Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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3303
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Im Winter droht der Stillstand der Bergbahnen

Beitrag von 3303 »

https://www.srf.ch/news/schweiz/sorgen- ... bergbahnen

In der Schweiz scheint man die Lage durchaus als potenziell ernst einzuschätzen.
Wie sieht es in den anderen Ländern aus?
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turms
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Re: Im Winter droht der Stillstand der Bergbahnen

Beitrag von turms »

Toll...
Sieht nicht gut aus....
Auch in den Salzburger nachrichten gibt's es das Thema...
Heimat ist wo das Herz ist

Nur ein Snowboarder kennt dieses Feeling. Und wenn du es einmal selbst gefühlt hast, ist es unmöglich, nicht mehr zu wollen. Es macht so süchtig, dass es eigentlich illegal sein sollte, aber das ist es nicht und deshalb machen sie so gute Snowboards, dass du nach dem Fahren darauf alles verkaufen und in die Berge ziehen willst, weil ein Mann ein Gleichgewicht in seinem Leben haben muss, und dieses Gleichgewicht sollte 80% Snowboarden und 20% Arbeit sein.
Es sei denn natürlich, es schneit sehr stark, in diesem Fall ist es 100% Einsatz - jeder sagt, wenn du erfolgreich sein willst, musst du dich einsetzen - für den Spaß am Fahren mit deinen Brüdern.
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br403
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Re: Im Winter droht der Stillstand der Bergbahnen

Beitrag von br403 »

Ich bin mir zu 100% sicher, dass es im Tourismus keinerlei Einschränkungen geben wird, alle Seilbahnen und alle Saunen, Whirlpools usw. werden weiterlaufen. Und vor allem in der Schweiz gerade sehe ich überhaupt keine Einschränkungen kommen.
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Theo
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Re: Im Winter droht der Stillstand der Bergbahnen

Beitrag von Theo »

Darüber reden wir schon hier:viewtopic.php?f=35&t=66980 kann man also zusammenführen.
Zuletzt geändert von TPD am 23.07.2022 - 19:14, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beiträge zusammengefügt
j-d-s
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Re: Im Winter droht der Stillstand der Bergbahnen

Beitrag von j-d-s »

3303 hat geschrieben: 23.07.2022 - 10:07 https://www.srf.ch/news/schweiz/sorgen- ... bergbahnen

In der Schweiz scheint man die Lage durchaus als potenziell ernst einzuschätzen.
Wie sieht es in den anderen Ländern aus?
Nachdem laut Artikel die Seilbahnen nur 0,3% des Stromverbrauchs ausmachen, erscheint es völlig unsinnig, die abzuschalten, um Strom zu sparen. Insbesondere müsste man, wenn man klug vorgeht, zuerst solche Betriebe stilllegen, die am Ende einer Wertschöpfungskette stehen. Seilbahnen dagegen stehen am Anfang - ohne Seilbahn keine Gäste in Hotels, in Restaurants, viel weniger Umsatz in Geschäften und Freizeitangeboten in den Bergorten.

Gleiches gilt übrigens für diverse Industrien. Wenn man bspw. die Glasindustrie stilllegt, dann gibts eben keine Flaschen für Getränke mehr, keine Fenster, keine Spritzen, keine Ampullen.

Wie wir aber die Politiker kennen, hat man keinerlei Pläne in der Schublade, welche die Gesamtheit der Wertschöpfungsketten betrachtet. Man wird mal wieder völlig überrascht aus der Hüfte geschossen mit radikalen Lockdown-Methoden kommen, in der Schweiz hat man bisher ganz offenbar bisher null auf Stromversorgungssicherheit geachtet.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Kapazitäten der Leitungen ausreichen, damit Frankreichs Atomkraftwerke ganz Europa mit Strom versorgen können. Und dass man bspw. auch Wartungsarbeiten vorzieht, sodass man im Winter durchlaufen lassen kann.
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snowflat
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von snowflat »

Keine Beschneiung im Winter?
Es geht die Sorge um, dass Beschneiungsanlagen abgedreht werden, sollte Gas ab dem Herbst knapp werden. Die Branche fordert Klarheit.
Stillstehende Schneekanonen: für die Wintersaison zweifellos der Worst Case.
Quelle: Stromfresser Seilbahnen: Kommt die Energiebremse für den Tourismus?
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Re: Im Winter droht der Stillstand der Bergbahnen

