Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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baeckerbursch
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von baeckerbursch »

Wie viele der Handwerker, Händler und sonstiges hängt sonst noch am Tourismus.....

Ist ja nicht nur das Hotel alleine.....

molotov
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von molotov »

Kris hat geschrieben: 06.06.2022 - 19:54 Vielleicht kennt es jemand noch nicht:
https://app.electricitymap.org/zone/DE

Finde ich sehr spannend. Nicht nur wird dargestellt wie viel Strom von einer Region/Land in eine andere fliesst (Pfeile zwischen Staaten klicken), sondern es wird bei Klick in eine Region in der vertikalen Infoleiste links angezeigt, über die Zeitachse:
* Energiemix
* Strompreis (mit Fotovoltaik bei überall Sonnen-Sommerwetter bekam man dem Chart nach in DE heute quasi Null Einspeisevergütung, wenn die Angaben so stimmen...).
* Strom Im- und Exporte
Wie kommst du denn auf die Einspeisevergütung? Ist für Kleinerzeuger ehh fest (derzeit ein Nachteil).
selbst Mittags haben wir noch über 150€/MWh ?
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Kris
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Kris »

molotov hat geschrieben: 27.07.2022 - 13:59
Kris hat geschrieben: 06.06.2022 - 19:54 Vielleicht kennt es jemand noch nicht:
https://app.electricitymap.org/zone/DE
[...]
* Strompreis (mit Fotovoltaik bei überall Sonnen-Sommerwetter bekam man dem Chart nach in DE heute quasi Null Einspeisevergütung, wenn die Angaben so stimmen...).
[...]
Wie kommst du denn auf die Einspeisevergütung? Ist für Kleinerzeuger ehh fest (derzeit ein Nachteil).
selbst Mittags haben wir noch über 150€/MWh ?
Weil der der im Chart angegebene Preis für die Hauptsonnenscheinzeit tatsächlich sehr nieder war im einstelligen Bereich für die MWh.
Im System von Angebot und Nachfrage von verderblicher Ware fallen die Preise am Spotmarkt schnell gegen Null, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt.
Den umgekehrten Fall gibt es ebenso, in Italien kostete die KWh gestern Mittag 650€, während in DE in der Haupsonnenzeit "nur" 180€.

Strompreishandel geschieht automatisiert. Stromanbieter stellen für jeden Zeittakt (15Min bis 60Min) ein minimales Strompreisangebot ein. Käufer reservieren sich diese Einheiten.
Solaranbieter beginnen idR quasi bei Null, da diese keine Marginalkosten haben, d.h. besser den Strom für 0,1ct/kWh Stunde zu verkaufen, als eventuell garnicht.

Reicht die Menge des angebotenen "Stroms" aus, d.h finden nicht alle Tranchen auch jeweils Abnehmer, so gibt es Strom (an der Quelle) eben quasi Gratis.

In Manchen Fällen passiert das offenbar bereits. Beachte aber, dass dies lediglich den Spotpreis betrifft, also Strom kurzfristig bis zum Folgetag. Solar und Wind können nur an diesen gehandelt werden aus naheliegenden Gründen, Atomstrom hingegen benötigt fixe Abnahmemengen auf längere Sicht, wozu der Future Handel dient.Die langfristigen "Futures" sind bereits Wochen bis Jahre zuvor fixiert worden. Wie hier die Aufteilung in Electricitymap ist, was hier Electricitymap genau anzeigt, weiss ich nicht. Das steht leider nicht dabei....

Ist die Nachfrage hingegen größer, als das Angebot zum zunächst niedrigsten Grenzkostenpreis (d.h. nur Variable Kosten werden verlangt), so werden sukzessive teurere Angebote dazu-genommen, bis hinauf zu Gaskraftwerken.
Die teuerste Tranche, die gerade noch nötig ist, um den Bedarf abzudecken, bestimmt dann den Preis für alle, die in dem gleichen Zeitslot angeboten haben!
--> https://www.next-kraftwerke.de/wissen/merit-order

Weiss ein Gaskraftwerkler, dass morgen für Ort X weder Solar noch Wind angeboten werden können, so dreht der halt an der Preisspirale. Und zwar so hoch, bis ein anderer aus der Ferne Y die Energiemenge zum Ort X zu einem günstigeren Preis liefern kann.

Hier zeit der Kapitalismus seine miese Fratze, denn 1.) auf Strom kann man nicht kurzfristig verzichten 2.) Stromleitungen sind(sehr) begrenzt, d.h. Billigmacher aus der Ferne können den Preis kaum nach unten hin nivellieren. Deshalb kostet der "Strom" in Italien eben 650€/MWh, und in DE nur 180€/MWh.

In ähnlicher Weise war es in der Vergangenheit oft so, dass Anbieter von Windenergie diesen zu Schleuderpreisen auch im Österreichischen Netz angeboten und verkauft haben. Allerdings gibt es in DE bekanntermaßen nicht genügend Leitungskapazität auf der Nord-Südachse. Was macht der gebildete Speku^b^b^bMarttteilnehmer? Er reserviert sich rechtzeitig eine alternative "Stromschiene" in den Süden, und zwar lief das dann über Polen und Tschechien einen Umweg bis nach AT. Der kann ja für den Stromtransport alleine so viel bezahlen, dass der Abnahmerpreis in AT gerade noch ein wenig günstiger ist, als in AT hergestellter. Minimale Gewinnspannen können so genutzt werden.
Abgesehen davon, dass bei grossen Entfernungen Leitungsverluste substantiell werden (was dem "Marktteilnehmer" ja egal ist- er kaufte ja zuvor Windenergie quasi kostenlos) hat das die Netzstabilität der Polnischen und Tschechischen Eigennetze derart belastet, dass diese Umwege explizit gekappt wurden. Was wg. "Freier Marktzugangsregeln" so trivial nicht gewesen sein wird.

