





Es war wieder einer jener Skitage, die man nie vergisst, bestes Wetter, super Schnee und jede Menge schöne, alte, interessante Lifte neu für sich zu entdecken...ich bin froh, dass es endlich mit dem seit etlichen Jahren geplanten Bödele-Besuch geklappt hat.
Dieses urige Areal ist für Schlepperfreunde und Nostalgiespinner einfach ein Muss und die ganze Ecke da hinter Bregenz ein riesiges Freilichtmuseum mit vielen alten Anlagen, wo man sich allenfalls in den 80ern wähnt – mehr gewiss nicht...

Ich war in der Früh im Ostallgäu gestartet und so sparte ich mir etliche Kilometer Anreise, denn von München bis Dornbirn zieht es sich so trotz durchgehender Autobahn doch recht hin. In freudiger Erwartung kurvte ich schließlich die Straße von Dornbirn zu jenem Hochplateau hinauf, wo sich das Skigebiet direkt am Rand des Bregenzer Waldes befindet.


Der Parkplatz sollte sich trotz des Wochentages ziemlich schnell füllen und an der Kasse hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet. Aber im Gebiet selbst ging es dann doch recht stressfrei zu – viele verteilten sich ja auch auf die zahlreichen kleinen Tellerlifte, die hier „umeinander“ stehen und die meisten trieben sich dann sowieso an der einzigen Sesselbahn herum...

Die Hauptanlage hier gewissermaßen – der gut 1,6 Kilometer lange Kurzbügler Hochälpele aus dem Jahre 1957, als es wahrscheinlich noch keinen einzigen Forumskollegen gegeben hat. Der Lift verläuft zwar recht flach, aber dafür sehr schnell. Dürfte an den ehemaligen Höflelift am Fellhorn rankommen, der auch so abging. Auch schon wieder 10 Jahre her, dass es den nicht mehr gibt.


Im Schlepplift auf Wolke Sieben...Blick zurück...zwar ist der Verbau vor der Talstation überhaupt nicht urig, häßlich zugegebenerweise, aber von hier oben sieht man es nicht so.

Der Lift geht flach am Waldrand neben der Piste dahin – weiter oben verläuft er dann noch ein bisser zwischen den Bäumen hindurch...zwei Niederhalter wurden bereits erneuert, aber die ganz alten hat es auch noch.

Genial! Kenne ich sonst nur noch vom Geigenbühellift in Seefeld.

Ein Wunder, dass dieses Unikat so lange überlebt hat. Vermutlich kommen hier eh keine Urlauber in erster Linie her und das Gebiet lebt von den Tagesausflüglern aus Dornbirn, Bregenz und Lindau. Die kommen wahrscheinlich so oder so und drum braucht es hier wahrscheinlich erst gar keine KSB oder gar eine dumme EUB, bei der man immer die Ski abschnallen muss.


Der letzte Abschnitt...

Versteckte Umlenkstation...
Oben angekommen, entschied ich mich dazu, gleich mal den Alpenblicklift aufzusuchen, einem knapp 800 m langen, steilen Kurvenschlepper von 1970...

Doch dann überwältigte mich der prachtvolle Ausblick von hier oben und ich zog erst mal die Spiegelreflex heraus – im Lift hatte mir wie üblich meine „Handknipse“ ihren Dienst erwiesen.



Unterhalb des Steilhangs, den der Lift mittels zwei Kurven etwas umgeht...dazu eine naturbelassene Piste mit etlichen Steigungen und Senken, mal was anderes als langweilige Autobahnen mit zu vielen Leuten drauf...



Die Talstation...der Antrieb wurde wohl unlängst von Diesel auf Langweilig umgestellt
(Wie am Galtenberglift im Alpbachtal übrigens auch, wie mir neulich aufgefallen ist.)


Da kommen die Bügel zurück...dass die 1970 nicht den Schlepper direkt raufgezogen haben...damals gab es doch wegen den Steilheitsgraden null Bedenken. Sonst hätte man den Wurmkogel II, den Kalte-Kuchl-Lift oder den am Herzogstand ja auch nie so gebaut.


Die erste Kurve nach den Anfangsflachstück..danach geht es erst mal steil dahin.



wieder eine Kurve...