Beitrag von molotov »

br403 hat geschrieben: 23.07.2022 - 11:32 Ich bin mir zu 100% sicher, dass es im Tourismus keinerlei Einschränkungen geben wird, alle Seilbahnen und alle Saunen, Whirlpools usw. werden weiterlaufen. Und vor allem in der Schweiz gerade sehe ich überhaupt keine Einschränkungen kommen.
Woher der Optimismus, beim Strom hoffe ich ja auch, dass wir mit nem blauen Auge davon kommen, aber der Komplex Saunen/Whirlpools ist schon zu nem guten Teil auf Gas angewiesen. Unsere Firma geht recht sicher davon aus, dass es Einschränkungen gibt. Aber Es wird schon überlegt wie man die pulveranlage im Verbrauch runter bekommt. 6 Schichten direkt nacheinander, statt über 5 oder 6 Werktage verteilt bspw....
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Kris
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Kris »

Dass die Anlagen zur künstlichen Beschneiung zur kältesten und wasserknappsten Periode (Nov-Jan) nicht mehr fröhlich vor sich hin lärmen werden, das scheint mir doch ziemlich sicher.
In Tirol beträgt der Anteil am Stromverbrauch in den kritischesten Monaten auch 20%. Spitzenlast!

Hinzu kommen dürfte, dass der Strompreise je nach Geschick und Glück der Strompreisspekulationsabteilung früher oder später gestiegene "Marktpreise" "abbilden" wird müssen. D.h. das trifft dann jene Grossabnehmer, die nicht mit Glück früh genug (also vor dem Ukraine Krieg) günstige Futures für die kommende Wintersaison gekauft haben. Kauft man hingegen jetzt an der Spekul^b^b^Strombörse, so kostet der Energiepreis für Strom etwa 10 (zehn) mal mehr als vor der Ukraine Invasion.

Für uns "Verbraucher" (oder "Konsumenten"), trifft das übrigens genau so zu, nur dass hier der jeweilige Stromanbieter die Spekulationsgeschäfte im Großen für etwa ein Jahr im voraus tätigt, um für diese Periode einen konstanten Strompreis für seinen kleinen Endkunden kalkulieren zu können.

Es gibt die Forderung an die Politik, dass unsere landeseigenen Stromerzeuger (in Tirol bspw. TIWAG) den Strom nicht zu Börsenpreisen in die eigene Bevölkerung reindrücken mögen. Es ist ja "unsere TIWAG", also unserer Strom, aus überwiegend amortisierten Wasserkraftwerken, garniert mit ein bisschen teurem Spitzensstrom.
Aber. dazu wird es eher nicht kommen, denn für die Politik ist es schöner, hohe Gewinne aus Landesunternehmen abzuschöpfen, und je nach Couleur der jeweils eigenen Klientel weiterzureichen...

Problem ist allerdings ein hoher Gaspreis: Sobald es sich lohnt, mit Heizlüftern (zB punktuell nur die wesentlichen Zimmer) zu heizen, statt mit Gaszentralheizung das gesamte Gebäude, bricht das Stromnetz zusammen.
Es sei denn, der deutschen Politik gelingt es endlich, ihr CO2-freies Perpetuum Mobile anzuwerfen.

**

Im Bild unten die "Großhandelspreis elektrischer Grundlastenergie" in AT (=Futures-Abrechnungspreis wenn ich das richtig verstehe). Diese Börsen gibt es übrigens erst seit der Jahrtausendwende, davor wurde Strom per kalkulierten Kosten gekauft, gebunden an zumeist langfristige Lieferverträge. Spekulationsmöglichkeiten waren noch nicht eingeschleift, Infrastrukturplanung konnte weise und langfristig erfolgen.

300€/MWh = 30ct/kWh. Energie kostete also langjährig in grossen Mengen etwa 3ct/kWh, neu sind es 30ct/kWh.

