Im letzten Jahr war ich nach 10 Jahren Abstinenz endlich wieder in den Dolomiten zum Skifahren. Und danach war natürlich unverzüglich klar, wo es in diesem Winter hingeht
Es gibt schon einige Winterberichte aus der aktuellen Saison, aber trotzdem schreibe ich wieder einen eigenen - das gehört für mich einfach zum Skiurlaub dazu, und außerdem kann man dann später schön in Erinnerungen schwelgen... Die zahlreichen Bilder in der aktuellen Schneesituation finde ich auch schön, aber so ein ganzer Bericht ist halt doch noch mal was anderes.
Diesmal hat es auch mit dem "Männerurlaub" Papa + Sohn geklappt. Trotz 3 Jahren Zwangspause steht mir mein inzwischen bald erwachsener "Kleiner" skitechnisch fast nichts mehr nach und so konnten wir die Skitage ausgiebig und sportlich genießen. Untergebracht waren wir wie im Vorjahr im Hotel Miramonti in Badia, etwa in der Mitte der Verbindungsbahn Pradüc gelegen. Der Hotelshuttle fährt bequem zur Santa Croce-Talstation und zurück, und auch der Linienbus nach Corvara hält direkt vor der Hoteltür. Das Hotel ist familiär geführt und die Chefin sowie das ganze Team geben einem das Gefühl, wirklich willkommen zu sein. Wir haben uns jedenfalls wieder sehr wohl gefühlt und auch die Verpflegung war wieder absolut super. Sehr erfreulich auch, dass das Hotel "Sonntag bis Sonntag" anbietet - eine Samstagsanreise in der Faschingswoche in die Dolomiten wäre für mich nicht in Frage gekommen.
Anreise:
19.02. Weißdorf - A 9 - München - A 95 - Garmisch - Innsbruck - Brenner - Eisacktal - Pustertal - Hochabteital völlig stress- und staufrei in knapp 6 Stunden. Die Rückfahrt am 26.02. verlief nicht ganz so entspannt, wir nahmen diesmal die Inntalautobahn und hatten Stau vor der Grenze Kufstein, ebenso auf der A 8 nach München und der A 99. Die Umfahrung über den Mittleren Ring Ost war leider auch gut voll, erst nördlich von München wurde es wieder entspannter. Unterm Strich aber immer noch besser als am Samstag zu fahren...
Wetter, Temperaturen & Schnee:
Montag bis Mittwoch überwiegend sonnig mit teilweiser Bewölkung, nachts war es kalt genug, dass die Pisten morgens schön hart durchgefroren waren. Morgens leichte Minusgrade, im Tagesverlauf sehr warm mit bis zu zweistelligen Plusgraden. Am Donnerstag und Freitag dann stärker bewölkt (vormittags höhere Lagen teils in Wolken) mit sonnigen Abschnitten, nachts kaum Frost, dafür tagsüber nicht mehr ganz so warm. Am Samstag dann zunehmend sonnig und wärmer. Die Pistenverhältnisse waren sehr unterschiedlich - von morgens hart, dann auffirnend bis nachmittags weich, tief und sulzig war so ziemlich alles dabei, der Zustand variierte natürlich je nach Exposition. Die rassigen Nordabfahrten an der Porta Vescovo oder die Gran Risa waren auch am Nachmittag noch super, während sich auf den Südhängen teils schon ab Vormittag erhebliche Sulzbuckel und Tragödienhänge bildeten. Die Schneelage auf den Pisten war völlig ausreichend, nur auf einzelnen unbeschneiten Abfahrten kamen im Lauf der Woche erste braune Stellen durch. Anders im Gelände: Die Südhänge waren mehr oder weniger komplett schneefrei. Es kam auch seit gut 4 Wochen kein Nachschub mehr von oben - hier wäre etwas Kosmetik schön gewesen.