...wieder ein Steilstück...

Wieder oben angekommen...

Interessante Umlenkung...

Da ich es hier so schön fand, blieb ich noch ein wenig mit der Kamera neben dem Ausstieg stehen...




Auf der anderen Seite des Lifts gibt es auch noch eine steile Abfahrt...



Kurvenbesuch...



Irgendwie ein nettes Eck da unten, wo der Kurvenlift startet...



Dort schweben die Bügel ins Tal...

Später um die Mittagszeit zwar geknipst, aber weil es grad thematisch reinpasst...irgendwie erinnerte mich das an einen Skitag im Februar 2011 im Heutal, wo es auch einen solchen Kurvenlift gibt und die Skitourengeher unter den talwärts schwebenden Bügeln den Berg hinauf schoben...

Dort wird dann sicherlich bald der AlpenblickJet raufgehen...hofffentlich nicht

Immer wieder ergaben sich tolle Zoomblicke hier im schönen Bregenzer Wald....

Zoom ins LSAP-Gebiet Hirschberg – die Sessel hängen noch, aber von den Schleppern oben ist nichts mehr erkennbar.
2012 standen die Ruinen zumindest noch.


Gott sei Dank nicht LSAP! Das kleine Gebiet Andelsbuch, das ich am Nachmittag noch für zwei Stunden besuchen sollte.

Man sieht die DSB „Niedere“, die 2. Sektion queren. Sie kreuzt den steilen Breitfeldlift. Oben sind noch die Niedere Muldenlifte zu sehen. Ganz hinten gibt es noch einen kurzen, sehr steilen Tellerlift.

Der ca. 600 m lange Seeblicklift verläuft etwas weiter rechts wie der Hochälpelelift. Hier geht es schön durch den Wald, man hat eine kurze, aber sehr breite und steile Abfahrt, dazu dient der Schlepper auch als Verbindung zur Lank-Bahn weiter seewärts (also rechts vom Tal aus gesehen).


Der Liftler saß entspannt in der Sonne, aber hatte dennoch alles im Blick.

Schnell heimlich die Umlenstation angezoomt...

Ausblick...unten die eben angesprochene gute Piste. Danach muss man es dann laufen lassen, denn es geht flach durch den Wald zur Talstation zurück.


Über dem Flachland hielten sich die Wolken.


Zoom nach Alberschwende zum Wopfner-ESL...auch dieses Gebiet ist vollkommen Retro und ein Muss für die entsprechenden Leute mit Geschmack



Dort scheint mitten auf der Wiese ein LSAP-Liftlerhäusl zu stehen...

Der Pfänder...ob an diesem Tag die Schlepper dort liefen? Jedenfalls auch dies ein ganz besonderes Gebiet. Aber hauptsächlich bei freier Sicht auf den See direkt davor.

Der See ist natürlich auch zu sehen...sonst wäre die Liftnamensgebung wirklich bescheuert...wobei am Jenner mit „Skifahren am Königsee“ geworben wird und man diesen gar nicht von der Piste aus sehen kann.


Bregenzer-Wald-Idylle...


Einmal gab ich mir die 4SB, die 2000 den ersten Schlepper aus den 50ern hier oben ersetzt hat.


Ich glaube, der Tellerlift neben der 4SB hier war eine Neuerschließung im letzten Jahr...

In der Lank-Bahn...der alte Schlepper verlief wahrscheinlich trassengleich.

Seitenblick.

Nochmal den Hochälpelelift anvisiert....


Ich kannte zwar schon einige Bödele-Berichte, doch trotzdem hat mich das Gebiet „umgehauen“...


Nochmal zu einem der Niederhalter aus der Adenauer-Ära...

Trassenzoom


Unterhalb des Parkplatzes gibt es auch noch Tellerlifte, aber die ließ ich aus...
Dann machte ich mich auf, die Weltcupabfahrt in Richtung Schwarzenberg hinunter zu fahren. Diese wird von keinem Lift erschlossen und man muss mit dem Skibus wieder zurück zur Talstation des Hochälpelelifts an der Passstrasse oben fahren.
Anfangs ging es noch recht flach durch die Wälder, dann folgte ein unpräpariertes Steilstück, das nicht ganz einfach zu fahren war. Als ich zwischen den Bäumen Schlepperstützen und hängende Bügel sah, dacht ich, eine stillgelegte Liftruine entdeckt zu haben.

