ThomasK hat geschrieben: 27.07.2022 - 10:35
Der Grund ist einfach der, dass massiv neue Pisten gebaut werden sollten und die Verbindung nur auf die Bedürfnisse der Skifahrer ausgerichtet gewesen wäre.
Der Sommertourismus und die Bedürfnisse der Wanderer wären nur Beiwerk gewesen.
Was bei der Lage ja auch Sinn macht - das Wandern in der Geltscher-Öde macht nicht wirklich Spaß.
Siehe Stubaital
Gewandert wird am Elfer, am Schlick oder am Serles - aber kaum am Gletscher..
Klar, es fahre viele mal zum Gletscher und zur Aussichtsplattform hoch - aber Wandern siehst Du da kaum einen.
ThomasK hat geschrieben: 27.07.2022 - 10:35
Da waren die Bergbahnen in Arosa und Lenzerheide wesentlich intelligenter. Dort wurde die Verbindung gebaut, aber OHNE neue Pisten, d.h. man kann von Arosa nach Lenzerheide fahren, aber bei der zusätzlichen Seilbahn gibt es keine neue Pisten.
Das widerspricht nun aber den Bedürfnissen der Skifahrer. - und die Skifahrer dürften hier klar die dominierende Gruppe sein. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Verbindung im Sommer viel genutzt werden würde.
jens.f hat geschrieben: 27.07.2022 - 15:03Das widerspricht nun aber den Bedürfnissen der Skifahrer.
Also ein doppelt so großes Skigebiet (wenn man mal nur die Gletscherbereiche nimmt) finde ich als Skifahrer schon attraktiv. Auch ohne neue Pisten...
Arosa-Lenzerheide ist ja das beste Beispiel, laut mehreren Aussagen hier im Forum hat sich der Besucherzuspruch seit Bau der neuen Verbindungsbahn in beiden Skiorten deutlich erhöht.
Davon abgesehen gäbe es immer noch die gute alte Salamitaktik. Dann gibt es halt jetzt erstmal nur ein Verbindungs-Funifor. In ein paar Jahren wird dann ein Skitunnel als Rückbringer gebaut, interessiert dann keinen mehr weil kleines Projekt. Irgendwann ist dann die Tunnelbahn EOL und wird durch eine EUB oder 3S mit Mittelstation ersetzt ("Ersatzbau", "Erhöhung der Sicherheit" etc). Wo bleibt eure Fantasie
In Sölden läuft im Sommer zwar eine Bahn am Gletscher, aber wirklich im Fokus steht der Bereich nicht. An der Schwarzen Schneid Bahn, und das ist die die in der Regel im Sommer läuft, gibt es oben überhaupt nichts für Fußgänger. Man könnte nun Gäste vom Pitztal mit der Verbindungsbahn und der EUB zum Gletscherrestaurant am Rettenbachferner bringen, aber warum? Man kommt ja von da nicht mal vernünftig weiter Richtung Sölden, weil die Verbindungsbahnen ja im Sommer nicht laufen.
Seilbahnjunkie hat geschrieben: 27.07.2022 - 16:58
In Sölden läuft im Sommer zwar eine Bahn am Gletscher, aber wirklich im Fokus steht der Bereich nicht. An der Schwarzen Schneid Bahn, und das ist die die in der Regel im Sommer läuft, gibt es oben überhaupt nichts für Fußgänger. Man könnte nun Gäste vom Pitztal mit der Verbindungsbahn und der EUB zum Gletscherrestaurant am Rettenbachferner bringen, aber warum? Man kommt ja von da nicht mal vernünftig weiter Richtung Sölden, weil die Verbindungsbahnen ja im Sommer nicht laufen.
Man könnte auf jeden Fall Mountainbiker vom Pitztal auf die Söldener Murmelbahnen fahren. Portes du Soleil macht vor, wenn auch in sehr viel höherer Qualität als Sölden, was man im Sommer daraus machen kann.
