Am 16. 3. 2022 ging es nun also nach Ischgl.
Ich war um 08:15 am Parkplatz der Silvrettabahn, ein Gratisparkplatz, der erste Blick hinauf ins Schigebiet.
Zoom hinauf zur Bergstation der Pardatschgratbahn, einer 3S-Bahn von Doppelmayr aus dem Jahre 2014. Die Bahn hat nur 6 Stützen auf 3424 m schräger Länge. Daneben erkennt man die Pardoramabahn, eine 4EUB aus dem Jahre 1990, ebenfalls von Doppelmayr. DIese Bahn war die 2. Sektion der Vorgängerbahn der 3S-Bahn. Links davon am Grat erkennbar die Vellileckbahn, damit zu fahren mir leider heute nicht vergönnt war (dazu später mehr).
Nachdem ich mir die Tageskarte gekauft habe und keinen Einsatz für eine Key-Card zahlen musste - ich bekam eine Einwegkarte - war ich um pünktlich 08:30 Uhr bei der Talstation der Silvrettabahn. Dort waren zwar an die 200 Leute angestellt, aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit dieses Funitels von 3440 Pers/h war ich innerhalb von 5 Minuten in einer Gondel. Gebaut wurde diese Bahn 1998 von Doppelmayr.
Angekommen um 08:50 auf der Idalpe. In der Nacht hat es auf die präparierten Pisten noch ca. 1 cm geschneit, daher präsentierte sich in der Früh noch alles in strahlendem Weiß. Zu sehen sind die Talstationen der Flimjochbahn und der Idjochbahn.
Da seit 5. 3. nahezu alle Coronabeschränkungen aufgehoben sind, wurde auch schon mit dem Aufbau einer Bühne für ein Konzert begonnen. DIe Teile der Bühne wurden mittels zweier Hubschrauber antransportiert.
Als erstes ging es mit der Flimjochbahn hinauf. Die Flimjochbahn ist eine 8KSB-B von Doppelmayr aus dem Jahr 2016. Die frische Neuschneeauflage und die noch nahezu jungfäulichen Pisten hier waren einfach zu verlockend.
Piste 11 hinunter zur Idalpe. EInfach herrlich.
Dann hinauf mit der Idjochbahn, einer 8KSB-B von Dopppelmayr aus dem Jahre 2001.
Und danach runter auf der Abfahrt 12, jeder Kommentar erübrigt sich.
Nochmals auf der Piste 12.
Und hier sah man deutlich den Wüstensand von gestern. Weiter dann mit der Sassgalunbahn - am Bild sichtbar - einer fix gekuppelten 6SB von Doppelmayr von 1997, eine lahme Bahn, die mit nur 1,8 m/s fährt bzw. fahren kann. Das Problem der 6SB ist die Fliehkraft bei den Umlenkrollen, daher können die nicht schneller fahren. Von diesem Typ gib es aber eh nur zwei Bahnen in Österreich - diese und die Höhbühelbahn in Dachstein West aus 2000 (und mit beiden bin ich schon gefahren).
Dann die Abfahrt 30 hinunter.
Weiter dann mit der Höllspitzbahn und die Abfahrt 38 zur Talstation der Gampenbahn.
Die Gampenbahn ist eine 6 KSB-B von Doppelmayr, Bj. 2018. EIne tolle Bahn, die schafft bei einer schrägen Länge von 2416 m 924 Höhenmeter und das in guten 7 Minuten.
Das nächste Ziel ist schon zu sehen - die Piz Val Grondabahn.
Bergstation und obere Stütze der Piz Val Gronda-Bahn.
Die Piz Val Gronda-Bahn stammt aus dem Jahr 2013 und ist von Doppelmayr. Die Bahn schafft bei einer schrägen Länge von 2452 m 517 Höhenmeter.
Blick auf die Trasse.
Die Gondeln bieten Platz für 150 Personen, es gib Sitzplätze und die Schi können in eigenen Halterungen aufgehängt werden.
Obere Stütze.
Und die Bergstation.
Die Bahn erschließt die Piste 42, die an diesem Tag als Schiroute markiert ist.
Der obere Teil der Schiroute war zwar hart, aber griffig und gut zu fahren.
Der untere Teil ist ein Ziehweg - sehr flach und schiebelastig.
Nochmals die Talstation der Piz Val Gronda-Bahn. Wartezeiten gab es keine, man konnte mit der nächsten Gondel fahren.
Dann die Abfahrt 40 hinunter zur Gampenbahn. Diese Abfahrt ist tlw. nett trassiert.
