Bergrettung Helikopter

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MatrixBGD
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Bergrettung Helikopter

Beitrag von MatrixBGD »

Hallo zusammen ,

ich bin neu hier im Forum. Kurze Vorstellung meinerseits: 40 J. alt, jedes Jahr Skiurlaub seit dem ich 3 war. Wohne in Berlin, komme aus Belgrad ursprünglich. Ich bin SAP Berater. :error404:

Ich habe viel hier gelesen leider war ich nicht fündig, was mein Thema betrifft und würde mich sehr freuen, wenn jemand aus eigener oder Erfarung nahe liegende Person hier berichten würde.

Zum ersten Mal war mir schlecht auf der Piste - Penkenbahn in Mayrhofen, Tirol, sodass ich unbewusst per Hubschrauber ins Krankenhaus transportiert werden musste. Es kam schön die Rechnung von Heliofirma auf 4520€. Meine Krankenkasse TK beteiligt sich mit 1850€ und kein Cent mehr. Natürlich in dem Moment, als das passiert worden ist, hatte ich keine Auslandskrankenversicherung. Es geht nicht um die 10€ Jährlich wirklich, sondern um die schlechter Beratung durch TK. Ich war nämlich einmal vor Ort und wollte wissen inwieweit ich versichert bin, wenn ich in EU Ausland reise...mir wurde gesagt alles abgesichert solange ein Notfall vorliegt (keine Gesundheitsturisten etc). Hat sich neulich gerausgestellt, dass nur Bergrettung per Hubschreuber und etwas mit Corona nicht völlig abgedeckt ist, dazu bräuchte man eine Zusatzversicherung. Nice :x

Ich bin dankbar , dass diese Firma überhaupt in Österreich den Menschen hilft, klar. Aber die Rechnung sei überzogen 100€ pro Flug Minute dann 1000€ für den Arzt, der nichts gemacht hat, als dabei gewesen zu sein.

Kann mir hier bitte jemand aufschlauen, was kann ich hier machen? Bitte nicht nach dem Motto : "Bezahlen und fröhlich sein", das kenne ich schon.

Danke für die konstruktive Antworten bereits im Vorfeld.

:)

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gamblealpin
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von gamblealpin »

schlecht auf der Piste [...] unbewusst per Hubschrauber
Nur Übel?/ Bewusstlos? Im Nachgang wird nur "Bezahlen und fröhlich sein" bleiben.
ralleycorse
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von ralleycorse »

Da wirst Du im Nachhinein nix machen können.
Die Leistung (Transport im Heli+Arzt) ist ja erbracht worden...
Bist Du im DAV?
Dann übernimmt das die Versicherung des DAV!

Für die Zukunft: Es gibt Zusatzversicherungen für so etwas, manche Auslandskrankenversicherungen tragen das auch und wie schon geschrieben eine Mitgliedschaft im DAV...

der Lange
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jens.f
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von jens.f »

Also, machen kannst Du da wahrscheinlich nicht viel.
100€ pro Flugminute ist nicht übertrieben - siehe z.B:
https://kurier.at/chronik/oesterreich/h ... /401472250
Hier wird 3500€ als Durchschnitt angegeben - das kommt also durchaus hinkommen mit dem 4250€, je nachem, wie aufwendig der Einsatz war.
Ob der Arzt was macht oder nicht, spielt keine Rolle - wenn er dabei ist, muss er bezahlt werden. Ob nun der Satz korrekt ist, sollte Deine Versicherung wissen.
Bedenke aber, das Du ja auch den Hinflug mit einrechnen musst - hier war der Arzt schon einige Zeit beschäftigt.

Ein paar Tipps habe ich aber trotzdem:

a) Kreditkarte:
Bei manchen Kreditkarten ist eine Auslands-Krankenversicherung mit dabei - je nach Karte natürlich nur, wenn der Urlaub mit der Karte gebucht wurde.
Schau einfach mal nach...

b) Andere Versicherungen/Mitgliedschaften prüfen:
Hast Du evtl. noch eine Unfallversicherung? Oder eine Mitgliedschaft, wo eine Unfallversicherung inkludiert ist (z.B. ADAC Plus)?

c) Verhandlungen mit der Firma:
In der Regel sind das keine Unmenschen - wenn Du denen die Situation freundlich darlegst kann es sein, dass man hier einen Kompromiss findet
Sag denen, dass die Versicherung nur 1850€ zahlt und Du den Rest privat zahlen musst.

d) Du kannst natürlich auch versuchen, mit Deiner Versicherung zu sprechen und hier die Falschberatung erwähnen - da Du das aber bestimmt nicht schriftlich hast, sehe ich hier keine große Chancen.