Da müsste man aber erstmal die Trails bis zum Gletscher erweitern und mindestens eine weitere Bahn in den Sommerbetrieb nehmen. Und selbst dann entsteht ein ziemlich aufwendiger Anreiseweg.
ThomasK hat geschrieben: 27.07.2022 - 10:35
Das Gebot der Stunde heißt sanfter Tourismus und Anreise und Abreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Beschneiung und Autoverkehr sind Dinosaurier, die es zu entsorgen gilt.
Die Verbindung zwischen dem Verkehrsmix bei der Anreise und der Gebietsverbindung sehe ich irgendwie nicht. Und wenn es irgendwo ohne Beschneiung geht dann mit Schneedepots ganz weit oben.
Selbstverständlich gibt es die Verbindung. Beschneiung dient dazu, mehr Skifahrer anzulocken und die müssen ja irgendwie nach Mittelberg oder Sölden kommen. Und wenn man eine Skigebietsverbindung mit neuen Pisten baut, dann bedeutet das noch mehr Verkehr und in bisher unberührten Gebieten knattern auf einmal neue Pistenraupen umher.
Nun ist mir bewusst, wie extrem schwer es ist, Sölden nach dem Vorbild Zermatts autofrei zu machen. Eine Eisenbahn nach Sölden wäre extrem teuer. Die Strecke vom Bahnhof Ötztal bis nach Sölden ist ungefähr vergleichbar mit der Strecke Visp - Zermatt. Aber das muss man sich erst einmal leisten können, da eine Eisenbahn zu bauen. Snowbird in Utah, USA, hat dasselbe Problem. Dort planen die Amerikaner nun von Sandy aus als Radikallösung eine 14 km lange 3S-Bahn direkt bis nach Snowbird. Warum auch nicht?
In Mittelberg sieht es nicht besser aus. Infolgedessen sah die Skigebietsverbindung nicht nur neue Pisten, sondern auch neue Parkplätze im Tal vor.
Klar ist, dass die Verkehrsprobleme gelöst werden müssen und da darf es auch keine Denkverbote geben.
ThomasK hat geschrieben: 27.07.2022 - 10:35
Der Grund ist einfach der, dass massiv neue Pisten gebaut werden sollten und die Verbindung nur auf die Bedürfnisse der Skifahrer ausgerichtet gewesen wäre.
Der Sommertourismus und die Bedürfnisse der Wanderer wären nur Beiwerk gewesen.
Was bei der Lage ja auch Sinn macht - das Wandern in der Geltscher-Öde macht nicht wirklich Spaß.
Siehe Stubaital
Gewandert wird am Elfer, am Schlick oder am Serles - aber kaum am Gletscher..
Klar, es fahre viele mal zum Gletscher und zur Aussichtsplattform hoch - aber Wandern siehst Du da kaum einen.
Also die Braunschweiger Hütte ist ganz normales Wandergebiet.
Die erste Sektion der 3S-Bahn hätte man also schon einmal von Mittelberg bis zur Braunschweiger Hütte bauen können.
Bei der zweiten Sektion der 3S-Bahn hätte man sich mit Sölden abstimmen müssen.
Wenn man sich mit Sölden darauf einigt, dass die Einseilumlaufbahnen an der Schwarzen Schneid oder am Tiefenbachkogel ganzjährig - also auch im Sommer - fahren, dann würde man die zweite Sektion der 3S-Bahn dann von der Braunschweiger Hütte zur Schwarzen Scheid oder zum Tiefenbachkogel bauen. Wollen die Söldener das nicht, dann könnte man die zweite Sektion der 3S-Bahn auch von der Barunschweiger Hütte direkt auf den Gaislachkogel bauen und die Attraktion James Bond Museum auch für das Pitztal direkt zugänglich machen. Zwar ist der Platz auf dem Gaislachkogel für eine zweite 3S-Bahn etwas knapp, aber wenn man die zweite Bergstation 20 Höhenmeter tiefer legt und die Anbindung mit Rolltreppen und Aufzüge sicherstellt, dann sollte es funktionieren.