Doch dann erkannte ich, dass es sich um den Haldenlift handeln musste und mir fiel ein, dass er unter der Woche erst ab 13 Uhr in Betrieb ist. Es war aber erst halb zwölf, also war ich Idiot viel zu früh dort hinunter gedüst. Denn zurück geht es ab hier nur mit dem Bus. Die Talstation des Hochälpelelifts liegt weiter oben und ein ganzes Stück entfernt.

Ein Trost war die leere und total gut zu fahrende Abfahrt am Haldenlift – die beste Piste am Bödele, muss ich sagen. Dazwischen immer wieder Fotostopps und der feste Wille, bis 13 Uhr auszuharren, um den steilen, langen Kurvenlift mit Kurzbügeln noch „mitzunehmen“...


Der Haglift, ein Tellerlift, sollte den ganzen Tag außer Betrieb bleiben, aber der Haldenlift ließ sämtliche negativen Gedanken ab 13 Uhr völlig vergessen!

1,5 Stunden später sollte ich hier dann hochgefahren kommen...


Ohne Worte...

An der Bushaltestelle...der Bus fährt halbstündlich und ich musste natürlich eine halbe Stunde warten, was ja wieder klar war...aber wenigstens schien die Sonne und die Pause tat meinen Beinen ganz gut. Das Mittagessen fiel an jenem Tag wie sooft dem Vergnügen zum Opfer...

Blick zum Skihang...der Haldenlift verläuft ganz links und macht denn eine rechtwinklinge Kurve nach rechts...Baco übrigens...

Einer kam noch an, aber zum Buss wollte er dann nicht. Übrigens gibt es noch eine weitere Variante der „Talabfahrt“ bis ganz nach Schwarzenberg hinunter, wo man dann definitiv einen Bus benötigt. Sicherlich auch ganz interessant – beim nächsten Besuch vielleicht mal. Aufgrund der geringen Höhenlage von ca. 700 m sicher nicht oft zu fahren.

Wieder im Hauptgebiet – wenigstens nochmal den Hochälpelelift und den Alpenblicklift gefahren. Dann ergab sich noch dieses Motiv...

Na dann hat sich die Warterei auf den Bus ja gelohnt. Um 12:40 Uhr fuhr ich mit meinem Auto zum Haldenlift, der keine Sekunde vor 13 Uhr angeschmissen wurde, obwohl wir schon zu fünft oder sechst dann sehnsüchtig darauf warteten.


Seitenblicke...auch am Haldenlift war es recht urig...



Dann erbarmte sich der Liftler endlich und wir konnten hochfahren.

Erst geht es flach und schräg dahin, aber man hört bereits das aus Garmisch bekannte Baco-Knacken der Kurvenstation...

Blick zurück...

Beim ersten Mal schmiss es mich fast vor lauter Filmen und Knipsen...

Kurze Gehölz-Passage


Steil geht es weiter...



Eine Brücke passiert man auch...

Das Ende im Wald, dazu ein Retro-Liftlerhäusl...leider gibt es keinen zweiten Schlepper, der einen wieder ins Hauptgebiet zurückbringt. Dennoch volles Lob für diesen Lift! Einfach super – ein steiler Kurzbügler, dazu noch mit der besagten Kurve...ich war begeistert.

Noch ein paar Bilder von der Piste aus, ehe um 13:30 Uhr meine Karte ablaufen sollte...

Der Hang am Haldenlift ist ein Sahnestück...dazu war noch recht wenig los. Aber als ich ging, kamen bereits immer mehr Leute – auch viele Schüler, die nun ihren freien Nachmittag zum Skifahren nutzten.


Noch ein Kurvenhalt...

...dann ging es zurück zum Auto, Skischuhe aus, normale Schuhe an und ab nach Andelsbuch, wo sich noch zwei schöne Ausklangstunden ergeben sollten. Ich war und bin absolut begeistert von beiden Gebieten...