Nachdem die Saison im Superschneegebiet (Saisonkarte für Schüler und Studenten mit 237 € relativ günstig) bisher ja eher bescheiden ausgefallen ist, war dieser Skitag wirklich traumhaft. Neben dem guten Wetter mit recht frischem Schnee, das die Berglandschaft des Kleinwalsertals sehr schön in Szene gesetzt hat, lag dies auch daran, dass dieser Skitag vielen Bedürfnissen gerecht wird. Was ich damit genau meine, verdeutliche ich im Bericht noch. Ich persönlich halte die Kombination Ifen und Walmendingerhorn für die beste im 2h Radius um Ulm (Arlberg und Montafon liegen ziemlich genau an der Grenze und werden hier nicht einbezogen) und denke deshalb, dieser Skitag bietet sich ganz gut zum Nachmachen an. Insbesondere, im März und April, wenn am Ifen die Olympiabahn schon um 07:45 startet.
In ebendieser bei der ersten Bergfahrt des Tages pünktlich zu Betriebsbeginn. Der frühe Start hat auch zur Folge, dass man sich den üblichen B19 Stau am Morgen spart. Von den niedrigen Temperaturen der Nacht erhoffe ich mir griffige Pistenverhältnisse. Noch ist von den Gästen aus Nordwesten nichts zu spüren, sondern man wird unfreiwillig im Lift über die Struktur und so manch krummes Geschäft der Banken im Kleinwalsertal unterrichtet, wenn man den Einheimischen zuhört.
Angekommen am Berg darf man das Nebelmeer, den noch viel mehr als auf dem Foto glitzernden Schnee und die Allgäuer Alpen bestaunen. Die ersten Abfahrten sind wirklich euphorisierend. Denn die tief stehende Sonne sorgt auf dem ostexponiertem Hang für eine beeindruckende Winterstimmung. Manchmal schimmern Nebelschwaden grünlich oder ein Windhauch bläst etwas Schnee von den Bäumen, der zu einer Glitzerwolke wird. Die leeren und frisch präparierten Pisten verleihen dem Skifahren eine Leichtigkeit, die echt Spaß macht. Auch wenn die Pisten nicht ganz so griffig sind wie erhofft.
Insbesondere auf der schwaren Olympiaabfahrt wird das im Steilhang deutlich. Das Bild zeigt die Abfahrt kurz vor dem steilsten Stück.
Und hier mitten drin.
Bis 08:30 wiederhole ich dann vornehmlich die Olympiaabfahrt, ehe ich zur ersten Bergfahrt der Ifenbahn zu Betriebsbeginn an der Mittelstation zusteige. Ziel war die Piste Ifenmulde.
Diese Piste hat einen wirklich perfekten Zustand. Der Schnee war griffig, aber gleichzeitig auch ein bisschen weich und trocken. So, dass man mit Leichtigkeit carven kann und bei seiner Hoch-Tiefbewegung von der Federwirkung des Schnees mit dezenter Geräuschkulisse unterstützt wird. Ich vermute, die geschützte Lage der Naturschneeabfahrt sorgt für die wirklich idealen Pistenbedingungen.
Hier noch etwas mehr Bilder zur Ifenmulde.
Schon um 10:00 mache ich die erste Pause, schließlich habe ich auch schon mehr als 2 Stunden Skitag hinter mir. Sehr positiv am Ifen ist, dass man verhältnismäßig viel Skivergnügen pro Zeit hat. Denn es gibt kaum nervige Ziehwege oder Engstellen und die beiden Anlagen (aber insbesondere die Sesselbahn) haben ein gutes Höhenmeter / Zeit Verhältnis. Das Skigebiet lädt sehr zum sportlichen Fahren ein. Das Bedürfnis beim Skifahren an die Grenzen zu gehen, Geschwindigkeit, Höhenmeter fressen, all das kann der erste Teil des Skitages. Und bei dem Wetter ist selbst der Blick vom Parkplatz beeindruckend.
Dabei bietet sich eine kleine Runde am Gaisbühllift an. Inzwischen ist deutlich mehr los im Skigebiet. Von der Bergstation des Übungsliftes aus lassen sich die Wartezeiten abschätzen:
An der Ifenbahn muss man nun durchaus 5 Minuten warten. Die Ferien in Teilen der Niederlande sorgen für regen Betrieb. Vielleicht hätte man angesichts dieser Lage lieber ins Tannheimer Tal in Kombination mit dem Hahnenkamm Höfen ausweichen sollen. Die Pisten werden merklich voller, aber Spaß macht es immer noch. Gerade, weil die Holländer recht wirkungsvoll von den blauen Pisten absorbiert werden.