In Tirol kostete 2018 für normale Haushalte der Energieanteil an der kWh etwa 5,5ct. Was dann alles zusammen (+Netzentgelte, Steuern, ....) einen "Arbeitspreis" von etwa 18ct/kWh ergab.
Der Spekulationspreis für die Energie alleine liegt jetzt jedoch bereits bei 30ct/kWh...
Viel Spass also 2023 !

Bild


Ein kleines Plus gibt es dennoch: Da Stromleitungen nicht unendlich dick sind, können Spekulanten ihren Strom für Bayern nicht einfach in den Balearen einkaufen. Der lokal mögliche Preis ergibt sich aus der Summe aller irgendwo börslich gekauften Energiemengen plus Kosten für Leitungsgebühren. D.h günstiger und lokal hergestellter Strom kann zumindest dann, wenn die Fern-Leitungen "glühen" günstig regional abgegeben werden. Daher brauchen Spekulanten (und leider auch die Ökostromwirtschaft) am besten Hochspannungsleitungen kreuz und quer durch alle Länder...
Da hier Spekulanten (FDP, Teile der CDU) und Ökostromwoller (Grüne) somit am gleichen Strang ziehen ...


Edit: Der aktuelle Grosshandelspreis für AT kann hier eingesehen werden (dzt. 307€/MWh= 30,7ct/kwh):
https://www.e-control.at/web/guest/mark ... Id=1785851
Zuletzt geändert von Kris am 25.07.2022 - 14:55, insgesamt 3-mal geändert.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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skifam
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von skifam »

Da seid Ihr in Ö ja 2013 dann fast auf dem deutschen Niveau vor der Ukraine Krise....
Wir sind dann, wie immer die Piefkes, schon längst weiter und viel teurer.
Bei uns gibts aber nirgendwo mehr Brennholz oder Elektroheizgeräte....
Gagaland...
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von MarcoS_Skiing »

Das Gute ist: wenn man im Winter (viel) in den Bergen unterwegs ist und Ski fährt benötigt man zu Hause keinen Strom => so geht doch sparen, oder? :biggrin:
:arrow: Auf meinem Instagram Profil _marco_skiing findet ihr neben stets aktuellen Storys aus
verschiedenen Skigebieten der Alpen auch aktuelle Skivideos für Tourismusverbände oder direkt für die jew. Skigebiete.
Gerne mal vorbeischauen oder noch besser: "Follow". :wink:
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br403
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Re: Im Winter droht der Stillstand der Bergbahnen

Beitrag von br403 »

molotov hat geschrieben: 25.07.2022 - 10:48 Woher der Optimismus, beim Strom hoffe ich ja auch, dass wir mit nem blauen Auge davon kommen, aber der Komplex Saunen/Whirlpools ist schon zu nem guten Teil auf Gas angewiesen. Unsere Firma geht recht sicher davon aus, dass es Einschränkungen gibt. Aber Es wird schon überlegt wie man die pulveranlage im Verbrauch runter bekommt. 6 Schichten direkt nacheinander, statt über 5 oder 6 Werktage verteilt bspw....
Weil vor allem in Tirol, Vorarlberg, Salzburg usw. der Tourismus über allem steht. Da werden eher Firmen heruntergefahren und die Einheimischen müssen frieren, als das die Touristen nicht kommen können.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Tyrolens »

Das Problem ist auch, dass den Einzugsgebieten der großen Speichrekraftwerke Wasser fehlt, teilweise sogar erheblich.

Was die Strompreise für die Alpenregion betrifft, so kann es schon sein, dass die Politik das via Landesenergieversorger abschöpft. Nur wird sie es dann trotzdem an die Kunden (Wähler) weiter geben.
Blöd, dass Tirol nun so früh wählt. Wäre besser für uns Bürger gewesen, die Wahlen wären erst im März. Dann hätten wir den ganzen Winter über die niedrigen Strompreise genießen können.

Mit Strom zu heizen, lohnt sich auch zu den aktuellen Preisen nicht.

