Station 2 meines Winterauftakts führte mich heute nach St. Moritz, wo die beiden Skigebiete Corviglia und Corvatsch jeweils mit einem reduzierten Vorsaisonsangebot geöffnet waren.
Der Tag, der sich von der Früh weg traumhaft präsentierte, hätte heute aber nicht zwangsläufig im November sein müssen. Bezüglich der Schneekonsistenz war kein Unterschied zum Hochwinter spürbar. Es herrschten in beiden Skigebieten traumhafte Teilskigebiete. Die Details zu den Teilskigebieten schreibe ich unten dann wieder, wenn es chronologisch passt.
Ich startete um ca. 08:00 Uhr in Celerina und fuhr dann bis 12:20 Uhr auf der Corviglia. Anschließend machte ich mich auf zum Corvatsch und blieb dann dort bis zum Betriebsschluss.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Corviglia:
Im Teilskigebiet Corviglia konzentrierte sich das Skiangebot rund um das Plateau-Nair. Zusätzlich waren auch Trais Fluors und Alp Giop mit je einer Piste geöffnet. Auch wenn das Angebot an sich noch beschränkt ist, war es so dennoch abwechslungsreich genug für einen halben Tag.
Die Pisten waren allesamt schon sehr breit präpariert. Die Präparation der Pisten selbst war engadin-typisch hervorragend. Auch die Schneequalität selbst war noch einmal eine Liga besser, als in Davos, was aber nicht heißen soll, dass es in Davos schlecht war.
Die Pisten füllten sich rasch. Das skifahrerische Niveau war hoch, was für mich eine deutliche Umgewöhnung im Vergleich zu Davos war. Die Pisten wurden aber nur selten kritisch voll. An den Bahnen konnte man, mit Ausnahme des Plateau-Nair-Sessels stets durchgehen. Am Plateau-Nair-Sessel konnte man die Wartezeiten jedoch über die Singleline vermeiden (vorausgesetzt man hatte vor einem nicht jemanden, der nicht auf 4 Zählen kann…)
Nun lasse ich aber die Bilder sprechen.

Der Blick aus dem Plateau-Nair-Sessel machte am Morgen schonmal gleich Lust

Blick zum Glüna. Die blaue Piste dort war schon grundpräpariert und geht dann hoffentlich bald auf.

Einfach krass, auch welcher Breite die St. Moritzer den Paradehang im Corviglia-Skigebiet schon zum Saisonbeginn hinbekommen. Respekt!

Geil, geil, geil

Rückblick Plateau-Nair-Piste. Herrlich wars

Blick auf Marguns

Blick auf die Corviglia

Abfahrt am FIS-Sessel

Blick auf die Talstation des FIS-Sessels. Während es im Tal noch schattig ist, ist es auf der Corviglia schon herrlich sonnig.

Auch wenn es schon etwas winterlich aussieht. Naturschnee liegt so gut wie keiner.

Am Trais Fluors war nur die blaue Abfahrt geöffnet. Auf der roten Abfahrt wird noch fleißig beschneit. Hier sieht es gut aus und ich rechne auch hier mit einer baldigen Öffnung. Die Schwarze wurde noch nicht beschneit und ist quasi aper.

Auf der Abfahrt zur Alp Giop. Auch am Salastrains-Sessel, den man hier kreuzt, gibt es beachtliche Beschneiungsresultate

Abseits der beschneiten Pisten sieht es jedoch so aus.

Blick Richtung Corvatsch, der am Morgen noch komplett im Schatten liegt

Blick auf die Mittelstation Signal. Auf St. Moritzer Seite war nur bis hierher geöffnet. Tiefergelegene Abfahrten waren allesamt noch geschlossen

Vom Alp Giop-Sessel geht es nur über diese flache Verbindung wieder zurück ins Hauptgebiet

