Kaiserwetter war gestern angekündigt. Großskigebiete schieden daher in der Tagesplanung aufgrund des zu erwartenden Andrangs aus. Ich schwankte einige Zeit zwischen Savognin und Scuol, entschied mich dann aber wegen des größeren Angebots für Scuol.
Im Vergleich zu meinem Besuch von vor zwei Wochen waren neu die blaue Abfahrt am Champatsch, die Talabfahrt Derby sowie die Traumpiste sowie die Clünas auf gesamter Länge geöffnet; eine deutliche Angebotsverbesserung also.
Die ersten Abfahrten des Tages waren wieder absolut herrlich. Die Präparation war wieder Spitzenklasse und braucht den Vergleich mit dem Oberengadin in keinster Weise scheuen. Der Schnee war herrlich pulvrig-griffig. Dank der Temperaturen, die zwar deutlich wärmer waren als an den Vortagen, aber am Berg immer noch stets unter 0°C, blieben die Pisten auch den Tag über pulvrig.
Auf den stärker befahrenen Stellen wurden die Pisten leicht aufgefahren, was aber nicht kritisch war.
Einige Steine gibt es auf den von oben gesehen beiden rechten Pisten am Champatsch sowie im oberen, unbeschneiten, Teil der Traumpiste. Diese Steine waren aber alle soweit umfahrbar. Kritischer war es auf dem letzten Stück vor der Talstation der Champatsch-Talstation. Hoffentlich kommt nun der angekündigte Schnee, sodass dieses Thema denn vorerst erledigt sein sollte.
Das Skigebiet füllte sich gestern auch in Scuol recht schnell und es wurde – für Scuol – ziemlich voll. Das bedeutet im Klartext, Wartezeiten von ein paar wenigen Minuten am Naluns- und Mot da Ri-Sessel. Am Naluns-Sessel entstanden die Wartezeiten aber wegen der unterirdisch schlechten Kapazitätsausnutzung. Selten fuhren mehr als 4 Personen im 6er-Sessel bergwärts. Oftmals waren es auch nur 2 oder 3 Personen. Unverständlich…
An allen anderen Anlagen konnte man durchgehen. Die Bahnen fuhren großteils mit voller Geschwindigkeit, was vor allem an der Talgondel das „Doppelverwendungsproblem“ am Drehkreuz noch verstärkte
Auf den Pisten war es auch nur am Naluns-Sessel voller. Insgesamt lies sich so der Großkampftag sehr gut aushalten.
Geparkt hatte ich gestern in Sent, um zum Abschluss des Skitags die Traumpiste ohne anschließende Bus- oder Taxifahrt nutzen zu können. Netterweise ist am Dorfplatz das Parken sonn- und feiertags sogar kostenfrei.
Tatsächlich habe ich dann aber sogar tagsüber eine Zusatzfahrt auf der Traumpiste gemacht. Postauto setzte Zusatz-Expresskurse zur Talstation ein. Ein super Service der Bergbahnen und Postauto. Danke!
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Bilder:

Morgendlicher Blick aus dem Naluns-Sessel, der tagsüber eigentlich nie voll gefüllt wurde

Rückblick zu dessen Bergstation

Abfahrt in Richtung Jonvrai. Im Tal lösten sich gerade noch die letzten Nebelfetzen auf

Blick zum Champatsch

Auf der blauen Autobahn am Mot da Ri konnte man gemütlich dahinsausen

Blick zum Mot da Ri-Sessel

Die Clünas-Abfahrt am Clünas-Sessel ist nun auch auf gesamter Länge geöffnet. Im unteren, unbeschneiten, Teil ist sie aber noch etwas unruhig

Pistenstart Clünas

Auch der Zustand der schwarzen Abfahrt am Prui-Sessel war deutlich besser, als vor zwei Wochen

Blick auf Prui

Lässiger Schlusshang (Piste 12) zum Prui-Sessel.

