Stäntn hat im Schneesituations-Topic bereits viele Bilder gepostet. Den Bericht vom zum größten Teil gemeinsamen Skitag möchte ich hiermit nachholen.
Im Skigebiet Samnaun-Ischgl ist, im Gegensatz zu den meisten Bündner Skigebieten, nahezu alles geöffnet. Nur insbesondere im Bereich Gampen fehlen noch einige Pisten und außerdem ist der Piz Val Gronda noch geschlossen, was aber auch nicht weiter schlimm ist. Im Gegensatz zu den Skigebieten in Graubünden sind hier fast alle Pisten beschneibar und daher auch fahrbar. In so schneearmen Wintern wie diesem merkt man erst das Potential der Beschneiung richtig.
Generell waren heute viele Dinge anders, als wir das von unseren schweizerischen Skitagen gewohnt waren. Für einen Montag im Januar, also eigentlich volle Nebensaison, war das Gebiet übel voll. Laut Webseite lag die Auslastung gegen Mittag wohl bei 51%. Auch das Klientel war ein ganz anderes, als in der Schweiz. Es waren viel mehr Gruppen unterwegs und das skifahrerische Niveau war erheblich schlechter. Auch verteilten sich die Massen nicht so gut wie in der Schweiz. Hier in Österreich – ich zähle Samnaun hier jetzt aufgrund des Abhängigkeitsverhältnisses fälschlicherweise auch mal dazu – waren die Leute viel mehr als „Herdentiere“ unterwegs.
Die Pisten waren in der Früh auf Samnauner Seite leider relativ enttäuschend. Die Präparation war nur mäßig. Ich muss hier aber einschränkend hinzufügen, dass meine, bzw. unseren letzten beiden Skitage im Engadin die Messlatte auch sehr hoch gesetzt hatten. Aufgrund des starken Windes wurde auch ab und an Schnee auf die Piste verfrachtet und sorgte für schwierige Verhältnisse. Dies wurde durch die teilweise punktuelle, teilweise großflächige Nachbeschneiung zusätzlich erschwert, sodass sich in den fraglichen Abschnitten schnell Hügel bildeten. Auf den nicht nachbeschneiten Abschnitten kam später auch ab und an Eis durch sowie, insbesondere im Bereich Gampen und Lange Wand auch viele Steine.
Aufgrund der Wetterverschlechterung über den Tag, der noch strahlend sonnig begann und dann ab 10:00 Uhr ganz langsam zuzog, war das dann später bei schlechterer Sicht nicht mehr all zu schön. Erfreulicherweise kam aber um kurz nach 15:00 Uhr dann doch unverhofft noch einmal die Sonne etwas durch.
Aufgrund des starken Windes waren Höllspitz und Gampen zeitweise gesperrt. Gampen konnten wir dennoch mehrmals fahren. Höllspitz hingegen nie.
Gefallen:
Nicht gefallen:
Daher:
Wegen der großen Pistenauswahl war es am Ende doch aufgrund der Quantität in Summe doch ein etwas besserer Skitag in Scuol gestern.
Bilder:

Pistenstart am Twinliner in Samnaun

Peinlich wie immer. Mit der Bergfahrt um 08:15 Uhr ab Samnaun ist oben noch nichts parat. Selbst die Sattelbahn, die laut im Internet veröffentlichten Fahrplan um 08:30 laufen soll, ist erst um 08:37 Uhr parat.
Eigentlich wollte ich auch etwas später da sein. Für meine Anreise aus Scuol plante ich wegen (angeblich) schneebedeckter Straßen einen Puffer ein, den ich aber in keinster Weise brauchte.
Eigentlich eine Schande für ein solches „Premiumskigebiet“, dass man es nicht schafft, morgens aufeinander aufbauend zu öffnen. Es müssten ja nicht alle Lifte ab der Alp Trida offen sein, aber zumindest 1-2 Lifte wären eigentlich Pflicht!

Nach einer Runde an der Sattelbahn war dann auch Viderjoch I endlich ready. Die Piste dort war für meinen Geschmack zu weich.

Und nach der Runde Viderjoch I war dann auch kurze Zeit später Visnitz bereit. Leider ist der Lift ultra langsam. Aber immerhin war das Panorama oben schön

Die Piste selbst konnte aber nicht so recht überzeugen. Weich und stellenweise eingeblasener Natur- und Kunstschnee

Gleiches galt für Grivalea

Blick auf die Alp Bella

Verbindungspiste Viderjoch I → Viderjoch II

Auch die Abfahrt an der Greitspitzbahn überzeugte mich am Morgen noch nicht so recht. Am späteren Nachmittag fand ich sie dann aber recht cool. Dazu aber später mehr.