Offenbar funktionieren Strombörsen so lange gut, wie sich Angebot und Nachfrage ungefähr die Waage halten. Dann kann die gestellte Stromliquidität (Börse=Anbieter und Käufer effizient zusammenführen) zu mehr Effizienz und ein wenig günstigeren Preisen führen.

Aber wehe, eine der zwei Seiten hat ein Problem. Dann wird dir Preisfindung zusehends irrational, vom Geiste jener von Kryptowährungen nicht unähnlich ....

Beachte, dass Strom-futures nicht nur zur Preisabsicherung dienen ("Skigebietsbetreiber kauft soundosviel Energie für Zeitspanne xyz), sondern auch zum Handeln dieser Futures hin und her. Ähnlich wie bei Aktien die ausgebende AG ja nur den Ausgabepreis bekommt, danach aber an in die Höhe getriebener Kursen (quasi) nicht partizipieren kann, sondern nur mehr die Zwischenhändler. Ist beim Strom ähnlich, mit dem Unterschied aber, dass hier den resultierende Preis immer irgendwann ein Endabnehmer zu zahlen hat. Das spüren wir soeben.


Ooops, so viel Text- nobody reads anyway...
Zuletzt geändert von Kris am 27.07.2022 - 17:01, insgesamt 1-mal geändert.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
molotov
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von molotov »

Ich weiß wie der Strommarkt ungefähr funktioniert, aber ich hab die Nullpreise (dieses Jahr) trotzdem nicht gefunden, am Jahresanfang gabs dank Wind solche Preise am Spotmarkt häufiger, genau wie letzten Sommer auch tagsüber.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Tyrolens »

Österreich will ja nun den Strompreis deckeln. Wie das funktionieren soll, weiß noch keiner. Aber bei Energieversorgern im vollen Landeseigentum ist das doch so denkbar, dass die zwar teuren Strom an den Börsen einkaufen, aber auch ihren eigenen produzierten Strom teuer wieder verkaufen. Für die ist das ein Nullsummenspiel, für den Kunden hingegen nicht. Außer es wird eben gedeckelt.

Tirol hat zb ein Regelarbeitsvermögen von 6.790 GWh. Damit ist der Tiroler Strombedarf eigentlich gut gedeckt.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von molotov »

Strompreisdeckelung ist irgendwie echt nicht schlau, besser ein halbwegs gerechtes Stufenbudget für Rückerstattungen durch den Staat in Abhängigkeit der sozialen und ökonomischen Situation:
1Pers. HH und Netto Einkommen unter x bekommt 300ERstattung
1Pers HH und Netto über x bekommt 200€
2Personen Haushalt Netto Einkommen unter a bekommt bekommt 500
2Personen Haushalt Netto Einkommen über a bekommt bekommt 300
Das reizt doch viel mehr zum Sparen an...
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Neandertaler »

baeckerbursch hat geschrieben: 27.07.2022 - 12:54 Wie viele der Handwerker, Händler und sonstiges hängt sonst noch am Tourismus.....

Ist ja nicht nur das Hotel alleine.....
Weiß ich auch das der eine meist an dem anderen hängt. Die in dieser Statistik angeführten Zahlen stimmen mich auch recht nachdenklich. Ich kann mir eigentlich dies nur damit erklären, das Saisonkräfte hier nicht aufscheinen und nur die Bevölkerung mit Hauptwohnsitz in Tirol erfasst ist. Was ja dann die ganze Sache noch absurder erscheinen lässt. Wenn die verbreiteten zahlen von 100000 und mehr stimmen sollte kommen dann 60000 nicht aus Österreich? Wie rechtfertigt es sich dann noch, der Tourismus ist der Motor? Ein Motor mit Fremdantrieb? Bei wem in Tirol bleibt die Wertschöpfung dann hängen? Allesamt sehr seltsam.
turms hat geschrieben: 27.07.2022 - 12:14
nein sicher bin ich nicht. Das ist einfach meine Meinung. Ich habe nicht sooo viel oder tief recherchiert. Aber z.b. hier sieht es ganz anders aus
https://www.tirolwerbung.at/tiroler-tou ... -tourismus.
Allgemeines (und aus eigene Erfahrung, allerdings nicht in Österreich), die Auswirkungen von z.b. geschlossenen Bergbahnen (und d.h. null Tourismus bzw Touristen) werden das ganzes Land beeinflussen. Aber eigentlich ich weiß nicht wie stark Tirols Wirtschaft oder Vorarlbergs etc von Tourismus abhängig ist.
Bezüglich die Frage mit der Wohnung....nein, eine kalte Wohnung und die Lifte laufen ist nicht akzeptable, aber eine Warme Wohnung und kein Geld die Heizung zu bezahlen ist auch nicht die Lösung.
Eigentlich ist eine echt beschis**** Situation....
Ja nun, mach ich niemanden einen Vorwurf draus, nicht alle Zahlen zu kennen. Ich habe auch erst nachschauen müssen. Gestolpert bin ich über diese erstaunliche Statistiken bei der Recherche über Jenbach. An dieser Stelle mach ich jetzt weiter.
Arbeiterquartiere z.B. in Tirol sind die Ortschaften Jenbach, Wattens und Telfs. Hier sind große Industriebetriebe beheimatet die wären die Jenbacher Werke, Swarovski und Liebherr. Die Jenbacher Werke allein haben z.B. 1500 Arbeitsplätze, da ist der halbe Ort beschäftigt und, angesehen vom Bahnhof (Zillertal- und Achenseebahn), keinerlei Tourismus. Ein weiterer großer Arbeitgeber dort ist dann noch das Binder Holzwerk. All jene, die dort arbeiten haben vom Touristiker einigermaßen die Schnauze voll, für die schreit keine lokale Lobby, die arbeiten nach Löhnen, die sich im Weltmarkt behaupten müssen, haben im privaten Leben aber die Spesen, die ein Tourist im Urlaub hat. Ist im Grunde genommen schon keine gute Kombination. Wenn jetzt dazu der Arbeiter mit dem Dreck unter den Fingernägeln in der ausgekühlten Wohnung seinen Boss im Fernseher in Kitzbühel die Piste hinunter wedeln sieht, will ich nicht wissen, was dann im Kopf von mach Menschen los ist.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von kaldini »