Dann wieder hinauf mit der Gampenbahn. HIer musste ich das einzige mal hier oben anstehen, und das auch nur 3 Minuten. Bei der Bergstation ein Grenzstein der Staatsgrenze zur Schweiz.
Nächstes Ziel war Samnaun. Vorerst gin es aber über die Abfahrt 40 bis zur Abzweigung der Abfahrt 80 in die Schweiz. DIe Piste verläuft hier entang einer Felswand.
Oberer Teil der Abfahrt 80. Aufgrund der Sonneneinstrahlung war der Schnee schon recht sulzig hier oben.
Weiter geht es in Richtung eines relativ engen Taleinschnittes.
Hier geht es rerlativ steil zwischen den Felsen hinunter, diese Passage kann aber umfahren werden.
Rückblick auf diesen Abschnitt.
Der letzte steilere Abschnitt, danach geht es flach hinaus in Richtung Samnaun.
Das Tal, durch das es weiter geht. Ab hier wird es ziehmlich flach,
und ziehmlich schiebelastig. Vorallem bei den hohen Temperaturen von an die 10°C.
Es wird immer flacher. Landschaftlich aber schön hier.
Knapp vor Samnaun. Die Werbetafel weist auf die Einkaufsmöglichkeiten hier hin.
Ortsbeginn von Samnaun. Hier hat man zwei Möglichkeiten - rechts in das Dorf zum shoppen, oder links weiter zum Twinliner, der Seilbahn zurück auf die Alp Trida.
Ich entscheide mich, resultierend auf den Durst, welcher durch das viele Schieben entstanden ist, vorerst rechts abzubiegen. Gleich am Ortsrand gibt es die Schmugglerbar, dort gönnte ich mir eine Halbe Calanda um €6,10 - man gönnt sich ja sonst nichts. Foto wurde erst nach dem ersten Schluck gemacht, war halt schon sehr durstig.
Weiter geht es dann auf der Piste 80a und sehr flach nördlich an der Ortschaft vorbei zum Twinliner.
Talstation des Twinliners. Die doppelstöckige Seilbahn wurde 1995 von Garaventa gebaut. Sie war die erste Seilbahn der Welt, die doppelstöckige Kabinen einsetzte. Die Kabinen fassen 180 Personen, davon 114 Personen im unteren und 65 Personen sowie den Kabinenbegleiter im oberen Stockwerk. Eine vollbesetzte Kabine wiegt 27 Tonnen. Die Bahn schaftt auf 2269 m schräger Länge 722 Höhenmeter. In den mächtigen Betonsäulen sind Lifte eingebaut, mit denen man auf zu den Gondeln kommt.
Blick auf die Talstation (die Scheiben der Gondel sind leider schon arg zerkrazt). Links daneben die Talstation der Luftseilbahn Samnaun, Bj. 1978, die als Reservebahn dient.
Blick von der Bergstation auf die Trasse und die oberste der drei Stützen.
Oben angekommen Blick auf die Alp Trida, dem Zentrum des Samnauner Schigebitsteils.
Zuerst hinunter und dann hinauf mit der Viderjochbahn 1. DIese 6KSB-B wurde 2003 von Doppelmayr/Garaventa gebaut und hat eine gemeinsame Stütze mit der kreuzenden Alp Trida Sattel-Bahn, die jedoch schon 2000 errichtet wurde. Rechts mit den orangen Bubbles die Flimsattelbahn.
In der Viderjochbahn 1, zu sehen die Abfahrten 63 und 62a.
Blick aus der Viderjochbahn zur Flimsattelbahn. Gut zu erkennen der Sand vom gestrigen Sahrasturm.
Abfahrt 71 hinunter nach Salaas.
Blick zum Alp Trida-Sattel mit der Bergstation des Twinliners.
Blick hinunter ins Tal, es zieht wieder zu.
In der Viderjochbahn 2, eine 6KSB-B von Doppelmayr/Garaventa aus dem Jahre 2004.
Viderjochbahn 2 und Abfahrt 64.
Talstation des Bais Gronda Lifts, der letzte Schlepplift, mit brauchbarer Länge und Höhenunterschied in schweizer Schigebietsteil. Der Lift ist 1980 von Garaventa gebaut worden und ist 775 m lang und schafft 142 Höhenmeter. Der zweite Schlepplift auf schweizer Seite, der Alp Trida Ecklift dürfte schom LASP sein, er ist jedenfalls nicht mehr aufgebügelt und schaut auch sonst schon verwahrlost aus.
