

Tag Nr. 3 meines Kärnten-Trips war ein Sonntag, für den wenigstens am Vormittag einigermaßen schönes Wetter vorhergesagt wurde. Dies war für mein Ziel eigentlich unentbehrlich, denn im Nebel oder bei Schneetreiben hätte es keinen Sinn gemacht, mit dem Auto bis auf 1.900 m hinauf zu gurken, um dann oberhalb der Baumgrenze im Nichts herumzurutschen.
Es reichte mir schon, dass es ab dem Montag wieder schlechtes Wetter geben sollte und ich somit gezwungen war, am Sonntag Abend wieder nach Hause zu fahren. Gerne hätte ich noch einige andere Gebiete aufgesucht, da ich schon einmal den weiten Weg auf mich genommen hatte. Doch stabiles Hochdruckwetter war im Winter 2012/13 so selten wie Betriebstage des ESL im Alpbachtal und bei Schneetreiben wollte ich einfach nicht kilometerweit in den Bergen herumreisen.
Meteorologisch gesehen war diese Saison eh wie ein großer Schluck saure Milch. Immerzu Niederschläge, Wolken, glatte Straßen und lachende Sonnen bei Bergfex nur fünf Tage vorher, die sich dann aber 24 Stunden später schon wieder verabschiedet hatten oder mit Schneeflocken garniert waren. Aber dafür hatte es in den niederen Lagen ordentlich Schnee und man konnte an grauen, trüben Wochenendtagen irgendwelche Talschlepper aufsuchen...

Morgens beim Spaziergang hoch über Bad Kleinkirchheim. Ich hatte gerade mein Zimmer geräumt und das Auto schon beladen, um dann nach dem Frühstück nach Falkert hinauf zu fahren. Erst zweifelte ich noch ein bisserl, da einzelne Schneeflocken herumtanzten und erst keine Sonne zu sehen war. Doch plötzlich riss es auf und während des Morgenmahls besserte sich das Wetter zusehend. Vom Pensionswirt erfuhr ich noch, dass die Strasse hinauf ins Skigebiet sehr leicht zu fahren ist und man nach etwa in einer viertel Stunde bis 20 Minuten oben angelangt ist.
Er sollte Recht behalten, nach ein paar Kurven und Steilstücken am Anfang geht es wirklich recht zahm auf 1.900 m hinauf. Außer einem Einheimischen waren keine Fahrzeuge unterwegs und ich war gespannt, was mich erwarten würde. Wenigstens schien oben die Sonne und im Wind durchfliegende Wolkenfelder verbreiteten eine recht interessante Stimmung. Kurz vor Erreichens meines Ziels sah ich links der Straße einen Kurzbügler aus dem Wald herauskommen – er sollte leider außer Betrieb bleiben. Aber der Rest und die guten Pisten sollten es mich recht gut verschmerzen lassen.

Ich stieg aus dem Auto und wurde fast umgeblasen, so stark ging der Wind da oben. Kein anderer Mensch war zu sehen und auf dem Parkplatz standen fast keine Autos. Die Lifte bewegten sich auch nicht, doch da es erst kurz vor 9 Uhr war, bereitete mir das noch keine rechten Sorgen.

Irgendwie schon interessant – ganz alleine da im Sturm umherzulaufen, über mir das Spiel der Wolken im Wind, schaukelnde Gehänge bei zwei Schleppliften neben mir...

Der Sonnenlift...

Er sollte erst am späten Vormittag in Betrieb gehen.

Der Falkertlift, lang und anfangs recht flach. Aber links und rechts zwei gute Pisten.

An der Kasse saß eine sehr freundliche, ältere Dame und ich war Kunde Nr. 1 an jenem Tag. Spitzlift und Falkertlift hätten geöffnet, meinte sie. Der Zirmachlift (der Kurzbügler weiter unten) leider nicht. Der Sonnenlift dann in der Mittagszeit eben. Wir kamen dann noch ins Gespräch, denn sie wunderte sich, wie einer aus München bis nach Kärnten fahren kann, um dann ausgerechnet hier oben bei drei Schleppern Ski zu fahren. Spinner gibt’s!


Am Falkertlift.


Im Falkertlift. Übrigens war ich bei der ersten Auffahrt noch vollkommen allein im Gebiet. Als ich später die Piste am Spitzlift hinab fuhr, sah ich einen anderen Mann am Falkertlift. Später sollten sich hier dann doch noch einige Leute tummeln, aber für einen Sonntag doch recht wenig.

