Daher nahm ich anstelle der Skijacke meine neue Hardshelljacke, um mal zu sehen, was die 20.000 mm Wassersäule so können.
Spoiler: Die Jacke hat bis zum Schluss gehalten, gut 4,5 h waren also kein Problem. Der Rest gab teilweise deutlich früher auf, aber ich denke, dass der warme Oberkörper sicher dazu beigetragen hat, so lange fahren zu können.
#1 Los ging es am Ritzhagen, hier nach meiner ersten Bergfahrt um 9:45.
#2 Wie schon geschrieben, lagen hier oben einige Zentimeter Neuschnee, die schon recht stumpf waren. Bei dieser Fahrt sackte ich auch noch etwas in den weichen Altschnee ein.
#3 Blick ins Tal. Auf der Piste war es durch die heterogenen Schneeverhältnisse nicht so schön zu fahren, ein weiterer Abstecher ins Gelände war aber noch weniger überzeugend.
#4 Am K1 konnte man insbesondere im Steilhang noch 3 Spuren von einem Tourengeher (Hibbe) sehen.
#5 Der Regen perlte gut ab
#6 Zweite Bergfahrt am Ritzhagen (V = 3 m/s). Die Variante unter der Trasse war wie gesagt keine gute Idee.
#7 Daher wechselte ich lieber zum Sonnenhang, auf dem Weg dorthin erwartete mich die für mich neue Mattenpiste, die insbesondere am Anfang schon eine Herausforderung darstellte.
#8 Mit rd. 75 cm ist diese nicht zu breit. Der altbewährte Schneepflug schien mir die beste Methode zur Regulierung der Geschwindigkeit zu sein. Für das Querfahren auf den Kanten schienen mir die Platzverhältnisse zu knapp und irgendwie kam mir die Matte auch recht rutschig vor. In etwa so, wie eine Piste, die zwar hart, aber gerade noch griffig ist.
#9 Rückblick; ab hier bzw. eigentlich schon ab der S-Kurve im Vordergrund war dann Schieben angesagt.
#10 Im Sonnenlift gab es bis hier zum Waldrand dann auch nochmal Matten.
#11 Die Schneeverhältnisse waren ähnlich wie am Ritzhagen, aber es waren weniger Leute unterwegs und der Schnee auf der Piste noch etwas heterogener, also mehr Neuschneeflecken.
#12 Bestens beschilderte Verbindungsabfahrt zum Ritzhagen zurück. Die weißen Matten hier waren mit rund 1,05 m sogar noch ein Stück breiter; jedenfalls im obersten Abschnitt. Das kleine Schild weist darauf hin, dass die Waldabfahrten auf einer Kunstskipiste (Kunststoffmatten) befahrbar sind und man Abstand halten soll. Überholvorgänge sind aufgrund der Breite unter normalen Umständen nicht möglich.
#13 Hier oben gab es noch etwas unverspurten Schnee, teilweise auf nicht zu weichem Altschnee, so mein Eindruck. Beim Abschwingen kam ich aber aufs Gras durch.
#14 Auf der Piste, gerade am Rand noch lange mit etwas weichem und stumpfen Neuschnee. In der Mitte schnellerer sulziger Schnee. Der Schnee auf den Wiesen um den Ort herum taute während meines Aufenthalts sichtbar (10:09).
#15 Die Verbindung zum Ritzhagen wurde natürlich auch noch ausprobiert.
#16 Auch meine Technik entwickelte ich weiter, der Halbpflug war meine bevorzugte Bremsart. Da die Matten nicht immer völlig glatt aufliegen, sollte man besser nicht zu schnell werden...ich erreichte knapp 35 km/h lt. GPS. Ich denke, komplett ungebremst wären auch 50 drin, aber ob man dann noch die Kurven schafft...ich weiß es nicht.
Hier ein Video von der Abfahrt, gefilmt mit meinem Handy:
#17 Eigentlich wollte ich direkt wieder zurück fahren, aber da dort gerade eine Familie unterwegs war, legte ich noch eine Fahrt am Ritzhagen ein, wo inzwischen mehr los war und ich sogar mal 2 Sessel warten musste. Am Sonnenhang gab es von ungünstigen Konstellationen abgesehen keine Wartezeiten.
#18 Der Neuschnee war hier bereits untergearbeitet und die Piste komplett sulzig/weich.
#19 Bergfahrt, rechts auf der Piste gab es auch zwei dünne Stellen, die aber umfahrbar waren.
#20 Blick von der grünen Piste zum Ettelsberg hinüber. Sonst fährt man ja manchmal auf einem weißen Band durch braun-grüne Landschaften, hier ist es mal umgekehrt, es geht auf einer grünen Piste durch eine leicht weiße Umgebung.
#21 Eigens gemalte Linie vor dem verregneten Willingen.
#22 Gegen 13 Uhr hatte sich der Schnee schon von den unteren Wiesen zurückgezogen. Die Abfahrt am K1 wäre nun schon relativ graslastig. Immerhin war dieses dank Dauerregen sicher sehr schnell.
#23 Schon vor der Saison hat man einige Bereiche an der Talstation vom Sonnenlift geschottert. Im Hinblick auf den Wasserabfluss eine gute Idee, allerdings sollte man m. M. n. mehr darauf achten, dass die Steine dann nicht im Skibereich liegen. Nicht jeder hat Leihskier.
#24 Am frühen Nachmittag waren nur noch sehr wenige Leute am Sonnenlift unterwegs, etwa 6-7...das erinnerte mich ein bisschen an das Regenwetter zwischen den Jahren. Um 14:20 machte ich dann auch Feierabend. Langsam zog die Kälte durch die Handschuhe und die Hose...
Mit 4x Ritzhagen und 26x Sonnenlift hatte ich auch genügend Höhenmeter/Pistenkilometer gesammelt.
Mein Fazit zu den Matten nach insgesamt 7 Fahrten (3x Sonnenhang-Ritzhagen und 4x umgekehrt) ist durchaus positiv, denn sie waren schneller, als ich es erwartet hätte und im Vergleich zu möglichen Alternativen wie zu Fuß gehen oder das Skitaxi, dass es dort vor ein paar Jahren mal gab, stellen sie die komfortabelste Variante dar. An Schnee kommen sie freilich nicht heran; von daher glaube ich auch nicht, dass das die Zukunft des Skisports im Sauerland ist
Schöner wäre aber, wenn die Mattenpiste etwas breiter wäre, zumindest in den Kurven. Vor allem an der recht scharfen Linkskurve, an der die Abfahrt auf den Forstweg trifft, der zum Ritzhagen hinab führt.