Bergstation des Bais Gronda Lifts.
Danach ging es hinunter auf die Alpt Trida und mit der Visnitzbahn hinauf. Weiter die Abfahrt 66 hinab zur Apl Bella, dies ist auf dem Foto schon zu sehen.
Da es zwischenzeitlich schon 13:00 war, war ein EInkehrschwung angesagt. DIe Hütte verfügt über ein SB-Restaurant (links) und ein Restaurant bedient (so heißt das hier), in das ich einkehrte. Interesssant hier war, dass es mit Euroum knapp 10% günstiger war (wobei das Wort billig hier eine neue Bedeutung gewinnt), als wenn man mit Franken zahlt. Auch die Speisenauswahl war ungewöhnlich - wer erwartet schon auf einer schweizer Schihütte steirischen Backhendlsalat mit Erdäpfel-Vogerlsalat und Kernöl? Egal, ich wollte was schweizerisches essen und bestellte mir eine Bündner Gerstensuppe (sehr lecker) um € 7,50 und 0,4 l Zoller Hof um € 5,50.
Gestärkt ging es dann mit der Grivaleabahn, einer 6KSB von Garaventa, Bj. 1996 wieder nach oben.
Noch immer in der Grivaleabahn.
Interesante Felsformation östlich der Griavelabahn.
Danach wieder in Richtung Alp Trida mit der Mullerbahn, einer 6KSB-B von Doppelmayr/Garaventa, Bj. 2010.
Noich immer in der Mullerbahn.
Blick hinunter auf die Alp Trida.
Danach wieder zurück nach Ischgl mit der Flimsattelbahn, einer 4KSB-B von Garaventa. Die Sessel mit den orangen Bubbles hat die Bahn erst 2014 bekommen. Die Bahn ist 2695 m lang und somit die längste SB im Schigebiet. Die Bahn schafft dabei 489 Höhenmeter und benötig dafür 9 Minuten.
Noch immer in der Flimsattelbahn. Es geht hier über ein Bergsturzgebiet.
Staatsgrenze Österreich / Schweiz. Der Kontrollposten vom Zoll links schaut aber sehr unbenützt aus. Die Zöllner dürften aber dennoch auf Streife sein, habe die doch erst vor einigen Wochen einen Schmuggler mit einer 36.000.-- teuren Uhr geschnappt.
Blick hinunter auf die Idalpe. Schon einiges los hier. Hatte ursprünglich vor gehabt, zumindest einmal hier eizukehren, habe das aber aufgrund der Menschenmassen sein lassen.
Weiter ging es dann mit der Velilbahn hinauf auf die Velilscharte. Die Velilbahn ist eine 6KSB-B von Doppelmayr, Bj. 1995 und somit die älteste 6KSB-B im Schigebiet. Eigentlich hatte ich vor über die Abfahrt 7 hinunter zur Velileckbahn zu fahren, die Abfahrt war aber abgesperrt.
Daher umdisponiert und vorerst hinunter zum Höllboden und hinauf mit der Höllkarbahn, einer 6KSB-B von Doppelmayr, Bj. 1998 (links im Bild).
Am Höllkar. Links die Zeblasbahn, eine 6KSB-B von Doppelmayr, Bj. 2000 und rechts die Palinkopfbahn, eine 6KSB von Doppelmayr, Bj. 2017.
Zuerst hinauf mit der Palinkopfbahn und die Abfahrt 20 hinunter.
Noch immer die Abfahrt 20, Blick hinunter auf das Höllkar.
Dann hinauf mit der Zeblasbahn.
Und hinunter dann die Abfahrten 22 und 23. Im Vordergrund die Höllkarbahn und hinten die Lange Wandbahn, dem nächsten Ziel. Diese Bahn ist eine 6KSB-B von Doppelmayr, Bj. 2010.
Wieder einmal ein Blick in Richtung Idalpe.
Nach der Auffahrt mit der Langen Wandbahn ging es die Abfahrt 14c entlang der Felsen talwärts. Zu sehen ein interessanter Felssporn.
Abfahrt 14c.
Abfahrt 14c und Lange Wandbahn.
Da es zwischenzeitlich 15:00 war und die Gefahr einer Dehydrierung meinerseits schon recht hoch war, ging es in die Schirmabar am Höllnoden um ein Trumer Pils (0,5 l) um vergleichbar günstige € 4,90.
