Immer wenn man denkt man hat schon alles gesehen
Kann sich jemand hierauf einen Reim machen? An der 3SB Mooserberg haben sie die Sessel abgehängt wie sonst auch zur Revision, allerdings hängen Jett min 2 Gondeln am Seil.
Die Anlage hat ja laut HP auch Sommerbetrieb und es hat beim Speichersee an deren Bergstation auch einen Kinderspielplatz. Da kann ich mir jetzt gut vorstellen dass auch Dinger transportiert werden sollten wo auf dem offenen Sessel nicht oder nur eingeschränkt transportierbar wären.
Die Jungs fahren da mit Schlepper und nem 10t Anhänger Gondeln zur Bergstation, da kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen das die 2 Dinger dem Materialtransport dienen sollen. Vor allem nicht so Retromässige Kabinen.
Interessantes Rätsel, diese zwei Gondeln.
Wären wir im Jahr 1960, so wären die zwei Gondeln am Sessellift zusätzlich eingehängt worden, damit der alte Senner mit seinem Hund stets rechtzeitig und regengeschützt zwischen Alm und Kirche bzw. Messe hin und her pendeln kann.
Wären wir im Jahr 1970, so wären die zwei Gondeln am Sessellift zusätzlich eingehängt worden, damit der Skikurs auch mit den kleinsten die Bahn verwenden kann.
Wären wir im Jahr 1980, so wären die zwei Gondeln am Sessellift zusätzlich eingehängt worden, damit der nicht skifahrende Koch aus Kalabrien zu seinem Pizzaofen im Bergrestaurant, und auch wieder sicher ins Tal zurück kommt.
Sind wir aber alles nicht.
Im Jahr 2022 sind wir glücklicherweise allesamt Teil eines robusten und unumstößlich starken Wirtschaftskreislaufs, der Europa stets an die Spitze der Welttechnologie hievt, für den gemeinsames Strampeln sich lohnt, aus dem es zum Glück auch kein Entrinnen gibt:
Es ist dies das wirkungsvolle Zusammenspiel aus Systemplanern, -herstellern, Prüfinstituten, Dienstleistungen im Rechtsbereich, Versicherern und letztendlich auch Rückversicherern. Sowie die richtungweisende Stellung von ebendiesen Akteuren im legislativen Rahmen moderner Staaten.
Somit kurzum: In diesen Kabinen wird niemand fahren. Nicht im Jahr 2022.
Wer zertifiziert das? Wer prüft das? Wer versichert das? All dies würde viel Zeit in Anspruch nehmen, die Einrichtung von fachübergreifende Expertengremien fordern und letztendlich Unsummen kosten. Sofern Gondeln für den Personentransport an der 3SB denn normativ überhaupt machbar wären.
Denn, eines ist klar, Bitte vergessen Sie nicht, lieber Bürger: Es geht stets um Ihre Sicherheit, dafür machen wir uns im Verbund für Sie stark.
Somit vermute ich mal, dass das Ganze eine einmalige Aktion für ein Filmset oder ein statischem Fotoshooting ist. Beispielsweise für einen Werbefilm mit Fahrt in alter kleiner Gondel über saftiger Bergwiese. Gondel Schwebt über Milkakuh, Mozartkugeln fallen heraus, Ferienparadies Österreich, Ricola Kräuterbonbon oder dergleichen. Möglich wäre auch irgendein Heimatfilm mit heftig subventioniertem Budget.
Allenfalls ein professioneller Stuntman nach ordnerfüllender Risikoanalyse, Contingency planning und spezifisch ausgearbeitetem Versicherungsrahmen könnte hier für einen wohldefinierten einmaligen Ablauf einsteigen.
Lassen wir uns überraschen. Für einen Senner mit seinem Hund werden die netten Kabinen jedenfalls gewiss nicht bereit gestellt. Derartiges war ehemals normales treiben im Gebirge.
Aber, bitte entschuldige das nochmalige Generve:
Es geht stets um ihre persönliche Sicherheit, dass Sie sicher sind! Danach können Sie gerne Ihre Freiheit als Konsument bzw. Unternehmer ausrichten. Oder sind Sie gegen Sicherheit? Wollen Sie dass ein Unfall passiert?
Zwei satte Monate sind vergangen seit dem das sonderbare Rätsel durch Spechti aufgestellt wurde.
Der Webcam nach wurden die zwei leichten Gondelfakes am 13.5. zur Bergstation gebracht, später ans Seil montiert, und ein wenig in die Strecke gefahren.
Die Lösung würde jetzt aber schon sehr interessieren!
In Selbstbeweihrauchung mein Eigenzitat: "Somit vermute ich mal, dass das Ganze eine einmalige Aktion für ein Filmset oder ein statischem Fotoshooting ist. Beispielsweise für einen Werbefilm mit Fahrt in alter kleiner Gondel über saftiger Bergwiese. Gondel Schwebt über Milkakuh, Mozartkugeln fallen heraus, Ferienparadies Österreich, Ricola Kräuterbonbon oder dergleichen. Möglich wäre auch irgendein Heimatfilm mit heftig subventioniertem Budget."
