Sinnsuche für Arbeitslose im Tourismus
Langzeitarbeitslose und schwer Vermittelbare sollen in den Wintermonaten in der Tourismusbranche aushelfen. Das schlägt die freiheitliche Tourismus-Sprecherin und Hotel-Besitzerin Rosmarie Blattl
Leidensdruck bei Arbeitslosen
Gerade Langzeitarbeitslose würde oft unter dem Gefühl leiden, dass sie die Gesellschaft nicht mehr brauche.
Im Tourismus seien hingegen Arbeitskräfte willkommen, so die FPÖ-Landtagsabgeordnete.
Diese Idee ist eine Frechheit und eine schamlose Ausnutzung einer Notlage. Die Hotellerie ist ja bekannt für tiefe Löhne bei langen Arbeitszeiten. Offenbar laufen ihnen deswegen trotz Rezession die Mitarbeiter davon. Also probiert man Arbeitskräfte zu holen, die schlecht Nein zu einem Job sagen können. Und nach der Saison werden diese Leute wieder auf die Strasse gestellt wo dann die öffentliche Hand sich erneut um sie kümmern kann.
in Österreich kann das sicherlich funktionieren. In Deutschland müssten ersteinmal die Gebiete komplett modernisiert werden, neue Lifte, pralle Beschneiung und so...ansonsten braucht man auch keine Hilfsarbeitskräfte vom Arbeitsamt, denn da kommt doch sowieso keiner länger als für einen Tag.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Arbeitsloser, der zu dieser Arbeit gezwungen ist, einen im tourismousbereich nötigen Qualitätsfaktor: Freundlichkeit "liefern" wird....
GuyD hat geschrieben:Diese Idee ist eine Frechheit und eine schamlose Ausnutzung einer Notlage. Die Hotellerie ist ja bekannt für tiefe Löhne bei langen Arbeitszeiten.
Ich denke nicht, dass dies eine Frechheit und eine schamlose Ausnutzung ist. Ich kann nun einmal nicht von jedem Job gute Arbeitszeiten und hohe Löhne verlangen. Der Anspruch ist zu hoch.
Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich mich oft frage, warum ich Abgaben für die Sozialversicherung leiste, mich manchen Tag auch nicht begeistert zu meinem Arbeitsplatz begebe und ein Teil meiner Sozialabgaben für Menschen bezahlt wird, die arbeiten könnten. Wenn Arbeit da ist, soll, ja muss auch gearbeitet werden! Wäre ich arbeitslos, dann wäre ich froh um jeden Job!
max hat geschrieben:^^ bin genau der gleichen meinung wie falk weichsel. wer arbeiten kann soll auch arbeiten die sollen froh sein überhaupt wo arbeiten zu können!
Wo steht, dass jeder Arbeitslose auch für den Tourismus geeignet ist. Willst du Lehrern, Juristen, Ärzten oder Bauarbeiter in einem Vier Sterne Hotel ein riesiges Menü zubereiten lassen?
(Naja, Juristen werden die wenigsten Hoteliers einstellen. Der weiß nämlich genau, was erlaubt ist und was nicht)
Oder willst eine dreifache Mutter 100km weit von daheim weg auf Saison schicken?
Für Köche oder Kellner schon klar, dass man diese vermittelt, aber von einer Zwangsvermittlung haben weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer was.
Und außerdem ist das nur Kosmetik der Statistik. Nach der Saison stehen die Leute wieder da und hätten womöglich in ihrem angestammten Beruf in der Zwischenzeit was gefunden.
Zu Arbeitsbedingungen: Ich will nicht alle in einen Topf werfen. Nur werden Hoteliers, die bei den Mitarbeiten beliebt sind, schon längst gutes Personal gefunden haben. Unbesetzt sind jetzt hauptsächlich Stellen in Firmen, die einen derartig schlechten Ruf haben, dass freiwillig niemend hingeht. Auch das ist Marktwirtschaft. Für solche Fälle soll nun der Staat eingreifen??
Natürlich muss im Einzelfall geprüft werden, wer für welche Arbeit geeignet ist. Von einer Generalpflicht für "Mütter", "Ärzte" und "Juristen" gehe ich nicht aus!
Aber Olli, Du musst doch einsehen, dass es der vergangenen Zeiten angehört, dass man sein Leben lang die Arbeit ausführt, die man gelernt hat. Im Zweifelsfall müsste dann uch ein Arzt Betten machen. Ein erlernter Beruf gibt einem noch lange kein Privileg, keine andersgewichtigen Arbeiten auszuüben!
Für mich beleuchtet das Thema ein Gesamtproblem: wollen wir, dass es wirtschaftlich voran geht, dann müssen wir auch in den "sauren Apfel" beißen und arbeiten!
Zum dem Beispiel der dreifachen Mutter: IHR sei es nicht zuzumuten, Saisonarbeit zu machen. Jedoch ist der Gemeinschaft zuzumuten, die Lebenshaltungskosten dieser Mutter zu tragen. Da sind Interessen abzuwägen. Ich meine nur, wir müssen mal von unserer verwöhnten Einstellung runter! Dann brauchen wir mehr Zuwanderung, wenn wir nicht bereit sind, unsere Aufgaben selbst zu erledigen.
Der Lebensstandard unserer Gesellschaft basiert nunmal auf Arbeit!
Natürlich will ich nicht alle Hotels was die Arbeitsbedingungen angeht über einen Kamm scheren. Da ich selbst in der Tourismusbranche bin, weiss ich, dass es gerade ihm Gastgewerbe leider einige schwarze Schafe gibt. Und statt ihre Arbeitsplätze attraktiver zu gestalten, versucht man Arbeitskräfte zu rekrutieren, die nun mal schlecht ablehnen können. Wer arbeitet schon gerne freiwillig bis zum Umfallen für einen eher unterdurchschnittlichen Lohn?
Also ich kenne viele die im Gastgewerbe gearbeitet haben! Man macht das ein paar Jahre und dann sucht man sich einen besseren Job, wo man weniger schuften muß!
Bei den meisten Betrieben ist es sowieso so das für die schlechteren arbeiten nur mehr Ausländer angestellt werden, da Österreicher diese Art von Arbeit gar nicht mehr erledigen wollen.
Insofern wird auch das Zuweisen von Arbeitslosen nichts bringen, denn nach einiger Zeit sind diese Leute meistens wieder weg. Ich weiß von Firmen die überhaupt keine Leute vom AMS nehmen da sie mit diesen sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben!
max hat geschrieben:Wo steht, dass jeder Arbeitslose auch für den Tourismus geeignet ist. Willst du Lehrern, Juristen, Ärzten oder Bauarbeiter in einem Vier Sterne Hotel ein riesiges Menü zubereiten lassen?
ich hab ja nicht behauptet dass sie gleich ein riesiges menü zubereiten müssen. in hotels gibt es auch andere arbeiten, für die man eine nicht so hohe qualifizierung braucht
Bei den meisten Betrieben ist es sowieso so das für die schlechteren arbeiten nur mehr Ausländer angestellt werden, da Österreicher diese Art von Arbeit gar nicht mehr erledigen wollen.
max hat geschrieben:[
ich hab ja nicht behauptet dass sie gleich ein riesiges menü zubereiten müssen. in hotels gibt es auch andere arbeiten, für die man eine nicht so hohe qualifizierung braucht
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Wenn das Thema dieses Threads Sinnfindung heißt, weiß ich nicht, ob Leute, die nach 5 Jahren Studium keine Arbeit gefunden haben, dadurch Sinn finden, wenn sie Betten machen oder Salat waschen sollen.