


Es sollte perfektes Wetter geben und in München lag so viel Schnee, dass der Nachwuchs am Vortag sogar in einem Park schon mal üben konnte. Aber für den Sonntag einen geöffneten Einzellift – einen guten, alten „Dorflift“ - zu finden, sollte sich als Ochsentour erweisen. Überalls kein Betrieb – aber vermutlich lag in den Bergen weniger Schnee wie es den Anschein hatte.
Nachdem ich zwischen dem Westallgäu und Berchtesgaden bald jeden Bamperllift durch hatte, wurde ich bei den Kesselliften in Inzell endlich fündig. In ein größeres Gebiet wollte ich nicht fahren, wobei die 4KSB Rossalm bei Reit im Winkl die Notlösung gewesen wäre – der flache Hang dort ist für die Kinder zum Einstieg bestimmt ideal.

Ankunft in Inzell, nachdem die A 8 überraschend leer war. Ich hätte mit mehr Ansturm gerechnet, aber offenbar waren viele Leute noch so im Vorweihnachtsstress, dass Skifahren trotz des prächtigen Wetters nicht in Frage kam. Dafür sollte es aber auf dem Rückweg ab dem Inntaldreieck nur langsam weitergehen – offenbar hatten doch wieder die Massen sich zur Skiwelt und ins Zillertal aufgemacht, den einzigen beiden Skigebieten in Tirol offenbar.
Meinem Sohn zeigte ich noch vom Auto heraus die zahlreichen LSAP-Hänge, die es um Inzell gibt.
Im April 2011 war ich hier mal mit einem aus dem Forum auf Fundamentensuche. Früher müssten es sechs Schlepper mehr um Inzell gegeben haben, wenn man den unlängst plattgemachten Stemag in Meisau mitzählt. Der Schürzbichllift stand etwas weiter links vom letzten bestehenden, „richtigen“ Schlepper, dem Kessellift und hatte wohl auch eine direkte Anbindung. Schade – ein zweiter Schlepper hätte das Kleingebiet sicherlich aufgewertet.
Besonders schade finde ich es um die zwei Lifte im Südwesten von Inzell – der eine muss recht steil gewesen sein und der andere bediente eine lange Waldtrasse. Der Kessellift selbst hatte wohl einen Vorgänge auf leicht veränderter Trasse.

Hier gibt es noch ein Förderband, damit die Snowtuber bequem wieder nach oben gelangen können. 2011 stand hier noch ein Seillift mit Haken dran.

Anstehen am Kessellift. Den kannte ich bislang nur vom Flutlichtski anno 2017 mit Zottel. Den Bericht unserer damaligen Tour (u.a. BGL und auch Salzburger Gegend) haben wir noch nicht einmal angefangen... vielleicht zum 10jährigen Jubiläum in Kürze



In meiner Erinnerung war der Lift viel flacher... vielleicht wäre die Rossalm doch besser gewesen...

Der finale Abschnitt war gesperrt.

Ausblick auf Inzell

Blick zum LSAP Farnbichl... die Südlage brachte hier wohl eine schnelle Erlösung vom Liftbetrieb.

Zwischen Flutlichtmast und der Baumgruppe in der Bildmitte kam wohl der Vorgänger des jetzigen Tellerlifts herauf. Zumindest hatten wir da 2011 irgendwelche Fundamente entdeckt.

Hier noch der Blick von unten vom April 2011 – aber vielleicht auch eine Fehlannahme, weil das Fundament vom Seillift ist? Ich muss mal wieder meine alte Wanderkarte hervorkramen.

Blick von ganz oben anno 2011.
Am 18.12.2022 konnten wir dort neben der Piste jedenfalls das Tiefschneefahren üben und für Kinder ist Naturschnee einfach besser, denn der künstliche sorgt immer für rasante Beschleunigung, was das Einfangen schwieriger macht – vor allem, da Pflugbögen offenbar langweilig sind und man lieber Schuss fährt wie die geübten einheimischen Skizwerge.

Über die Naturschneevariante konnte man den Snowtuberstau am Förderband umgehen und kam zu den beiden Seilliften hier her, wo man sein Kind relativ unbedenklich herumfahren lassen kann.
Leider hatten die örtlichen Skikurse alles mit irgendeinem Gerümpel voll gestellt, was manchmal etwas nervig war. Aber später wurde alles abgebaut, sodass dann freie Bahn herrschte.

Wieder auf der Naturschneevariante – eine Senke mit anschließendem Flachstück dort ist ideal für Kinder. Das sich anschließende Steilstück direkt oberhalb der Seillifte ging dann nur mit Unter-Die-Arme-Greifen.

Skifahren in Inzell...

Die Bergstation eines der Seillifte.

Das eben erwähnte Steilstück oberhalb davon.

Mittagspause...

Seitenblick beim Anstehen am Tellerlift. Ab Mittags kamen plötzlich massig Autos angerollt – meist Einheimische. Ich sah sonst keine mit „M“-Kennzeichen... darum waren die anderen Eltern und Kinder offenbar auch wohltuend normal

Blick Richtung Einsiedel, sofern ich mich nicht täusche. Dort gab es auch mal einen Schlepplift. Weiter links stand 2011 noch ein Seillift – der Sonnenlift Pommern.

Wieder auf der Naturschneevariante...

Herrliche Winterstimmung... so ein klassischer Wintertag mit Sonne und Pulverschnee ist einfach was Besonderes. Obwohl ich ja ansonsten eher ein Spätwinter und Frühjahrsfan bzgl. dem Skifahren bin. Denn im Dezember und auch im Januar steht die Sonne im Gebirge leider sehr ungünstig und schnell breitet sich wieder der Schatten aus.

Am Seillift leerte sich später alles und so konnte ich meinen Sohn hier alleine fahren lassen. Bei der anschließenden Einkehr in der Kesselalm war klar, warum alle vor 16 Uhr abgehauen sind – das WM-Finale lief.
Aber 2022 interessierte mich ein Seillift in Inzell mehr als jenes Sportereignis. Auch mein Begleiter hätte sicherlich protestiert, wenn wir schon um 15.30 Uhr aufgehört hätten. Wenigstens lief der Betrieb nicht durch bis 21.00 Uhr, sonst wäre das noch ein langer Tag geworden
Der Schnee war nun so angefroren, dass ich meinen Passat nicht auf die Straße bekam. Aber im Notfall hätte ich die Ketten dabei gehabt. Aber diesmal reichten dann die Fußabtreter aus, um den Bock wieder herauszubekommen. So ging es dann durch den klirrend kalten Dezemberabend, flankiert von Lichterbäumen vor Gehöften und Wohnhäusern, zurück zur Autobahn und weiter nach München.