"Es ist angerichtet. Ein großes Fest sollte es werden. Einweihung der Seilbahn in einer Zeit, wo der Seilbahnbau in seinen Kinderschuhen steckte. Die Bevölkerung hatte sich in ihre Feiertagskleidung geworfen - Männer wie Frauen. Der Pfarrer ist auch schon da. Und die Musikanten. Unter ihnen Andreas Egger, ein junger Mann. Die Menschen und die Bilder scheinen aus der Zeit gefallen. Auf der Brunnalm (Mooseralm) in St. Jakob wurde der Kalender zurückgespult - es ist Anfang der 1930er-Jahre. "
Anfang des 20.Jahrhunderts kommt Andreas Egger als kleiner Waisenjunge in das Tal, in dem er den Großteil seines Lebens verbringen wird. Er wächst bei der Familie seines Onkels auf, einem Bergbauern, der ihn als billige Arbeitskraft ausnutzt und wo er nur wenig Liebe erfährt. Mit achtzehn Jahren verlässt er den Hof und heuert als Waldarbeiter beim gerade beginnenden Seilbahnbau an. Die schwere Arbeit macht Egger nichts aus, er verdient damit sein erstes eigenes Geld. Davon pachtet er etwas Land und eine schlichte Holzhütte hoch oben in den Bergen. Wenig später trifft er auf Marie, die Liebe seines Lebens, aber ihr gemeinsames Glück ist nur von kurzer Dauer. Ein dramatisches Ereignis reißt sie sprichwörtlich aus seinem Leben. Am Ende seines entbehrungsreichen Lebens schaut Egger mit großem Staunen und ohne Bedauern auf das Geschehene zurück."
Eine Seilbahn würde errichtet werden. Eine mit elektrischem Gleichstrom betriebene Luftseilbahn, in deren lichtblauen Holzwaggons die Menschen den Berg hinaufschweben und den Panoramablick über das ganze Tal genießen würden. Es war ein gewaltiges Vorhaben. Über eine Länge von fast zweitausend Metern würden Drahtseile den Himmel durchschneiden, fünfundzwanzig Millimeter dick und ineinander verschlungen, wie Kreuzottern bei der Paarung. Ein Höhenunterschied von tausenddreihundert Metern mussten überwunden, Schluchten mussten überbrückt und Felsüberhänge gesprengt werden. Mit der Bahn würde auch die Elektrizität ins Tal kommen. Über sirrende Kabel würde der elektrische Strom heranfließen und die Straßen, Stuben und Ställe würden auch nachts im warmen Licht erstrahlen.
Mich wundert nur, dass sie dafür keine Pendelbahn als Drehort gewählt haben. Die Dobratsch- oder die Luxkogelbahn würden sich dafür doch wunderbar eignen, sie sind ja keine dreißig Jahre jünger als die Seilbahn im Buch und praktischerweise auch nicht im öffentlichen Fahrbetrieb, sie gehören dem ORF.
Kris hat geschrieben: 01.06.2022 - 22:16
Im Jahr 2022 sind wir glücklicherweise allesamt Teil eines robusten und unumstößlich starken Wirtschaftskreislaufs, der Europa stets an die Spitze der Welttechnologie hievt, für den gemeinsames Strampeln sich lohnt, aus dem es zum Glück auch kein Entrinnen gibt:
Es ist dies das wirkungsvolle Zusammenspiel aus Systemplanern, -herstellern, Prüfinstituten, Dienstleistungen im Rechtsbereich, Versicherern und letztendlich auch Rückversicherern. Sowie die richtungweisende Stellung von ebendiesen Akteuren im legislativen Rahmen moderner Staaten.
Somit kurzum: In diesen Kabinen wird niemand fahren. Nicht im Jahr 2022.
Wer zertifiziert das? Wer prüft das? Wer versichert das? All dies würde viel Zeit in Anspruch nehmen, die Einrichtung von fachübergreifende Expertengremien fordern und letztendlich Unsummen kosten. Sofern Gondeln für den Personentransport an der 3SB denn normativ überhaupt machbar wären.
Denn, eines ist klar, Bitte vergessen Sie nicht, lieber Bürger: Es geht stets um Ihre Sicherheit, dafür machen wir uns im Verbund für Sie stark.
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EDIT: Spoiler entfernt.
Zuletzt geändert von Philipp2 am 04.08.2022 - 12:10, insgesamt 1-mal geändert.
Danke für den Nicht-Spoiler. So bleibt der Film spannend.
Interessant, dass im Buch, wenn auch einfache- technische Begriffe erwähnt werden, wie "Gleichstrom", "25mm Drahtseil" (ist das nicht ein wenig dünn?).
In der tat wundert es, weshalb keine echte klein-PB herangenommen wurde, es gibt ja zB. in der Schweiz noch einige davon, die noch dazu altertümlich wirken.
Anderseits sind diese Art von Film oft durch regionale Förderungen (zB. gibt es eine "Filmförderung Tirol", die finanziell gut ausgestattet ist.). Produktionsfirmen fahren dorthin, wo es die meiste Förderung gibt. Und nicht alle fragen erst mal im Alpinforum nach
Ganz vergessen wollte noch Bilder aus Juli nachliefern. Die Wahl der Bahn ist tatsächlich interessant, evtl begünstigt durch den in diesem Jahr ausgesetzten Sommerbetrieb der 3SB?
Seltsam evtl auch warum sie bei der Nachstellung einer PB eine Kabine mit der Nummer 9 versehen…
Im weiteren Sinn ähneln die Gondeln jener ursprünglichen der Schauinslandbahn. Damit liesse sich eine Nummer 9 erklären.Weche Nummer trug die andere Gondel?