und wenn du von Jenbach gen Kufstein weitergehst, hast du in Kundl und Schaftenau die Novartis (circa 5000 Mitarbeiter), Lindner Traktoren mit ein paar Hundert und dann gen Kufstein Bodner Bau und noch ein paar andere Baufirmen. Auch im Zillertal gibt es mit Binderholz, Empl und Riederfenster/-bau auch einige größere Unternehmen.

Und nicht vergessen: alle diese Unternehmen müssen Abgaben für den Tourismus zahlen!

Im Tiroler Oberland und dort vor allem in den Nebentälern gibts halt vor allem Tourismus. Tirolweit kann ich mir die 40.000 bis 50.000 Personen, die im Tourismus arbeiten, schon vorstellen. So viele Leute brauchen Hotels ja auch nicht. Wenn man die ganzen indirekten großzügig reinrechnet, kommt man natürlich auf viel größere Zahlen.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von j-d-s »

Rennstier hat geschrieben: 26.07.2022 - 14:27
jens.f hat geschrieben: 26.07.2022 - 12:19 Und da würden die Atomkraftwerke helfen - jede kWh aus Atomstrom spart Gas, das wir sonst verstromen müssten - und damit würde mehr Gas für die Wärmeversorgung zu verfügung stehen...
Wir müssen aktuell nur Gas verstromen, weil die Hälfte der französischen Atomkraftwerke nicht einsatzbereit sind und sonst in Frankreich das tolle Atomstromnetz zusammenbrechen würde. Frankreich hat den Ausbau der Erneuerbaren durch die Subventionierung des Atomstroms komplett verpennt und hat jetzt ein riesiges Problem im kommenden Winter die Stromversorgung überhaupt irgendwie aufrechtzuerhalten.
Das ist Fake News. Ich habe weiter oben gepostet, dass 12 der 56 Reaktoren Frankreichs ungeplant nicht betreibbar sind, alle anderen sind ungefähr zur Hälfte in Betrieb bzw. in planmäßigen Wartungen (die man eben aus gutem Grund im Sommer durchführt).

Und vor allem: Schau dir mal das hier (https://app.electricitymaps.com/zone/FR) an. F importiert netto 10% seines Stroms, und erzeugt 9% mit Gas (welches aber nur zu 17% oder weniger aus Russland stammt, 17% war vor dem Krieg), also sinds insgesamt 19% "ungünstiger" Stromerzeugung (Wasser-, Wind- und Solarstrom gibts eben, wenn es ihn gibt).

Aber hier kommt der Punkt: Man kann gar kein Stromnetz mit 90% Atomkraft betreiben (was auch F nie gemacht hat), weil Atomkraftwerke (in F) nur als Mittellastkraftwerke, nicht als Spitzenlastkraftwerke betrieben werden können. Gaskraftwerke (und Stromimporte) sind also immer nötig, damit das Netz nicht zu viel Strom hat (dann bricht es nämlich auch zusammen), denn die kann man sehr schnell hoch- und runterfahren, was bei Atomkraftwerken prinzipbedingt nicht geht.

Von daher: F hat so dermaßen hohe Kapazitäten beim Atomstrom, dass sie schlichtweg nicht wirklich mehr brauchen, als sie derzeit erzeugen. Übrigens können sie - bspw. im Winter - auch nicht unbegrenzt Strom exportieren, weil Leitungen nur eine gewisse Kapazität haben.

Danke für den Link bzgl. der Stromtrassen in Ö. So wie es aussieht, gibt es gar keine größeren Kapazitäten, um Strom vom Westen nach Salzburg (Stadt), Wien, Graz usw. zu transportieren. Leider ist aber trotzdem die Gefahr, dass man in typischer Manier über alle gleichermaßen rüberfährt ("wenn in Wien die Lichter ausgehen, darf man in Tirol nicht Ski fahren"), selbst wenn man durch den in Tirol gesparten Strom Wien nicht helfen kann, weil er da nicht hinkommt.

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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Neandertaler »

kaldini hat geschrieben: 27.07.2022 - 19:04 und wenn du von Jenbach gen Kufstein weitergehst, hast du in Kundl und Schaftenau die Novartis (circa 5000 Mitarbeiter), Lindner Traktoren mit ein paar Hundert und dann gen Kufstein Bodner Bau und noch ein paar andere Baufirmen. Auch im Zillertal gibt es mit Binderholz, Empl und Riederfenster/-bau auch einige größere Unternehmen.

