Kurzvisite am Stubaier Gletscher 22.7.22

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nomad
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Re: Kurzvisite am Stubaier Gletscher 22.7.22

Beitrag von nomad »

@kris: Du hast doch sicherlich noch mehr Fotos, wenn die Stubaier uns mal wieder die Webcams wegnehmen... *g
Von Sölden letzte Woche rübergeschaut sah der Windach ebenfalls fürchterlich aus.

Vom Retten- und Tiefbachferner müssen wir leider überhaupt nicht reden. Ich kann mich noch dran erinnern, als beim Auftauchen der ersten "Steine" im Gletscherbruch hier überlegt wurde, ob das Feld oder nur Geröll sei, irgendwie ist das noch nicht sehr lange her, jetzt ist nichts mehr da.

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Kris
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Re: Kurzvisite am Stubaier Gletscher 22.7.22

Beitrag von Kris »

nomad hat geschrieben: 24.08.2022 - 07:57 @kris: Du hast doch sicherlich noch mehr Fotos, wenn die Stubaier uns mal wieder die Webcams wegnehmen... *g
Von Sölden letzte Woche rübergeschaut [...]
Zwei Bilder vom Windachferner vom letzten Sonntag. Von dem vermatteten Streifen darf man im Herbst nicht herunterfallen, denn der ist so ungefähr zwei Meter hoch. Aber auch das Spazieren diese Tage ist interessant, denn es tun sich mehr oder weniger fiese weil dünn schnee/geröllgedeckte/gefüllte Randspalten auf:
Bild

Bild

Um auch mal einen Ausblick ohne Liftdekor zu wagen: Hier aus 22km Entfernung der knapp 3500 Meter Höhe messende Seelenkogel, mit seinem großen Leintuch davor. Bei Gipfelbildern ist es ja so wie mit Babybildern: Nur wenn es die eigenen sind, sind sie unglaublich spannend. Und umgekehrt. Gähn wenn man keinen Bezug dazu hat.
Dies ist also quasi ein eigener Gipfel, denn im Frühjahr ging es dort die Rückseite hinauf, von Pfelders:
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Und noch ein Bab^b^b^Gipfelbild, hier vom Schalfkogel oben und vom Gurgler Ferner unten. Die Langtalereckhütte, sofern bekannt, wäre unmittelbar unter dem verdeckenden Gipfelkreuz zu finden. Auch hier hatte ich das Glück im Winter mit Skis raufzugehen über den Gurgler Ferner und über den Gletscher darüber links. Und hinten abzufahren.
Bild


nomad hat geschrieben: 24.08.2022 - 07:57 Vom Retten- und Tiefbachferner müssen wir leider überhaupt nicht reden. Ich kann mich noch dran erinnern, als beim Auftauchen der ersten "Steine" im Gletscherbruch hier überlegt wurde, ob das Feld oder nur Geröll sei, irgendwie ist das noch nicht sehr lange her, jetzt ist nichts mehr da.
Jeje, da gab es in der Tat hier irgendwo eine Diskussion, was das nun sei was da unterhalb der langen Kannte auf einmal dunkel durchscheint, immer mehr, bis die Wahrheit irgend wann nicht mehr umzudeuten war...

Schade übrigens, dass das AF die Gebietsthreads per Direktive in Jahre aufteilt, also jedes Jahr neuer Thread. Denn Blättern in der Vergangenheit ist so nicht möglich, sondern nur über die Suche. Also macht man das eher nicht. Skyscraper-Forum zB. hat Threads mit aberhunderten an Seiten, die über Jahrzehnte laufen....finde ich für das historische Gedäch(t)nis besser.

Wieder ein normales Liftbild :-)
--> Wer findet das obere Lifthäuschen vom Panoramalift?
Bild
Zuletzt geändert von Kris am 24.08.2022 - 21:51, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Kurzvisite am Stubaier Gletscher 22.7.22

Beitrag von Kris »

Emilius3557 hat geschrieben: 03.08.2022 - 15:33
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Sommerskilauf am Schaufelferner, 8. August 2002. Ein in vielerlei Hinsicht heute schon historisches Photo. Man sieht klar und deutlich den Skibetrieb, mit vielleicht zwanzig Skifahrern (auch Starli?), entgegen der späteren Aussage der Bergbahnen, dass in diesem Jahr der Sommerskibetrieb eingestellt worden sei. Es gibt noch keine 8-EUB Schaufeljoch, die Verhältnisse schauen für heutige Bedingungen ganz in Ordnung aus, es ist quasi kein Blankeis zu sehen. In diesem Sommer wurde dort auch fast noch durchgefahren, bis auf drei Wochen Ende August, Anfang September

Also fast auf den Tag genau 20 Jahre her... (mein halbes Leben..., ein Wahnsinn)
Veränderung der "gewohnten" Landschaft stimuliert doch unser Gehirn, unsere Neugierde, unser "Wir suchen uns Rätsel zum Grübeln"-Bedürfnis.
Wäre die obere Ansicht auch heute noch so, so hätten viele diese nicht im Kopf präsent. Ja, es würde wohl nicht mal für Berichte im AF reichen. Wenn immer alles gleich wäre. Deshalb gibt es ja Threads wie "Neues in xyz" oder "Gletscherrückgang". Der Spannung durch Veränderung bin ich auch verfallen.
Vulkane sind übrigens auch spannende Teile, leider so weit weg :-)
Emilius3557 hat geschrieben: 03.08.2022 - 15:33 Bild