Als ich vor ein paar Jahren im Sommer von Sölden auf den Gaislachkogel zu Fuß gegangen bin, da war dort oben jede Menge los. Das James Bond Museum war sehr gut besucht.
Ein paar Leute sind in Turnschuhen mit der 3S-Bahn auf den Gaislachkogel gefahren. Als die dann die vielleicht - keine Ahnung, ich schätze mal - 15 Höhenmeter von der Bergstation mit ihren Turnschuhen über den Fels mit viel Gekreische bis zum Gipfelkreuz gegangen sind, waren die mächtig stolz.
Mit einer reinen Verbindung Mittelberg - Braunschweiger Hütte - Gaislachkogel durch eine 3S-Bahn in zwei Sektionen ohne neue Pisten hätte man das Projekt wahrscheinlich durchbekommen. Ich bin davon überzeugt, dass auch mit so einem Projekt die Pitztaler Gletscherbahnen ordentlich Geld hätten verdienen können, zumal der Unterhalt für die ganzen zusätzlichen Pisten weggefallen wäre.
Arosa und Lenzerheide sind mit den zusätzlichen Skifahrern, die ohne neue Pisten gekommen sind, sehr zufrieden und die Skifahrer sind es auch.
ThomasK hat geschrieben: 27.07.2022 - 10:35
Da waren die Bergbahnen in Arosa und Lenzerheide wesentlich intelligenter. Dort wurde die Verbindung gebaut, aber OHNE neue Pisten, d.h. man kann von Arosa nach Lenzerheide fahren, aber bei der zusätzlichen Seilbahn gibt es keine neue Pisten.
Das widerspricht nun aber den Bedürfnissen der Skifahrer. - und die Skifahrer dürften hier klar die dominierende Gruppe sein. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Verbindung im Sommer viel genutzt werden würde.
Ich sehe das Problem nicht.
Der Skifahrer fährt in Arosa und wenn er in Lenzerheide fahren will, fährt er mit der Verbindungsbahn auf die andere Seite und fährt dort Ski. Und Abends fährt er wieder zurück oder bleibt in Lenzerheide.
Hätte man - wie ich oben geschrieben habe - von Mittelberg nur eine 3S-Bahn in 2 Sektionen Mittelberg - Braunschweiger Hütte - Gaislachkogel gebaut ohne neue Pisten, dann hindert doch den Skifahrer nichts daran von Mittelberg zum Gaislachkgel zu fahren, um dann von dort nach Sölden abzufahren. Und wenn er nach Mittelberg zurück will, dann fährt er eben um 16 Uhr von Sölden auf den Gaislachkogel und von dort wieder mit der 3S-Bahn zurück nach Mittelberg.
Nur: Es waren über 60 Hektar neue Skipisten im bisher unberührter Natur geplant.
Und die Investitionssumme wäre für so eine Anlage auch niedriger gewesen. Ich habe die Zahlen nicht mehr genau im Kopf, aber am Schluss war von etwa 160 Millionen € die Rede.
ThomasK hat geschrieben: 27.07.2022 - 10:35
Das Gebot der Stunde heißt sanfter Tourismus und Anreise und Abreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Beschneiung und Autoverkehr sind Dinosaurier, die es zu entsorgen gilt.
Das hat noch nirgends, in keinem einzigen halbwegs größeren Skigebiet, funktioniert. Also so, dass nicht die Zahl der Gäste, der Beschäftigten im Tourismus, und der touristischen Betriebe stark zurückgegangen wäre.
Dieses "Konzept" ist nichts anderes als das typische von Umweltschützern geforderte Schließen von Skigebieten.
Ob man, wie so oft schon bei dieser Diskussion, zu diesem Thema, wieder Extrempositionen aufeinanderprallen lassen muss weiß ich nicht.
ME wäre es erst einmal wichtig zumindest die absurdesten Auswüchse zu betrachten und in Frage zu stellen.