Wartezeiten / Betrieb:
Liftstart um 08.30 Uhr - den haben wir meistens ziemlich eingehalten. Auf diese Weise sind wir an den üblichen "Engstellen" eigentlich immer ohne größere Wartezeiten durchgekommen. Länger als 5 Minuten sind wir eigentlich nicht angestanden - Ausnahmen Ciampinoi und Seceda-Gondel, da waren es etwa 10. Durch geschickte Routenwahl waren wir entweder immer vor oder hinter dem "Ronda-Pulk", so dass die Massen entweder noch nicht oder schon durch waren. Es ist wohl tatsächlich so, dass der Großteil der Rundenfahrer in Wolkenstein oder Corvara startet und sich dann als Herde bewegt. Auf den Pisten verteilten sich die Leute sehr gut, die Ronda-Pisten waren natürlich etwas voller (und hier auch mehr schlechte/unsichere Fahrer unterwegs), abseits davon war immer mehr als genug Platz. Ab Donnerstag wurde es auch merklich leerer. Etwas mehr Andrang an den Liften war nur am Freitag in Cortina, aber auch das war im erträglichen Rahmen. Insgesamt war es für die Faschingswoche recht entspannt und viel weniger los als befürchtet. Ich hatte den Eindruck, dass etliche Lifte mit gedrosselter Geschwindigkeit liefen und nur zu den Stoßzeiten teilweise Vollgas gefahren wurde.
Gefallen:
Überwiegend sehr gutes Skiwetter
Dolomitenpanorama
sehr schönes Hotel mit super Essen
Meist top Pistenverhältnisse
Sturzfreie Skiwoche
Nicht gefallen:
Bier- (bis 6,50 €) und Essenspreise auf vielen Hütten
Südhänge teils frühzeitig sulzig
Fazit:
Erneut volle Punktzahl
Edit: Jetzt mit Bild-Texten
(Rosen)Montag, 20.02.2023
Skiline heute: 9.002 hm, 37 Lifte, 49 Pisten-km
Wir fahren heute die 500 Meter vom Hotel zum kostenlosen Parkplatz Sponata, wo wir um 08.28 am Drehkreuz stehen. Es geht direkt über den Piz La Ila und Biok zur Pralongia und nach einer Wiederholungsfahrt weiter über Vizza und Costoratta nach Corvara. Am Vormittag wechseln wir ins Edelweißtal, wo die Abfahrt vom Col Pradat sensationell gut ist. Wir schaukeln noch hoch Richtung Grödner Joch, kehren dann um und fahren über die Boé-Bahn (für uns Biathlon-Fans: die "Bö-Bahn"
Skiline heute: 9.485 hm, 28 Lifte, 47 Pisten-km
Die Wetteraussichten für heute sind bombig... Wir diskutieren am Vorabend: Kann man am Faschingsdienstag auf die Marmolada fahren? Ja, man kann! Zu diesem Zweck fahren wir heute mit dem Auto nach Corvara (aktuelle Parkgebühr: 8,- €/Tag), steigen um 08.41 bei noch wenig Andrang in die Bö-Bahn und machen uns unverzüglich auf den Weg nach Arabba. An der Mittelstation der DMC Europa dann die freudige Überraschung: An der Sass de la Vegla DSB stehen nur sehr wenige Leute an, genauso an der Antercrep (Padon 1). Der schöne alte Lattensessel
Skiline heute: 9.722 hm, 37 Lifte, 53 Pisten-km
Heute steht die "La Longia" von der Seceda nach St. Ulrich auf dem Programm. Diesmal nehmen wir den Hotelshuttle und starten pünktlich um 08.30 Uhr an der Pradüc-Verbindungsbahn zum direkten Weg über den Piz la Ila und Roby 6-KSB nach Corvara. Das Geliftel hoch bis zum Grödner Joch ist wie immer etwas nervig, aber dafür entschädigt uns eine tolle Abfahrt vom Dantercepies nach Wolkenstein. Hier erwischen wir um kurz nach 10 die Stoßzeit und müssen ein paar Minuten an der Ciampinoi-Bahn anstehen. Wir nehmen die Saslong und können dabei schon einmal die wunderschönen und höchst sinnvollen Zäune bewundern. Wir nennen sie liebe- und respektvoll "A****loch-Zäune". Mit der U-Bahn wechseln wir auf die Südseite und dann geht es auf die 1200-Höhenmeter-Abfahrt nach St. Ulrich, die ihrem Namen alle Ehre macht
Skiline heute: 8.981 hm, 34 Lifte, 48 Pisten-km
