Die Verlockung war doch zu groß, den Feiertag in Ba-Wü heute mitzunehmen und ein verlängertes Skiwochenende einzulegen, zumal die Wetteraussichten auch nicht so schlecht waren. Ich war mir völlig bewusst, dass insbesondere auch aufgrund des eingeschränkten Skiangebots, in den geöffneten Skigebieten mehr als Hölle los sein wird.
Wie erwartet trat dies heute auch ein, wobei ich sehr überrascht war, dass ich trotz allem an den Liften nie all zu lange warten musste. Auf den Pisten war aber stets gut was los. Teilweise war es auch störend voll und manchmal auch hoffnungslos überfüllt.
Meine heutige Tour durch die Davos-Klosters-Mountains führte mich von Klosters über die Parsenn zum Rinerhorn und von dort zurück zum Jakobshorn. Die Rückfahrt erfolgte dann mit der RhB. Madrisa lies ich heute aus, da ich damit rechnete, dass gegen 09:30 Uhr keine Chance bestehen würde, schnell in die Gotschnabahn zu kommen, ohne viel wertvolle Ski-Zeit zu verlieren.
Ich werde anschließend bei den jeweiligen Teilskigebieten näher auf die Bedingungen vor Ort eingehen.
Vorab aber, wie immer
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Bilder:
Parsenn:
An der Talstation der Gotschnabahn traf ich um ca. 07:50 Uhr an. Die Gotschnabahn fuhr zu diesem Zeitpunkt bereits im Fahrgastbetrieb, wobei ich nicht weiß, wie lange sie schon unterwegs war. Da bereits so früh der Andrang schon sehr riesig war, musste ich gut 25min auf meine Bergfahrt warten. Die Abfertigung der PB funktioniert in Klosters echt effizient, sodass die dort wohl das Maximum rausgeholt haben (auch wenn sie standardmäßig eh nur 110 statt 125 Personen mitnehmen).
Oben waren daher schon auf den Hauptabfahrten keine frischen Raupenspuren mehr vorfindbar. Die Pisten waren aber allesamt (mit Ausnahme Obersäss – Schifer) hervorragend zu fahren und auch mit Ausnahme des Gipfels alle frisch präpariert. Das Skifahren machte so sehr viel Spaß.
Zu meiner Verwunderung waren auch Mähder und Seetäli frisch präpariert und steinfrei. Hier gibt es ja nach wie vor keine Beschneiung, oder?
An den Liften statue es sich schnell. Gott sei Dank bietet dieses Teilskigebiet aber zumeist Alternativen. Die Totalp-Schlange konnte man problemlos über die Parsennhüttenbahn umgehen, die ich heute nun erstmalig fuhr, und die Rapid-Schlange umging ich per Parsennbahn. An den anderen Anlagen war die Wartezeit nur wenige Minuten. Negativer Ausreißer war Hauptertäli, dort 7min und positiver Ausreißer war Schifer, dort Privatgondel.
Alles in allem war ich positiv überrascht.

Obligatorischer Blick vom Gotschnagrat ins Prättigau nach der Bergfahrt mit den Pendelbahnen. Grün bis oben hin

Die direkte Abfahrt vom Gotschnagrat zum Mähder war nicht merh präpariert worden (aber dennoch offen). Die Hauptabfahrt war aber frisch präpariert und steinfrei.

Blick von der Mähder-Piste zur Parsennhütte

Die Abfahrt an der Gruobenalp war schonmal nicht schlecht

Blick aus dem Furka-Zipper. Unten raus zur Parsennhütte sind nun beide Varianten geöffnet.

Die Abfahrt machte Spaß, auch wenn man sie aufgrund der vielen Leute nicht gebührend genießen konnte.

Blick auf die Parsennhütte. Noch gab es keine Wartezeiten

Ausblick Bergstation Seetäli. Auch hier wider Erwarten frisch präpariert und steinfrei

Blick auf die Talstation Seetäli und die dahinterliegende Gruobenalp

An der Gruobenalp schob ich dann noch eine Fahrt ein

Kreuzweg-Blick von der Bergstation des Furka-Zippers

Die eigentlich schöne Abfahrt bis Obersäss war mir noch deutlich zu unruhig. Unterhalb der Mittelstation war die Piste dann auch weniger schön. Erstaunlicherweise hatte ich um kurz vor 10:00 Uhr in der Schiferbahn dann eine Privat-Gondel

Die Dorftäli-Piste am Rapid-Sessel ging wahnsinnig gut!

Blick auf die Station Höhenweg

Die riesige Warteschlange am Rapid konnte man ganz easy über die Parsennbahn umgehen, wo ich direkt in die nächste Bahn kam.

Blick ins Hauptertäli (mit ebenfalls langer Liftschlange)

Meierhoftäli ging auch sehr gut. Am Lift betrug die Wartezeit nur wenige Sessel. Schön, dass man diese Piste nun technisch beschneien kann. Leider muss man danach immer die überfüllte Totalp-Piste nehmen. Das hätte man doch sicher besser lösen können.

Blick von der Totalp-Piste, auf der es trotz der gigantischen Breite wuselt zur Parsennhütte. Die Schlange am Totalp-Sessel umging ich über die Parsennhüttenbahn, die ich somit heute das erste Mal nutzte.

Die nette Abfahrt am Hauptertäli wurde leider mit der längsten Wartezeit des Tages (7min) bestraft, wenn man mal den morgendlichen Stau außer Acht lässt.

Die Talabfahrt nach Davos Dorf wurde stellenweise schon weich. Noch machte sie aber Spaß, später am Tag war sie aber sicher ein Graus. Schön, dass es in Davos selbst noch weiß ist, das sorgt doch einfach für etwas mehr Winterstimmung.