Aber wie dieser immer wieder kolpotierte "Sanfte Tourismus" letztendlich aussehen und dabei wirtschaftlich tragfähig sein soll hat mir in all den Jahren der Debatte auch noch niemand schlüssig erklären können.
Tourismus ist nie "sanft" - egal ob es um in Teilen planierte Berge geht oder zubetonierte Küsten...
Pistencruiser hat geschrieben: 28.07.2022 - 14:20
Aber wie dieser immer wieder kolpotierte "Sanfte Tourismus" letztendlich aussehen und dabei wirtschaftlich tragfähig sein soll hat mir in all den Jahren der Debatte auch noch niemand schlüssig erklären können.
Tourismus ist nie "sanft" - egal ob es um in Teilen planierte Berge geht oder zubetonierte Küsten...
Ich würde noch weitergehen - man muß immer die Anzahl von Menschen betrachten bzw. den "Natur-Verbrauch" bzw "Resourcen-Verbrauch" pro Mensch.
Wenn im Sommer genausoviel Leute pro Tag per Mountain-Bike die Berge runterfahren oder zu Fuß kreuz- und Quer über die "unberührten Bergwiesen" laufen, behaupte ich, dass der Schaden an den Bergen größer ist als der, den die Skifahrer anrichten.
Sölden hat ca. 15.000 Gästebetten. Dazu kommen noch Gäste aus anderen Orten und Tagestourisen.
Es können also durchaus über 20.000 Menschen an einem Tag im Skigebiet unterwegs sein.
Nun male man sich mal 20.000 Mountainbiker oder Wanderer aus...
Oder wieviel Fläche brauche ich, wenn 20.000 Leute Tennis spielen wollen? Oder Kanu fahren wollen? Oder, oder, oder....
So gesehen ist Skifahren eigentlich ein "sanfter Tourismus" - insbesondere wenn es um die Durschnitts-Skifahrer geht, die sich an die Pisten halten und eh die meiste Zeit auf den Hütten verbringen...
Eine Bahn von Mittelberg über die Braunschweiger Hütte bis zum Gaislachkogl wäre ziemlicher Blödsinn. Das wäre eine 8 km lange Bahn, die das Landschaftsbild deutlich verändern würde und dabei nur einen minimalen Nutzen erzeugt. Man würde damit nicht wirklich die beiden Skigebiete verbinden, sondern von Mittelberg aus einen separaten Zubringer in ein anderes Skigebiet bauen. Man muss auch nicht unbedingt die Leute im Sommer ins Nachbartal shuttlen. Wenn man das anfängt, dann könnte man das überall machen.
Der ursprüngliche Zweck, die Verbindung der beiden Gebiete in der Gletschersaison, wird damit überhaupt nicht erreicht und für Sölden bringt es praktisch gar nichts, weil die Verbindung ins Pitztal völlig unattraktiv wäre.
Offenbar hast du dich weder über das Angebot im Sommer in Sölden informiert, noch meinen Beitrag gelesen. Die Schwarze Schneid Bahn läuft im Sommer, das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass der Gletscherbereich im Sommer in Sölden kaum eine Rolle spielt, und für die Gäste eine Sackgasse wäre.
Wenn man die beiden Gebiete verbinden möchte, ohne dabei so einen enormen Aufwand zu treiben wie bisher geplant, dann bietet sich eine reine Verbindungsbahn zwischen der Talstation der Gletscherseebahn und der Mittelstation der Schwarzen Schneid Bahn an. Alternativ könnte man auch überlegen eine Bahn vom gleichen Ausgangspunkt zur Bergstation der Tiefenbachbahn zu bauen und diese in weiterer Folge mit einer zweiten Sektion zu ersetzen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob dort das Gelände geeignet wäre.