Was denkt ihr, um wie viel Prozent werden die Preise im Skisport/Skitourismus anziehen. Liftkarten plus 10% oder doch eher plus 20%?
molotov
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von molotov »

skifam hat geschrieben: 25.07.2022 - 12:35 Da seid Ihr in Ö ja 2013 dann fast auf dem deutschen Niveau vor der Ukraine Krise....
Wir sind dann, wie immer die Piefkes, schon längst weiter und viel teurer.
Bei uns gibts aber nirgendwo mehr Brennholz oder Elektroheizgeräte....
Gagaland...
Was ein Käse. Die Großmarktpreise sind ähnlich: https://www.epexspot.com/en/market-data ... 2022-07-25
Für die Vergangenheit ist Awattar ganz nett weil man da die stündlichen Preise schön durchschauen kann:
https://www.awattar.de/
Da sieht man natürlich auch, dass die Axt am Baum ist: Einfach mal ein paar Daten aus letztem Sommer anschauen und dann dieses Jahr...
br403 hat geschrieben: 25.07.2022 - 14:44
molotov hat geschrieben: 25.07.2022 - 10:48 Woher der Optimismus, beim Strom hoffe ich ja auch, dass wir mit nem blauen Auge davon kommen, aber der Komplex Saunen/Whirlpools ist schon zu nem guten Teil auf Gas angewiesen. Unsere Firma geht recht sicher davon aus, dass es Einschränkungen gibt. Aber Es wird schon überlegt wie man die pulveranlage im Verbrauch runter bekommt. 6 Schichten direkt nacheinander, statt über 5 oder 6 Werktage verteilt bspw....
Weil vor allem in Tirol, Vorarlberg, Salzburg usw. der Tourismus über allem steht. Da werden eher Firmen heruntergefahren und die Einheimischen müssen frieren, als das die Touristen nicht kommen können.
Vorarlberg würde ich raus nehmen, zu viel Industrie am Wertschöpfungsmix. Und in der Schweiz maximal die Bergkantone. Vielleicht Sehe ich es ja falsch aber die Speicher in Tirol sind doch rein aus Erzeugungssicht gar nicht so spanned? viel spannender ist ja die Regelfähgikeit und vieleicht auch die Schwarzstartfähigkeit. Vielleicht sehen wir durchaus unterschiedliches Verhalten bei der Beschneiung je nach Stromeinkauf und langfristen Lieferverträgen oder eben auch nicht so langfristigen...
Die Frage ist halt auch wie bereit die Leute dieses Jahr sind Geld auszugeben, wenn wir wirklich in ne schwere Gasmangellage steueren, werden wir wohl nochmal flächendeckend Kurzarbeit bekommen und die Lieferketten kollabieren endgültig...
Zuletzt geändert von maba04 am 25.07.2022 - 17:08, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zwei Beiträge zusammengeführt.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Tyrolens »

Es ist halt schon erbärmlich, dass Österreich derzeit einen der höchsten Strompreise Europas hat. Am Westen liegt es nicht. Vorarlberg und Tirol zählen nach wie vor zu den günstigsten Anbietern.

Der gewerblichen Strompreis für das Q3 ist schon krass.

https://www.e-control.at/web/guest/indu ... Id=1785851

Wenn man sich überlegt, dass der Energiepreis 43,5% des Gesamtpreises ausmacht. das wird finanziell nicht zu halten sein.
Mal sehen, wie's weiter geht und in wie fern die aktuellen Preise durch Panik beeinflusst sind.

Erklären kann sich das doch niemand, warum der Strom jetzt 307 Euro kostet und früher 50 Euro.
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Theo
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Re: Im Winter droht der Stillstand der Bergbahnen

Beitrag von Theo »