Und nicht vergessen: alle diese Unternehmen müssen Abgaben für den Tourismus zahlen!

Im Tiroler Oberland und dort vor allem in den Nebentälern gibts halt vor allem Tourismus. Tirolweit kann ich mir die 40.000 bis 50.000 Personen, die im Tourismus arbeiten, schon vorstellen. So viele Leute brauchen Hotels ja auch nicht. Wenn man die ganzen indirekten großzügig reinrechnet, kommt man natürlich auf viel größere Zahlen.
Novartis, ich wusste das ich einen von den großen vergessen habe.
Dank für's füllen der Erinnerungslücke.

Und dann empl, Schamesrote in mein Gesicht. Hoch spezialisierte Fachfirma für Feuerwehrfahrzeuge. Wird im Ernstfall als letztes den Strom abgedreht bekommen, dessen Produktion gehört zur exestenziellen Grundausstattung jeder menschlichen Siedlung.

Im Zillertal ist der Übergang aber eher fließend, da lässt sich nicht genau sagen wer von wem profitiert. Oder wer wen behindert.
Jenbach ist eben der Ort, den ich näher kenne und daher auch besser beschreiben kann. Es gibt ja auch noch weitere energieintensive Firmen in Tirol wie die Gießerei in Hall (Tiroler Rohre? bin mir nicht ganz sicher), das Werk von Donau Chemie in Landeck usw. Ist erheblich mehr wie der Schiurlauber und Sommerfrischler auf dem Schirm hat, nicht alle jodeln als Almsepp durch die Berge, arbeiten am Lift, sind Skilehrer oder verkaufen überteuerten Schnaps. Eher weniger.
Über diese Tiroler in den Fabriken will eben so mancher einer wie Hörl einfach drüber fahren, die Marketing gerechte Märchenkulisse des perfekten Bergidylls muss erhalten bleiben.....

Oder eben auch nicht.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von scratch »

molotov hat geschrieben: 27.07.2022 - 06:29 was meinst du?
Wenn ich die Charts richtig interpretiere, dann gibt es ja doch einige Zeiten, zu denen in D Strom exportiert wird und trotzdem sind da Gaskraftwerke am laufen.
Und da würden mich die Zusammenhänge interessieren, warum das so ist. Ich ging nämlich davon aus, dass die Gaskraftwerke vor allem die Spitzenlasten abdecken und jetzt wegen Gasmangel nur betrieben werden, wenn es wirklich notwendig ist. Wenn man nur die Charts ansieht, schaut es nicht so aus.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Neandertaler »

Es wird jetzt nachgedacht, was und wie.
...
Die Bundesnetzagentur plant anhand dieser Daten unter anderem mit folgenden Kriterien die Gaszuteilung zu priorisieren:

-Dringlichkeit, abhängig von der Ausprägung der Gasmangelsituation

-Größe der Anlage

-Vorlaufzeiten für das Herunterfahren von Produktionsanlagen oder die Anpassung von Produktionsketten

-Erwartbare Wirtschafts- und Umweltschäden und die Bedeutung für die Allgemeinversorgung

-Kosten und Dauer der Wiederinbetriebnahme

-Anteil des lebenswichtigen Bedarfs an Gas (bezogen auf den Gesamtverbrauch)

Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), hält die Datenaufarbeitung der Bundesnetzagentur für sinnvoll: "Da muss es dann immer um Systemrelevanz gehen. Das heißt für die Gesellschaft wichtige Produkte, wie Lebensmittel, Pharmaprodukte und was zum Leben wichtig ist. Luxus- und Sportartikel oder der Tourismus, das sind Dinge, die dann auch mal warten können."
...
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von molotov »

scratch hat geschrieben: 27.07.2022 - 20:07
molotov hat geschrieben: 27.07.2022 - 06:29 was meinst du?
Wenn ich die Charts richtig interpretiere, dann gibt es ja doch einige Zeiten, zu denen in D Strom exportiert wird und trotzdem sind da Gaskraftwerke am laufen.
Und da würden mich die Zusammenhänge interessieren, warum das so ist. Ich ging nämlich davon aus, dass die Gaskraftwerke vor allem die Spitzenlasten abdecken und jetzt wegen Gasmangel nur betrieben werden, wenn es wirklich notwendig ist. Wenn man nur die Charts ansieht, schaut es nicht so aus.
das ist momentan dem stromhunger in Frankreich geschuldet und solange es keinen Zwang gibt wird gemacht was Geld bringt und das ist eben momentan Strom aus Gas
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von molotov »

Bei uns geht man davon aus, dass es zwei stufen geben wird 30% Einsparung und 50% als zweite, so jetzt kommt der kracher: wir haben uralte hallen und Gebäude (gemietet) und der Anteil an heizwärme ist fast 60%,sprich ohne heizen können wir einfach weiterproduzieren wenn vorprodukte da sind. 30% holen wir vielleicht schon wenn alle wieder im homeoffice sind.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von j-d-s »

Neandertaler hat geschrieben: 27.07.2022 - 21:20 Es wird jetzt nachgedacht, was und wie.
...
Die Bundesnetzagentur plant anhand dieser Daten unter anderem mit folgenden Kriterien die Gaszuteilung zu priorisieren:

-Dringlichkeit, abhängig von der Ausprägung der Gasmangelsituation

-Größe der Anlage

-Vorlaufzeiten für das Herunterfahren von Produktionsanlagen oder die Anpassung von Produktionsketten

-Erwartbare Wirtschafts- und Umweltschäden und die Bedeutung für die Allgemeinversorgung

-Kosten und Dauer der Wiederinbetriebnahme

-Anteil des lebenswichtigen Bedarfs an Gas (bezogen auf den Gesamtverbrauch)

Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), hält die Datenaufarbeitung der Bundesnetzagentur für sinnvoll: "Da muss es dann immer um Systemrelevanz gehen. Das heißt für die Gesellschaft wichtige Produkte, wie Lebensmittel, Pharmaprodukte und was zum Leben wichtig ist. Luxus- und Sportartikel oder der Tourismus, das sind Dinge, die dann auch mal warten können."
...
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ga ... n-101.html
Ich hab ja gesagt, dass man wieder in bekannte Denkmuster zurückfällt und einfach "unnötige" Bereiche schließt wie aus den Lockdowns bekannt. Dass das am Ende kaum was bringt, vor allem wenn man zuerst am Ende der Kette schließt statt am Anfang, ist aber auch klar.

Das wird man auch (so wie bei den Ausgangssperren) damit begründen, dass es auch anders nicht umsetzbar ist. Gas- und Stromnetze geben es nämlich sowieso nicht her, Verbraucher zum Sparen zu zwingen, weil man technisch nicht rationieren kann (es geht nur ganz aus oder ganz an). Und genauso wie aus den Lockdowns bekannt, erklärt man die Industrie für systemrelevant, Krankenhäuser sowieso (die sind ohnehin inzwischen zu einer Art Zentrum der Gesellschaft erklärt worden, quasi das höchste Gut aller Menschen, dem alles unterzuordnen ist) und Homeoffice hat man auch schon vorgeschlagen. Denn auch hier, die Leute müssen dann zwar die Wohnungen vielleicht stärker heizen, aber das müssen sie eh, und kontrollieren kann man den Umfang des Heizens Privater nicht. Aber die Schließung von Büros, Geschäften und Freizeiteinrichtungen kann man kontrollieren.

Allerdings ist auch damit zu rechnen, dass solche Extrem-Maßnahmen vor allem in Ländern wie D und Ö kommen (auch mit solchen Begründungen "wir wissen ja nicht, wie lange es kalt bleiben wird"), während die Länder mit besserer Stromerzeugungskapazität und weniger Gasabhängigkeit von Russland trotz der EU-Forderungen nach "Solidarität" sich dem Energielockdown nicht anschließen werden. Und man wird in D dagegen hetzen und verschweigen, dass die Energie aus diesen Ländern gar nicht oder nur in geringem Umfang nach D transportiert werden kann und somit von einem "Solidaritäts-Energielockdown" niemand was hätte.

Eine ganz umfangreiche Aufschlüsselung der Gasversorgung mit Pipelines und diversen Daten gibts hier: https://www.gie.eu/wp-content/uploads/f ... _clean.pdf
Da sieht man dann, dass Spanien bspw. gar nicht von Russland abhängig ist, Frankreich nur minimal. Spanien ist auch weit vorne bei LNG-Terminals (die haben da sogar mehr Kapazität als D an Pipelinekapazität aus Russland), dann kommt F und mit größerem Abstand I (alle drei importieren aber auch viel Gas aus Nordafrika, Italien zudem von Aserbaidschan, Frankreich aus Norwegen). D dagegen hat gar keine LNG-Terminals.

Außerdem kann man sehen, dass die Transportkapazitäten nach F->D (gemessen am Verbrauch) recht gering sind, I->Ö dagegen relativ groß, aber das ist eigentlich eher Ö->I für russisches Gas. Tirol und Vorarlberg werden aus D versorgt.
Interessant auch der gesamte Gasverbrauch (Spitzenlast/Mio. Einwohner in GWh/d)
D: 72,2 (bisher 55% russisches Gas)
I: 69,3 (bisher 44% russisches Gas)
Ö: 58,5 (bisher 56% russisches Gas)
F: 43,3 (bisher 17% russisches Gas)
CH: 25,1 (bisher 47% russisches Gas)

Die Schweiz hat allerdings keinerlei Gasspeicher, wenige Pipelines, und erzeugt im Winter viel zu wenig Strom. Italien ist ebenfalls stark auf Stromimporte angewiesen. Deutschland ist zwar in der Stromerzeugung (an sich) relativ gut aufgestellt, aber sehr von Russland abhängig beim Gas und einen riesigen Verbrauch.
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von skifam »

C.Kemfert...OGOTTOGOTT
wenigstens hat der DIHK sofort substantiiert im Gegensatz zu ihrem üblichen oberflächlichen totalitärem Salm widersprochen und wurde in der TS auch zitiert.
MagnumPISkifam:

"Ein Leben ohne Skifoan ist zwar möglich, aber sinnlos."
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2019/20 mir war 7 bis 15Tage danach ziemlich coronerich...: :naja: WolkensteinSelva,Val diFassa, Arabba, Corvara, St.Christina, FlimsLaaxFalera, Klinovec, Stubaital
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2017/18 Stubaital, Klinovec,Klinovec,Klinovec (skiline 15957hm pro Tag alltimerecord)
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2015/2016 Zermatt, Kandel(ohneSchwarzmoos)

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Tyrolens
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Tyrolens »

Neandertaler hat geschrieben: 27.07.2022 - 19:48 Es gibt ja auch noch weitere energieintensive Firmen in Tirol wie die Gießerei in Hall (Tiroler Rohre? bin mir nicht ganz sicher)
Die Firma heißt tatsächlich Tiroler Rohre und ist sehr sehr erfolgreich.

https://trm.at/


Einen der größten hast Du noch vergessen. ;)

Die Plansee Werke, IGO Industries und oft vergessen: MED-EL. Die beschäftigen alleine in Innsbruck 1.800 Menschen.

