ThomasK hat geschrieben: 16.11.2022 - 20:55
Entweder wir schaffen es jetzt ENDLICH mit der Verkehrswende den notwendigen ökologischen Beitrag zu leisten oder aber die Klimaerwärmung wird mit gnadenlosem Tempo weitergehen.
Anteil des Verkehrssektors in Deutschland an den CO2 Emissionen: 20%. Anteil Deutschlands an den weltweiten CO2 Emissionen 2%. Anteil des deutschen Verkehrssektors an den weltweiten CO2 Emissionen: 0,4%. (jeweils ca. Angaben). Ich fürchte, die Klimaerwärmung wird so oder so weiter gehen.
skifam hat geschrieben: 16.11.2022 - 20:04
Mich würde mal ganz neutral interessieren ob es wirklich valide Daten in Studien gibt die modellieren können welcher Anstieg der globalen Mediantemperatur auf welche CO2 Emissionen zumindest auf das Jahrzehnt genau zurückzuführen sind.
Das wüsste ich auch gerne. Vor allem mit Angaben zur Fehlerfortpflanzungsrechnung.
ThomasK hat geschrieben: 16.11.2022 - 20:55
3. Wenig bzw. ökologisch heizen (Wärmepumpe usw.).
Vor allem Nachts, wenn bei Flaute der Strom aus dem Braunkohlekraftwerk kommt, ist das sicherlich die ökologischste Variante schlechthin. Mit Sicherheit vieeeel ökologischer, als direkt im Haus Gas zu verbrennen.
NeusserGletscher hat geschrieben: 16.11.2022 - 23:21
Vor allem Nachts, wenn bei Flaute der Strom aus dem Braunkohlekraftwerk kommt, ist das sicherlich die ökologischste Variante schlechthin. Mit Sicherheit vieeeel ökologischer, als direkt im Haus Gas zu verbrennen.
Vor allem, weil nachts gar nicht so viel geheizt wird. Vor allem, weil es in Deutschland kaum Flauten gibt, vor allem nicht im Winter und vor allem nicht nachts (selbst wenn das mal 1-2 Tage im Monat vorkommt, hätte man immer noch knapp 30 Tage, an denen keine Flaute ist). Und vor allem, weil du das Kernprinzip einer Wärmepumpe ganz offensichtlich überhaupt nicht verstehen willst: Wärmepumpen haben in Bezug auf die zugeführte Energie einen Wirkungsgrad von 400-500% (der Großteil wird ja eben ohne Emissionen oder Immisionen aus der Umgebungswärme gewonnen). Eine Gasheizung dagegen kann per se nur max. 100% der zugeführten Energie in Wärmeleistung umsetzen. Ja, damit ist eine Wärmepumpe im Prinzip vieeeel ökologischer als eine Gasheizung.
Aber vielleicht hast du auch nur wieder mal die Gelegenheit genutzt, das alte Gespenst der "Dunkelflaute" spuken zu lassen, mit denen EIKE und Heartland seit Jahrzehnten kleine Klimawandelskeptikerkinder zu ängstigen versuchen. Hui Buuh!!
ThomasK hat geschrieben: 16.11.2022 - 20:55
Entweder wir schaffen es jetzt ENDLICH mit der Verkehrswende den notwendigen ökologischen Beitrag zu leisten oder aber die Klimaerwärmung wird mit gnadenlosem Tempo weitergehen.
Dir ist bewusst, dass die CO2-Emissionen Deutschlands seit Jahren massiv sinken (minus 1/3 seit 1990), aber global seit Jahren konstant bleiben? Aber es ist gut, dass es gute, klimabewusste Menschen wie dich gibt. Das kompensiert Menschen wie mich, die gerne Auto fahren und Fleisch essen.
Vor allem, weil nachts gar nicht so viel geheizt wird. Vor allem, weil es in Deutschland kaum Flauten gibt, vor allem nicht im Winter und vor allem nicht nachts (selbst wenn das mal 1-2 Tage im Monat vorkommt, hätte man immer noch knapp 30 Tage, an denen keine Flaute ist).
Typischerweise gehen Heizungen so gegen 5-7 Uhr in den Tagbetrieb. Dann zieht der Kessel die meiste Energie, um den über Nacht ausgekühlten Baukörper wieder auf Temperatur zu bringen. In den Wintermonaten ist da um diese Zeit die Ausbeute aus Sonnenenergie praktisch vernachlässigbar. Und wie sehr die Ausbeute bei Wind schwankt, kann man sehr gut in dem Tagesprofil von Agorameter erkennen.