Diese beiden Varianten wären wesentlich günstiger, würden aber den Hauptzweck des Projekts erfüllen. Wenn man unbedingt will, kann man auch so eine Fußgängertaugliche Kette bauen, aber es gilt weiter der Hinweis zur Stellung des Gletschers in Sölden im Sommer.
Ich denke schon, dass eine "einfache" Pendelbahnverbindung (zum Rettenbach- oder Tiefenbachjoch) genehmigt worden wäre - aber das Thema hatten wir schon. Die Pitztaler wollten vor allem den zweiten Zubringer, auch das hatten wir schon.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
noisi hat geschrieben: 28.07.2022 - 21:08
Ich denke schon, dass eine "einfache" Pendelbahnverbindung (zum Rettenbach- oder Tiefenbachjoch) genehmigt worden wäre - aber das Thema hatten wir schon. Die Pitztaler wollten vor allem den zweiten Zubringer, auch das hatten wir schon.
Die Pitztaler wollen weder den zweiten Zubringer noch die Verbindung nach Sölden.
Meiner Meinung nach haben sie so entschieden weil sie nicht soviel Verkehr im Pitztal wollen.
Daher ist es auch sinnlos Skifahrer durch sanfte Touristen zu ersetzen da auch diese mit dem Auto ins hintere Pitztal fahren.
Weniger Verkehr im Pitztal und den Wunsch der Bevölkerung erreiche ich nur wenn man den Tourismus im hinteren Pitztal stark reduziert und die dort lebende Bevölkerung großteils in andere Regionen in Tirol umsiedelt.
Beginnen könnte man nächsten Sommer gleich mit dem Abriß der Braunschweiger Hütte und dem Notweg vom Gletscher.
Nach und nach sind dann Hotels, Appartements und andere Unterkünfte im hinteren Pitztal zu entfernen sowie das Gletscherskigebiet und des Skigebiet da hinten zu verkleinern und später einzustellen.
Dafür sollte man sich 15 - 20 Jahre Zeit nehmen.
Zuletzt ist die Straße gleich nach dem Hauptort St. Leonhard zu sperren und rückzubauen.
Aus dem hinteren Pitztal entsteht so etwas wie das Kaisertal bei uns in Kufstein oder das Krimmler Achental oberhalb der Krimmler Wasserfälle.
Und diese beiden Täler sollten ein Vorbild für das hintere Pitztal nach der Volksabstimmung sein.
In beiden Talern leben auch Menschen und es gibt auch Tourismus. Nur eben von beiden viel weniger.
Das Kaisertal wurde auch schon zum schönsten Platz Österreichs gewählt.
Dies ist daher die Zukunft für die junge Bevölkerung im hinteren Pitztal.
Daher sollte man schnell aufhören andere Verbindungsprojekte und sonstige Großprojekte im hinteren Pitztal zu planen und somit der jungen Bevölkerung fasche Hoffnungen machen.
Kannst du bitte diese blödsinnigen polemischen Beiträge lassen? Wir haben mittlerweile alle verstanden, dass du erst zufrieden bist, wenn der letzte Hügel mit Liften erreichbar ist.
Der sehr berechtigte Einwand, dass hier vor allem Maximalpositionen zum Tragen kommen (Siehe Beitrag zuletzt "Tiroler Oldie" z.B., radikaler geht es wohl kaum), möchte ich nochmal meine entgegenhalten.
Der Vorteil von hocherschlossenen Skigebieten ist doch, dass sich viele Menschen auf wenig Raum tummeln. Das ist nicht sanft, aber trifft nur eine verhältnismäßige überschaubare Fläche. Wenn ich mich entscheide, wie einmal im Jahr, weil ich es einfach liebe, eine Woche in Sölden Ski zu fahren, dann schau ich immer rüber zur Braunschweiger Hütte, und in die unberührte Winterlandschaft. Wenn ich dann einen Skitourengeher sehe, der einsam seine Schwünge runter zieht, dann freu mich mich für ihn. Das was er macht, ist sanft, dafür zwängen wir uns auf den Pisten (die immer gar nicht so voll sind, wenn ich da bin #antizyklisch), genießen die Aufstiegshilfen und er hat seine Ruhe. Gäbe es aber die Verbindung, wie jetzt geplant, bin ich leider der erste, der sie dann auch nutzen würde. Ich kenn mich ja. Ich liebe es, auch mal große Strecken auf Skiern zurück zu legen. Aber wirklich brauchen tu ich sie nicht. Eher bräuchten sie glaub ich die Pitztaler, die haben sich nun dagegen entschieden, und das ist auch ihr gutes Recht.
