Problem Skischuh - Sohlenbrennen

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RLA1
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Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von RLA1 »

Hallo zusammen!
Ich darf mich vorweg kurz als neues Mitglied vorstellen.
Ich heiße Roman, bin 33 Jahre alt und komme aus Österreich :-).

Ich darf mich gleich einmal mit einer Frage an euch wenden, dabei geht es um ein
schwieriges Thema.

Ich habe seitdem ich 17 bin immer wieder Schmerzen im Schischuh, konkret geht es um Sohlenbrennen (damals begann dies mit einem Atomic-Schischuh).
Ich fing vor 5 Jahren mit dem Tourengehen an, zuerst ein Dynafit Tourenskischuh, danach der Atomic Backland und mind. 5 weitere Modelle (Scarpa, Fischer,....) welche ich testen
durfte. Doch bei jedem Schuh bekam ich, sobald die Schnallen geschlossen waren und ich die Abfahrt begann, nach wenigen Minuten starkes Sohlenbrennen.
Natürlich versuchte ich bereits viele verschiedene Einlagen (Sidas, Bootdoc, 2 Paar von verschiedenen Orthophäden,..).

Da jetzt mein Junior mit dem Skifahren beginnt musste wieder eine Alpinausrüstung her. Mit großem Bauchweh besuchte ich das Geschäft da bereits den Verdacht hatte,
dass die Wahl des Skischuh ein spannendes Thema wird. Ich kaufte schlussendlich den Atomic Hawk mit der Option, falls erforderlich, dass eine Rückgabe möglich ist.
Gestern am Abend trug ich zu Hause den Schuh für eine halbe Stunde durchgehend, tatsächlich fing, komischerweise dieses mal nur der rechte Fuß, an leicht zu brennen.
Konkret beginnt dies immer auf der Innenseite, unterhalb des Knöchels, bei der Erhöhung.
Ich bin auch der Meinung das es sich fast um ein Einlagenproblem handeln muss, ich kann es mir kaum anders vorstellen. Jedoch geht mir die Idee aus welche ich noch probieren könnte.
Jedoch bin ich am Verzweifeln und hoffe auf hilfreiche Tipps von euch welche ich probieren kann.
Beim Tourengehen war es zwar nicht angenehm, jedoch hatte ich beim Aufstieg nie Beschwerden, und die kurzen Abfahrten (vorwiegend Pistentouren) hielt ich gerade so aus.
Jetzt beim Üben und Skifahren mit dem Junior geht dies gar nicht, da kann ich nach 20 Minuten fast nicht mehr stehen.

Danke im Voraus.

lg

valdebagnes
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von valdebagnes »

Zum Anpasser/Orthopäden. Im Geschäft neigst du dazu einen bequemen aber zu lockern Schuh zu nehmen.
Erst beim Fahren wirst du dann merken, das es wieder brennt oder eben du kaum Kontrolle hast.
Auch wenn es teuer ist, es wird billiger als mehrere Fehlkäufe.
Gibt verschiedene Systeme (Strolz, Fischer Vaccum, usw.)
Jeder hat da so seine Vorlieben, ich hab jetzt nach 26Jahren den dritten Schuh von Strolz, Kollege ist auf Fischer gewechselt und auch zufrieden, war mehr eine Entscheidung der Verfügbarkeit.
Am besten im Skiort machen lassen, da kannst du bei Bedarf noch nachjustiert lassen.
christopher91
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von christopher91 »

Wie schon geschrieben zum Anlasser, zudem eine angepasste Sohle erstellen lassen. Die ist die 90 bis 100 Euro Wert damit du exakt aufstehst.
Martin_D
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von Martin_D »

Ich hänge mich mal hier dran mit einer Frage.
Bei mir werden demnächst wieder neue Skischuhe fällig. Es sollen angepasste Skischuhe werden, auch wegen meinen ausgeprägten Knick-, Spreiz-, Senk- und Plattfüßen. Für eine angepasste Sohle gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten.

(1) Man vertraut darauf, dass die angepasste Sohle vom Sportgeschäft die richtige ist.
(2) Man lässt sich nach dem Skischuhkauf bei einem Orthopädietechniker eine Sohle anfertigen.
(3) Man lässt sich vor dem Skischuhkauf bei einem Orthopädietechniker eine Sohle anfertigen und nimmt sie zum Skischuhkauf mit.