Die angegebenen Zahlen zum Wirkungsgrad von Wärmepumpen sind theoretische Werte, die von der Differenz zwischen Außentemperatur und Vorlauftemperatur abhängen. In der Praxis sinkt die Leistungszahl mit zunehmender Differenz zwischen Außenluft und Vorlauftemperatur. Gerade morgens, wenn es draußen noch kalt und der Wärmebedarf des Gebäudes am größten ist, geht die Leistungszahl in den Keller. Auch, weil die witterungsgeführte Heizungsregelung die Vorlauftemperatur erhöht. Was selbstverständlich von Gebäudetyp und Sanierungsgrad abhängt. Kleines Bonmont am Rande: Jahrzehntelang haben Heizungsfachleute ihren Kunden kleinere Heizkörper aufgeschwatzt, weil die vorherigen ja "völlig überdiminesioniert" waren. Mit dem Aufkommen von Wärmepumpen verkaufen sie nun wieder Heizkörper mit größeren Flächen und mehr Leistung, um die Vorlauftemperatur um jeden Preis abzusenken.
Wenn der Strom für die Wärmepumpe aus einem konventionellem Kraftwerk stammt, muss man auch noch dessen Wirkungsgrad in die Betrachtung mit einbeziehen. Hinzu kommt dass die Verstromung von Braunkohle mit die umweltschädlichste Variante ist.
Wer angesicht der allgemein zugänglichen Tagesprofile glaubt, es gäbe kein Problem mit der Dunkelflaute, der hat das Problem mit der Volatilität der Erneuerbaren nicht verstanden. Im ungünstigsten Fall muss sich Deutschland auch mal ein paar Wochen aus dem Akku mit Strom versorgen. Derzeit reichen alle Speicherkapazitäten, gemessen am aktuellen Strombedarf, derzeit nur für ca. eine Stunde.
Bevor wir noch mehr fossile Verbraucher durch elektrische ersetzen, müssen daher die Speichermöglichkeiten massiv ausgebaut werden. Kombiniert mit dem Ausbau von EE aus südlichen Gefilden, wo Sonne wesentlich effizienter in Energie umgewandelt werden kann als in hiesigen Breiten. Oder der Wind halt zuverlässiger weht. Auch bei mehreren tausend Kilometern sind die Transportverluste durch moderne Hochspannnungsleitungen geringer als durch die Wandlung in Wasserstoff. Andererseits lässt sich Wasserstoff leichter bevorraten und macht ggf. dort Sinn, wo man erst eine aufwändige Ladeinfrastruktur für PKW bereit stellen muss.
Nur ist nichts von dem derzeit in nennenswertem Umfang in der Planung und steht erst recht nicht in industriellem Maßstab zur Verfügung. Und solange die Energiewende von Leuten voran getrieben wird, die in ihrem Leben noch nie etwas mit Energietechnik zu tun hatten, wird das wohl auch nichts werden.
NeusserGletscher hat geschrieben: 17.11.2022 - 10:45
Im ungünstigsten Fall muss sich Deutschland auch mal ein paar Wochen aus dem Akku mit Strom versorgen
Dieser Fall soll wann unter welchen Bedingungen eintreten? Vielleicht kann Kapi einer der Wetterexperten mal erläutern, wann aus den Wetteraufzeichnungen einer wochenlange Dunkelflaute deutschlandweit geherrscht haben sollte, in der potentiell kein Solar- oder Windstrom hätte erzeugt werden können.
Selbstverständlich ist Management zwischen Erzeugung und Speichern eine der ganz entscheidenden Herausforderungen für ein Energiewende. Aber die von unserem EIKE-Fan suggerierte Speichertechnologielücke zwischen 1h und 1 Monat ist manipulativer Unsinn! Welche Quellen wohl für die Zahlen herangezogen wurden? Tichys Einblick?
@NeusserGletscher:
Dito.
Bis auf den Teil zum Wasserstoff, so schön es ist nen Mirai zufahren: Ich wollte auch ne Brennstoffzellenheizung für unser Mehrfam 40+ Haus.... die Fachplaner und Energieberater haben uns angegrinst und gesagt die Leistung reicht nicht, auch bei Luftwärme und Erdwärme nicht....ergo Erdwärme (Tief nicht flach)Hybrid (mit Gastherme).