Und für die Zukunft:
Auf jeden Fall eine Versicherung abschließen, die auch Bergekosten mit übernimmt.
Das kann z.B. eine DSV oder Alpenvereins-Mitgliedschaft sein oder auch eine spezielle Unfallversicherung.
Manche Skigebiete bieten mittlerweile auch bei Kauf des Skipasses eine zusätzliche Versicherung - die sind aber in der Regel überteuert.

Vorsichtig bei Auslandskrankenversicherungen - auch die haben oft einige Ausschlüsse (z.B. Zahlung nur bei Medizinischer notwendigkeit, nicht aber bei Bergnot)
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von skifuzziWi »

Wirklich hilfreich sind DSV oder DAV Vers..
Hatte vor über 20J auch schon den Fall das die gestzl. KV nur den deutschen Satz (ca.25%) zahlen wollte, war sehr froh dass DSV dann für den Rest aufkam.
Manche Skigebiete bieten auch beim Skipasskauf eine so gen . Bergrettungspolice an (zB Sölden) ist aber umgerechnet teurer.
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von Bjoerndetmold »

Der Anspruch der Retter ergibt sich auch, wenn wegen Bewusstlosigkeit kein Vertrag geschlossen werden konnte, aus Geschäftsführung ohne Auftrag.
Auf der Seite lässt sich dem Grunde nach nichts machen. Ob die Gebühren im Einzelfall ok sind, kann ich nicht beurteilen.

An Deine Versicherung wirst Du wohl auch keine weitergehenden Ansprüche stellen können:

In Deutschland würde Deine GKV die Kosten eines Rettungseinsatzes voll, eines Bergungseinsatzes dagegen nicht übernehmen. Bei Dir könnte aufgrund der unklaren Situation ein Rettungseinsatz vorliegen. Aber bei einer Rettung im Ausland richtet sich die Leistung der deutschen GKV danach, was eine österreichische GKV zahlen müsste. Und die zahlt nur bei Rettung, wenn Lebensgefahr vorliegt, und auch dann nur eine Pauschale.

Auf Kulanz werden sie sich bei der Summe kaum einlassen.

Und was Ansprüche aufgrund von "Falschberatung" betrifft: das wirst Du einerseits kaum nachweisen können, und andererseits ist ja auch die Frage, ob Du gesagt hast, dass Du skifahren willst und ausdrücklich gefragt hast, ob die Bergrettung abgesichert ist. Die "normalen" Risiken sind ja abgedeckt. Und die Versicherungen wollen ja auch die Auslandskrankenversicherung verkaufen, das ist ja auch ein Gewinn- und kein Verlustgeschäft. Wenn sie die Gelegenheit "gespürt" hätten, hätten sie Dir bestimmt gerne dazu geraten.
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von Bjoerndetmold »

Achso, ein guter Link:
https://www.travelsecure.de/blog/kosten ... sland.html

Das steht auch die Höhe der Pauschale, 849,93 Euro. Genau das, was bei Dir bezahlt wurde, plus die 1000 Euro für den Arzt.
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MatrixBGD
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von MatrixBGD »

Vielen lieben Dank allen für konstruktiven Antworten.

Ich habe auch dem geneigt, was Ihr mir hier erörtert habt und weiss ich was ich tun muss...tief in die Tasche greifen :D

Ich habe schon eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen....ich hoffe, es kommt nicht mehr zu diesem Fall....

Danke nochmlas und wir sehen uns ja in einem anderem Thema hier im Forum.

Beste Grüße :zustimm:
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jens.f
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von jens.f »

MatrixBGD hat geschrieben: 06.04.2022 - 09:55 Ich habe schon eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen....ich hoffe, es kommt nicht mehr zu diesem Fall....
Nochmal: Vorsicht mit Auslandskrankenversicherungen.
Schau genau nach, wann die Zahlen und wann nicht - nicht das Dir sowas nochmal passiert.
Klar, in Deinem Fall würden die wahrscheinlich zahlen, da der schnelle Abtransport Medizinisch notwendig war.

Man muss halt immer unterscheiden:
a) Rettung: Medizinisch Notwenig, um Leib und Leben zu schützen oder schwerere Verletzungen rasch behandeln zu können
b) Bergung: Alle andere Fälle.