Welche der drei Varianten ist aus eurer Sicht die sinnvollste ?
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von ralleycorse »

3
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von tom75 »

4 Man geht zu Plank nach Sterzing und lässt sich ein paar Schuhe machen, die passen.
zirbl
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von zirbl »

RLA1 hat geschrieben: 13.01.2022 - 08:40
Gestern am Abend trug ich zu Hause den Schuh für eine halbe Stunde durchgehend, tatsächlich fing, komischerweise dieses mal nur der rechte Fuß, an leicht zu brennen.
Konkret beginnt dies immer auf der Innenseite, unterhalb des Knöchels, bei der Erhöhung.
Ich bin auch der Meinung das es sich fast um ein Einlagenproblem handeln muss, ich kann es mir kaum anders vorstellen. Jedoch geht mir die Idee aus welche ich noch probieren könnte.
Jedoch bin ich am Verzweifeln und hoffe auf hilfreiche Tipps von euch welche ich probieren kann.

lg
Könnte an dem Profil oder an der Breite der Einlage liegen, oder die Schale drückt aufs Kahnbein (sorry, ist mir nicht klar, welche Stelle du beschreibst), oder das Keil ist gewölbt und drückt von unten, oder der Innenschuh ist zu eng, oder v. a. m.
Aber wenn du den Schuh einfach so gekauft hast und mit nach Hause genommen hast, ist kein Wunder, dass es irgendwo schmerzt, es sei denn, dein Fuß sieht genauso aus wie die Formen in der Atomik-Fabrik.

Wer was für Lösungen in deiner Nähe bietet, findet man wohl am leichtesten heraus, wenn man im großen US-Atomic-Thread postet, da antwortet der Produktmanager von Atomic (unter dem Namen onenerdykid) direkt aus Altenmarkt, der auch viel mit der Entwicklung des Hawx-Modells zu tun hatte und auch nicht gleich allergisch auf "shop fit" reagiert: https://www.skitalk.com/threads/the-ato ... 64/page-46
zirbl
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von zirbl »

Martin_D hat geschrieben: 11.11.2022 - 17:33 Ich hänge mich mal hier dran mit einer Frage.
Bei mir werden demnächst wieder neue Skischuhe fällig. Es sollen angepasste Skischuhe werden, auch wegen meinen ausgeprägten Knick-, Spreiz-, Senk- und Plattfüßen. Für eine angepasste Sohle gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten.

(1) Man vertraut darauf, dass die angepasste Sohle vom Sportgeschäft die richtige ist.
(2) Man lässt sich nach dem Skischuhkauf bei einem Orthopädietechniker eine Sohle anfertigen.
(3) Man lässt sich vor dem Skischuhkauf bei einem Orthopädietechniker eine Sohle anfertigen und nimmt sie zum Skischuhkauf mit.

Welche der drei Varianten ist aus eurer Sicht die sinnvollste ?
Keine der drei Varianten sind besonders sinnvoll.

(1) - sehr unwahrscheinlich, es sei denn, der Verkäufer ist Orthopädietechniker, der zufällig einen Karrierewechsel gemacht hat.

(2) Der Schuh wird an einen Fuß angepasst, der auf einer Sohle steht. Sobald eine neue Sohle reinkommt, muss die Schale ggf. neu gefräst oder gedehnt werden. Außerdem müsste man einen Orthopädietechniker finden, der viel Ahnung vom Skifahren und nicht nur von Gehen und Laufen hat und sich darüber im klaren ist, dass es sich beim Skischuh um ein Millimeterspiel handelt.

(3) Siehe (2).

Schließe mich Tom an - vorausgesetzt das Budget es zulässt, ist die sinnvollste Variante, nach einem sehr guten Bootfitter zu suchen, der wohl auch selbst Orthopädietechniker ist und auch bereit ist, die Rückmeldungen von Kunden ohne FIS-Punkte ernstzunehmen, was eine sowieso enge Auswahl freilich noch enger macht. (Das ist übrigens nicht auf Plank bezogen, von dem ich keine Erfahrung habe.)
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von NeusserGletscher »

Martin_D hat geschrieben: 11.11.2022 - 17:33 (1) Man vertraut darauf, dass die angepasste Sohle vom Sportgeschäft die richtige ist.
(2) Man lässt sich nach dem Skischuhkauf bei einem Orthopädietechniker eine Sohle anfertigen.
(3) Man lässt sich vor dem Skischuhkauf bei einem Orthopädietechniker eine Sohle anfertigen und nimmt sie zum Skischuhkauf mit.