Wasserstoff ist schick aber real leiderleider keine Lösung.
Zuletzt geändert von skifam am 17.11.2022 - 11:59, insgesamt 1-mal geändert.
Jan Tenner hat geschrieben: 17.11.2022 - 11:07
Aber die von unserem EIKE-Fan....
Entspricht diese Art von Trollerei dem hier im Forum gewünschten Umgang?
Unter anderem sind sog. Inversionswetterlagen prädestiniert für Situationen, in denen es am Boden weder Licht noch Wind gibt. Denn gäbe es Wind, würde sich die Nebendecke schnell verflüchtigen. Und es ist nach meiner Erinnerung noch gar nicht so lange her, dass ganz Deutschland über einen extrem trüben (Dezember-?) Monat stöhnte und jeder am Ende froh war, als sich endlich mal wieder die Sonne zeigte. Offenbar aber nimmt die Zahl der Nebeltage insgesamt durch den Klimawandel ab.
Die Frage, wie häufig so etwas auftritt, ist zu einem gewissen Grad irrelevant. Airbag und Sicherheitsgurt braucht man auch nur dann, wenn es einen Unfall gibt. Trotzdem muss man sie für die gesamte Lebensdauer des Autos mit spazieren fahren und bezahlen. Die Frage lautet daher eher, mit welcher Versorgungssicherheit wir bei der Energiewende kalkulieren und ab wann wir bereit sind oder es uns leisten können, Industrie und Privatleben bei ungünstiger Witterung herunter zu fahren. Oder in wie weit uns Fernleitungen dann aus der Patsche helfen können. Letztendlich läuft es nach meinem Verständnis auf einen Mix von Speicher und Fernleitungen hinaus. Nur wird es Jahrzehnte dauern, bis diese in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Man muss sich ja nur das Tempo beim Ausbau der Fernleitungen von Norden nach Süden anschauen um eine Vorstellung davon zu erhalten, wie lange es dauern wird, um wesentliche Teile der heutigen fossilen Nutzung zur Energieerzeugung dauerhaft und ausfallsicher auf EE umzustellen.
Edit: Habe noch diesen Bericht über eine europaweite Inversionswetterlage gefunden. Heisst, wochenlang kaum oder kein Wind. Andere Quellen bezeichnen diesen Monat aber als sehr sonnenreich. Was angesichts des niedrigen Sonnenstands aber kaum gereicht hätte, um den Energiebedarf Deutschlands zu decken.
Verantwortungsbewußte Energieexperten würden daher auf jedenfall damit rechnen, dass in Deutschland und seinen Nachbarländern Sonne und Wind auch mal für ein paar Wochen keinen nennenswerten Beitrag liefern können. Letztendlich ist alles eine Frage der Eintritts-Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse und der Verfügbarkeit, die wir als akzeptabel ansehen.
Zuletzt geändert von NeusserGletscher am 17.11.2022 - 12:05, insgesamt 2-mal geändert.
Bei Fußbodenheizungen würde ich davon ausgehen, dass die Nachtabsenkung früher beginnt, der Tagbetrieb aber wegen der Trägheit des Systems entsprechend früher eingestellt wird. Bei FBH macht es mehr Sinn, die Steuerung mit der Wetterprognose zu koppeln. Damit nicht unnötig am Morgen die Heizung hochfährt, wenn für den Tag warme Temperaturen angekündigt werden.
NeusserGletscher hat geschrieben: 17.11.2022 - 12:03
Bei Fußbodenheizungen würde ich davon ausgehen, dass die Nachtabsenkung früher beginnt, der Tagbetrieb aber wegen der Trägheit des Systems entsprechend früher eingestellt wird. Bei FBH macht es mehr Sinn, die Steuerung mit der Wetterprognose zu koppeln. Damit nicht unnötig am Morgen die Heizung hochfährt, wenn für den Tag warme Temperaturen angekündigt werden.
Das ist in der Theorie inkl. sog. wetterapp richtig, wird aber regelmässig nicht nur bei uns von der Praxis ausgebremst.
Inzwischen, aufgrund unserer über 4 Jahre Erfahrung mit hypermoderner smarter Technik: bin ich der Meinung das solche Regelsysteme nur denen nützen die sie vertreiben/warten. Der User der sich damit beschäftigt und selbst nachreguliert ist besser, aber wer hat dazu Zeit? Die Ersparniss sprich am Ende auch die CO2 Reduktion steht leider in keinem Verhältniss zu den Kosten, erst recht nicht wenn man die durch die Technik bedingten Defekte mit einberechnet die eben auch Geld und ZEIT kosten.
