Der 28-Jährige aus dem Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab wollte am Dienstagmorgen trotz entsprechender „Stop“-Schilder und Warnrufen des Personals noch in die bereits ausfahrende Gondel der Schatzbergbahn einsteigen, wie die Polizei mitteilte. Dabei klemmte er sich zunächst den Arm in der Tür ein und wurde mitgeschleift, konnte sich dann aber mit beiden Händen außen am Skiköcher der Gondel festhalten.
41 Meter Strecke außerhalb der Station bis zum Stopp ist aber auch ordentlich. Da waren wohl alle grad weit weg vom nächsten Nothalt-Knopf.
so einen bescheuerten Unfall habe ich noch nie gelesen...
Bin einmal gespannt ob dort noch weitere Details heraus kommen,
und ob sie bei dieser Person auch einen Alkohol Test gemacht haben...
David93 hat geschrieben: 01.03.2022 - 19:07
Meine Lokalzeitung berichtet über einen Unfall an der Schatzbergbahn in der Wildschönau:
.....
41 Meter Strecke außerhalb der Station bis zum Stopp ist aber auch ordentlich. Da waren wohl alle grad weit weg vom nächsten Nothalt-Knopf.
Ich bin jetzt kein Seilbahn Experte, aber bei dieser Umlaufbahn beschleunigt die Gondel ja aus der Station heraus,
damit sie mit etwa gleicher Geschwindigkeit am Umlauf Seil einklingt...
und da er absichtlich alle elektronischen Sicherungen für den Stopp der Gondel davor übersprungen hat...
wirkt der Notstopp dann ja erst, wenn, die Gondel am Seil hängt...
mit so einem Schwachsinn hat vermutlich bisher kein Sicherheitsexperte gerechnet....
David93 hat geschrieben: 01.03.2022 - 19:07Da waren wohl alle grad weit weg vom nächsten Nothalt-Knopf.
Das Personal drückte sofort den Not-Stopp, doch die Gondel kam erst nach 41 Metern zum Stillstand
allerdings: wie kann das geschehen?
Eben, das meine ich. Das eben vielleicht nicht sofort gedrückt wurde. Selbst der normale Stopp und erst recht der Nothalt brauchen keine 41 Meter Bremsweg. Aber wie gesagt, das Personal ist ja immer mal irgendwo in der Station unterwegs und sitzt nicht permanent auf dem Ausschalt-Knopf. Was auch gar kein Vorwurf ist, das ist halt der normale Betriebsalltag.
David93 hat geschrieben: 01.03.2022 - 20:12
Selbst der normale Stopp und erst recht der Nothalt brauchen keine 41 Meter Bremsweg.
Hab ich mal kurz überschlagen:
Schatzbergbahn, 8-MGD von Doppelmayr, Bj 2017, Vmax 6m/s
Halt (0,4 m/s^2) bei 6 m/s: Bremsdauer 15 Sekunden, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit während des Bremsens von ca. 3 m/s wären das 45 m (ungefähr Abstand Kabine→Station)
Not-Halt (1 m/s^2) bei 6 m/s: Bremsdauer 6 Sekunden, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit während des Bremsens von ca. 3 m/s wären das 18 m
Die Bremswege beziehen sich allerdings auf den reinen Seilweg, da die Kabine ja erst rausbeschleunigt sollte deren Bremsweg entsprechend kürzer sein.
Die Kabine muss sich gemäß Unfallhergang (Einklemmen in Tür) am Ende des Einstiegsbereichs befunden haben, da die Kabine aber erst 41m nach der Talstation stehengeblieben ist, kann man sich denken, wann der Not-Halt gedrückt wurde - vorausgesetzt die Zeitungsberichte stimmen.
Was mich allerdings viel mehr wundert, ist, dass die Türüberwachung nicht angesprochen hat, obwohl er ja angeblich seinen Arm eingeklemmt hat. Auch wenn er die "Schranke" übersprungen hat (leider keine Ahnung inwiefern bei dieser Anlage der richtige Sitz (Lichtraumprofil) der Türen durch die "Schranke überwacht wird) hätte zumindest der Stabschalter NICHT betätigt werden sollen, welcher einen Not-Halt ausgelöst hätte.
Als Beispiel einer modernen 10-MGD:
Fahrgeschwindigkeit (max.): 6 m/s
Mindestverzögerung: 0.5 m/s2
Bremsweg (theoretisch): 36 m
Zu beachten ist zudem noch die gesamte Reaktionszeit für die Handbetätigung eines Nothalt-Tasters.
Die Bremskurve beim Zwischenfall ist auszuwerten, da ausser bei alten Steuerungen zahlreiche Daten automatisch augezeichnet werden. Wichtig ist, diese Daten fachgerecht auszulesen bevor sie u.U. (je nach Steuerung unterschiedlich) überschrieben werden. Ggf. sind Daten, auf die der Betreiber nicht zugreifen kann, zusätzlich noch vorhanden (z.B. im motorseitigen FU-Controller).
Der wesentliche Verlauf des Zwischenfalls scheint soweit klar, eindeutiges bewusstes Fehlverhalten eines Fahrgasts.
Aufgrund der Schilderung des Vorgangs gehe ich davon aus, dass der Nothalt sehr schnell von Hand eingeleitet wurde, m.E. war die Reaktionszeit möglicherweise sogar überdurchschnittlich gering.
