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Die große Klima-Diskussion

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noisi schrieb:
Mmmm also hier oben, am Blanken-Hans-Hang war es bisher in 2022 an jedem Tag zu warm (im Vergleich zum Mittel 61-90), Schneefall gab es keinen, die bisher gefallen Regenmengen haben bereits ein Niveau erreicht, dass "normalerweise" erst mit den Niederschlägen von März und April erreicht wird. Wunderbarer Winter...

Ich kann dem zustimmen. Ich wohne im Südwesten Deutschlands, da gab es ja schon immer echtwenig Schnee und milde Winter aufgrund des atlantischen Klimas. Aber in meiner bescheidenen Lebenszeit fällt mir die Klimaänderung schon auf. Zu meiner Kindheit gab es im Winter immer mindestens ein Paar Tage Schnee der zumindest für eine Schlittenfahrt ausreichte und hin und wieder zugefrorene Weiher. Das kommt praktisch gar nicht mehr vor. Wir hatten sogar im Saarland mal einen Skilift. Diesen Winter gab es noch nicht mal einen einzigen Tag mit Dauerfrost. Eher 15°C an Silvester. Das ist einer der wärmsten den ich je erlebt hab. Ich sehe schon dass es hier keine Ausreißer mehr sind. In solchen Regionen die eh schon immer Grenzwinter hatten sieht man es als Erstes.
 
noisi schrieb:
GIFWilli59 schrieb:
Finde ich schon, jedenfalls wenn ich von den ca. 70% der Tage absehe, an denen es zu mild war, zu regnerisch oder die SFG wieder viel zu hoch lag... :wink:
Mmmm also hier oben, am Blanken-Hans-Hang war es bisher in 2022 an jedem Tag zu warm (im Vergleich zum Mittel 61-90), Schneefall gab es keinen, die bisher gefallen Regenmengen haben bereits ein Niveau erreicht, dass "normalerweise" erst mit den Niederschlägen von März und April erreicht wird. Wunderbarer Winter...

Da kann ich dir aus Ostfriesland nur zustimmen. Du hast aber leider den vielen Wind in diesem Winter vergessen. :evil:
 
Eigentlich waren die Winter seit 2014 (mit ein paar Ausnahmen) meistens recht bescheiden.

Bei Kindheitserinnerungen muss man aufpassen da man Dinge als Kind oft anders und „spektakulärer“ wahrnimmt. Wissenschaftliche Messungen sind da genauer und die zeigen dass es ganz klar wärmer wird. Ob man es noch verhindern kann? Keine Ahnung, aber ich habe zumindest den subjektiven Eindruck dass gerade in das Thema Photovoltaikanlagen und Windkraft weltweit Schwung rein kommt weil der Strom immer wettbewerbsfähiger wird. Auch beim Thema E Mobilität scheint der große Wurf kurz bevor zu sein.
 
Tiob schrieb:
Eigentlich waren die Winter seit 2014 (mit ein paar Ausnahmen) meistens recht bescheiden.

Bei Kindheitserinnerungen muss man aufpassen da man Dinge als Kind oft anders und „spektakulärer“ wahrnimmt. Wissenschaftliche Messungen sind da genauer und die zeigen dass es ganz klar wärmer wird.

Ganz klar, ich schaue natürlich auch in die Wetteraufzeichnungen. Die decken sich aber mit meinen Wahrnehmungen. Es geht wirklich rasend schnell meiner Meinung nach. Ob wir schon über den Point of No Return sind weiß ich natürlich auch nicht. Aber die Sache mit dem Ozonloch hab ich auch noch auf dem Schirm. Damals war der Klimawandel noch kein großes Thema. Das ging aber auch verdammt schnell und hatte mit Recht allgemeine Panik ausgelöst. Das Gleichgewicht der Natur ist doch nicht unumstößlich.
 
Also ich muss sagen, dass zumindest in Nordbünden die letzten Winter seit 2017/18 immer recht schneereich waren. Allerdings waren die Winter davor seit 2013/14 gerade im Vorwinter sehr schneearm.
 