Ist halt alles ein grosses Geschäft....
NeusserGletscher hat geschrieben: 16.11.2022 - 23:21
Anteil des Verkehrssektors in Deutschland an den CO2 Emissionen: 20%. Anteil Deutschlands an den weltweiten CO2 Emissionen 2%. Anteil des deutschen Verkehrssektors an den weltweiten CO2 Emissionen: 0,4%. (jeweils ca. Angaben). Ich fürchte, die Klimaerwärmung wird so oder so weiter gehen.
Was aber andererseits heisst, dass 1% der Weltbevölkerung für 2% der Emissionen verantwortlich ist bzw. der Verkehrssektor für 1% der Weltbevölkerung für 0,4% aller CO2 Emissionen weltweit.
Und irgendwie kommt es mir bei deinen Zahlen immer so vor (kann aber auch nur meine falsche Interpretation sein), als ob es so dargestellt wird, dass nur Deutschland die Emissionen reduziert. Das stimmt ja nicht, auch viele andere Länder sind dabei, diese zu senken.
NeusserGletscher hat geschrieben: 16.11.2022 - 23:21
Vor allem Nachts, wenn bei Flaute der Strom aus dem Braunkohlekraftwerk kommt, ist das sicherlich die ökologischste Variante schlechthin. Mit Sicherheit vieeeel ökologischer, als direkt im Haus Gas zu verbrennen.
aktuell hat du recht. Deshalb sollte man meiner Meinung nach aber auch 1.) die Produktionsmöglichkeiten für EE massiv erhöhen, 2.) Lösungen für etwaige Ausfallzeiten herstellen (Abschalten energieintensiver Produktionen, Speicher, Ersatzkraftwerke) und 3.) die Wärmeproduktion mit Strom fördern. Denn wenn, nur mal angenommen, alle Häuser/Wohnungen eine Wärmepumpe hätten, wäre einerseits die Effizienz besser und andererseits könnte man dann vom Staat aus zentral Punkt 2 angehen und aus der fossilen Nutzung aussteigen.
Aktuell haben wir genug Kraftwerke, um Dunkelflauten abzudecken (und dafür werden die AKWs noch nicht mal benötigt). Diese müssen ja nicht gleich abgerissen werden! Wenn sie in Reserve gehen, kann man sie ja, wenn benötigt, nutzen. Klar muss man dafür die Stromvergütungsberechnung ändern (es kostet einfach, ein Kraftwerk vorzuhalten, also muss man einen jährlichen Fixbetrag hier bereit sein zu zahlen). Aber damit diese Kraftwerke nur so selten wie möglich verwendet werden müssen, müssen die EE Produktion ausgebaut werden und dann auch andere, eher klimafreundliche Möglichkeiten der Energiespeicherung, ausgebaut werden.
Wenn wir, theoretisch, 100% des Energiebedarfs aus EE erzeugen könnten, dann wäre der CO2 Ausstoss, der von den fossilen Kraftwerken an 30 oder so Tagen, wenn mal nicht genug EE Energie verfügbar ist, entschieden weniger ein Problem (da könnte man dann ja die EE auf 120% ausbauen und dann mit der in manchen Zeiten vorhandenen Überkapazität CO2 aus der Luft Abscheider betreiben).
Und ein, zumindest für mich, riesen Vorteil der Wind- und Solarkraft: wenn ich mir anschaue, wie viel Geld jedes Jahr auch an fragwürdige Länder gezahlt wird, nur damit wir unseren fossilen Energiehunger stillen, was man mit diesem Geld alles machen könnte! Klar wird man nie ganz davon weg kommen, aber weniger Abhängigkeit macht freier.
NeusserGletscher hat geschrieben: 16.11.2022 - 23:21
Anteil des Verkehrssektors in Deutschland an den CO2 Emissionen: 20%. Anteil Deutschlands an den weltweiten CO2 Emissionen 2%. Anteil des deutschen Verkehrssektors an den weltweiten CO2 Emissionen: 0,4%. (jeweils ca. Angaben). Ich fürchte, die Klimaerwärmung wird so oder so weiter gehen.
