geschmeidiger in die Station. Gefällt mir als Techniker auch besser das Prinzip von Leitner.
Sind das die hier? Oder ist die Federung mittlerweile außerhalb der Rolle?

https://www.wera.it/wp-content/uploads/ ... annt-3.jpg
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Re: starre Robas beim Funitel

Beitrag von Wost.EUB »

Drahtseil hat geschrieben: 16.02.2022 - 23:54
Wost.EUB hat geschrieben: 14.02.2022 - 10:40 Leitner hat die gedämpfte Rolle, die den Stoß dämpft und dadurch fährt das Fahrzeug geschmeidiger in die Station. Gefällt mir als Techniker auch besser das Prinzip von Leitner.
Sind das die hier? Oder ist die Federung mittlerweile außerhalb der Rolle?

https://www.wera.it/wp-content/uploads/ ... annt-3.jpg
Ich glaube das ist die neuere Version.

Ich kenne sie oder ich habe sie nur mit außenliegender Feder gesehen.

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