Unterer Teil der Talabfahrt.
Mit ausreichend Reserven erreichte ich den Bus um 11:47 ab der Parsennbahn zum Rinerhorn, der nächsten Station des Tages.
Rinerhorn:
Das Rinerhorn ist ja der Geheimtipp zum Pistenfahren in Davos schlechthin. Die Junli-Piste und die Talabfahrt sind normalerweise immer hammermäßig gut. Leider konnten heute beide Abfahrten nicht völlig überzeugen. Beide Abfahrten waren etwas rutschig und zu voll, als dass man dort gut hätte carven können.
Hubel und Nüllisch sind leider noch weit von einer Öffnung entfernt.
Am Junli lief zu Beginn meines Besuchs nur der linke Lift. Dadurch kam es dort zu Wartezeiten von ca. 1-3 Minuten bei meinen ersten 4 Fahrten. Bei meinen übrigen 5 Fahrten ging dann auch der rechte, schnellere Lift in Betrieb, sodass es keine Wartezeiten mehr gab. An beiden Liften gab es häufig Stopps.
An der Gondel gab es keine Wartezeiten, auch wenn einige Rodler da waren.

So leer wie bei meiner ersten Abfahrt war die Junli-Piste leider später nie wieder. Später war es auf der Piste doch immer wieder recht voll. Die Piste war darüber hinaus leider auch ungewohnt etwas glatt, was den Fahrspaß trübte.

Die Glattheit galt für die Talabfahrt stellenweise genauso

Am Nüllisch-Lift fehlt noch viel Schnee
Mehr Bilder kann ich wegen des wenigen Angebots am Rinerhorn heute nicht beisteuern. Nach 2x EUB und 9x SL ging es dann mit dem Zug um 14:20 Uhr ans Jakobshorn.
Die 10. Fahrt am SL traute ich mich dann nicht mehr. Vermutlich hätte es aber sekundengenau auf den Zug gereicht.
Jakobshorn:
Für meine letzte Station am Jakobshorn machte ich mir keine großen Illusionen, noch wirklich gute Pisten vorzufinden. Erfreulicherweise wurde ich in meiner Einschätzung aber getäuscht und fand mit Bräma, Gipfel und Usser Isch noch drei sehr gute Pisten vor, die noch sehr griffig und pulvrig waren und somit auch in den letzten Minuten des Skitags den Spaßfaktor hoch hielten. Nicht mehr so gut war es am Jatz Quattro, schlecht am Calvadeler und sehr schlecht auf der Talabfahrt, die für die Massen einfach nicht ausgelegt ist.
Wartezeiten gab es am Jakobshorn keine mehr und auch auf den Pisten war es nach meiner Bergfahrt um 14:40 Uhr ruhiger, als in den anderen beiden Gebieten (außer am Calvadeler und auf der Talabfahrt, hier fand ich die heute mit Abstand am überfülltesten Pisten vor).

Ausblick vom Bräma-Jet zum Davosersee. Die schwarze Abfahrt war wider Erwarten noch super griffig und pulvrig und machte somit viel Spaß

Unten raus war diese Abfahrt aber leider noch unruhig

Auch die Gipfel-Abfahrt war noch schön pulvrig und kaum zerfahren (und das nach 15:00 Uhr)

Die Zuführung zum Steilhang der Gipfelabfahrt über den Grat ist auch immer wieder cool.

Usser Isch, wie immer gut!

Die schwarze 7 am Usser Isch war auch noch ok, mündet aber halt unten in die Calvadeler-Pisten, die grausig waren.

Blick aus dem Calvadeler rüber zum Jatz Quattro

Die direkten Abfahrten am Calvadeler hatten ihre besten Zeiten schon lange hinter sich.

Ausblick von der Calvadeler-Bergstation

Die Abfahrt zum Jatz Quattro war auch nicht mehr so wirklich das Wahre.
Erfreulicherweise reichte es anschließend noch für eine Wiederholungsfahrt am Usser Isch, wo ich dann heute um Punkt 16:00 Uhr der letzte reguläre Fahrgast war. Anschließend ging es über die hoffnungslos überfüllte Talabfahrt hinab nach Davos Platz, von wo aus ich dann mit dem Zug wieder zum Ausgangspunkt zurück fuhr.
Angesichts der Szenen auf der Talabfahrt habe ich dort keine Bilder gemacht, denn ich hätte jederzeit damit rechnen müssen, dass ein überforderter Skifahrer beim Fotomachen in mich rein fahren würde. Stellenweise fuhren die Leute dort ohne jegliche Kontrolle über ihre Wintersportgeräte ab. Wieso nehmen die nicht einfach die Gondel, das wäre doch für alle Beteiligten tausend Mal besser…
Fazit:
Wie erwartet war das heute ein Großkampftag in Davos. So voll habe ich schon viele Jahre im Winter kein Skigebiet mehr erlebt. Erstaunlicherweise kam ich heute aber um alle größeren Wartezeiten gut drumrum und fand von früh bis spät in allen besuchten Teilskigebieten gute Bedingungen vor, was angesichts der miserablen Naturschneelage keinesfalls selbstverständlich ist. Davos profitiert daher wohl nicht völlig zu Unrecht aufgrund ihrer tadellosen Beschneiungsleistung von den massiven Verlagerungseffekten der Skifahrer, die sonst sicher an solchen Tagen wie heute auch in andere Gebiete ausgewichen wären (so wie ich normalerweise ja auch).
Trotz dessen, dass es heute unerwartet gut war, hoffe ich doch inständig, dass bald mal vernünftig Schnee fällt.