Vor allem Nachts, wenn bei Flaute der Strom aus dem Braunkohlekraftwerk kommt, ist das sicherlich die ökologischste Variante schlechthin. Mit Sicherheit vieeeel ökologischer, als direkt im Haus Gas zu verbrennen.
Die Logik finde ich immer wieder typisch - ist so klar und deutlich: Sollen es doch die anderen machen...
Pro Kopf liegt unser CO2 Ausstoss aber ganz vorne mit dabei...
Wenn man der Logik weiter folgt: Indien ist einer der grössten CO2 Verursacher der Welt, das 3,4 fache von Deutschland - DIE sollten was machen.
Der Logik folgend müsste Indien somit mindestens Ihren Verbrauch auf ein drittel senken um nur so schlimm wie wir zu sein.
Dummerweise verbrauchen die pro Kopf fast nur 1/5 von uns!
Also dann geht mal zum indischen Bauern und sagt Ihm so lange er nicht seinen Verbrauch auf 1/15 von unserem Verbrauch senkt machen wir gar nix????
Sehr merkwürdige Argumentation...
Natürlich - den grössten Hebel haben die USA. Hoher pro Kopf Verbrauch und hohe Bevölkerung. Aber so viel später kommen wir nicht...
Und wenn die USA ihren Verbrauch pro Kopf drastisch senken würden, das würde eben auch nicht reichen. ALLE müssen es senken. Und die mit dem höchsten pro Kopf Anteil am meisten.
Und da sind wir dabei.
ThomasK hat geschrieben: 16.11.2022 - 20:55
Da muss sich die Politik in Deutschland den Vorwurf gefallen lassen, einerseits viel zu wenig zu tun und zudem andererseits mit völligen Fehlanreizen wie dem Dienstwagenprivileg, der Pendlerpauschale und der Dieselsubventionierung völlig kontraproduktiv zu handeln.
sorry, für den kurzen Exkurs, aber ich kann es ehrlich nicht mehr hören, bzw. lesen.
- Ich habe schon x-mal erklärt, dass es kein "Dienstwagenprivileg" gibt. Es gibt eine pauschalierte Besteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung von Dienstwagen
- die Pendlerpauschale ist verkehrsmittelunabhängig. Die Kosten um zur Arbeit zu kommen sind in unserem Steuersystem Werbungskosten und müssen daher zum Abzug zugelassen werden (vom BVerfG so entschieden). 30 ct für den Entfernungskilometer, entspricht 15 ct für den gefahrenen Kilometer und spiegelt damit nicht Ansatzweise die tatsächlichen Kosten wieder. Außerdem wirkt es sich wegen dem Arbeitnehmerpauschbetrag häufig nicht aus.
- nur weil der Diesel geringer besteuert wird als Benzin ist das noch lang keine Subvention. Du tust ja gerade so, als ob man fürs Diesel fahren noch was bekommt.
ralleycorse hat geschrieben: 17.11.2022 - 15:34
Natürlich - den grössten Hebel haben die USA. Hoher pro Kopf Verbrauch und hohe Bevölkerung. Aber so viel später kommen wir nicht...
Das ist natürlich Quatsch. Jeder US-Bundesstaat hat nur auch nur einen CO2-Ausstoß von unter 2% am globalen Ausstoß. Also brauchen die Einwohner aller US-Bundesstaaten auch überhaupt nichts einsparen, bringt ja nichts...
kaldini hat geschrieben: 17.11.2022 - 13:46
Was aber andererseits heisst, dass 1% der Weltbevölkerung für 2% der Emissionen verantwortlich ist
Eine Industrienation, die zudem klimatisch so aufgestellt ist, dass sie 4-6 Monate im Jahr heizen muss, verbraucht pro Kopf doppelt so viel wie der Durchschnitt auf der Erde. Wo ist hier die Nachricht? Zunächst einmal würde ich an die 2% ein Fragezeichen setzen, weil wir einerseits CO2-intensive Fertigungsprozesse ins Ausland verlagert haben, andererseits aber auch viele Waren mit dem entsprechenden Fußabdruck exportieren. Andererseits finde ich diese Diskussion darüber, wer wo wieviel sparen soll oder muss, ziemlich ermüdend. Deutschland hat ja bereits seine Emissionen reduziert. Alles, was darüber hinaus geht, wird mit erheblichen Einbußen bei Wohlstand und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verbunden sein, wenn wir die bekannten Knackpunkte bei den EE nicht bald lösen.
ralleycorse hat geschrieben: 17.11.2022 - 15:34
Die Logik finde ich immer wieder typisch - ist so klar und deutlich: Sollen es doch die anderen machen...