Krankenversicherungen (auch Auslandskrankenversicherungen) zahlen oft nur die Rettung - nicht aber die Bergung

Es gibt genug Fälle, wo eine Bergung per Hubschrauber notwendig ist, obwohl nicht medizinisch indiziert (und somit keine Rettung vorliegt)

Beispiele:
1) Du hast eine Verletzung, die dich am weiterfahren hindert, aber nicht lebensbedrohlich ist und auch keine sofortige Behandlung erfordert - in dem Fall ist eine Rettung per Helikopter nicht medizinisch notwendig, ist aber, wenn die Piste etwas weiter weg von der Gondel ist, oft die einzige Möglichkeit

2) Du hast z.B. einen Schaden an der Bindung oder einen anderen technischen Schaden, der Dich am weiterfahren hindert - bist aber in einem Großraumskigebiet weit weg von der Gondel ins Tal

3) Du verfährst/verirrst Dich und kommst weder zur Gondel zurück noch direkt ins Tal - sei es weil Du OffPiste gefahren bist oder weil Du bei schlechter Sicht schlicht die Orientierung verloren hast

Natürlich kann in solchen Fälle die Rettung oftmals auch per Pistenraupe oder Skidoo erfolgen - aber je nach Umständen kann hier auch der Helikopter notwendig werden - insbesondere halt in Großraum-Gebieten, wo der Weg ins Tal per Raupe und Gondel sehr weit wäre.

Frag hier mal genau nach, ob solche Fälle auch mit versichert sind.
Ich würde halt eine Versicherung über DSV, Alpen-Verein etc. oder eine spezielle Unfallversicherung empfehlen, die ausdrücklich auch Bergekosten mitversichert.

MatrixBGD
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von MatrixBGD »

hallo in die Runde nochmal,

die Sache hat sich endlich erledigt und ich wollte hier Euch mitteilen wie.
Eingangs zu zahlender Betrag von 4520€ - 1880€ Techniker Krankenkasse (erst nach dem mein Anwalt die angheschrieben hat, waren die bereit zu zahlen) =2640€. Dann habe ich versucht die Firma aus Weidring telefonisch zu erreichen 2 Monate lang, keiner ging ran. Habe ich mir entschlossen den Restbetrag auf 10 gleichen Raten zu zahlen. Die erste Rate 264€ ging gestern raus dann waren 2367€ übrig. Gleich gestern hat mich jemand aus der Firma angerufen und er war mit der Ratenzahlung nicht einverstanden. IHm sei das zu lange und er hat mir folgendes angeboten: es wird den Betrag um 1076€ reduziert/abgezogen, wenn ich aber sofort per Echtzeitüberweisung ihm das Geld (1300€) überweise. Er dachte per PayPal ginge es auch. So dass ich ihm sofort per Bank 1300€ überwiesen habe und endlich habe ich Ruhe und kann Nachts wieder gut schlafen.
Fazit: Verhandlungen auf so Hohe Rechnungen gehen auch. Wie ich mir gedacht habe, die Rechnung war wirklich von Anfang an überzogen.

Das nur zur Info, falls jemand von Euch die selbe Situatin hat.
Ansonsten der Herr aus der Firma war sehr nett und ich bin dankbar, dass die damal auf der Piste für mich waren.

Beste Grüße
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turms
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Re: Bergrettung Helikopter

Beitrag von turms »

Einmal bin ich (dummerweise) auf dem Parkplatz (Hochfügen) ausgerutscht und das knie Verdreht...
Notfall war auf jeden fall nicht, oder Bergrettung etc
Aber (wieder dummerweise) war ich so schnelle wie möglich zu einem Arzt (ich glaube in Uderns?) und für die Untersuchung plus Rontgen etc musste ich ca 350 Euro bezahlen. Das habe ich gemacht.
Leider wusste ich nicht dass im Zillertal, sie Sport Klinik hat mit AOK BW eine Vereinbarung, und man kann dort vieles machen (von Behandlung bis OP).
Aber seit diesem Zeitpunkt habe ich immer Auslandskrankenversicherung + extra Versicherung für Bergrettung etc von ÖSV...

Ich glaube nur Sölden hat das Angebot für Berg Rettung zusammen mit der Skikarte.
Heimat ist wo das Herz ist

Nur ein Snowboarder kennt dieses Feeling. Und wenn du es einmal selbst gefühlt hast, ist es unmöglich, nicht mehr zu wollen. Es macht so süchtig, dass es eigentlich illegal sein sollte, aber das ist es nicht und deshalb machen sie so gute Snowboards, dass du nach dem Fahren darauf alles verkaufen und in die Berge ziehen willst, weil ein Mann ein Gleichgewicht in seinem Leben haben muss, und dieses Gleichgewicht sollte 80% Snowboarden und 20% Arbeit sein.
Es sei denn natürlich, es schneit sehr stark, in diesem Fall ist es 100% Einsatz - jeder sagt, wenn du erfolgreich sein willst, musst du dich einsetzen - für den Spaß am Fahren mit deinen Brüdern.
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