Blick nach rechts zum Sonnenlift, wo die Windböen durchjagten...

Hier war man recht gut vorm Sturm geschützt.

Am Ausstieg (nach etlicher Zeit) oben angelangt. Ein Traum! Ohne Skibrille hätte ich mir erst mal die Augen reiben müssen. Ganz alleine irgendwo auf über 2.000 m Höhe irgendwo in Kärnten hinten...ein alter, langer Schlepper...beste Pistenverhältnisse...ach.....
Ich war jedenfalls im 7. Himmel angelangt und erlebte jedenfalls ein paar sehr schöne Skistunden dort oben hinten.

Dann ging es zum steilen Spitzlift, auf den ich schon ganz spitz war...(hust)

Eine Talstation wie für einen ESL oder ne DSB...


Das liest man am Einstieg von Schleppern gerne...

Um mich tobte der Wind, während ich einsam nach oben ins Ungewisse gezogen wurde. Ein Ende des Schleppers war nirgends in Sicht.

Blick über die Schulter...

Außer mir fuhr hier später nur noch ein Verwegener. Ganz oben blies im Nebel derart der Sturm, dass man fast schon dran dachte, früher auszusteigen.

Nette Wetterstimmung über Kärnten.

Hier war ich froh, nicht 20 Kilo weniger zu wiegen – am Ausstieg blies ungehindert der Wind und man wurde wie von einer Hand angeschoben, als man am Pistenrand stand.


Wenn solches Wetter auch unten geherrscht hätte, wäre das nichts gewesen. Doch für die folgende Traumpiste war es das wert, sich dem Sturm ganz oben auszusetzen.
Hier war man schon wieder im aushaltbaren Bereich angelangt. Später wurde es dann besser und die Wolken oben verschwanden. Von der Piste her war es hier am Spitzlift ein absoluter Traum. Immer wieder hinauf und hinunter, es machte wirklich großen Spaß!

Zoom zum Falkertlift. Wer traut sich da, MEIN Skigebiet zu betreten?


Der Verlauf des Schleppers ist wirklich recht interessant.

Auch wer Schlepper doof findet, kommt hier auf seine Kosten...



Der unterste Hangabschnitt – einfach bestens! Hinten sieht man quer den Falkertlift verlaufen und hinten noch den Sonnenlift.
Einmal fuhr ich zu weit nach links, wo durch die Schneeverwehungen sich einiges Pulver abgelagert hatte. Das hätte fast einen sauberen Sturz gegeben.

Wolkenspiele überm Falkertlift.


Mein unbekannter Mitstreiter an jenem Vormittag. Sonst fuhr eigentlich niemand den steilen Spitzlift rauf.

Ein einsamer Baum hält sich wacker dort oben neben dem Falkertlift.

Zoom zur still stehenden Zirmachlift. Schade, schade, aber ich darf wirklich nicht meckern.

Zwischendrin ging es wieder mal mit dem langen Falkertlift hinauf.

Hier sieht man nochmals die von mir hochgelobte Piste neben dem Spitzlift.


Sonntagsbetrieb am Falkertlift.
Später wurde der Sonnenlift noch angeworfen, als nix wie hin!

Erst mal noch die Nikon rausgezogen...




Passend zu meiner Stimmung!

Nochmals zum Spitzlift gespitzt...

Noch eine letzte Fahrt.





Nun – Falkert hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Vier bzw. drei nette Schlepper und gute Hänge, garniert vom steilen Spitzlift und der Traumpiste daneben. Dazu der Ausblick und das Areal da oben über der Baumgrenze...das kleine Gebiet hat echt was und es wäre natürlich unendlich schade, wenn es schließen müsste. Ob es an der fehlenden Zubringerbahn vom Tal herauf liegt oder dem Umstand, dass es keine KSB mit Arschwärmer gibt, dass die Leute ausbleiben, vermag ich nicht zu sagen.
Jedenfalls kann ich Falkert absolut weiterempfehlen und gerade im Frühling (das ist, wenn diese grauen Schleier am Himmel weg sind, so ein helles, grelles Ding am Firmament scheint und im Tal die Blumen blühen...) kann man da oben sicherlich ein paar nette Stunden Sonnenschilauf genießen.