17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

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ATV
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17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von ATV »

Am Montag ist in Laax ein Lernender bei Unterhaltsarbeiten auf einer Stütze von einer Luftseilbahn erfasst worden. Beim Sturz in die Tiefe zog er sich tödliche Verletzungen zu.
https://www.20min.ch/story/17-jaehriger ... 5371974730
Tragischer Unfall in Laax GR: Ein Bergbahnen-Lehrling ist bei Schmierarbeiten an Seil-Sätteln tödlich verunfallt. Es handelte sich beim Seilbahn-Mechatroniker um einen Schweizer aus dem Kanton. Seine Arbeitgeberin ist tief betroffen.
https://www.blick.ch/schweiz/unfall-bei ... 60838.html
In Laax GR ist es am Montag zu einem tödlichen Unfall gekommen: Ein 17 Jahre alter Lernender wurde bei Unterhaltungsarbeiten auf einer Stütze von einer Luftseilbahn erfasst und stürzte rund 40 Meter in die Tiefe.
https://www.bluewin.ch/de/news/schweiz/ ... 40329.html

Sie SUST kann wohl bald ein Saisonabo in Laax lösen.
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TPD
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von TPD »

Hm, das ist doch nicht der erste tragische Unfall von dieser Sorte?
Hat denn die SUST aufgrund der letzten ähnlichen Vorfällen keine Empfehlungen ausgesprochen, die die Transportunternehmen umsetzen sollten bzw. müssen?
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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paddington
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von paddington »

In Diesem Video (How Laax Works) ab 10:20 ist diese Arbeit zu sehen und der Grund warum das im Betrieb gemacht wird:
https://www.youtube.com/watch?v=liuNWIAnbyw&t=620s
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Kakadu »

TPD hat geschrieben: 20.12.2022 - 16:50 Hm, das ist doch nicht der erste tragische Unfall von dieser Sorte?
Im Gegenteil – das ist ein weiterer zuviel ...
Hat denn die SUST aufgrund der letzten ähnlichen Vorfällen keine Empfehlungen ausgesprochen, die die Transportunternehmen umsetzen sollten bzw. müssen?
Empfehlungen aussprechen ist das eine – sie befolgen das andere; aber offenbar hapert es teilweise an beidem – wohingegen es andere offensichtlich richtig(er) machen (und keinen Unfälle haben).

https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/o ... r-AA15uKAj
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Seilbahnerin »

Ja das muss zwingend bei laufendem Betrieb gemacht werden!
Das Video zeigt es sehr gut.
Wir machen das auch alle 4 Wochen.
Diese Arbeit ist nicht zu unterschätzen!!!
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kaldini
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von kaldini »

dass es bei laufendem Betrieb gemacht werden muss, ok. Aber dann muss man entweder eine Langsamfahrstrecke haben (z.B. nur mit 1 oder 2 m/s über die Stütze, so lange dort Mitarbeiter sind) oder zusätzliche Sicherungen über weitere Mitarbeiter, die die Strecke überwachen, einführen.
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ATV
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von ATV »

2. Juni 2021 Diavolezza
14. Januar 2022 Samnaun
19. Dezember 2022 Laax

Drei Fälle innerhalb von 1.5 Jahren nur in Graubünden?

Die Bahn reduziert für die Überfahrt über die Stütze von 10m/s auf 7m/s.
Wie Kaldini sagt währe es problemlos und mit relativ geringem Aufwand möglich die Steuerung so umzubauen, dass für Wartungsarbeiten die Geschwindigkeitsreduktion für die Stützenüberfahrt von 7m/s auf 1m/s reduziert wird. Beispiel über einen Schlüsselschalter.
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Daan! »

Mayrhofen 2022
Obwohl ich nicht sicher bin, ob die Ursache ungefähr dieselbe ist.
Aus den Niederlanden. Entschuldigen Sie eventuelle Schreibfehler.
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Seilbahnerin »

ATV hat geschrieben: 20.12.2022 - 19:45 2. Juni 2021 Diavolezza
14. Januar 2022 Samnaun
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Drei Fälle innerhalb von 1.5 Jahren nur in Graubünden?