Winter 2021/22 in Deutschland elfter zu warmer Winter in Folge

Die Durchschnittstemperatur lag im Winter 2021/22 mit 3,3 Grad Celsius (°C) um 3,1 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung +1,9 Grad. Damit gehört der Winter 2021/22 zu den sieben wärmsten seit Beginn kontinuierlicher Wetteraufzeichnung im Jahr 1881 und ist zugleich der elfte zu warme Winter in Folge. Einen schneereichen und kalten Winter suchte man im Flachland meist vergeblich.

In den Wintermonaten Dezember 2021 sowie Januar und Februar 2022 herrschte fast ständig die gleiche Großwetterlage: Mächtige Sturmtiefs zogen unaufhörlich von Westen über den Nordatlantik und bogen über den Britischen Inseln nach Norden ab. In deren Einflussbereich geriet auch immer wieder ganz Deutschland. Trotz des regen Tiefdruckeinflusses war der Winter hierzulande sonnenscheinreich. Er brachte zugleich einen Niederschlagsüberschuss und deutlich zu hohe Temperaturen. Während das Bergland zeitweilig mit herrlichem Winterfeeling grüßte, erlebte das Flachland in vielen Gebieten einen Totalausfall des Winters.

[Aus: Winterbilanz des DWD vom 28.02.02]
 
Die Studie zeigt, dass die Temperatur im Nordost-Pazifik in den letzten 25 Jahren durchschnittlich um 0,05 Grad Celsius pro Jahr gestiegen ist. Die Region kühlte im Winter insgesamt weniger ab und der Sommer dauerte in Schnitt 37 Tage länger. Dies führte dazu, dass dort allein in den letzten 20 Jahren 31 marine Hitzewellen auftraten, während von 1982 bis 1999 nur neun auftraten.

Das hatte am Land an der Westküste von der USA+ Kanada Folgen für Skigebiete wie auch Landwirte.

zur Studie: https://www.nature.com/articles/s43247-022-00461-2
 
Mal was zum Abkühlen:


Am 1.7. Neuschnee am Hintertuxer Gletscher bis zum TFH Haus auf 2600m runter... und nicht nur da...

Es gibt eben immer Schwankungen trotz deutlicher Tendenz....
 
skifam schrieb:
Am 1.7. Neuschnee am Hintertuxer Gletscher bis zum TFH Haus auf 2600m runter... und nicht nur da...

das erinnert mich an die Argumentation von Trump - "ich weiss gar nicht wo dieser Klimawandel sein soll und warum hier Wälder brennen - bei mir regnet es gerade"
 
Der Alpenraum nördlich der Zentralalpen ist heuer schon unglaublich privilegiert. Sonst ja auch. ;)
Überall in Europa Dürre, nur bei uns nicht.
In Zukunft kommen die Touris, um sich saftig grüne Wiesen anzusehen.

Für den Winter ist das natürlich auch sehr wichtig, zum einen, weil die Speicherteiche gut gefüllt werden, zum anderen die Speicherseen der Kraftwerke.

In Innsbruck hatte es gestern Abend und heute früh übrigens 14°C.
 
BlauschneeSäntisälbler schrieb:
Strom in Nordnorwegen fast gratis. :oops:

Ja, die haben den ganzen Zaster, den die in Norwegen für das ganze Öl bekommen haben, in regenerative Energie, schuldenfreien Staatshaushalt und Infrastruktur gesteckt. So zahlen die dort im hohen Norden fast nichts für Energie, Pensionen und anderen Annehmlichkeiten.

Wer will, kann es hier nachlesen:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Staatlicher_Pensionsfonds_(Norwegen)

Was haben wir in Mitteleuropa getan? Wenn es schwierig würde einen Kredit aufgenommen und industrielle Dinosaurier gefüttert, schönstes bsp. die Abwrackprämie: fast neue Autos in den Hochofen geschoben um ganz neue zu finanzieren. Hätte dieses Geld dazu gedient, die digitale und elektrische Infrastruktur auf Vordermann zu bringen wären wir zur Zeit viele Probleme los.