Trotzdem entscheide ich mich, kurz von der Bergstation über den Winterwanderweg zum Hahnenköpfle aufzusteigen. Das lohnt sich vom Panorama her allemal und ist auch in Skischuhen nicht übermäßig anstrengend. Dieses Bild zeigt neben den Allgäuer Hochalpen auch die Bergstation Ifen II. Der kurze Abstand der Kabinen am Seil ist keine Täuschung: Die Hälfte der Kabinen verkehrt nur in der oberen Sektion und sorgt so für 3600 P/h Förderleistung. Das ist schon ordentlich, aber ich finde angesichts der Pistenkapazitäten vertretbar.
Vom Hahnenköpfle aus sieht man aber eben auch auf die andere Seite des Kammes. Hier insbesondere auch der Diedamskopf.
Auch die großen Ausmaße des Gottesackerplateaus werden hier deutlich. Dahinter der Grünten, Wächter des Allgäus, der seine Zusatzbezeichnung nicht ohne Grund trägt.
Etwas später dann auf dem Gleitweg Gottesacker. Schöne Außenrumabfahrt. Wobei Gleitweg die Steigung besser beschreibt. Nur beim Zusammentreffen mit der Piste Schäfalp wird es etwas eng. Ich fürchte, die Abfahrt Kellerloch wird diesen Winter nicht mehr aufgehen.
Gegen kurz vor 13:00 nehme ich den Pendelbus zum Heuberg. Wenn einem der gerade vor der Nase wegfährt, schafft man so gerade noch eine Runde Ifen I, bis er wieder da ist.
Die Skiwege im Talgebiet laden wirklich zur Entspannung ein. Nach dem anstrengenden Vormittag nun eine Pause beim Wechsel zum Walmendingerhorn.
In der Heubergmulde. Für eine Wiederholung lohnt die Piste durchaus.
Bei diesem Anblick wirkt die Welt doch noch in Ordnung. Die Zaferna Sesselbahn markiert den Übergang von den überwiegend modernen Anlagen im restlichen OK-Gebiet zum Walmendingerhorn. Auch kommt man sich jetzt so vor, als sei man mitten in den Alpen. Der gefühlte Übergang vom Alpenrand nach innen macht auch einen Reiz dieser Runde aus.
Oben schließlich der Blick auf den Sessellift Muttelberg. Die Pisten hier oben sind herrlich aufgefirnt, aber nicht bucklig. Es ist leer und auch die eher langsamen Lifte tragen zur Entschleunigung bei. So sehr kann man beim Skifahren selten entspannen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Es fehlt hier an einigen Stellen der Schnee. Zum Beispiel an der Piste unter der Doppelsesselbahn:
Auch die Skiroute "Steilhang" ist zwar offen, allerdings weist ein Schild zurecht auf die geringe Schneelage hin.
Der Haupthang präsentiert sich dafür in grandiosem Zustand.
Vom oberen Teil der Piste am Muttelberg kann man mit einem kleinen Schlenker auch auf den Ifen zurückblicken.
Ich mache mich nun an die Talabfahrt, die nicht zu den Highlights des Gebietes gehört. Sie besteht nun mal zum großen Teil aus Ziehweg.
An einer problematischen Stelle wird die geringe Schneelage besonders deutlich. Das ist eine offiziell geöffnete Piste.
Dafür gibt es am Schluss der Talabfahrt dieses idyllische Bild. Ich finde, das blau steht den Kabinen echt gut. Und zum Glück erwische ich die abgelichtete Kabine auch noch.
Wieder oben zeigt sich aus der steil trassierten Doppelsesselbahn auch das Örtchen Baad. Durch die steile Trasse fällt die langsame Fahrgeschwindigkeit der Anlagen nicht so ins Gewicht. Hoffentlich bleibt dieser Berg, wie er ist. Dass es inzwischen zuzieht, ist überhaupt nicht schlimm, denn noch mehr Sonne würde die Haut (und insbesondere die Lippen) wohl nicht vertragen.
Ganz zum Abschluss des Skitages geht sich noch so gerade eine Fahrt an der Heubergmulde mit interessanter Lichtstimmung aus.
Zum Abschluss zur Übersicht noch Skiline. Vielleicht könnte man an der Olympiabahn an einem guten Tag an die 20000 hm kommen. Aber dafür sind mir gute Tage zu schade.
Ifen, Heuberg, Walmendingerhorn 01.03.23: Traumtag trotz Holländerinvasion
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Re: Ifen, Heuberg, Walmendingerhorn 01.03.23: Traumtag trotz Holländerinvasion
Toller Bericht und sehr schöne Bilder. Danke.
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Re: Ifen, Heuberg, Walmendingerhorn 01.03.23: Traumtag trotz Holländerinvasion
Schöne Eindrücke und sehr sportliche Runde. Schade, dass es nicht noch für ein paar Fahrten am kultigen Schlößlelift gereicht hat, der war ja wieder geöffnet. Ist auf der Runde m.E. eigentlich eine Pflichtveranstaltung
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