Alles Firmen, die enorme Umsätze erwirtschaften.


Die Bergbahnen Ischgl/Samnaun dürften ca. so viele Mitarbeiter wie Handl Speck haben.

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turms
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von turms »

Neandertaler hat geschrieben: 27.07.2022 - 18:16
baeckerbursch hat geschrieben: 27.07.2022 - 12:54 Wie viele der Handwerker, Händler und sonstiges hängt sonst noch am Tourismus.....

Ist ja nicht nur das Hotel alleine.....
Weiß ich auch das der eine meist an dem anderen hängt. Die in dieser Statistik angeführten Zahlen stimmen mich auch recht nachdenklich. Ich kann mir eigentlich dies nur damit erklären, das Saisonkräfte hier nicht aufscheinen und nur die Bevölkerung mit Hauptwohnsitz in Tirol erfasst ist. Was ja dann die ganze Sache noch absurder erscheinen lässt. Wenn die verbreiteten zahlen von 100000 und mehr stimmen sollte kommen dann 60000 nicht aus Österreich? Wie rechtfertigt es sich dann noch, der Tourismus ist der Motor? Ein Motor mit Fremdantrieb? Bei wem in Tirol bleibt die Wertschöpfung dann hängen? Allesamt sehr seltsam.
turms hat geschrieben: 27.07.2022 - 12:14
nein sicher bin ich nicht. Das ist einfach meine Meinung. Ich habe nicht sooo viel oder tief recherchiert. Aber z.b. hier sieht es ganz anders aus
https://www.tirolwerbung.at/tiroler-tou ... -tourismus.
Allgemeines (und aus eigene Erfahrung, allerdings nicht in Österreich), die Auswirkungen von z.b. geschlossenen Bergbahnen (und d.h. null Tourismus bzw Touristen) werden das ganzes Land beeinflussen. Aber eigentlich ich weiß nicht wie stark Tirols Wirtschaft oder Vorarlbergs etc von Tourismus abhängig ist.
Bezüglich die Frage mit der Wohnung....nein, eine kalte Wohnung und die Lifte laufen ist nicht akzeptable, aber eine Warme Wohnung und kein Geld die Heizung zu bezahlen ist auch nicht die Lösung.
Eigentlich ist eine echt beschis**** Situation....
Ja nun, mach ich niemanden einen Vorwurf draus, nicht alle Zahlen zu kennen. Ich habe auch erst nachschauen müssen. Gestolpert bin ich über diese erstaunliche Statistiken bei der Recherche über Jenbach. An dieser Stelle mach ich jetzt weiter.
Arbeiterquartiere z.B. in Tirol sind die Ortschaften Jenbach, Wattens und Telfs. Hier sind große Industriebetriebe beheimatet die wären die Jenbacher Werke, Swarovski und Liebherr. Die Jenbacher Werke allein haben z.B. 1500 Arbeitsplätze, da ist der halbe Ort beschäftigt und, angesehen vom Bahnhof (Zillertal- und Achenseebahn), keinerlei Tourismus. Ein weiterer großer Arbeitgeber dort ist dann noch das Binder Holzwerk. All jene, die dort arbeiten haben vom Touristiker einigermaßen die Schnauze voll, für die schreit keine lokale Lobby, die arbeiten nach Löhnen, die sich im Weltmarkt behaupten müssen, haben im privaten Leben aber die Spesen, die ein Tourist im Urlaub hat. Ist im Grunde genommen schon keine gute Kombination. Wenn jetzt dazu der Arbeiter mit dem Dreck unter den Fingernägeln in der ausgekühlten Wohnung seinen Boss im Fernseher in Kitzbühel die Piste hinunter wedeln sieht, will ich nicht wissen, was dann im Kopf von mach Menschen los ist.
ja richtig.
Meine Bemerkung hat zu tun mit der Frage wie zb diese Firmen von Tourismus abhängig sind.
z.B. Swarovski hat viel mit Tourismus zu tun. Die Jenbacher Werke wahrscheinlich nicht. (oder?)
Wie ich geschrieben habe, aus eigene Erfahrungen, es gibt Orten (nicht in AUT) wo wenn die Touristen weg sind (wie zB in der Coronazeit) alles war kaputt. Weil fast alles direkt oder indirekt mit dem Tourismus zu tun hat . Ob das für Tirol gilt , bin ich nicht sicher. Ich wohne nicht dort (leider) und ich habe keine Zeit bzw Mühe alles zu recherchieren.
Wie du die Situation beschreibst hat, ich glaube Tirol ist nicht soooo viel vom Tourismus abhängig.
Heimat ist wo das Herz ist

Nur ein Snowboarder kennt dieses Feeling. Und wenn du es einmal selbst gefühlt hast, ist es unmöglich, nicht mehr zu wollen. Es macht so süchtig, dass es eigentlich illegal sein sollte, aber das ist es nicht und deshalb machen sie so gute Snowboards, dass du nach dem Fahren darauf alles verkaufen und in die Berge ziehen willst, weil ein Mann ein Gleichgewicht in seinem Leben haben muss, und dieses Gleichgewicht sollte 80% Snowboarden und 20% Arbeit sein.
Es sei denn natürlich, es schneit sehr stark, in diesem Fall ist es 100% Einsatz - jeder sagt, wenn du erfolgreich sein willst, musst du dich einsetzen - für den Spaß am Fahren mit deinen Brüdern.
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Tyrolens
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Tyrolens »

Es geht doch um die Relationen.