Blick zurück vom Fernauferner zum Skigebiet mit den Bergstationen Eisgrat und Rotadl (4-KSB). Man sieht, dass der Schaufelferner noch ein gutes Stück tiefer als der Eisgrat reicht und, dass die sog. Eisnase am Rotadlkopf noch intakt ist. Heute dort ja keinerlei Eis mehr. Links oben der Daunkogel und darunter die Stützen der SLte Daunferner


@Kris:
Vom obere Abschnitt stehen, wenn ich nicht irre, noch Teile der Gittermasten, die jetzt eine Stromleitung tragen. Parallel zum noch funktionierenden Schlepplift mit seiner tiefergelegten bergseitigen Umlenkstation.
Nein, die Stromleitung war meines Wissens "immer schon" unabhängig von den Schleppliften. Ich denke, es gibt Bilder, die drei Schlepplifte und die Stromleitung hier parallel zeigen und damit den oberen Schaufelferner ja so richtig vollgestellt haben.
Der "Ur-Schlepplift" Eisjoch, dessen Trasse zeigen deine Bilder doch sehr gut.
Da hast Du Recht, und ich oblag stattdessen meiner Wunschvorstellung ,-)
Die Stromleitung scheint nicht aus zusammengeklappten Portalmasten einer ehemaligen Schlepplifttrasse zu bestehen, sondern wurde offenbar von Anfang an derart konzipiert.
Ich nehme an, diese dient zur Stromversorgung für die Windach- und Gaiskarfernerlifte, und müsste demnach zu deren Zeit errichtet worden sein.

Eine interessante seltene Perspektive im Bild oben: Sie zeigt noch wie mächtig der an der Station Eisgrat vorbeifließende Gletscher war. Da ist fast nichts mehr da von, allenfalls entlang den Bergflanken unter Geröll.
Tauender Permafrost, weg-schmelzender Restschnee und das sich absinkende Gletscherniveau triggeren an warmen tagen immer wieder Gerölllawinen. Alle paar Minuten grollte es irgendwo.
Was vielleicht auch am morgendlichen kleinen regionalen Erdbeben gelegen haben kann. Jedenfalls könnte das Kopfzerbrechen bzgl. Sicherheit von Skifahrern und vor allen der Liftmasten der Schaufeljochbahn bereiten. Spazieren gehen mag jedenfalls übelegt sein.
Emilius3557 hat geschrieben: 03.08.2022 - 15:33 Warum sollte unterhalb der 6-KSB Trasse das Gelände ansonsten so planiert sein?
Irgendwie nahm ich an (wg. alter Postkaretn), dass die allererste Lifttrasse vom langen Eisjochlift am Gamsgarten etwas weiter links / östlich startete, und erst im Zuge der Doppelung verschwenkt (und am Mutterboden planiert) wurde evtl. wg. Gletscherrückkang unten. Dazu fanden sich dann aber keine Hinweise im Gelände.
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Re: Kurzvisite am Stubaier Gletscher 22.7.22

Beitrag von nomad »

Danke @kris für die weiteren Bilder.

Der Windach sieht ja von der Stubaier Seite noch schlimmer aus als von Sölden, na denn viel Spaß im Herbst. Auch der vor wenigen Jahren breiter in den Fels gebaggerte Weg Jochdohle -> Bergstation Eisjoch-KSB ist ja fast wieder weg.
Wenn ich mir dazu die riesige Felsinsel mitten im Eisjoch-Schlepper ansehe...ja, die Stubaier bekommen gewaltigen Spaß.

Beim Panorama-Lifthäusl am Tiefenbach dachte ich, als ich unten am Parkplatz stand, auch, dass es doch garnicht lange her ist, dass man das noch gefahren ist. Klar, am Ende sehr sehr steil, aber wenn man sich vorstellt, dass das vor einigen Jahren ein sanft geneigter Gletscherbuckel war und jetzt quasi senkrechte Wand? Bei dieser in den letzten (wenigen) Jahren immer beschleunigten Veränderung werden wir uns noch oft wundern müssen.

Zu den Schleppern Gamsgarten-Eisjoch:
Die liefen quasi genau auf der Trasse der KSB, die Planierung unten ist ja noch zu sehen, auch wenn man sich unterhalb des Eisgrats nicht vorstellen kann, dass da JEMALS ein Schlepplift hochging, aber zu der Zeit gab es eben auch noch keinen "Eisjoch-Steilhang", sondern einen ebenfalls flachen Gletscherbuckel bis unten in das Flachstück zum Gamsgarten/Rotadl.

Ich glaube, dass ich mit unserem Skiclub 1985 oder 1986 das erste Mal im Stubai war und seitdem mit leichten Unterbrechungen eigentlich jedes Jahr (mehrfach). Wenn du das Gebiet so gut kennst, machst du dir natürlich Gedanken, weil die Veränderung so extrem ist. Leider habe ich keine Bilder von den Zeiten als Kind, weil es eben "normal" war, jeden Herbst ins Stubai zu fahren, das würde mich wirklich mal interressieren, auch in Bezug auf die schrecklichen Klamotten, die wir damals getragen haben. *g
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