br403 hat geschrieben: 25.07.2022 - 14:44
molotov hat geschrieben: 25.07.2022 - 10:48 Woher der Optimismus, beim Strom hoffe ich ja auch, dass wir mit nem blauen Auge davon kommen, aber der Komplex Saunen/Whirlpools ist schon zu nem guten Teil auf Gas angewiesen. Unsere Firma geht recht sicher davon aus, dass es Einschränkungen gibt. Aber Es wird schon überlegt wie man die pulveranlage im Verbrauch runter bekommt. 6 Schichten direkt nacheinander, statt über 5 oder 6 Werktage verteilt bspw....
Weil vor allem in Tirol, Vorarlberg, Salzburg usw. der Tourismus über allem steht. Da werden eher Firmen heruntergefahren und die Einheimischen müssen frieren, als das die Touristen nicht kommen können.
Ich bin da leider nicht so optimistisch wie du, denn dafür haben wir in der Politik schlicht zu viele Feinde und genau weil eben der Tourismus der Motor des Lebens im Alpenraum ist soll dieser gnadenlos abgewürgt werden. Das Flachland muss endlich seine Vordenker aussortieren, alles andere ist schon beinahe gezielter Selbstmord.
Ein stromloser Alpenraum und alle anderen mit Strom ist Illusion. Entweder haben wir alle Strom oder die wo keinen haben werden dafür sorgen dass alle keinen haben und dann gibt es unweigerlich Krieg. Der Alpenraum wird die Suppe ganz sicherlich nicht alleine auslöffeln.
Das Problem ist auch, dass den Einzugsgebieten der großen Speichrekraftwerke Wasser fehlt, teilweise sogar erheblich.
Wer hat dir denn diesen Bären aufgebunden? Wenn ich sehe wie viel Wasser hier tagtäglich ungenutzt wegfliesst dann könnte man tatsächlich heulen.

Am Ende werden alle Strom haben ausser der Deutschsprachige Raum und hier wird es nur deshalb so sein weil unsere Vordenker das ideologisch so wollten.
Von der technischen Seite und von den vorhandenen Ressourcen her muss es keinen Strommangel geben. Wenn es einen gibt dann ist der gewollt.
In Tirol beträgt der Anteil am Stromverbrauch in den kritischesten Monaten auch 20%. Spitzenlast!
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Re: Im Winter droht der Stillstand der Bergbahnen

Beitrag von albe-fr »

Theo hat geschrieben: 25.07.2022 - 20:46 Ein stromloser Alpenraum und alle anderen mit Strom ist Illusion. Entweder haben wir alle Strom oder die wo keinen haben werden dafür sorgen dass alle keinen haben und dann gibt es unweigerlich Krieg. Der Alpenraum wird die Suppe ganz sicherlich nicht alleine auslöffeln.
auch wenn du hier wiederholt mal wieder damit drohst es käme zu gewalttätigen Gegenreaktionen, soweit ich weiss trägt der Tourismus in der Schweiz gerade mal zu 5% zur Volkswirtschaft bei. Sollten wir im naechsten Winter einen Energieknappheit haben, wird man vermutlich (hoffentlich) nicht ausgerechnet die Luxusbeduerfnisse befriedigen. As meiner Sicht (ich sehe eine Energieknappheit kommen) werden Beschneiung und auch Aufstiegsanlagen wohl mit das erste sein wo man ein Einsparungspotential sieht und diese dann hoffentlich vom Stromnetz trennen.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von j-d-s »

Was machst du eigentlich noch in diesem Forum? Du willst jetzt schon seit 3 Jahren durchgehend dass man sämtliche Skigebiete stilllegt. Du wärst bei einem Umweltschützerforum besser aufgehoben (aber erzähl denen bloß nichts von deinem Auto, das 12 Liter Super Plus pro 100 km verbraucht).

Ich fürchte allerdings leider auch, dass man auf Eingeübtes setzt und einen Lockdown, dann halt zum Energiesparen, macht. Man hat jetzt eh schon das Denkmuster, dass bestimmte Branchen wie Gastro, Freizeit und Tourismus entbehrlich seien, also macht man die einfach zu.

Man stellt ja bereits jetzt wieder Krankenhäuser (bzw. Deren Energieversorgung) als eine Art Zentrum der Gesellschaft dar, die um wirklich jeden Preis geschützt werden muss. Und da man bei Privathaushalten technisch gar nicht Strom- und Gasverbrauch limitieren kann (nur ganz an oder ganz aus), priorisiert man dann eben mal wieder "systemrelevante" Betriebe und schließt "unnötige" Betriebe ganz.
Die Rhetorik mit "Zusammenhalt" und "Solidarität" (natürlich per Zwang und nicht für "unnötige" Branchen) wird auch jetzt schon bemüht, das setzt man einfach fort.