Die Bahn reduziert für die Überfahrt über die Stütze von 10m/s auf 7m/s.
Wie Kaldini sagt währe es problemlos und mit relativ geringem Aufwand möglich die Steuerung so umzubauen, dass für Wartungsarbeiten die Geschwindigkeitsreduktion für die Stützenüberfahrt von 7m/s auf 1m/s reduziert wird. Beispiel über einen Schlüsselschalter.
Ja das ist schon eine gute Idee,aber bei Fahrgast Betrieb nicht geeignet,da es noch zu mehr Verzögerungen kommt!
Bei uns reklamieren manche schon wenn wir von Stütze zu Stütze fahren.
Bei uns ist einer am schmieren und der andere schaut immer wo sich die Kabinen befinden.
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Kakadu »

Würde eine akustische Warnung etwas bringen – nach dem Prinzip: kleiner Sender an die Kabine, und wenn sich diese dem Empfänger beim Personal auf der Stütze nähert (ca. 5 Sekunden davor o.ä.), beginnt das Empfangsgerät an zu piepsen und vibrieren?
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ATV
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von ATV »

Kakadu hat geschrieben: 20.12.2022 - 20:23 Würde eine akustische Warnung etwas bringen – nach dem Prinzip: kleiner Sender an die Kabine, und wenn sich diese dem Empfänger beim Personal auf der Stütze nähert (ca. 5 Sekunden davor o.ä.), beginnt das Empfangsgerät an zu piepsen und vibrieren?
Mit GPS und so? Vergiss es, das kriegt man nie auf SIL3 oder SIL4

Aber die Steuerung der Bahn weis wo sich die Stützen befinden. Leider sind die Stützen meist recht schlecht mit der AS verbunden. Meist nur das Telefonseil. In Laax besitzen sie aber Richtfunkverbindung für die Tragseilüberwachung.
Wäre was machbar alla Drehleuchte und Totmannschalter.
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kaldini
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von kaldini »

Seilbahnerin hat geschrieben: 20.12.2022 - 20:22
ATV hat geschrieben: 20.12.2022 - 19:45 2. Juni 2021 Diavolezza
14. Januar 2022 Samnaun
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Drei Fälle innerhalb von 1.5 Jahren nur in Graubünden?

Die Bahn reduziert für die Überfahrt über die Stütze von 10m/s auf 7m/s.
Wie Kaldini sagt währe es problemlos und mit relativ geringem Aufwand möglich die Steuerung so umzubauen, dass für Wartungsarbeiten die Geschwindigkeitsreduktion für die Stützenüberfahrt von 7m/s auf 1m/s reduziert wird. Beispiel über einen Schlüsselschalter.
Ja das ist schon eine gute Idee,aber bei Fahrgast Betrieb nicht geeignet,da es noch zu mehr Verzögerungen kommt!
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hmm, viele Pendelbahnen in der Schweiz fahren aber, wenn der Andrang eher gering bis normal ist, im Taktfahrplan. Da müsste man dann halt etwas früher losfahren und sich nicht strikt an den Takt halten. Und wenn ein Gast reklamiert, dann auf die Arbeitssicherheit verweisen.
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von icedtea »

Mit ordentlicher Kommunikation kann man bei Fahrgästen schon viel rausholen; in meinen jetzt 6 Monaten ÖPNV im Rhein-Main-Gebiet kann ich ein Lied davon singen, wie kommunikative S-Bahnfahrer der Wut entgegenwirken können ☝️
Und wenn es wie hier noch der Sicherheit des Personals dient; passt scho 👍
Wo ich schon war:
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Als nächstes: 🤷‍♂️
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Lagorce »

Technische Möglichkeiten in der erforderlichen Sicherheit gäbe es schon. Ist eher ein Frage der Kosten.

Sinnvoll wäre z.B. ein Tragbares Warngerät bei dem man beim Nähern einer Kabine vorab nach Warnung von Hand Quittieren muss wobei bei fehlender Quittierung die Bahn dann automatisch so anhält, dass das entsprechende Fahrbetriebsmittel die Stütze noch nicht erreicht hat.
Die Personenpräsenz auf der Stütze (oder Stationssattelpodest) könnte man z.B. mit RFID überwachen.

Hatte mich mit so einem System früher mal ziemlich genau konzeptuell befasst. Technisch durchaus machbar, aufgrund der kleinen Porduktionslose wäre sowas jedoch ziemlich teuer (eine Anpassung existierender Systeme von anderen Industriebereichen wäre allerdings u.U. denkbar).
Steuerungstechnisch wäre es am sinnvollsten, das System mit Kopierwerksdaten zu versorgen. GNSS-basiert wäre etwas heikel, da zusätzliche Massnahmen erforderlich wären, ausschliessen würde ich es dennoch nicht, z.B. im Zusammenhang mit RFID und Mobilfunk sofern eine sehr zuverlässige Deckung gegeben ist. Ansonsten ein anderes Datenfunksystem.