Das war nicht der Sinn meiner Antwort. Ich habe damit nur klar gestellt, dass selbst, wenn wir den Verkehrssektor auf Null reduzieren, wird dies keinerlei messbare Auswirkungen auf das Klima haben.
Wir sollten uns davon freimachen, dass Deutschland stets überall Vorreiter spielen soll. Und vor allem auf eine Weise, wo es nichts nutzt, sondern reine Symbolpolitik bleibt.
Ich habe nichts dagegen, wenn Deutschland Vorreiter wird bei der Erforschung von Speichern für EE. Oder beim Ausbau von Fernleitungen, die mit geringen Verlusten Strom aus EE von dort, wo man EE effizienter, sicherer und kostengünstiger erzeugen kann, dann dorthin transportiert, wo die Energie benötigt wird.
Leider wird der ganzen Klimadiskussion immer wieder der falsche Spin gegeben, um im Kielwasser von Dauergeplärre, Kippunkten und Endzeithysterie sein eigenes Süppchen zu kochen. Bestimmte Kreisen war Individualverkehr schon immer ein Dorn im Auge, ebenso ist dort latent immer wieder zu sehen, dass diese Kreise ihren Mitmenschen ein in ihren Augen "richtiges" Verhalten aufnötigen wollen.
Was wir aber brauchen, ist eine Diskussion darüber, dass wir schnellstmöglich viel Geld in die Erforschung und Erprobung der bestmöglichen Alternativen für fossile Energiequellen stecken. Und uns auch einmal Gedanken darüber machen, wie wir die stoffliche Nutzung von Erdöl vermindern können. Denn ohne Erdöl gibt es nach jetzigem Stand der Technik halt auch keine Windräder.
Doch dafür brauchen wir Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure.
Und wir brauchen (technische) Lösungen und keine Energie- Plan- und Mangelwirtschaft nach dem Vorbid der DDR.
Edit:
Randbemerkung: Der Begriff "Dunkelflaute" ist in der Tat etwas irreführend. Der damit gemeinte Leistungsabfall bei EE kann in den Wintermonaten auch bei einer von Hochdruck geprägten Wetterlage eintreten. Weil dann die mögliche Ausbeute bei Solar sich auf wenige Stunden um die Mittagszeit beschränkt und es bei Hochdrucklagen tendenziell wenig Wind weht. Ohne Speicher müssten dann die Solarparks nicht nur den aktuellen Bedarf decken, sondern auch die (derzeit noch nicht vorhandenen) Speicher in dieser Zeit füllen, um für den Rest des Tages Deutschland mit Energie zu versorgen.
Energiemangel kann daher bei 100% EE schon eintreten, wenn es hell ist. Dann muss der Strom entweder aus Speichern oder per Fernleitung aus südlichen Gefilden fliessen.
Eine interaktive Karte, die Gebiete zeigt, die vom Anstieg des Meeresspiegels und von Überschwemmungen an der Küste bedroht sind. Kombiniert das fortschrittlichste globale Modell der Küstenerhebungen mit den neuesten Prognosen für künftige Hochwasserstände.
Das Tool geht leider nur bis 10 Meter Anstieg hoch. Eine Zeitung hat daraus Karten gemacht und aufgeschaltet.
Der Winchcombe-Meteorit 2021, ein einzigartiger und unberührter Zeuge aus dem äusseren Sonnensystem.
Es gibt zwei konkurrierende Hypothesen, wie das Wasser auf die Erde gelangt ist. Die eine geht davon aus, dass der Stoff schon bei der Entstehung der Erde in das Material eingeschlossen war, aus dem sich die Erde zusammengefügt hat. Die andere Theorie besagt, dass die junge Erde dafür zu heiss war: Hätte es Wasser gegeben, wäre es durch die intensive Sonneneinstrahlung grossteils verdampft und durch Sonnenwinde ins All geweht worden. Nur in der äusseren Region des Sonnensystems flogen demnach Brocken mit Wassergehalt herum. Von dort, so die Hypothese, sei der Stoff dann später über Kometen und Asteroiden auf die Erde gefallen.