Danach hinauf mit der Höllbodenbahn, einer 8KSB von Doppelmayr, Bj. 2000, welche mit einer Förderleistung von 3700 Pers/h die leistungsfähigste Bahn hier ist.
Die Silvrettabahn verfügt über eine Nostalgiegondel, die auf diesem Foto zu sehen ist.
Da ich mit der Velilleckbahn immer noch nicht gefahren bin, bin ich die Abfahrt 1 hinunter zur Talstation der Pardoramabahn gefahren. Am Foto zu sehen die zweite Sektion der Fimbabahn, einer 8EUB von Doppelmayr, Bj. 2007 und die zweizte Sektion der Silvrettabahn.
Bei der Pardoramabahn, einer 4EUB von Doppelmayr, Bj. 1990, handelt es sich um die zweite Sektion der ehemaligen Pardatschgartbahn. Nach Eröffnung der jetzigen Pardatschgratbahn wurde die erste Sektion der alten Bahn abgerissen und die zweite Bahn eben als Pardoramabahn weiter betrieben. Die erste Stütze dieser Bahn hat daher auch die Nr. 15 und am Stationsgebäude kann man gut erkennen, dass es früher weiter nach unten gegangen ist. Im Stationsgebäude hängt übrigens auch ein Firmenschlid von Felix Wopfner - weiß da jemand mehr dazu?
Bergstation der Pardatschgartbahn, einer 3S-Bahn von Doppelmayr, Bj. 2014. Im Vordergrund die Velilleckbahn, eine 8KSB-B von Doppelmayr, Bj. 2019, damit wollte ich als nächstes fahren.
Die Velilleckbahn war zwar in Betrieb, aber es ist niemand damit gefahren. Auch die untere Zufahrt war abgesperrt, somit bin ich nochmals mit der Pardoramabahn hinau gefahren.
Spätnachmittagstimmung.
Für die letzte Abfahrt habe ich mich entschieden, von der Bergstation der Pardoramabahn die Abfahrt 6 zur Idalpe und dann über die Abfahrt 3 talwärts zu fahren. Hier Beginn der Abfahrt 3.
Die Abfahrt 3 ist relativ schmal und passt sich gut dem Gelände an.
Abfahrt 3
Dann ging es zwischen zwei Hütten durch, immer noch Abfahrt 3. Die Abfahrt mündet dann in die Abfahrt 37 in Richtung Mittelstation.
Hier kommt man dann zu dem wohl kuriosesten Schlepplift in Österreich, dem Schwarzuwasserlift. DIese Lift wurde 1999 gebaut und hat zwei außerordendliche Merkmale. Erstens liegt die Talstation um 10 Meter höher als die Bergstation und zweitens bewegen sich die Abfahrt auf der neben dem Lift verlaufenden Piste in die gleiche Richtung wie die Leute, die den Lift benutzen.
Der Lift ist übrigens 681 m lang, hat 11 Stützen und weist ein Gefälle von 1,5% auf. Ich vermute der Lift ist ein Eigenbau.
Ich bin nicht mit dem Lift gefahren, weil zu viele angestellt waren. Lustig wird es, wenn der Lift stoppt, dann überholen die Leute im Lift den Liftbügel, was zu tlw. lustigen Momenten führt.
Bei der Mittelstation kommt man noch an dieser Kapelle vorbei, ab hier hat die Abfahrt die Nummer 1.
Die Abfahrt 1 weist ebenfalls einige Kuriositäten auf. Erstmals eine Steinschlaggallerie.
Und dann eine Autobushaltestelle.
Und das Ende der Abfahrt.
Apresski ist schon voll im Gange.
Daher als Abschluss noch in den Kuhstall. Hier gibt es das Trumer Pils im 0,4 l-Glas um stolze € 5,50. Aber wie oft kommt man schon hierher und wann war Apres Ski überhaupt das letzte mal?
Die GPS-Aufzeichnung mit Bergfex erghab 109 km und 10566 Höhenmeter.
Wüstenschifahren in Ischgl-Samnau (16. 3. 2022)
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Re: Wüstenschifahren in Ischgl-Samnau (16. 3. 2022)
Sehr schöner, umfangreicher Bericht.
Man erkennt, dass Du zwar auch am Skifahren interessiert bist, aber irgendwie habe ich das Gefühl das Hauptaugenmerk liegt an den Liften
Horst
Man erkennt, dass Du zwar auch am Skifahren interessiert bist, aber irgendwie habe ich das Gefühl das Hauptaugenmerk liegt an den Liften
Horst
Fischer Progressor F19