Auch im oberen Teil des Salastrains-Sessels wurde schon grundpräpariert.
Da die Talabfahrt nach St. Moritz noch geschlossen ist, fuhr ich dann mit der Bahn um 12:20 Uhr ins Tal und erreichte dort den (verspäteten) Bus um 12:26 Uhr zur Corvatschbahn
Corvatsch:
Fürchterlich am Corvatsch ist einfach die fehlende Abstimmung zwischen Bus und Seilbahn. Die Busse kommen zu den Minuten 00, 10, 20, usw. an. Die Corvatschbahn fährt aber natürlich 00, 20 und 40. Es wäre doch so einfach, die Corvatschbahn um 5 Minuten zu schieben…
Ich kam um 12:40 Uhr an (+ ein paar Minuten Verspätung). Da auf der Corviglia gut was los war und am Corvatsch die Talabfahrt ja geöffnet war, hoffte ich insgeheim auf einen 10min-Takt der unteren Sektion der Corvatschbahn. Leider fuhr die Bahn aber im 20er-Takt, trotz 15 sich zur Minute 50 eingefundenen Personen. Schade, dass es hier keinen dichteren Takt gibt. Wenn man aber dann einmal im Takt ist, dann kann man mit dem 20er-Takt gut was anfangen, denn er reicht an beiden Sektionen gut für die nächste Bergfahrt.
Genug gemeckert. Die Bedingungen am Corvatsch waren ebenfalls hervorragend. Natürlich waren die Pisten aufgrund der Uhrzeit schon etwas zerfahren, was aber nicht störte. Auch hier schien die Präparation sehr gut gewesen zu sein. Am Corvatsch war deutlich weniger los, als auf der Corviglia. Für ein November-Wochenende war der geringe Andrang schon fast gespenstisch.
Vielleicht haben sich viele Menschen davon abbringen zu lassen, zum Corvatsch zu fahren, da „nur“ 2,5 Pisten geöffnet sind. Durch den großen Höhenunterschied vom Gipfel bis ins Tal waren diese jedoch keinesfalls langweilig und machten mir in den verbliebenen 3,5h bis 16:30 Uhr sehr viel Spaß.
Nur die Talabfahrt unterhalb der Alp Surlej fiel deutlich ab. Diese Piste war noch sehr unruhig und knollig. Aber besser, sie ist geöffnet, als dass man mit der Bahn hätte ins Tal fahren müssen
Auf der Gipfelabfahrt gab es im Mittelteil einige lose Steine, die aber als harmlos zu bewerten waren.
So, und nun auch die Bilder vom Corvatsch

Blick aus der 13-Uhr-Gondel (natürlich um die obligatorischen 2min verspätet; die Corvatschbahnen fahren ja nie pünktlich...) in Richtung Maloja

Ich fuhr dann gleich bis zum Gipfel durch. Dort hat man einfach ein tolles Panorama

Gipfelblick in Richtung Silvaplana und St. Moritz

Mal etwas gezoomt

Und der obligatorische Blick in die Bernina-Gruppe

Die Gipfelpiste war schön pulvrig zu befahren. Die Investition in das Depot war von Seiten der Bergbahnen goldrichtig.

Weiter unten auf der Gipfelabfahrt

In diesem Abschnitt der Gipfelabfahrt gab es einige lose Steine. Die Piste war aber auch hier herrlich pulvrig

Leider legt sich der Schatten sehr schnell wieder über die Gipfelabfahrt

Gipfelabfahrt kurz vor ihrem Ende am Mandra-Sessellift

Auch die Abfahrt zur Alp Surlej war schön zu fahren. Hier hält sich die Sonne ja etwas länger

Blick zur Alp Surlej

Am Corvatsch war es heute wirklich sehr leer. Fast schon gruselig, wenn man bedenkt, wie viele Leute sich normalerweise im November auf den wenigen geöffneten Pisten stapeln

Die Außenrum-Variante an der 4KSB wird noch beschneit

Selbiges gilt für den oberen Teil der 6KSB. Unten sieht es hier schon recht gut aus. In der Mitte ist es aber noch etwas fragwürdig, warum hier bislang von Seiten der Bergbahnen noch nicht mehr beschneit wurde

Auch die Abfahrt zur 4SB legte ich neben den gigantischen Kickern mal in den Fahrplan ein. Hier gab es auch einige lose Steine

Die Talabfahrt selbst war noch seeeeehr unruhig und knollig. Sie machte nur wenig Spaß. Immerhin lief aber schon die Beleuchtung, was für eine bessere Konturensicht sorgte. Auch wurde die Abfahrt an mehreren Stellen nachbeschneit.

Gegen Nachmittag entwickelte sich dann eine sehr schöne Abendstimmung. Herrlich, sowas im Herbst immer.
Ich fuhr mit der letzten Bahn um 15:52 Uhr (also in echt, weil Corvatsch um 15:54 Uhr) als letzer Skifahrer noch einmal auf den Gipfel.

Blick aus der Gipfelbahn auf die Abfahrt zur Alp Surlej

Abendlicher Blick zur Corviglia von der Gipfelabfahrt

Wunderbare Abendstimmung

Dann ging es auf die finale und leere Talabfahrt nach Surlej.
Fazit:
Wahrlich war das heute ein absoluter Top-Tag – und das schon im November. Die Schneimeister der beiden Bergbahngesellschaften rund um St. Moritz haben hier Weltklasse-Arbeit geleistet. So macht Skifahren einfach Spaß. Auch der Andrang war deutlich geringer, als befürchtet. Eine solch krasse Steigerung nach dem an sich schon guten Tag in Davos hatte ich nicht erwartet.
Schade war nur, dass der Skigebietswechsel heute so schlecht geklappt hat. Nächstes Mal werde ich ich wieder ausschließlich die Haupttakte der Corvatschbahn anpeilen. Außerdem darf die Betriebsleitung der Corvatschbahn ihren Mitarbeitern gerne mal das Uhrlesen beibringen. (Mein innerer Monk spielt bei so unnötigen Verspätungen einfach verrückt