SIL 3 wäre nicht formal erforderlich, das effektiv sinnvoll erforderliche Sicherheitslevel müsste man ermitteln und sich m.E. eher auf ermittelte PFD basieren als einfach die üblichen (Prozess) SIL Abgrenzungenen zu betrachten. SIL 2 knapp über den^m Minimum ist nicht gleich SIL 2 probabilistisch rechnerisch knapp unterhalb SIL 3. Sinngemässes gilt für SIL 3 nahe an SIL 2 oder eben nahezu SIL 4 (befasse mich nicht mit den AK vom CEN TC/242, bringt nur Verwirrung mit den früheren AK (1 bis 8)).

Auch visionbasierte Sicherheitssysteme wären denkbar.

Grundsätzlich wäre vieles möglich, die Frage ist, ob man solche Sicherheitssysteme rechtfertigen kann.

IMO müsste man zuerst auf die ausreichende Ausbildung und Praxiserfahrung achten. War selbst auf Stützen während dem Betrieb von Anlagen (z.T. alleine weil es anders nicht möglich war), da muss man einfach entsprechend aufpassen. Grundsätzlich sollte man dennoch möglichst nur zu zweit auf Stützen arbeiten.
PSA muss man richting einsetzen und dies ist eine Ausbildungs- und Praxisfrage. Verfängt sich ein zu loser Teil der PSA mit dem vorbeifahrendem Laufwerk...

Seilbahnarbeiten sind nicht ungefährlich nur sollte man auch nicht blödsinnige Auflagen erarbeiten. Gewisse existierende Auflagen können in der Praxis bereits nicht eingehalten werden, wie z.B. PSA formal einsetzen beim Besteigen von Leitern die nicht vereist sind und wo, falls erforderllich, Ausruhemöglichkeiten bestehen.
In gewissen Fällen ist der Einsatz von PSA sogar kontraproduktiv. Gewisse Sicherungssysteme funktionieren nicht unter gewissen ungünstigen Voraussetzungen (die Prüfbedingungen der entsprechenden EN wurden IIRC irgendwann dann mal angepasst).

Über den sinnvollen Einsatz von PSA könnte man ganze Bücher verfassen. Leider werden die Auflagen oft von Experten verfasst, die selbst kaum Praxiserfahrung haben.
Wichtig ist ebenfalls die Rettung, oft wird dieser Punkt etwas vernachlässigt (ausser bei den IRATA Fanatikern wo immer mehr fragwürdiger Papierkram dazukommt, am wichtigsten in die Praxiserfahrung sowie Praxisübungen, zahlreiche Theorien bringen nicht viel solange man sie nicht umsetzen kann).

Leider habe immer mehr Juristen und andere nutzlose Bürokraten das sagen.
Chrigi
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Chrigi »

Hallo zusammen

Ich war echt schockiert, hat mich aber nur bestärkt in meinen Aussagne zu FLF, die ich gemacht habe mit dem Zwischenfall der gleichen Bahn (Aufschlag auf den Boden).
Die SUST ist ja das eine. SUVA oder BAV sollten dringend (!) eingreifen und den Bergbahnen vorschreiben, dass das so nicht mehr geht.
Arbeiiten an Pendelbahnen auf der Stütze sollte per sofort nur noch durchgeführt werden mit technischer Sicherung oder allenfalls noch mit einem Sicherheitswärter, wie es bei der Bahn bekannt ist. Der macht gar nichts anderes als vor der Bahn zu warnen.
Was mich am meisten schockiert ist, dass das bei einer Pendelbahn garantiert viel einfacher zu realisieren ist als bei der Bahn. Die Diskussion über SIL3 oder SIL4 ist absolut müssig, denn das ist garantiert besser als der Mensch der schaut. Offenbar geht es nicht mehr anders, denn drei Unfälle in 18 Monaten ist einfach zu viel.

Gruss Chrigi
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Lagorce »

Eisenbahn und Seilbahnen sind zwei sehr unterschiedliche Bereiche, auch von den Sicherheitsphilosophien her betrachtet.

Und BTW SIL 4 Rail ist weit unterhalb SIL 4 wie man sie in der (u.a. Prozess-) Industrie seit langem kennt. Auch im Automotive Bereich hat men idiotische neue abweichende SIL definiert. Unnötig verwirrend für etablierte Sciherheitsspezialisten, wieder so eine blödsinnige nichtsbringende Verschlimmbesserung der Normierungsgurus.

Diese SIL Diskussion sind z.T. blödsinning, nur ist im Sicherheitsereich sehr vieles vorgeschrieben und solche Sicherheitssysteme müssen dann auch entsprechend zertifiziert werden.