Zudem deutet nichts auf Fehlverhalten des Personals noch eine Fehlfunktion der Anlage, wobei die Einhaltung des maximalen Bremsweges anlagenspezifisch zu überprüfen ist. Ob mit der BB (meist geregelt), SB (meist ungeregelt) oder elektrisch (geregelt) angehalten wurde, ist formal betrachtet nicht bekannt.
Für eine genaue Beurteilung müsste man u.a. die Fahrgeschwindigkeit, Verzögerung sowie die Referenz für die Distanzmessung kennen.
(Wollte mich eigentlich aufgrund des willkürlichen Verhaltens gewisser Moderatoren nicht mehr im Forum tätig sein.)
Update:
Hatte obiges Message noch nicht gesehen.
Die Türüberwachung ist ein allgemein bekanntes Problem, in verschiedensten Bereichen, von Aufzügen über Busse, bis Eisenbahn (im Eisenbahnbereich werden bewusst nicht ausreichend sichere Systeme bewusst geduldet, siehe zahlreiche Unfallberichte). Rail ist onehin ein Bereich in dem gewisse sehr fragwürdige Sicherheitsbestimmungen gelten, die einem Level entsprechen, den man bei Seilbahnen nicht akzeptieren würde.
Die Talstation der Bahn ist im ersten Stock des Gebäudes. Wie beim Vorgänger.
Das heißt er hatte einen betonierte Boden und festen Untergrund.
Er Übersprang die Türüberwachung und lief der Kabine nach und hängte sich am Skiköcher ein. (So habe ich es aus Berichten gelesen.)
Wenn das Bedienpersonal es sah und noch warnte dann weiß ich nicht ob der mit Nothalt abgestellt hat.
Ich meine da sind zwar 1,2 m/sec² und mehr Verzögerung im Spiel aber trotzdem.
Oder es ist ganz was anderes und der Watch Docg bzw. der Computer was angeschlossen wird, gibt dann schon Auskunft mit was abgestellt wurde.
Die Bahn wird heuer 5 Jahre und hat die Wiederkehrende Überprüfung und da werden sie heuer nach dem Vorfall sowiso noch etwas genauer schauen.
nachdem der Grund für diese schwachsinnige Aktion herausgekommen ist....
absolut kein Mitleid mit diesem Idioten....
das sind solche Leute, welche dann noch die Bergbahnen auf Schmerzensgeld für eigenes Fehlverhalten verklagen...
vor allem wenn man eine Gondel für sich alleine haben will,
dann darf man ohnehin nicht in den Faschingsferien zum skifahren...
er wäre an diesem Tag noch vielmals nicht alleine in einer Gondel gesessen...
molotov hat geschrieben: 07.03.2022 - 08:55
Covid wäre ziemlich sicher weniger schmerzhaft gewesen
auch wenn wir dann vom Thema abkommen: Das alles ist auch den Panikmachern der Politiker geschuldet, dass ein Mensch, vermeintlich aus Angst, solche Handlungen begeht, die lebensgefährlich sind. Dazu eigene Erfahrung im Dezember, als ich in die Dorfbahn in Gerlos mich gesellte, ein Holländer bereits drin saß und sobald ich saß, dieser innerhalb von 0,5 Sek. seine Stöcke und Handschuhe nahm, raus lief, mühevoll die Skier aus den Köchern hob, welche sich verkanteten, dann stolpernd nach vorne lief, um in eine leere Gondel einsteigen zu können. Wäre das eine Frau gewesen, hätte ich das persönlich genommen
molotov hat geschrieben: 07.03.2022 - 08:55
Covid wäre ziemlich sicher weniger schmerzhaft gewesen
auch wenn wir dann vom Thema abkommen: Das alles ist auch den Panikmachern der Politiker geschuldet, dass ein Mensch, vermeintlich aus Angst, solche Handlungen begeht, die lebensgefährlich sind. Dazu eigene Erfahrung im Dezember, als ich in die Dorfbahn in Gerlos mich gesellte, ein Holländer bereits drin saß und sobald ich saß, dieser innerhalb von 0,5 Sek. seine Stöcke und Handschuhe nahm, raus lief, mühevoll die Skier aus den Köchern hob, welche sich verkanteten, dann stolpernd nach vorne lief, um in eine leere Gondel einsteigen zu können. Wäre das eine Frau gewesen, hätte ich das persönlich genommen
Grüße,
Markman
so sehr ich die Coronapolitik verurteilt habe: a bisserl hausverstand darfs trotzdem sein, nicht an allem sind Politiker schuld
Selber denken wurde uns aber jetzt 2 Jahre lang verboten, also doch die Hauptschuld bei der Politik.
Ob man bei der Einstiegsbegrentzung was nachbessern kann oder muss muss eine Untersuchung zeigen, wenn aber zum Unfallzeitpunkt alles so war wie zum Zeitpunkt wo die Bilder für den Fotobericht auf rm.net aufgenommen wurden dann muss auf alle Fälle nachgerüstet werden. Kostenpunt pro Station weniger als 5 Euro und es gibt zig Anlagen wo den gleichen Fahler haben.
So wie die Anlage auf den Bildern dokumentiert ist ist alles ok so weit es um unbeabsichtigte Dinge geht, Fehler welcher mit Absicht gemacht werden werden aber so nicht erkannt.
Der Nothalt dürfte ungefähr zu dem Zeitpunkt ausgelöst worden sein wo die Kabine gerade auf das seil Kuppelte. Warum und wieso erst dann und nicht früher können nur die Leute wo vor Ort waren beantworten.