Welche der drei Varianten ist aus eurer Sicht die sinnvollste ?
Bei mir war es Variante (4): nachdem über Jahre die Probleme nicht langfristig von verschiedenen Fachhändlern gelöst werden konnten, habe ich in einem Fachgeschäft eine Sohle nach meinen Vorgaben fertigen lassen.

Aufgrund der Erfahrungen mit zahlreichen Varianten hatte ich eine ungefähre Ahnung, dass in meinem Fall die Probleme an meinem Körperbau (ca. 95kg @ 198cm) liegen und eine Vorstellung davon, wie eine Sohle für mich auszusehen hat. Sämtliches Material von der Stange, dazu zähle ich auch die sog. Customer-Sohlen aus der Tüte, sind nach meiner Erfahrung dafür nicht ausgelegt. Die Lösung bestand dann in meinem Fall aus einer thermisch angepassten Sohle mit deutlicher Erhöhung des Fußgewölbes, die bis vor den Ballen mit 55er Kork unterfüttert und lediglich unter dem Gewölbe ein wenig hohl geschliffen wurde. Der erfahrene Schuhdoktor hat dabei jedwede Rücknahme kategorisch ausgeschlossen. Letztendlich ist diese Art Sohle aber das, was für mich funktioniert. Diese Sohle fahre ich nun seit drei Jahren und ca. 25 Skitagen pro Saison mit einem eher harten Schuh aus dem Semi-Rennbereich mit einem extrem dünnen Innenschuh. Und im Ergebnis habe ich keine Probleme mehr. Vor allem scheint diese Lösung im Gegensatz zu allem anderen nicht nur kurz nach dem Kauf zu funktionieren, sondern auch noch nach > 50 Skitagen.

Die Schale habe ich selbst angepasst. Mittlerweile habe ich einen Holzleisten, auf dem die nötigen Anpassungen für die Schale dauerhaft verbleiben. Und die modernen Schalen lassen sich im Gegensatz zu vor 10 Jahren dauerhaft und ohne große Überdehnung auch zu Hause mit ein wenig Erfahrung selber bearbeiten.

Im Endergebnis fühlt sich der Schuh wie ein Pantoffel an. Aber ich kann auch Abfahrten mit offenen Schnallen machen, ohne es zu merken. So gut sitzen Schale und Sohle am Fuß.

Aus meiner Sicht wird die Sohle viel zu häufig unterschätzt. Die Sohle muss den Fuß den ganzen Skitag über in Position halten und ermöglicht erst ein präzises Steuern der Ski. Früher musste ich oft über den Skitag von der äußersten Raste bis zur innersten enger Schnallen und habe trotzdem nach ein paar Abfahrten nicht mehr die Ski so richtig unter Kontrolle gehabt. Aber mit jeder Raste wurde der Schuh auch schmaler, was leider meist sehr schmerzhaft war. Das alles ist nun Geschichte.

Prinzipell aber kauft man erst die Sohle und dann erst die Schale. Das ist meine Quintessenz aus 10 Jahren Odysee in Fachgeschäften.
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen

zirbl
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von zirbl »

NeusserGletscher hat geschrieben: 12.11.2022 - 10:16

Die Schale habe ich selbst angepasst. Mittlerweile habe ich einen Holzleisten, auf dem die nötigen Anpassungen für die Schale dauerhaft verbleiben. Und die modernen Schalen lassen sich im Gegensatz zu vor 10 Jahren dauerhaft und ohne große Überdehnung auch zu Hause mit ein wenig Erfahrung selber bearbeiten.
Chapeau.
NeusserGletscher
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Re: Problem Skischuh - Sohlenbrennen

Beitrag von NeusserGletscher »

zirbl hat geschrieben: 12.11.2022 - 12:39 Chapeau.
Ist eigentlich keine große Leistung. Den Leisten habe ich über einen engagierten Fachhändler bezogen. Und im Endeffekt ist es für mich einfacher, eine neue Schale selbst iterativ anzupassen, anstatt jedesmal mich mit einem Händler auseinander zu setzen. Statt im Spezialofen wird die Schale im heimischen Herd bei 50° Umluft vorgegart. Dann kommt der vorbereitete Leisten in die Schale und den Rest erledigt der Fön. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann das jeder.

Und wenn ich mal eine neue Schale gleichen Typs anpassen muss, spare ich mir die ganze Vorarbeit.
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