Wenn wir uns zb die Bruttowertschöpfung ansehen, so kommen in Tirol 21% aus Innsbruck Stadt, 18% Innsbruck Land und 17% aus Kufstein.
Alleine die Bereiche Pharma und Maschinenbau erwirtschaften schon fast so viel Erlös und Ertrag wie die Bereiche Gastronomie und Beherbergung.

Wir wissen doch, dass es in Lahnenberg erst so richtig aufwärts ging, als Sattmann dort seine Schneekanonenfabrik eröffnet hat. :mrgreen:
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von jens.f »

Was man natürlich auch noch machen könnte hinsichtlich der Skigebiete:
Man könnte natürlich auch eine Abmachung treffen, das Schneekanonen nur dann in Betrieb genommen werden, wenn ein Strom-Überschuss besteht.
Ich weiß jetzt nicht, wie der Anteil vom Stromverbrauch der Schneekanonen in Relationen zu den Liften ist - aber wäre vielleicht ein Kompromiss
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Nocki »

Der Arber mit seiner Solaranlage (mit der man zumindest einen Teil der Anlagen betreiben können müsste :wink: ) lacht sich ins Fäustchen... :wink:
Viele Grüße vom DM-und Girak-fan :ja: :wink:
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von molotov »

jens.f hat geschrieben: 28.07.2022 - 11:08 Was man natürlich auch noch machen könnte hinsichtlich der Skigebiete:
Man könnte natürlich auch eine Abmachung treffen, das Schneekanonen nur dann in Betrieb genommen werden, wenn ein Strom-Überschuss besteht.
Ich weiß jetzt nicht, wie der Anteil vom Stromverbrauch der Schneekanonen in Relationen zu den Liften ist - aber wäre vielleicht ein Kompromiss
Also wenns stürmt ;) Wir haben doch schon jetzt keine Überproduktion mehr, da müssten schon die 2021 abgeschalteten AKWs wieder hochgefahren werden ;) Wurde jetzt ja vom TÜV mal in den Raum geworfen...
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jens.f
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von jens.f »

molotov hat geschrieben: 28.07.2022 - 12:14 Also wenns stürmt ;) Wir haben doch schon jetzt keine Überproduktion mehr, da müssten schon die 2021 abgeschalteten AKWs wieder hochgefahren werden ;) Wurde jetzt ja vom TÜV mal in den Raum geworfen...
Also, zumindest in Deutschland haben wir eine gewaltige Überproduktion - wobei das natürlich keine "richtige" Überproduktion ist, da würde das Netz ja zusammenbrechen, sondern eine gezielte Abschaltung von Anlagen bzw. ein Verschenken ins Ausland
Siehe z.B:
https://web.de/magazine/panorama/geiste ... n-34067732
Zitat:
Aber: 3,23 tWh traten im Zeitraum von Januar bis März ihren Weg ins Stromnetz überhaupt nicht an.

Dazu kommt noch, das wir sogar öfter Strom ins Ausland verschenken:
https://www.bz-berlin.de/deutschland/de ... erbraucher
Zitat:
Bis zu einer halbe Milliarde Euro kosteten die Verbraucher die Strom-Geschenke der Regierung an EU-Staaten wie Österreich, Polen oder die Niederlande.
Sie werden fällig, wenn die Netze zum Beispiel in Sturmperioden überlastet sind und der Strom zum Nulltarif oder sogar mit Zuzahlung („Negativ-Preise“) ins Ausland „verklappt“ werden muss.
Absurd: Gleichzeitig erhielten Besitzer von Windkraftanlagen im Jahr 2020 insgesamt 761 Millionen Euro an Erstattungen für Strom, den sie weder produziert noch geliefert hatten („Phantom-Strom“).


Also: Es gibt eine gewaltige Überproduktion (bzw. Produktionspotential), wo dann Anlagen abgeregelt werden müssen.

Natürlich ist das ganze nicht ganz so trivial wie es auf den ersten Blick scheint - oft sind es gar nicht die Abnehmer die Fehlen, sondern die fehlenden Netze, die den Transport des Stroms verhindern.

Ich weiß nun natürlich nicht, wie es in Österreich ist - aber ich bin mir sicher, das es auch hier Phasen gibt, wo Anlagen abgeregelt werden müssen - ob aber jetzt die Netze in Österreich besser aufgestellt sind als in Deutschland, entzieht sich meiner Kenntnis
Bevor es aber pauschale Verbote gibt, sollte man wenigstens Prüfen, ob es nicht möglich ist, eben z.B. Schneekanonen nur mit Überkapazitäten zu betreiben
molotov
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von molotov »

jens.f hat geschrieben: 28.07.2022 - 18:19
molotov hat geschrieben: 28.07.2022 - 12:14 Also wenns stürmt ;) Wir haben doch schon jetzt keine Überproduktion mehr, da müssten schon die 2021 abgeschalteten AKWs wieder hochgefahren werden ;) Wurde jetzt ja vom TÜV mal in den Raum geworfen...
Also, zumindest in Deutschland haben wir eine gewaltige Überproduktion - wobei das natürlich keine "richtige" Überproduktion ist, da würde das Netz ja zusammenbrechen, sondern eine gezielte Abschaltung von Anlagen bzw. ein Verschenken ins Ausland
Siehe z.B:
https://web.de/magazine/panorama/geiste ... n-34067732
Zitat:
Aber: 3,23 tWh traten im Zeitraum von Januar bis März ihren Weg ins Stromnetz überhaupt nicht an.