Neben den aufschlussreichen Wasserstoffisotopen enthält der Winchcombe-Meteorit auch viele komplexe chemische Verbindungen auf der Grundlage des Elements Kohlenstoff. Sogar Aminosäuren sind darunter, die in der irdischen Biologie eine wichtige Rolle als Bestandteile von Proteinen besitzen. "Präbiotische Moleküle wie diese Aminosäuren sind entscheidende Komponenten für die Entstehung von Leben", betonen die Forscher. "Ihr Vorhandensein in dem reinen Winchcombe-Meteoriten zeigt, dass diese organischen Substanzen durch Meteoriten auf die junge Erde gebracht worden sein können."
Zur Information um die Erde gibt es eine Wasserstoffzone, die man über die Mondumlaufbahn nachweisen kann. Vielleicht gibt es eine Studie wo aufzeigt, wie viel Wasserstoff der Planet Erde ans All verliert.
Das Fahrrad und der ÖPNV sind keinesfalls immer besser als ein effizient eingesetzter Verbrenner PKW...
Stimmt das denn ohne die Ideologiebrille gesehen?
"Wie wirkt sich das auf die Gesellschaft aus, wenn Personen – in diesem Fall ein Professor – die Fakten fehlerhaft auslegen? Es erweckt den Eindruck, dass es keine Einigkeit gibt. Dabei gibt es die eindeutig: In der Verkehrswissenschaft ist es zum Beispiel unbestritten, dass Elektroautos klimaschonender sind als Autos, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Wenn man aber – aus welchem Grund auch immer – etwas gegen Elektroautos hat, kommt einem eine solche Kolumne sehr gelegen. Weil sie suggeriert, dass alles relativierbar ist – und damit auch etwas, das nicht den eigenen Präferenzen entspricht."
Ich habe es bisher (unbestritten aus Bequemlichkeit) noch nicht geschafft, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Aber ich würde nie auf die Idee kommen zu behaupten, dass es mit dem Auto umweltfreundlicher ist als wenn ich selber strampeln würde.
Ich weiß nicht, wie man als Professor solche Rechnungen aufstellen kann, wenn man ernst genommen werden will. Was ist mit dem CO2-Verbrauch für die Herstellung von Auto und Rad? Was ist mit der Herstellung von Treibstoff für Autos? Wo werden die gesundheitlichen Vorteile vom Radfahren berücksichtigt, was sich wiederum auf Kosten und Umwelt auswirkt? Wie oft sitzen 4 Personen in einem solch sparsamen Auto? Man könnte noch viele Fragen zu den getroffenen Annahmen und deren Realität stellen.
"Leider gilt die klägliche Bilanz auch für Veganerinnen und Veganer.
Viele vegane Speisen sind erstaunlich CO2-intensiv. Gut fürs Klima sind eigentlich nur reine Nudelesserinnen und Nudelesser. Sie verursachen pro Personenkilometer etwa 12 Gramm CO2, also knapp die Hälfte des Autos. Aber leider werden sie bald Eiweissmangelerscheinungen haben."
Erst eine Behauptung aufstellen, welche er selber im nächsten Satz widerlegt und dann auch noch eine pauschale Behauptung aufstellen, als könne man sich nur mit Fleisch abwechslungsreich ernähren, ohne Mangelerscheinungen zu bekommen.
Natürlich sollte man die Fakten klar benennen und nicht durch eine rosarote Brille sich das ganze Schönrechnen....allerdings in allen Belangen/Richtungen.
Aber das hier scheint mir ein eher verzweifelter Versuch, Aufmerksamkeit zu erlangen, damit er im Gespräch ist. Oder aber er war in dem Stau (bei einer Critical Mass ) gestanden, hatte einen dicken Hals und daraus entstand so ein Artikel
NeusserGletscher hat geschrieben: 17.11.2022 - 16:14
Randbemerkung: Der Begriff "Dunkelflaute" ist in der Tat etwas irreführend. Der damit gemeinte Leistungsabfall bei EE kann in den Wintermonaten auch bei einer von Hochdruck geprägten Wetterlage eintreten. Weil dann die mögliche Ausbeute bei Solar sich auf wenige Stunden um die Mittagszeit beschränkt und es bei Hochdrucklagen tendenziell wenig Wind weht. Ohne Speicher müssten dann die Solarparks nicht nur den aktuellen Bedarf decken, sondern auch die (derzeit noch nicht vorhandenen) Speicher in dieser Zeit füllen, um für den Rest des Tages Deutschland mit Energie zu versorgen.