Sinnvoll wäre, ganz einfach Arbeiten auf Pendelbahnstützen nur ausserhalb des öffentlichen Betriebs zuzulassen und dies nur bei beidseitig besetzten Kabinen und mit visueller Kontrolle bei Stützenüberfahrten mit von der Kabine aus von Hand reduzierter Fahrgeschwindigkeit.

Wie gut ein Lehrling in der Lage ist, sich ausreichend sicher zu verhalten sollte man m.E. individuell abschätzen, nicht einfach aufgrund eines vorgegebebeb Ausbildungsprogramms.

Für jemand auf dem Podest eines Stationssattels einer Antriebsstation kann je nach Lage des Maschinenraums eine grosse Pendelbahn absolut lautlos anfahren sofern keine akustische Vorwarnung erfolgt. Danach hört man dann zuerst ein Art recht leises Rollgeräusch bevor dann das klassische Dröhnen bei höheren Geschwindigkeiten ertönt.

Auf einer Stütze merkt man stets wenn die Bahn fährt, nur muss man auf die Durchfahrt achten. Je nach Bahnart und Stütze sind die Schwingungen mehr oder weniger unangenehm und als Nebeneffekt können deponierte Werkzeuge wegrutschen und herunterfallen. Kälte, Nässe, Schnee, Eis und Wind sind weitere arbeitserschwerende Begleiterscheinungen.
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Spezialwidde »

Ok, ich seh ein, die Arbeit muss an der in Betrieb befindlichen Bahn gemacht werden. Kann ich technisch nachvollziehen. Was sich mir aber nicht erschließt ist warum das im Vollbetrieb mit Fahrgästen sein muss. Meine Mutmaßung: Geht da Profit über Arbeitssicherheit oder warum geht das nicht im Rahmen einer Wartungsfahrt (innerhalb deren man im manuellen Handbetrieb mit zusätzlichem Sicherheitsposten auch schön langsam über die Stützen fahren beziehungsweise man die Gondeln im freien Spannfeld vor und zurückfahren könnte was doch das gewünschte Seilgleiten an der Stütze geradezu forciern würde)? Ich verstehe das nicht, gerade weil das scheinbar doch kein Einzelfall war.
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Oscar »

Warum darf ein 17 Jähriger Höhenarbeiten ausführen? ist das in der Schweiz anders geregelt?
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Kakadu »

Als akustisches Warnsystem hatte ich an etwas sehr einfaches gedacht (etwa der Art, wie es Schlüsselanhänger gibt, mit denen man feststellen kann, ob in der Umgebung ein WLAN aktiv ist): Man nehme einen kleinen Sender und einen kleinen Empfänger und versehe sie mit einem Magnetfuß. Am Empfänger wird ein Detektor und ein Lautsprecher angehängt. Der Sender wird an der Kabine (resp. am Laufwerk) montiert und der Empfänger auf der Arbeitsplattform. Sobald sich der Sender in Detektionsreichweite des Empfängers befindet, beginnt letzterer an zu piepsen o.ä. ...
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Mt. Cervino »

Oscar hat geschrieben: 21.12.2022 - 08:19 Warum darf ein 17 Jähriger Höhenarbeiten ausführen? ist das in der Schweiz anders geregelt?
Das habe ich mich auch gefragt.

Im Blick Artikel hat CEO Markus Wolf ja folgendes Statement gegeben:
«Es waren Routinearbeiten, die durchaus im zweiten Lehrjahr alleine ausgeführt werden können», erklärt der CEO.
https://www.blick.ch/schweiz/unfall-bei ... 60838.html
Ob das wirklich so ist, würde ich zumindest einmal stark anzweifeln.
Die Art der Arbeit (Höhe, Gefahr wg. Nähe zum Laufwerk, während laufendem Betrieb bei voller Geschwindigkeit der PB, andere Unfälle bei gleichen Tätigkeiten etc.) sprechen für alles andere als eine Routinearbeit und vor allem keinenfalls für einen Lehrling im 2. Lehrjahr. Gut möglich, dass der Lehrling die Tätigkeit zum erstem Mal gemacht hat.
Und wenn man so einen jungen unerfahrenen Auszubildenden mit so einer Arbeit betreut, dann hat man als Arbeitgeber bzw. Vorgesetzter eine besondere Sorgfaltsplicht. Und dazu würde zumindest gehören, dass man sicherstellt, dass der Bub gesichert ist und nicht abstürzen kann.
Leider hilft das dem Auszubildenden alles nichts mehr, denn er hat mit seinen Leben zahlen müssen.
Aber einfach so darüber hinwegsehen kann man nicht.
Ich bin jedenfalls gespannt was die Untersuchungen ergeben...
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von br403 »