Clünas

Blick auf Jonvrai

Muntanella-Piste

Dito.
Die anderen beiden Abfahrten am Salaniva-Sessel waren natürlich wegen Schneemangel und fehlender Beschneiung noch geschlossen

Val Ruschna. Herrlich. Das Tempo war am Morgen sehr, sehr hoch. Da es – außerhalb der Hotspots – sehr leer war, war dies auch problemlos möglich

Auch die Talabfahrt nach Ftan war wieder gut

Blick auf Ftan

Am Naluns war es doch deutlich voller, wobei die breite Piste die Liftkapazität schon bewältigen kann

Auf Motta Naluns bildeten sich an der 6KSB sehr lange schlangen. Grund dafür war aber nicht die mangelnde Liftkapazität, sondern der sehr schlechte Befüllungsgrad.

Zur Vermeidung von Wartezeiten ging es bis zum Mittag dann gleich vier mal auf die tolle Derby-Talabfahrt

Talabfahrt

Talabfahrt

Blick auf die Talstation in Scuol. Einfach eine tolle Abfahrt. Lästig ist nur das „Doppelverwendungsproblem“ am Drehkreuz. Einmal war der Liftler (verständlicherweise) mit dem Verladen von Rollstuhl und Kinderwagen beschäftigt, sodass ich dann doch noch etwas Zeit am Drehkreuz abbummeln musste.

Danach ging es dann zur Zwischenabfahrt auf die traumhafte Traumpiste. Hier im oberen, unbeschneiten, Teil gab es noch ein paar weitestgehend unkritische Steine

Weiterer Verlauf der Traumpiste

Traumpiste

Der beschneite Teil der Traumpiste war mangels Steingefahr angenehmer befahrbar

Blick auf Sent

Blick ins Unterengadin

Pistenende in Sent.
Ich wusste noch gar nicht, dass es einen Gratis-Skibus nach Sent Plaz, also zur Postbushaltestelle, gibt. Der Gratis-Skibus fährt ab 11:00 Uhr alle 30 Minuten bis 16:30 Uhr. In Sent Plaz hatte dieser Skibus direkten Anschluss auf das außerplanmäßige Express-Postauto nach Scuol. Super Service!
Das direkte Skitaxi nach Scuol habe ich daher gestern nicht genutzt. Der Preis von CHF 5 für die Direktfahrt ist aber m.E. nach wie vor fair.

Nun stand noch der Champatsch-Lift auf dem Programm. Hier die Aussicht von dessen Bergstation

Der Lift erschließt schöne Pisten in schöner Landschaft

Blick zur Talstation. Das letzte Stück vor der Talstation war steinmäßig kritisch

Rückbringerpiste vom Champatsch-Lift

Auf 14:00 Uhr ging es dann noch einmal über die Traumpiste zurück zum Auto.
Gestern wurde mir auch mal wieder bewusst, was ich an Tirol nicht vermisse: Den Fernpass. Die Rückfahrt gestern war eine absolute Katastrophe. Vom Fernpass bis zum Dreieck Hittistetten (bei Ulm) stand ich durchgehend im Stau. Südlich vom Kreuz Memmingen hatte ich auf der deutschen Autobahn noch nie dichten Verkehr erlebt und das, obwohl ich ja in der Vergangenheit wirklich häufig in Tirol war. Scheinbar war gestern jeder in den Bergen. Nun gut, das Wetter war ja top und ich habe es ja auch nicht anders gemacht
Fazit aber: statt 4h dauerte die Rückfahrt 6h.
Fazit:
Um den Bezug zum Topicthema aufzugreifen. Scuol war auch gestern wieder genauso c(u)ool wie letztes Jahr (siehe viewtopic.php?f=53&t=66831&p=5358515&hi ... l#p5358315). Die Pisten waren wieder perfekt und das Angebot für ein verhältnismäßig kleines Skigebiet stattlich. Auch im Vergleich zu anderen Berichten hier im Forum kam ich mit dem „Andrang“ gestern wohl sehr gut weg. Das Skigebiet war also für gestern die absolut richtige Wahl. Nur die Rückfahrt war halt nervig.