Energiemangel kann daher bei 100% EE schon eintreten, wenn es hell ist. Dann muss der Strom entweder aus Speichern oder per Fernleitung aus südlichen Gefilden fliessen.
Wie wäre es denn, wenn man diese Zeit erstmal (und nur dann) mit Gaskraftwerken überbrückt?
skifam hat geschrieben: 18.11.2022 - 18:00
So jetzt bin ich ja mal gespannt ... auf die üblich verdächtigen Kommentare aber vielleicht auch interessante Kommentare zu:
Das Fahrrad und der ÖPNV sind keinesfalls immer besser als ein effizient eingesetzter Verbrenner PKW...
Stimmt das denn ohne die Ideologiebrille gesehen?
Viel S!ass beim diskutieren!!
Ernährst du dich auch wie der hypothetische Fahrradfahrer in diesem Artikel ausschließllich von Rindfleisch ?
Ich glaube sicherlich nicht jede Ökoberechnung aus der grünen Ecke unbesehen, aber der Fahrradvergleich ist schon hochgradig skuril
Neben dem schon angesprochenen Rindfleischthema kommt ja das Benzin durch Zauberhand in den Tank z.B.; da entsteht bestimmt kein CO2 auf dem Weg vom Ölfeld in die Raffinerie und zur Tankstelle
Schon physikalisch sollte es klar sein, daß das Bewegen z.B. eines 15 kg Fahrrads weniger Energie benötigt als eines 1,5 t Kfz.
Hab auch grad keine Lust, groß auf die Argumente einzugehen (da ist vermutlich Hopfen und Malz sowieso längst verloren).
Aber mal ganz auf die Schnelle:
Ein Liter Superbenzin hat ca. 10 kWh Energie. Bleiben wir beim o.g. Beispiel mit 5 Litern , dann wären es 50 kWh pro 100 km beim Verbrennerauto.
(Mit einem BEV dürfte man, bei ähnlich defensiver Fahrweise, aufgrund der weitaus höheren Effizienz locker mit 15 kWh auskommen, soviel noch dazu.)
=> 50 kWh oder 180 MJoule
Dem Radfahrer geben wir seine 2500 kcal, sind das umgerechnet grad mal 10,5 MJoule, oder 2,9 kWh.
D.h. mal eben Faktor 18 weniger!
GIFWilli59 hat geschrieben: 18.11.2022 - 20:10
Wie wäre es denn, wenn man diese Zeit erstmal (und nur dann) mit Gaskraftwerken überbrückt?
Jüngsten unbestätigten Gerüchten zufolge arbeitet die Grün-Rote Bundesregierung an Plänen, vor Bornholm Unterwasser-Gaskraftwerke zu errichten. Damit wären gleich zwei gravierende Probleme gelöst. Einmal kann man die Kraftwerke nicht sehen und Umweltpolitik funktioniert ja oft seit Jahren nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Außerdem landet das CO2 nicht mehr in der Atmosphäre, sondern kann direkt vom Meer aufgenommen werden.
Scherz beiseite. Das war ja mal der Plan, bevor Grün-Rot uns zur Speerspitze der Sanktionen gegen Russland gemacht hat. Nun verdient Russland trotz erst mal gesunkener Exporte wegen gestiegener Preise mehr Geld als zuvor *1) und wir verbrennen Kohle und Fracking-Gas. Beides ist klimatisch, sagen wir mal umstritten. Das nennt man dann wahrscheinlich grüne Realpolitik.
Außerdem ist es keineswegs so, dass uns unsere amerikanischen "Freunde" aus alter Verbundenheit mit ihrem Drecksgas aus der Patsche helfen. Sie bestehen auf langfristigen Lieferverträgen mit Laufzeiten von 15 bis 20 Jahren. Quelle: mal nachdenken, auf welchen Seiten das wohl stehen könnte. Heisst, das ganze Gerede von der Energiewende ist dummes Geschwätz, solange wir uns vertraglich über solch lange Zeiträume an fossile Brennstoffe binden.
*1) Zitat: Die Einfuhren aus dem osteuropäischen Land in die EU allerdings stiegen in der gleichen Zeit massiv um 85,8 Prozent auf 101,8 Milliarden Euro. Grund hierfür sind die deutlich gestiegenen Preise für die Energieimporte.
Edit: Zitat ergänzt
Zuletzt geändert von NeusserGletscher am 19.11.2022 - 07:36, insgesamt 2-mal geändert.