Interessant finde ich auch die Zwischenstationen Foppa und Startgels: Zustieg für Berg- und Talfahrt erfolgen am gleichen "Bahnsteig".
Damit bedingen sich zig interessante Fahrszenarien.
Ein Beispiel in Foppa: Die vom Berg kommende (=rechts in Skizze) Kabine mit Ziel Tal hat als Zwischenhalt Foppa selektiert.
-1 Kabine muss bei Stationsdurchfahrt erstmalig "links abbiegen", also (wie im Straßenverkehr beim U-Turn) in den Gegenverkehr der bergwärts fahrenden Kabinen gelangen, und sich kurz für wenige Meter in diesen einreihen (und damit bergwärts fahren).
-2 Kabine biegt in den Zu- und Ausstiegsbahnhof unten im Bild ein.
-3 es möchte jemand aussteigen, somit hält Kabine am Ausstiegsbereich.
-4 Perron- und Gondeltüren öffnen sich synchron, Person steigt aus.
-5 Perron- und Gondeltüren schließen sich, Kabine rückt vor zum Einstiegsbereich, wo eine Person sich zur Talfahrt gemeldet hat.
-6 Perron- und Gondeltüren öffnen sich synchron, neue Person steigt ein.
-7 Perron- und Gondeltüren schließen sich, Kabine rückt vor in den Kreuzungsbereich
-8 Die für die weitere Talfahrt programmierte Kabine reiht sich wieder kurz für wenige Meter in den Fluss der bergwärts fahrenden Kabinen ein
-9 Kabine biegt ein zweites mal "links" ab, d.h. wieder einreihen, dieses mal in den Fluss der talwärts fahrenden Kabinen, und fährt somit zu ihrem Ziel...
Seien im gewöhnlichen Betrieb die Weichen auf Durchfahrt gestellt, bedarf es für obiges Szenario an sechs Weichen insgesamt 12 Weichenumstellungen.
Zudem ergeben sich weitere Knobelaufgaben, zB. wenn das Bahnsteiggleis ansteuernde Kabine nicht in dieses einbiegen kann, weil es noch durch weitere Kabinen besetzt ist. Die Standzeit kann ja nicht genau vorhergesagt werden, wenn zB. Gruppe an quängelnden Kindern zu lange braucht, oder Ski fällt um, Türe kann nicht schließen, muss nochmal öffnen etc...
Vereinfachend für die Steuerung des Gesamtsystems ist immerhin, dass bereits im Moment, an dem ein Passagier an der Zielwahlsäule sein Ziel wählt, also noch vor dem Einsteigen in die Kabine, das vollständige Fahrszenario bis zum Ziel im Voraus berechnet/optimiert werden kann:
Welche Weichen müssen wann gestellt werden, welche Kabinen bekommen Vorrang, welche müssen warten. Genau diese Vorhersehbarkeit gibt es im Straßenverkehr ja nicht. Bei einer EUB "fahren" immerhin alle Kabinen am Seil hängend genau gleich schnell, und im Stationsbereich ebenso (vorausgesetzt die vielen kleinen Motörchen mitsamt Akku funktionieren zuverlässig).
Beispielsweise werden nicht mehr Kabinen zum Stationsgleis in Foppa von anderen Stationen auf die Reise geschickt werden, als dieses Stationsgleis in Foppa tatsächlich aufnehmen wird können. Ein Display in Startgels kann stets anzeigen, in wie vielen Sekunden (oder Minuten...) die nächste Gondel zum gewählten Ziel Foppa fahren kann.
Statt im etwaigen Gondelstau zu verharren, wartet der Passagier vor der verschlossenen Einstiegstüre. Der "Gondelverkehr" bleibt also stets flüssig, egal wie mannigfaltig die Strecken- bzw. Zielwahl jeder einzelnen Gondel tatsächlich ist.
Spannend wird es jedoch, wenn kleine unvorhergesehenen Dinge passieren, dh. das perfekt berechnete Fahrspiel für insgesamt wohl über hundert Gondeln ein wenig durcheinander kommt: bedingt zB. durch einzelne kleine Verzögerungen beim Fahrgastwechsel, Windwarnung, Seil-Längenänderungen einzelner Sektionen (Spnnwagenbewegungen wg. spezieller Lastfälle) und wahrscheinlich einige mehr...
Erinnert mich an das Kabinentaxi aus den 1970er Jahren: https://www.youtube.com/watch?v=ERdF0FK-2io
Wird auf alle Fälle spannend