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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von ski-chrigel »

j-d-s hat geschrieben: 26.07.2022 - 02:11 Was machst du eigentlich noch in diesem Forum? Du willst jetzt schon seit 3 Jahren durchgehend dass man sämtliche Skigebiete stilllegt. Du wärst bei einem Umweltschützerforum besser aufgehoben
Dasselbe wollte ich auch grad schreiben. Nur hätte ich - ganz im Sinne der Gegenseitigkeit - wohl nicht ganz so freundliche Worte gefunden.

Bezüglich Schweiz: Irgendwie kann ich mir kaum vorstellen, dass die Bergkantone es zulassen werden, dass ihrem wichtigsten Gut der Hahn abgedreht wird. Was bei Corona funktionierte, dass die Skilifte weiterliefen, wird auch bei der Stromkrise hinhauen. Und sonst wird der Mittelland-Berggebiet-Graben noch tiefer werden, zumal die grossen Wasserkraftwerke alle in den Bergkantonen stehen…
Meine Berichte findet man seit 23.11.23 in einem anderen Forum
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Tyrolens »

Das wird alles vom Ernst der Lage abhängen.

Und vieles wird sich auch selbst regulieren, weil die hohen Energiepreise zusammen mit der anstehenden Rezessionen vielen Menschen den Winterurlaub vermiesen werden.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von baeckerbursch »

So viel Strom verbrauchen die Lifte ja dann doch nicht... Jedenfalls imho.

Ich mehr an die Tagesanreise ist Energieintensiver.

Und Scheeerzeuger können laufen wenn genug Strom da ist.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von GIFWilli59 »

Bisher ist die erdölbasierte Anreise am wenigsten von Preisteigerungen betroffen. Die 50% Preissteigerung dort sind im Vergleich zum Gas Peanuts.
Übersicht über meine Berichte
2020/21: 101 Tage
Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
Ski Alpin (14): 8x Willingen, 5x Winterberg, 1x Winterberg+Willingen
Resteski (12): 8x Winterberg, 2x Schneekopf, 2x Steinach
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Neandertaler »

Bevor die BASF, Bayer, Roche, Nestlé und andere zugesperrt werden ist alles andere dran. Da werden sich viele dran gewöhnen müssen (ich glaube sogar, das vor BASF noch Daimler den Betrieb einstellen muß.)
Irgendwann innerhalb der nächsten Woche werden wohl Nägel mit Köpfen gemacht werden müssen und klare Prioritäten gesetzt. Irgendwie wird da so eine Reihenfolge heraus kommen:
9. Andere Formen der Energienutzung (auch zu schnelles Fahren auf der Autobahn, die Sache mit den Bitcoin usw.)
8. Freizeitbereich (inklusive dem im Kreis fahren mit dem Moped, Freizeitpark, Seilbahnen, Schwimmbäder, usw )
7. Dauerhafte Stromversorgung privat
6. Weitere Industrie
5. ÖPNV und Transport von exestenziellen Waren
4. Heizen (inklusive Holzwirtschaft)
3. Alles rund um die Verteidigung und Kommunikation
2. Exestenzielle Industrie
1. Exestenzielle Lebensmittel
0. Ohne Diskussion die Basis an Stromversorgung zum Betrieb von Heizungen, Krankenhäusern usw.

So etwas in die Richtung wird da heraus kommen. Zur Zeit sind wir an der Stelle angekommen, an der im Punk 9 über Einsparung beraten wird. Alleine die Bitcoin sollen nach einschlägigen Informationen so viel Energie weltweit brauchen wie die 5,8 Millionen Einwohner von Dänemark. In diesem Zusammenhang stellt sich dann ja auch die Frage, was diese "Währung" eigentlich für einen Sinn hat die so viel Energie gebraucht hat wie sie Wert ist. Das ist einfach seltsames Zeug und führt uns den verschwenderischen Umgang mit Energie gut vor.