Ob der Lehrling ausreichend gesichert war oder nicht, könne auch Wolf derzeit nicht sagen. «Wie der Unfall genau passiert ist, wissen wir nicht.»
Kann es sein, dass die Sicherung gerissen ist, vielleicht durch die Wucht des Aufpralls der Bahn? Kenn mich da nicht aus, ob das realistisch ist. Ohne Sicherung wird er ja kaum dort gearbeitet haben oder?
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Å¡vi-nigel »

Mt. Cervino hat geschrieben: 21.12.2022 - 14:17 Die Art der Arbeit (Höhe, Gefahr wg. Nähe zum Laufwerk, während laufendem Betrieb bei voller Geschwindigkeit der PB, andere Unfälle bei gleichen Tätigkeiten etc.) sprechen für alles andere als eine Routinearbeit und vor allem keinenfalls für einen Lehrling im 2. Lehrjahr. Gut möglich, dass der Lehrling die Tätigkeit zum erstem Mal gemacht hat.
Und wenn man so einen jungen unerfahrenen Auszubildenden mit so einer Arbeit betreut, dann hat man als Arbeitgeber bzw. Vorgesetzter eine besondere Sorgfaltsplicht. Und dazu würde zumindest gehören, dass man sicherstellt, dass der Bub gesichert ist und nicht abstürzen kann.
So is es. Das wird drum auch mit grosser Wahrscheinlichkeit noch zu Strafverfahren gegen die Verantwortlichen, sprich den Chief Ausbildungsplanung bei der WAG sowie den instruierenden Mitarbeiter auf dem Unglücksmast, wegen fahrlässiger Tötung führn.
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von albe-fr »

br403 hat geschrieben: 21.12.2022 - 15:54Ohne Sicherung wird er ja kaum dort gearbeitet haben oder?
in der EU waere das nicht erlaubt - was da in der Schweiz gilt weiss ich nicht.

Da sie sich ja immer als freiheitsliebendes Volk darstellen - allen voran die Vielschreiber hier im Forum - vermute ich, dass das dort so 'ne Art Ehrending ist sich nicht zu sichern.
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Theo
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von Theo »

Da hier das Thema "akustische Warnsignale" aufgegriffen wurde will ich etwas was damit zu tun hat ansprechen, dies vor allem auch weil ja beim Unfall in Samnaun angegeben wurde dass ein Kollege den anderen trotz nur 4 Metern Distanz nicht gehört haben soll.

Wenn ich sehe mit was für einer Zusatzausrüstung unsere Jungs in der normalen Revisionszeit ( die andere Zeit kann ich nicht beurteilen da ich es schlicht nicht weis ) da teilweise unterwegs sind kann ich nur den Kopf schütteln.
Ohne mindestens 2 Bloetooth-Lautsprecher ( ja, auch die Musikwiedergabe muss redundant ausgeführt sein ) geht bei manchen gar nichts.
Nun, kleine Batterieradios haben wir schon immer mit auf die Strecke genommen und in den normalen Revisionen ist das auch kein Problem, bei Arbeiten im laufenden Betrieb hingegen schon.

Auch wenn kaum alle Fälle gleich abgelaufen sind, aber es muss doch irgendwie einen Grund geben warum sich dass in letzter Zeit so gehäuft hat.
Ich will garantiert niemandem den Spass verderben und stetig dreinreden was er zu tun oder zu lassen habe oder gleich alles verbieten, aber das Thema Lautsprecher/Kopfhörer denke ich sollte man in diesem Zusammenhang schon auch mal gründlich untersuchen.
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albe-fr
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Re: 17-Jähriger stürzt bei Arbeiten an Luftseilbahn 40 Meter in die Tiefe – tot

Beitrag von albe-fr »

Theo hat geschrieben: 21.12.2022 - 19:14 Ich will garantiert niemandem den Spass verderben und stetig dreinreden was er zu tun oder zu lassen habe oder gleich alles verbieten, aber das Thema Lautsprecher/Kopfhörer denke ich sollte man in diesem Zusammenhang schon auch mal gründlich untersuchen.
ich finde es ziemlich mies von Dir hier aus dem Nichts eine Schuldzuweisung an den Betroffenen (Toten!) zu machen - zumal mit der Argumentation ich bin älter, weiss alles besser und die Jugend ist eh schlecht...
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