Dazu kommt noch, das wir sogar öfter Strom ins Ausland verschenken:
https://www.bz-berlin.de/deutschland/de ... erbraucher
Zitat:
Bis zu einer halbe Milliarde Euro kosteten die Verbraucher die Strom-Geschenke der Regierung an EU-Staaten wie Österreich, Polen oder die Niederlande.
Sie werden fällig, wenn die Netze zum Beispiel in Sturmperioden überlastet sind und der Strom zum Nulltarif oder sogar mit Zuzahlung („Negativ-Preise“) ins Ausland „verklappt“ werden muss.
Absurd: Gleichzeitig erhielten Besitzer von Windkraftanlagen im Jahr 2020 insgesamt 761 Millionen Euro an Erstattungen für Strom, den sie weder produziert noch geliefert hatten („Phantom-Strom“).


Also: Es gibt eine gewaltige Überproduktion (bzw. Produktionspotential), wo dann Anlagen abgeregelt werden müssen.

Natürlich ist das ganze nicht ganz so trivial wie es auf den ersten Blick scheint - oft sind es gar nicht die Abnehmer die Fehlen, sondern die fehlenden Netze, die den Transport des Stroms verhindern.

Ich weiß nun natürlich nicht, wie es in Österreich ist - aber ich bin mir sicher, das es auch hier Phasen gibt, wo Anlagen abgeregelt werden müssen - ob aber jetzt die Netze in Österreich besser aufgestellt sind als in Deutschland, entzieht sich meiner Kenntnis
Bevor es aber pauschale Verbote gibt, sollte man wenigstens Prüfen, ob es nicht möglich ist, eben z.B. Schneekanonen nur mit Überkapazitäten zu betreiben
guten morgen im jahr 2022 😏
klar war das letztes jahr so aber such dieses jahr mal nen Tag wo es keine Einspeisevergütung gab, ganz im Januar bei viel Wind eventuell noch, ansonsten wirst da nicht mehr viel finden. spotmarktpreis = hoch = keine Überproduktion
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Re: Bei Stromkrise im kommender Winter: Stillegung für Saunas und Seilbahnen?

Beitrag von Kris »

In einem dynamischen Marktumfeld hat sich ein nachhaltig freundliches Klima an den Terminmärkten für Strom eingestellt. Strombörsen schaffen in diesen außergewöhnlichen Zeiten Stabilität und Sicherheit und sind somit ein wesentlicher Bestandteil gut funktionierender Märkte. Hier wird somit ein ganz wesentlicher Baustein unseres gemeinsamen Wohlstands gestellt.

Stetig sich freundliche entwickelnde Kurse für Strom - Futures zeugen von der Performace dieser Comodity Klasse. So erreicht bspw. in Frankreich die MWh für den Monat November 1031€, also 103ct pro Kilowattstunde. Marktteilnehmer und Marktteilnehmerinnen können am Wohlergehen partizipieren, und jederzeit Futures kaufen und im dynamischen Marktumfeld mit Gewinn wiederverkaufen.
Die Teilnahme am exclusiven Comodities Futures Handel bleibt freilich einer geadelten Händlerklasse vorbehalten. Eine Mitgliedschaft ist zur Sicherheit der bereits teilhabenden ähnlich schwer zu erzielen, wie ein Beitritt im Golfclub von Queen Elisabeth.

Als Investor*in kommt ihnen zudem zugute, dass selbst wenn der Strompreis im Intradayhandel gegen Null strebt oder gar negativ wird: Sie haben ihr Future bis dahin ja bereits verkauft, jemand muss es also garantiert bezahlen, und sei es das wählende Schaf in seiner Mietwohnung. Futurs bringen Sicherheit. Win-Win also!


Im folgenden die heutigen Abschlusspreise für das identische Strom Future "Produkt" in unterschiedlichen "Marktgebieten":
>Bezug von 1MWh Energie innerhalb des angegebenen Monats.<


(in der Spalte "Settlement Price" den Dezimalpunkt um eine Stelle nach links verschieben, dann habt ihr den handlichen Preis "ct pro kwh"!)




AT base
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AT peak
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CH base
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DE base
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DE peak
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ES base (schaut, schaut, hier wird der Markt deutlich gestört! Es bedurfte einer EU-Ausnahmegenehmigung für dieses schädliche Vorgehen!)
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FR base: Funktionierender freier Markt, kw/h erreicht 102ct!
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IT base
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IT peak
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JP base - der ferne und daher quasi abgeschottete Markt kann offenbar nicht von Russland-Sanktionen profitieren.
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NO base - Glücklicherweise gibt es zu wenig günstige Leitungskapazität von NO in die hochperformenden zentral-europäischen Länder wie DE/FR/CH. Die Performance in diesen Ländern dürfte somit nicht durch die marktverstörenden Hydrokraftwerke in NO bedroht sein.
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Für den Kleinanleger und die Kleinanlegerin empfiehlt der philanthropische Future-Händlerich das Sparbuch.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<

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