Der Aufschrei wird, wie immer, von einigen hier groß sein, nur bringt der geilste Schitag mit leerem Magen alles, nur kein Vergnügen.
So wird sich der Freizeitbereich hinten anstellen müssen den hunger und kalt ist einfach was ganz anderes.
Weiter ist eine Eskalation des Konfliktes noch immer nicht auszuschließen und auf einmal wird so etwas wie der Verteidigungsfall ausgerufen. Spätestens dann steht alles, weil hier im Freizeitbereich als erstes das Personal abgezogen wird.
Zuletzt geändert von Neandertaler am 26.07.2022 - 08:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von GIFWilli59 »

Naja, Bitcoin Mining findet kaum in Europa statt...von daher kann man das vernachlässigen.
Das ist der Vorteil von den ohnehin recht hohen Strompreisen hier.
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Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Theo »

auch wenn du hier wiederholt mal wieder damit drohst es käme zu gewalttätigen Gegenreaktionen, soweit ich weiss trägt der Tourismus in der Schweiz gerade mal zu 5% zur Volkswirtschaft bei.
Die zweite deiner Aussagen ist totaler Quatsch, der Wert ist um ein vielfaches höher.
Die erste Aussage ist ebenfalls totaler Quatsch, denn ein landesweiter Stromausfall lässt sich auch durch Aktionen herbeiführen welche uns die
FFF-Freunde heute sonst schon bei jeder Gelegenheit als "gewaltloser Protest" bezeichnen. Anfangen dreinzuschlagen werden dann schon die anderen, da gebe ich dir jede Garantie drauf.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von j-d-s »

Neandertaler hat geschrieben: 26.07.2022 - 08:18 Bevor die BASF, Bayer, Roche, Nestlé und andere zugesperrt werden ist alles andere dran. Da werden sich viele dran gewöhnen müssen (ich glaube sogar, das vor BASF noch Daimler den Betrieb einstellen muß.)
Irgendwann innerhalb der nächsten Woche werden wohl Nägel mit Köpfen gemacht werden müssen und klare Prioritäten gesetzt. Irgendwie wird da so eine Reihenfolge heraus kommen:
9. Andere Formen der Energienutzung (auch zu schnelles Fahren auf der Autobahn, die Sache mit den Bitcoin usw.)
8. Freizeitbereich (inklusive dem im Kreis fahren mit dem Moped, Freizeitpark, Seilbahnen, Schwimmbäder, usw )
7. Dauerhafte Stromversorgung privat
6. Weitere Industrie
5. ÖPNV und Transport von exestenziellen Waren
4. Heizen (inklusive Holzwirtschaft)
3. Alles rund um die Verteidigung und Kommunikation
2. Exestenzielle Industrie
1. Exestenzielle Lebensmittel
0. Ohne Diskussion die Basis an Stromversorgung zum Betrieb von Heizungen, Krankenhäusern usw.

So etwas in die Richtung wird da heraus kommen. Zur Zeit sind wir an der Stelle angekommen, an der im Punk 9 über Einsparung beraten wird. Alleine die Bitcoin sollen nach einschlägigen Informationen so viel Energie weltweit brauchen wie die 5,8 Millionen Einwohner von Dänemark. In diesem Zusammenhang stellt sich dann ja auch die Frage, was diese "Währung" eigentlich für einen Sinn hat die so viel Energie gebraucht hat wie sie Wert ist. Das ist einfach seltsames Zeug und führt uns den verschwenderischen Umgang mit Energie gut vor.

Der Aufschrei wird, wie immer, von einigen hier groß sein, nur bringt der geilste Schitag mit leerem Magen alles, nur kein Vergnügen.
So wird sich der Freizeitbereich hinten anstellen müssen den hunger und kalt ist einfach was ganz anderes.
Weiter ist eine Eskalation des Konfliktes noch immer nicht auszuschließen und auf einmal wird so etwas wie der Verteidigungsfall ausgerufen. Spätestens dann steht alles, weil hier im Freizeitbereich als erstes das Personal abgezogen wird.
Ein netter umfangreicher Post, der leider in vielerlei Hinsicht zu kurz greift. Primär gibt es ein Problem mit der Gasversorgung (hier vor allem in D, A, CH), woraus dann ein Problem mit der Stromversorgung folgen kann (weil die Leute Heizlüfter nutzen, um nicht zu frieren). Ein Problem mit der Ölversorgung dagegen droht nicht (außer allenfalls in einzelnen Gegenden Ostdeutschlands, die von der Raffinerie Schwedt ihr Öl beziehen), weswegen alle Einspar-Forderungen hier alleine auf grüner Ideologie basieren (die wollten ja schon immer weniger Co2-Ausstoß), aber objektiv nicht nötig sind und auch niemandem was bringen.
Bitcoins werden in Europa sowieso nicht geschürft, weil hier der Strompreis zu teuer ist (und auch bisher war). Bitcoins schürft man nicht zum Spaß, sondern nur wenn die Erzeugungskosten (Strom+Hardware) niedriger sind als der Wert der geschürften Coins, aber das hat sich hier eh noch nie gelohnt und wird daher nicht praktiziert.

