Der ADAC hat die Unfalldaten seiner Luftrettung ausgewertet und festgestellt, dass zwischen 2018 und 2021 etwa die Hälfte, nämlich 47 Prozent, der verunglückten Wintersportler mit dem Schlitten unterwegs waren - und deren Verletzungen waren schwerer als die der Ski- und Snowboardfahrer.
Im Erzgebirge am Keilberg- Klinovec heisst eine der ältesten Pisten "U Zabytho Zum toten Mann" es war wohl auch ein Schlittenfahrer.
Es ist eine schwarze Piste....
Mglws war das schon immer so...
Vielleicht hat man deshalb die Ski erfunden?
Hängt wohl auch damit zusammen, dass die Hüttenrodler in den seltensten Fällen einen Helm tragen und im Durchschnitt vermutlich alkoholisierter sind als die Schifahrer.
@Pancho: klar, bei der Studie ist wohl umso bemerkenswerter, das es absolute Zahlen sind und keine Relation mit Anzahl der Sportler und der zurückgelegen km ist.
Irgendwie auch klar, der klassische Skifahrer geht vielleicht mal einen Tag Rodeln.
Und dann fehlt ihm schlichtweg (wie auch mir) die Erfahrung.
Ich fahr schon 40Jahre Ski (aber auch nur 10-12Tage pro Saison) war aber erst einmal (Raschötz, St. Ulrich) so richtig Rodeln.
Das sind meist Feldwege, halt lange Graden mit engen Kurven ohne den Platz einer Piste. Wir sprechen ja nicht von einem Eiskanal beim Rennrodeln.
Wer auf der Piste stürzt hat oft einige Meter um Energie abzubauen, beim Rodel ist es eine Holzwand mit 10cm Schaumstoff oder der Baum.
Es war zu einer Zeit als Helm tragen eher noch lästig war, aber ich war heilfroh ihn dabei gehabt zu haben.
Dann die Lage und jeder Schlag geht ins Kreuz.
Spaß gemacht hat es natürlich wenn man „Rodeln“ nur vom Flachlandhügel kennt, aber ich hatte einige kritische Situationen und es seitdem nie mehr wiederholt.
valdebagnes hat geschrieben: 13.12.2022 - 20:01
Spaß gemacht hat es natürlich wenn man „Rodeln“ nur vom Flachlandhügel kennt,
Das ist der Punkt der vielen zum Verhängnis wird. So ne Rodelbahn in den richtigen Bergen, ist schon was anderes als der Stadtparkhügel aus der Kindheit. Zudem wird Rodeln oft "nur" als Hüttengaudi gesehen und eher weniger als Sport mit gewissen technischen Anforderungen.
Ich gehe vielleicht drei bis vier Mal pro Saison Schlitteln (Rodeln auf Schweizerdeutsch). In den letzten zwei Jahren auch gerne mal mit einem Swissslider (Sitzfläche mit zwei Skis). Im Gegensatz zum Skifahren, wo ich dank „genügend“ Übung stets das Gefühl habe, mich unter Kontrolle zu haben, kriege ich beim Schlitteln regelmässig Angst, wenn es zB. eisig wird oder die Schlittelbahn sehr anspruchsvoll ist (zB. Muottas Muragl, Darlux, Rinerhorn etc.). MIr fehlt da einfach die Technik. Und das geht wohl den meisten Schlittenfahrern so. Kommt dann noch Alkohol dazu, erkennt man die Gefahren zu spät.
Mich überrascht die Studie überhaupt nicht, aber die absolute Zahl ist schon erschreckend.
Vielen dürfte auch die Kenntnis fehlen, wie man richtig fährt. Die meisten wissen nicht mal, wie man effektiv bremst und lenkt. Das gepaart mit engen Kurven und vielen Bäumen ist fatal.
Immer wieder hört man nach einem Unfall auch die Klagen, das Wintersportgebiez habe Schuld, weil die Kurven zu eng und die Abprallmatten zu dünn seien. Naja, wie gesagt: man sollte halt bremsen können und das können halt viele nicht. Dabei ist es so einfach.
Die Diskussionen gibt es eigentlich jedes Jahr in irgendeiner Form, und die Argumente stimmen alle.
Übrigens ist das typische Touristenrodeln eh noch mal was anderes als das Sportrodeln, egal ob auf der Naturbahn oder gar im Kunsteiskanal. Deshalb unterscheidet man in Tirol traditionell auch zwischen dem Schlitten (nur mit den Füßen lenkbar, kaum Kufenwinkel) und der Rodel, die an den Schnüren lenkbar ist, eine niedrige Sitzhöhe und geneigte Kufen hat.