Ich glaube die Lösung ist nicht sanfter Tourismus oder Massentourismus, es wird wohl beides brauchen. Im Sommer käm ich z.B. nie auf die Idee zum Biken nach Sölden oder SBHF zu fahren (Gott schaut das dann schlimm aus), da nutz ich lieber - sanft - die stillen, nicht so erschlossenen Ecken. So bin ich vielleicht das beste Beispiel, dass man in einer Person beides vereinen kann. Und da geht es wohl vielen so.
Ich denke, völlig polemische Beiträge wie der von Tiroler Oldie, sind kaum hilfreich. Mal davon angesehen, daß er meiner Meinung nach inhaltlich deutliche Schwächen aufweist.
Die Position, daß ausschließlich die Größe über den Erfolg entscheidet, kann ich nicht nachvollziehen. Auch kleinere Skigebiete haben ihren Reiz und ihre Vorteile und somit ihre Gäste. Es gibt doch inzwischen genug Giganten. Wer also in einer Woche Urlaub möglichst keine Piste zweimal fahren will, hat doch eine gute Auswahl. Warum müssen es noch mehr große Gebiete werden? Ich persönlich kenne weder das Pitztal noch Sölden (da bin ich im Sommer einmal nur durchgefahren), habe aber jahrelang selber meinen Urlaub in einem kleinen Skigebiet (St. Jakob i.Def., Osttirol) verbracht. Als Kind hatte das den großen Vorteil, daß wir mit mehreren Kindern unterschiedlicher Altersklassen alleine fahren durften. Unsere Eltern hatte keine Sorgen. Verloren gehen konnte man nicht, dazu ist das Gebiet zu klein und getroffen hat man sich auch immer irgendwie wieder. Das wäre in größeren Gebieten nicht möglich gewesen bzw. würden Eltern nicht zulassen. Meine Kinder sind jetzt 4 1/2 und haben im letzten Winter den ersten Skikurs gemacht. Wenn die älter sind und vielleicht mal eine Runde alleine drehen können, fahre wir mit Sicherheit nicht nach Sölden, Kitzbühel oder Saalbach sondern irgendwo hin, wo es klein und gemütlich ist
Mal davon abgesehen: Nicht jeder Skifahrer braucht und wil den Massentourismus der großen Gebiete. Inzwischen habe ich auch einige größere Gebiete kennengelernt (z.B. Mayerhofen und Zell am Ziller) und war eigentlich wegen der vollen Pisten sowie der spätestens ab Mittag doch sehr schlechten Pistenqualität entsetzt. Ich persönlich habe lieber ein kleineres Gebiet, was aber auch um 15:00 Uhr noch ordentliche Verhältnisse aufweist. Dafür nehme ich gerne in Kauf, daß ich jede Piste halt 3-8 mal am Tag fahren muß. Und ich denke, mit dieser Vorstellung bin ich nicht der Einzige.
Und, um zum Thema dieses Fadens zurückzukommen, die Pitztaler sehen das in der Mehrheit offensichtlich auch so. Es muß nicht immer größer und noch mehr sein. Man kann auch mit dem bestehenden Zustand zufrieden sein. Das Skigebiet und der Tourismus werden im Pitztal zu recht kommen. Weitere Hotels werden dann vielleicht nicht benötigt, aber ist das dramatisch???