Was aber vor allem falsch ist: Die "Energiekrise" ist nicht weltweit und nichtmal europaweit. Die Lage ist in den jeweiligen Ländern stark unterschiedlich. Spanien, Portugal, Bulgarien, Griechenland und Süditalien (Norditalien müsste man nachsehen) haben auch bisher kein russisches Gas bezogen, sondern welches aus Nordafrika bzw. Aserbaidschan, und das fließt auch immer noch. Es kann auch nicht (jedenfalls nicht bald) bspw. nach D transportiert werden, weil es dazu weder Pipelines noch Gasverflüssigungsanlagen gibt (aus diesem Grund fand Spanien auch den EU-Plan, zu Einsparungen gezwungen zu werden, gar nicht lustig, weil davon keiner was hat).
Schweden und Norwegen wiederum nutzen bspw. gar kein oder nur sehr wenig russisches Gas (Norwegen exportiert ja selbst welches, das sie selbst abbauen) und nutzen sowieso immer fast ausschließlich Wasser- und Atomkraft zur Stromerzeugung.

Die Stromerzeugung wiederum ist sehr viel komplizierter je nach Region. Man kann Strom zwar technisch gesehen auch über längere Strecken transportieren, aber der Großteil der europäischen Netze ist dafür nicht ausgebaut (siehe Diskussionen um Stromtrassen von der Nordsee nach Bayern). Aus diesem Grund dürfte auch entgegen mancher Annahmen sowieso nicht massenhaft Strom aus Tirol nach Wien geleitet werden. In Bezug auf die Stromerzeugung an sich steht D übrigens gar nicht so schlecht da, weil D im Gegensatz zu Ö, CH und I typischerweise einen Überschuss an Strom erzeugt (mit der bösen bösen Kohle), also im Winter. Nur F steht da noch besser da, weil die Abhängigkeit von Gas noch geringer ist (und zudem - vor dem Krieg - zu 17% aus Russland stammte; zum Vergleich: D 55%, Ö 56%). Die angeblichen derzeitigen "Probleme" mit den Atomkraftwerken werden auch anders dargestellt: 12 Reaktoren werden "unplanmäßig" sicherheitsüberprüft, 17 sind planmäßig in Revision (und dürften da zum Winter rauskommen), 26 regulär in Betrieb. Dazu kommt, dass man nicht zu viel Strom ins Netz einspeisen darf (sonst wird es unsynchron und fällt aus), und da derzeit bspw. auch Solar- und Wasserkraft mehr Strom liefern als typischerweise im Winter, bei geringerem Strombedarf als im Winter, hat Frankreich gewissermaßen mehr Reaktoren als es nutzen kann.

Du siehst, Gas ist nicht gleich Gas, Strom ist nicht gleich Strom, beides kommt je nach Region von unterschiedlichen Quellen und kann nicht oder nur in begrenztem Umfang an andere Orte transportiert werden. Eine europaweit gleichartige Betroffenheit ist daher weder jetzt noch irgendwann in Zukunft realistisch.

In Bezug auf die "Abschaltreihenfolge", die du nanntest, muss man die Punkte weiter differenzieren. Ich befürchte zwar, dass man das im Ernstfall nicht umfassend machen wird und einfach mal wieder die Holzhammermethode anwendet, aber objektiv gesehen ist es nicht sinnvoll, zuerst Betriebe am Anfang einer Wertschöpfungskette (wie Seilbahnen) abzuschalten, sondern welche am Ende.
Zuletzt geändert von j-d-s am 26.07.2022 - 09:03, insgesamt 1-mal geändert.

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