Ab heute sind wir zu dritt unterwegs - mein Bruder hatte spontan Lust auf Skifahren und erfreulicherweise noch ein Zimmer ebenfalls in Badia gefunden. Wir treffen uns an der Talstation Heiligkreuz und starten dort um 08.35 Uhr in den Skitag. Die Abfahrt macht am Morgen sehr viel Spaß. Wie üblich geht es dann hinüber zum Piz La Ila, wo wir den Vormittag ausgiebig im Blauen Meer verbringen (Biok, Pralongia, Col Alt, Arlara). In der Mittagszeit wechseln wir kurz ins Edelweißtal, hier wird es aber schon sehr weich und zerfahren und daher geht es wieder zurück und hoch ins Vallon. Über Cherz und Masarei fahren wir zur späten Mittagspause in die La Marmotta-Hütte nahe des Incisa-Schleppers. Die sieht zwar von außen gut aus, ist aber service- und essenstechnisch eher recht enttäuschend - das bleibt allerdings der einzige "Ausreißer" der Woche. Zurück nehmen wir dann wieder den Weg über St. Kassian und diesmal die "echte" Gran Risa, die auch nachmittags noch super zu fahren ist. Zum Tagesabschluss gibt es dann wieder eine Einkehr am Heiligkreuz in der L'Tama-Hütte. Freitag, 24.02.2023
Skiline heute: 6.635 hm, 21 Lifte, 25 Pisten-km
Mein Bruder kennt das Skigebiet Cortina noch nicht, deshalb soll es heute dorthin gehen. Wir parken in Armentarola (Tagesgebühr: 9,- €) und fahren mit dem Skitaxi (aktuell 7,- €) zum Falzaregopass. Hier fahren wir um 09.11 Uhr mit der zweiten Gondel des Tages zunächst auf den Lagazuoi und nehmen die sehr schöne Abfahrt zurück zur Passhöhe. Weiter geht es über die Cinque Torri zur Verbindungsbahn nach Cortina, wo wir um kurz nach 10 eintreffen. Im unteren Bereich liegt nicht allzu viel Schnee und ein paar der blauen Abfahrten sind geschlossen. Wir entschließen uns, zunächst hoch nach Ra Valles zu fahren. So geht es über Rumerlo zur Mittelstation der Col Druscie-Gondelbahn, wo ein fürchterliches Gedrängel herrscht. Einfach hinten anstellen und warten bis man vorne ankommt kennen die Italiener scheinbar nicht... Oben am Col Druscie steigen dann aber fast alle ins Skigebiet aus und nur wenige wollen bis ganz hoch. In den oberen Lagen im Ra Valles / Bus Tofana hängen dann leider noch ein paar Wolken drin, so dass die ersten Meter schwer zu fahren sind. Nach zwei Abfahrten ist es dann auch wieder gut und wir nehmen die tolle Piste durch die Forcella Rossa zurück in den Hauptteil des Gebietes. Im Bereich Rumerlo/Pomedes ist relativ viel los, so dass wir nicht alle der schwarzen und roten Pisten fahren - den Tofanaschuss nehmen wir aber selbstverständlich mit
Samstag, 25.02.2023
Skiline heute: 11.304 hm, 40 Lifte, 59 Pisten-km
Leider gibt es heute "Ausfälle": Mein Bruder ist angeschlagen und fährt bereits früh wieder Richtung Heimat. Und der Junior hat sich gestern auf einer der Schiebestrecken auf dem Rückweg einen Hexenschuss eingehandelt. So darf ich mich heute allein auf den Weg machen, dafür lasse ich es aber noch mal ordentlich krachen. In erster Linie möchte ich heute ein paar mir noch unbekannte Gebietsteile entlang der orangen Runde besuchen. Ich parke nochmal kostenlos am Sponata und starte um 08.42 Uhr Richtung Piz La Ila. Den morgendlichen Stau an der Bö-Bahn umgehe ich über Roby, Pralongia 2 und La Vizza direkt zum Campolongo-Pass. In Arabba angekommen locken mich nochmal die steilen Nordhänge, die wieder im Topzustand sind. Dann geht es weiter Richtung Belvedere, wo ich einige Wiederholungsfahrten im Bereich Pecol / Col dei Rossi mache. Gefällt mir
Unser vom letzten Jahr bestens bekanntes Badia Pub gibt es natürlich noch und wir haben es auch an den meisten Tagen gerrne zwischen Skifahren und Abendessen besucht. Der Wirt ist echt super, da könnten sich viele eine Scheibe abschneiden... Allerdings haben wir (wohl unerwartet) für einen Biernotstand gesorgt - das Guinness ging zwischenzeitlich aus, aber Nachschub kam rechtzeitig zum Ende des Urlaubs
Ich freue mich natürlich über Kommentare, Anmerkungen, Fragen oder ein Dankeschön