Und daran anschließend noch meine Meinung zum Thema "Sanfter Tourismus". Ich glaube nicht, daß Tourismus wirklich sanft sein kann. Aber es liegt dennoch ein Riesenunterschied darin, ob in einem Ort riesige Bettenburgen entstehen(mit entsprechendem Party-Krach bis in die Nacht), Autobahnen wegen des Verkehrs quasi bis vor die Haustür gebaut werden und für die Tagesgäste 15 große Parkplätze entstehen oder ob ein Ort (halbwegs) ursprünglich bleibt, mehrheitlich über kleine Pensionen/Ferienwohnungen ergänzt um einige Hotels verfügt und über die sowieso benötigte einspurige Straße erreichbar ist.
Der Zustand, der jetzt herrscht, ist doch eigentlich gut. Für alle Bedürfnisse gibt es den richtigen Urlaubsort (Sölden = groß, viele Pistenkilometer, Pitztal = klein, dafür wohl deutlich entspannter). M.E. kann und sollte es so bleiben!
"Papa, ich fahre besser als Du. Ich kann schon ohne Stöcker fahren, Du brauchst immer noch welche"
Daria, geliebte Tochter, damals (2022) 4 Jahre alt, nach ihrem ersten Skikurs
Einen Einwand hätte ich schon...
In 10 Jahren ist es Deinen Kindern in den kleinen Gebieten zu langweilig... dann schätzt Du vielleicht doch die grossen Gebiete. Erlebe ich gerade....
PS: Mein Traum wäre Grösse mit Anspruch kombiniert mit Stille.. dafür würde ich auch deutlich mehr zahlen...
Na Ihr Marketingtrendmitleser? Wie wärs?
Unterschätzt den Sommertourismus nicht. Selbst Sölden wird schätzungsweise bis 2030 gleich viele Sommer- wie Winternächtigungen haben.
Die ganzen Sünden, die im Winter der Schnee überdeckt, sind im Sommer sichtbar. Die müssen nun alle saniert werden.
Man wird im Sommer genauso Attraktionen wie im Winter bieten müssen/wollen.
Insofern muss man das in die Überlegungen mit ein fließen lassen.
Schon möglich, dass so eine Gletscherüberschreitung, bzw. ist es bis dorthin ja nur mehr eine Talüberschreitung für Mountainbike Touristen verlockend ist.
Der "Top of the World" Trail sollte seinen Platz auch eher in Sölden, als in Whistler haben.
skifam hat geschrieben: 01.08.2022 - 01:25
Einen Einwand hätte ich schon...
In 10 Jahren ist es Deinen Kindern in den kleinen Gebieten zu langweilig... dann schätzt Du vielleicht doch die grossen Gebiete. Erlebe ich gerade....
Das ist kein Automatismus, aber natürlich sehr gut möglich. ABer dann kommen andere, die die Bedürfnisse eines kleinen Gebietes benötigen.
Ich wollte mit meinem Beispiel ja nur zum Ausdruck bringen, daß mir der Abgesang auf das Pitztal oder, etwas weiter gefaßt, auf alle kleineren Gebiete sachlich falsch erscheint. Es gibt Menschen, die genau das suchen. Und natürlich gibt es (wahrscheinlich sogar mehr) Menschen, die nach großen Gebieten suchen. Ich denke, jeder wird da seine Klientel und seine Chance haben.
"Papa, ich fahre besser als Du. Ich kann schon ohne Stöcker fahren, Du brauchst immer noch welche"
Daria, geliebte Tochter, damals (2022) 4 Jahre alt, nach ihrem ersten Skikurs
Tyrolens hat geschrieben: 01.08.2022 - 13:34Unterschätzt den Sommertourismus nicht. Selbst Sölden wird schätzungsweise bis 2030 gleich viele Sommer- wie Winternächtigungen haben.
Ich bring mal wieder meinen Standardsatz... 2030 wird sich nicht ausgehen, aber in dem Jahr in dem Österreich Fussballweltmeister wird passiert das ganz sicher.