Aber egal, hier fahren wir ja weiter Vollgas in den Stau.
(Nach viel Bier sind wir am Stammtisch zu der Erkenntnis gekommen: mit dem Porsche bist schneller im Stau....... )
 
Neandertaler schrieb:
BlauschneeSäntisälbler schrieb:
Strom in Nordnorwegen fast gratis. :oops:
Ja, die haben den ganzen Zaster.............................
Da darf ich dann fairerweise schon anmerken, daß es das Königreich Norwegen mit dem "Zaster" dann doch etwas einfacher hat als D

Norwegen, flächenmäßig etwas größer als D bei grad 5 Mio Einwohner, sitzt halt auf riesigen Bodenschätzen + endloser Wasserkraft.
Die Abermilliarden (eben keine Steuereinnahmen) konnten in den Staatsfond u. Modernisierungsinvestitionen gesteckt werden.

D könnte ja alternativ versuchen, seine "Braunkohleschätze" :rofl: zu Geld zu machen.
 
Neandertaler schrieb:
schönstes bsp. die Abwrackprämie

Die Kosten für doppelte Atomwende, Bankenrettung, Willkommenskultur und C-Schutzmaßnahmen dürften nahe bei 2 Billionen Euro liegen. Damit hätte man neben Energie- und Verkehrswende u.a. auch einen besseren Zivilschutz finanzieren können, der 2021 gefehlt hat.


Kürzlich lief auf Arte eine Doku über die Jahrhundertflut an der Ahr im Juli 2021.

Die Flut wird bis heute von vielen als Indiz für den vom Menschen beschleunigten Klimawandel gewertet und entsprechend in der politischen Debatte instrumentalisiert.

Geographen der Uni Bonn haben nun erstaunliches herausgefunden. Die maximale Wassermenge im Juli 2021 lag mit 1.200 Kubikmeter / s in der Größenordnung der Flut von 1804. Ein Grund, warum es 2021 zu höheren Wasserständen und Schäden kam, ist schlicht die dichtere Besiedelung des Talbodens. Anhand einer Animation wird deutlich, wie es durch die Verdrängung und Staueffekte durch Gebäude bei gleicher Wassermenge zu einem deutlich höheren Wasserstand kommt. Ab 1h03.

Die Jahrhundertflut von 2021 war also rein vom Wettergeschehen weder einmalig noch einzigartig. Maßgebliche Gründe für die Schäden, Leid und den Verlust vom Menschenleben sind vor allem Fehlplanungen bei der Besiedelung und völliges Versagen bei der Vorwarnung und beim Katastrophenschutz.

Randnotiz: Selbstverständlich unterliegen auch alle anderen Meldungen über historische Pegelhöchststände dem gleichen Vorbehalt. Also dem Einfluss durch dichtere Bebauung, Begradigung, Urbarmachung von Überschwemmungsgebieten. In der Statistik nennt man so was "Normierung". Wenn Meßverfahren und Rahmenbedingungen sich maßgeblich ändern, dann darf man die Rohdaten nicht einfach in ein Diagramm eintragen, dann müssen die Werte entsprechend dem Wandel gewichtet werden.

Doch die Klarstellung kommt zu spät. Die Weichen wurden im Windschatten der Katastrophe längst gestellt. Deutschland soll "klimaneutral" werden, koste es, was es wolle. Zu aller erst unseren Wohlstand. Das Schema wiederholt sich. Nachgedacht, geplant und durchgerechnet wird erst hinterher. Wenn die Entscheidungen längst getroffen wurden.

Und was die Besiedelung betrifft, kürzlich kam ein Bericht darüber, welche Grundstücke im Ahrtal nun als nicht mehr bebaubar eingestuft werden. Es ist eine überschaubare Zahl, auf den meisten Grundstücken darf wieder gebaut werden. Die nächste Flut kommt statistisch gesehen erst wieder in 200 Jahren....
 
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