Abfahrt am Viderjoch II

Blick zur Bergstation Höllkar. Eigentlich hatten Stäntn und ich uns hier verabredet. Irgendwie müssen wir hier aber direkt aneinander vorbei gefahren sein.

Mit guter Sicht war die Schwarze am Zeblas noch sehr gut. Generell empfand ich den Pistenzustand in Ischgl am Morgen besser, als in Samnaun

Auch die Verbindungspiste Palinkopf-Höllspitz war da noch recht gut. Sie baute aber dann später deutlich ab.

Blick von der Höllspitz-Abfahrt auf die Thaya und die windbedingt geschlossene Höllspitzbahn

Am Sassgalun wurde stark beschneit. Im Hintergrund dann die Idalpe, wo das Treffen mit Stäntn dann auch glückte

Die Abfahrt zur Mittelstation der Fimbabahn war durchwachsen, da stellenweise durch die Beschneiung schon Haufen entstanden sind. An den übrigen Stellen war sie aber sehr spaßig

Blick aus der Nachtweidebahn

Die Abfahrt durchs Velliltal war, insbesondere unterhalb der 6KSB, nicht mehr in einem guten Zustand

Schlechter Abschnitt der Piste durchs Velliltal. Die 7a war doch früher nicht schwarz markiert, oder?

Grandios waren aber die Abfahrten zur 4EUB und 6KSB. Toll, dass es diesen Ruhepol in diesem ansonsten immer überfüllten Skigebiet gibt

Wenn es doch nur so überall in Ischgl wäre, wie hier auf der 4a

Blick ins Velliltal

Im Bereich der Gampenbahn zog sich das Wetter nun leider zu. Die direkte Abfahrt an der Gampenbahn war daher auch nicht mehr so super zu fahren. Im oberen Bereich gab es einige Steine.

Die „Nebenpiste“ an der Gampenbahn, also die Abfahrt, von der man eigentlich vom Höllspitz rüber kommt, war etwas besser.
Nach einigen weiteren durchwachsenen Abfahrten im Bereich Gampen und Lange Wand fuhr Stäntn dann weiter in Richtung 80, ich in Richtung 60.

Auch wenn es hier auf dem Bild nicht so rüber kommt, waren die Sichtverhältnisse an der Greitspitz wieder recht gut, sodass ich dort eine Wiederholung einlegte

Und auch in Richtung Idalpe schaute es wieder gut aus.

Über die sehr leere und überwiegend noch gute 12 fuhr ich dann noch einmal in den Höllboden ab.

Des Weiteren legte ich noch einmal eine Abfahrt zur Nachtweidebahn ein.

Blick auf die Idalpe

Ehe es dann um 15:54 Uhr wieder hoch aufs Flimjoch ging. Die elendig lahme Flimjochbahn braucht dafür sage und schreibe 10 Minuten.

In Samnaun drüben war es dann wieder extrem leer, wie z.B. hier entlang der Flimsattelbahn.
Die Laret-Talabfahrt war dann noch in astreinem Zustand und reiht sich in die Liste der besten Abfahrten des Tages ein. Wegen der lahmen Flimsattelbahn hatte ich leider keine Zeit für Fotopausen, da ich den 16:15 Uhr-Bus erwischen wollte, was auch passgenau reichte.
Fazit:
Nach den ruhigen, beschaulichen und gesitteten Skitagen in der Schweiz war das Treiben in Ischgl ein regelrechter Kulturschock. Es ist in Ischgl einfach ein anderes Publikum, ein anderer Schnee und eine andere Mentalität. Skifahren steht hier nach dem Skitag heute in meinen Augen nicht im Vordergrund, sondern eher das Ramba-Zamba außen herum. Der Skitag heute war nicht schlecht und ich wäre froh, wenn mehr schweizerische Skigebiete über ähnlich schlagkräftige Beschneiungsanlagen verfügen würden, aber irgendwie habe ich vieles, auf das ich heute wieder gestoßen bin, bislang nicht sonderlich vermisst. Vor Ende April wird es mich aber (hoffentlich) nicht wieder nach Ischgl verschlagen.