Voraussagen sind momentan schwierig, weil uns zwei ganze Tourismusjahre fehlen.
Mit einem 10%igen Wachstum wär's in Sölden in 14 Jahren so weit.
Bei den Winternächtigungen scheint Sölden seit einiger Zeit an einer gläsernen Decke angekommen sein.
Tyrolens hat geschrieben: 01.08.2022 - 20:31
Bei den Winternächtigungen scheint Sölden seit einiger Zeit an einer gläsernen Decke angekommen sein.
Könnte auch daran liegen, dass man im Fühjahr das Gebiet gleich komplet schließt...
Das wird auch eine der Überlegungen gewesen sein, die die Touristiker abschreckten:
Im Herbst wollen alle Skifahren, aber es gibt nichtmal genug Schnee, um die Spalten dicht zu bekommen.
Bis in den Juni gäbe es am Gletscher perfekte Bedingungen, aber es intessiert ab Mai keinen mehr(, zumindest nicht genug, dass es sich rentiert).
Und da immer mehr Sommer wie dieser sein werden und es auch den letzten Firnreserven an den Kragen geht, sind die Alpen schlicht nicht hoch genug um im Oktober gute Schneebedingungen am Gletscher sicherstellen zu können. Am Beispiel der geplanten Verbindung: Was mach ich, wenn ich 120 Mille investiert habe und die ach so tolle Gletscheverbindung (wie vermutlich heuer) frühestens Mitte November befahrbar wird?? Es gehen heuer an Stellen Spalten auf, wo bisher immer Firn lag, aber es gibt keinen Firn mehr, um sie großflächig zu schließen(, Firn ist ja bekannlich der Gletscher von morgen). Dazu kommen die laufend notwendigen Anpassungen an den Gletscherrückgang und die immer kospieliger werden Schneekonservierungsmaßnahmen.
Die Gletschergebietsbetreiber verabschieden sich langsam von der Vorstellung, das Herbstgeschäft so weiter betreiben zu können, in guten Jahren ja, in normalen Jahren immer weniger.
Das bedeutet mMn aber nicht, dass der Herbstmarkt angebotsseitig nicht bedient wird. Ich wette, dass Kitzbühl kein Unikat bleibt. Vielleicht bemerkt man auch am KSH, dass sich die Almböden unterhalb des Gletschers schneller in Pisten verwandeln lassen als die Gltescherpisten selbst.
Die Rolle der Gletscherskigebiete werden ab Mitte Oktober Gebiete übernehmen, die gut liegen (Verkehr, Ausrichtung, Höhe) und innerhalb von 48 Stunden mit 30 cm Kunstschnee auf Gras eine brauchbare Piste produzieren können, die auch ein paar Tage "Goldenen Oktober" überlebt.
Tyrolens hat geschrieben: 01.08.2022 - 20:31Mit einem 10%igen Wachstum wär's in Sölden in 14 Jahren so weit.
Bei den Winternächtigungen scheint Sölden seit einiger Zeit an einer gläsernen Decke angekommen sein.
Korrekt.
Und die täglich zehntausenden Sommersportler stapelt man dann Tetris-like auf der winzigen Fläche an Wanderwegen und MTB-Trails im Vergleich zu mehr als 400 Hektar frei zugänglicher Pistenfläche im Winter... oder wie soll das funktionieren?
Vielleicht ganz Sölden mit Sonnenliegen zupflastern wie in Lignano?
Weiters müsste man noch irgendwo ein Stück Sandstrand zum Eimersaufen in Sölden finden, damit auch das sommerliche Äquivalent zu den reinen Apresski-Touristen im Winter eine Tagesbeschäftigung findet.
Der Gleichstand an Sommer-/Winternächtigungen passt ins Utopie-Topic, das findet man irgendwo in den Untiefen des Forums
Weiters wirds auch etwas schwer für die Hotels Ersatzinvestitionen durchzuführen, wenn alle Sommer und Winter geöffnet haben müssen.